Hundert Jahre Deutschunterricht in Kamerun 1910 - 2010

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Noch immer wirft Deutschlands koloniale Präsenz in Kamerun, die dreissig Jahre dauerte und heute ein Jahrhundert zurûckliegt, zahlreiche Fragen auf. Außer dem von der UNO neulich gelösten Problem von Grenzziehung in Bakassi, bleibt die Frage des Deutschunterrrichts in Kamerun eine große Sorge. Soll der Deutschunterricht in Kamerun den Bedürfnissen und Interessen der Deutschen oder denen der Kameruner dienen ? Welche Bilanz könnte man nach einer hunderjährigen Praxis ziehen ? (Ouvrage intégralement en allemand).
Publié le : vendredi 15 avril 2016
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EAN13 : 9782140007606
Nombre de pages : 208
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ClaudeMarie MBIA
Hundert Jahre Deutschunterricht in Kamerun 1910 – 2010 Von Deutsch als Bildungssprache zu Deutsch als Unterrichtsfach
ENSEIGNEMENT ET ÉDUCATION EN AFRIQUE
Hundert Jahre Deutschunterricht in Kamerun 1910 – 2010 Von Deutsch als Bildungssprache zu Deutsch als Unterrichtsfach
Enseignement et éducation en Afrique Dirigée par Magloire KEDE ONANA En ces temps de crise généralisée, l’Afrique, comme beaucoup d’autres continents de la planète, traverse des moments extrêmement difficiles dans tous les secteurs d’activités. Au plan de son secteur éducatif objet de nos investigations, la crise ne cesse d’assombrir la vie des différents acteurs de nos communautés éducatives : les parents pour la plupart démissionnent chaque jour devant leurs responsabilités ; les enseignants qui pourtant ont entre autres tâches celles d’exercer dans les jeunes esprits la faculté de penser et de développer en eux le sentiment de la valeur de l’homme deviennent de plus en plus comme des bouches inutiles. Premiers passeurs culturels, ils ont toujours du mal à affirmer leur autorité devant une jeunesse devenue esclave dans l’usage de nouveaux moyens sophistiqués de diffusion de la seule culture moderne. Une telle situation installe tous les acteurs ainsi désignés dans un malaise profond, accentué par leur porte-monnaie qui ne répond plus à tous les défis. La conséquence au niveau des apprenants va être la langueur, la désertion, l’angoisse ou la phobie permanente des échecs et le désenchantement sur les lendemains de l’école. Pour s’élever au-dessus de toutes nos limitations, l’alternative qui semble s’imposer à nous tous c’est : créer ou disparaître. Nous devons pour ainsi dire nous employer à la production radicale de nouvelles manières de voir, de faire et d’être ; autant d’orientations et de combinaisons originales sous l’effet desquelles un nouveau re-décollage est possible au risque de devenir comme des balafons crevés. Une telle entreprise nécessairement collective doit donc s’ouvrir et nous ouvrir aux autres, parce qu’elle contribuera à mesurer désormais l’avenir de nos Etats à leur capacité de stimuler l’intelligence de leurs concitoyens. C’est suite à ce constat et surtout sous l’impulsion des Editions L’Harmattan, que l’idée de créer la collection «Enseignement et éducation en Afrique» s’est imposée. Déjà parus André-Marie MANGA,Comunicación en didáctica de lengas,2016.Sous la direction de Jean Calvin BIPOUPOUT, La tricherie en milieu scolaire en Afrique, Quels enjeux ?,2015. Claude Marie MBIA,Théorie et Pratique du Cours entre Pédagogie et Didactique, Traité de Didactique Générale à l’usage du Normalien, 2015.Serge Romain OMGBA,Enseigner aujourd’hui.Stratégies actives de l’apprentissage significatif,2015.Christian Georges NKOUMOU MELINGUI,L’approche par compétences, L’enseignement de l’histoire au Cameroun, 2015. Joachim OLINGA,De l’éducation morale de la jeunesse, 2014.
Claude-Marie MBIA HUNDERTJAHREDEUTSCHUNTERRICHT INKAMERUN1910 – 2010 Von Deutsch als Bildungssprache zu Deutsch als UnterrichtsfachL’Harmattan
© L’Harmattan, 2016 5-7, rue de l’École-Polytechnique ; 75005 Paris http://www.harmattan.fr diffusion.harmattan@wanadoo.fr harmattan1@wanadoo.fr ISBN : 978-2-343-09056-6 EAN : 9782343090566
1.
1.1.
Kamerun auf einen Blick
Zur Entstehungsgeschichte Kameruns
Die Geschichte Kameruns ist so reich an Episoden, dass man sich heute noch bekümmert fragen darf, wem eigentlich dieses Land gehört hat bzw. wer überhaupt Anspruch darauf erheben darf? Lange Zeit vor den Deutschen hatten nämlich die Engländer die Besitznahme von dem Küstengebiet Kameruns gewünscht und vorbereitet, aber wegen wiederholter Verzögerung wurde sie eher von den Deutschen vollzogen. Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges wurden die Deutschen selbst aus Kamerun vertrieben, so dass die Engländer und die Franzosen das Land wiederum besetzen und es bis praktisch 1960 weiterverwalten durften. Es steht jedoch außer Zweifel, dass die Deutschen diejenigen sind, die die ersten Grenzen des Landes gezogen hatten.
Obwohl die ersten kommerziellen Kontakte der kamerunischen Küstenstämme mit den Europäern schon gegen Ende des 15. Jahrhunderts stattfinden, sind die Kameruner der deutschen kaiserlichen Regierung zu Dank verpflichtet für die Gründung ihres Landes gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Organisation der verschiedenen ethnischen Gruppen innerhalb eines einheitlichen Territoriums mit sozialpolitischen Aufgaben erweist sich nämlich als eine deutsche Initiative. Die Aktion der Deutschen damals lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: schnelle Bewirtschaftung bzw. Systematische Ausbeutung des Landes einerseits, andererseits starke Germanisierung der einheimischen Bevölkerung Kameruns.
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Wirksames Mittel zum Zweck bildete dabei die Einführung der deutschen Sprache und Kultur sowie die Erhaltung des deutschen Geistes in Kamerun. Heute noch erinnert sich lobend Owona an die deutsche Präsenz in Kamerun:
En faisant du Cameroun leur colonie les Allemands ne se doutaient pas qu’ils étaient en train de jeter les bases d’une nation, la nation camerounaise, et que le Cameroun serait l’héritage le plus précieux qu’ils allaient léguer aux Camerounais. (Owona, 1973:22).
Der deutsche Geist und die Sympathie den Deutschen gegenüber haben sich im Laufe der Zeit übertragen können; so ist heute nicht mehr erstaunlich, dass sich die kamerunischen Deutschlehrer die eventuellen Vorteile zu eigen machen, die sich auf die Bundesrepublik bzw. auf deren Kultur und Sprache beziehen. Als Deutschlehrer fühlt man sich die sehr große Verantwortung sowie die unbeschreibliche Freude und Ehre, die Sprache der Deutschen zu verteidigen, zahlreichen ungebildeten Kamerunern die deutschen Realitäten beizubringen, das Land der großen Denker, der berühmten Wissenschaftler, Komponisten und Sportler zu vertreten. Diese angenehme Aufgabe scheint umso leichter zu erfüllen zu sein, als zufälligerweise viele Ähnlichkeiten und geschichtlich bedingte Komplizität zwischen dem Zielsprachenland und dem eigenen zu beobachten sind. (Mbia, 1998:35).
Wegbereiter der deutschen Kolonisation waren hanseatische Handelshäuser, die seit 1868 in Duala tätig waren und erst am 30. Januar 1883 ein erstes Handelsabkommen mit König Akwa und seinem Gefolge unterzeichneten. Diesem wird ein weiterer Vertrag am
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12. Juli 1884 folgen, welcher determinierend für die Entstehung Kameruns sein wird. Wie kam man dazu?
1.2.Die Gründung des Kamerunlandes
Von einem Land Kamerun als fest umrissenen Begriff konnte man vor 1884 gar nicht reden. Das Wort „Kamerun“ geht auf das „Rio dos Camaroes“ der portugiesischen Entdecker im 15. Jahrhundert zurück. Die deutschen Händler belegten das Mündungsgebiet der Flüsse Wuri, Mungo und Dibamba mit dem Namen „Kamerun-Ästuar“ und nannten lange Zeit den Unterlauf des Wuri „Kamerun-Fluss“. Selbst die Stadt an der Mündung dieses Flusses, Duala, anfangs Sitz der vorläufigen Regierung, hieß vor dem 1. Januar 1901 „Kamerun-Stadt“. Einige europäische Handelsfirmen hatten sich an dieser Küste niederlassen können und mit Hilfe von Faktoreien den Handel mit den Eingeborenen begonnen.
Mit dem steigenden Handel und den wachsenden Interessen benötigten die Händler den Schutz ihrer Regierung; die damalige politische Konstellation verlangte nämlich, dass jeder Besitz bzw. ökonomische Vertrag unter offizielle Garantie gestellt würde. Zu diesem Zweck hatten die Hamburger Handelsfirmen Woermann, Jantzen und Thormählen Verhandlungen mit dem deutschen Reich eröffnet und später erhalten, dass der deutsche Forscher Dr. Gustav Nachtigall, damals Generalkonsul in Tunis, am 11. Juli 1884 in Duala eintraf und sofort am folgenden Tag mit einigen Häuptlingen einen wichtigen Vertrag abschloss. Nach diesem Vertrag sollten die Duala-Häuptlinge ihre sämtlichen Hoheitsrechte an das deutsche Reich
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abtreten. Jedoch wurde am Rande unterstrichen, dass das Recht auf Grund und Boden den Duala garantiert werden sollte und dass in der ersten Zeit ihre Sitten und Gebräuche respektiert werden sollten. Dieses Abkommen wird sich später als Schwindel erweisen und zum Streit führen.
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: I Rio-del-Rey. II Ossidinge. III Karte 1:Bezirksämter bzw. selbständige Regierungsstationen Johan Albrechtshöhe. IV Victoria. V Buea. VI Duala. VII Bare. VIII Jabassi. IX Edea. X Jaunde XI Kribi. : XII Ebolowa. XIII Lomie. XIV Dume Station. XV Dschang. XVI Bamenda. Militärstationen XVII Banjo. : XVIII Adamaua. XIX Deutsche Tschadseeländer (Kusseri). Residenturen
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