FTE info 17 Januar 98. Forschung, Beschäftigung, Jugend

De
1024­0810 EUROPÄISCHE KOMMISSION M WISSENSCHAFT FORSCHUNG ENTWICKLUNG Januar 98 j#4èt *S¡ mc-\ï -■UMMpn-If Forschung, Beschäftigung, • Jugend inneues Bündnis ^■■■■H Umwelt und Klima ss** Europa macht sich für die Umwelt stark Edith Cresson, Mitglied der Kommission zuständig für Forschung, Inno­vation, allgemeine und berufliche Bildung und Jugend. Europäische Kommission ­ DG XII ­ Wissenschaft, Forschung und Entwicklung. fît info 17 TE Info, das Informationsbulletin zu den von der Europäischen Union geförderten Aktivitäten im Bereich der Forschung und technologischen Inhalt Entwicklung, befaßt sich mit den allgemeinen Aspekten der Gemein­Wissenschaften, Technologien. Beschäftigung schaftsforschung (Projektergebnisse, Forschungspolitik usw.) und erteilt FEin neues Bündnis praktische Informationen (Daten von Ausschreibungen, Veranstaltungen, Die Förderung von Forschung und Innovation Konferenzen, Publikationen usw.). FTEInfo richtet sich an die derzeitigen und kommt auch der Beschäftigung zugute... potentiellen Teilnehmer an den gemeinschaftlichen Forschungsprogrammen sowie an einen breiteren Leserkreis von Unternehmern, Entscheidungs­trägern, Studenten u. a., die sich für die Entwicklungen in der europäischen Europa und die Jugend Forschung interessieren. FTE/nrb erscheint viermal jährlich in Englisch, Franzö­Generation Europa sisch und Deutsch.
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1024­0810
EUROPÄISCHE
KOMMISSION
M
WISSENSCHAFT
FORSCHUNG
ENTWICKLUNG
Januar 98
j#4èt
*S¡
mc-\ï -
■UMMpn-
If
Forschung, Beschäftigung,
• Jugend
inneues
Bündnis
^■■■■H
Umwelt und Klima
ss**
Europa macht sich
für die Umwelt stark Edith Cresson, Mitglied der Kommission zuständig für Forschung, Inno­
vation, allgemeine und berufliche Bildung und Jugend. Europäische
Kommission ­ DG XII ­ Wissenschaft, Forschung und Entwicklung. fît info 17
TE Info, das Informationsbulletin zu den von der Europäischen Union
geförderten Aktivitäten im Bereich der Forschung und technologischen Inhalt
Entwicklung, befaßt sich mit den allgemeinen Aspekten der Gemein­Wissenschaften, Technologien. Beschäftigung
schaftsforschung (Projektergebnisse, Forschungspolitik usw.) und erteilt F
Ein neues Bündnis praktische Informationen (Daten von Ausschreibungen, Veranstaltungen,
Die Förderung von Forschung und Innovation Konferenzen, Publikationen usw.). FTEInfo richtet sich an die derzeitigen und
kommt auch der Beschäftigung zugute... potentiellen Teilnehmer an den gemeinschaftlichen Forschungsprogrammen
sowie an einen breiteren Leserkreis von Unternehmern, Entscheidungs­
trägern, Studenten u. a., die sich für die Entwicklungen in der europäischen Europa und die Jugend
Forschung interessieren. FTE/nrb erscheint viermal jährlich in Englisch, Franzö­
Generation Europa
sisch und Deutsch. Ein kostenloses Abonnement ¡st auf Anfrage erhältlich
Erstes Treffen der Jugend der EU (siehe unten).
FTE Info kann auf dem Server EUROPA der Europäischen Kommission „Vernetzter" Schulbeginn
unter folgender Adresse auch on­line konsultiert werden:
http://www.europa.eu.int/comm/dg12/rtdinfo.html
Die Netd@ys
Redaktion ­ Information Dossier Umwelt und Klima
Europa macht sich
RE Info wird vom Referat Kommunikation der Generaldirektion XII veröffentlicht. für die Umwelt stark
Referatsleiter: Otto von Schwerin. interview mit Christian Patermann,
Leiter des Programms Umwelt Für alle Fragen in bezug auf den redaktionellen Inhalt von FTE Info oder die
und Klima bei der GD Xll Aktivitäten der GD XII wenden Sie sich bitte an eine der folgenden Personen:
Überwachen, Schützen, Restaurieren... Michel Ciaessens Tel.: (32­2) 295 99 71 Fax: (32­2) 295 82 20
E­mail : michel.claessens@dg 12.cec.be neue Technologien machen es möglich
Stephen Gosden Tel.: (32­2) 296 00 79 Fax: (32­2) 295 82 20 Klima, Atmosphäre, Biosphäre...
E­mail: stephen.gosden@dg12.cec.be Welche Veränderungen gibt es?
Piia Huusela Tel.: (32­2) 299 21 38 Fax: (32­2) 295 82 20
E­mail: piia.huusela@dg12.cec.be
Informationen über die FTE­Programme sind auch auf dem Server EUROPA Aktuelle FTE-Aktivitäten
der Kommission verfügbar: der Europäischen Union 20
Französisch: http://europa.eu.int/pol/rd/fr/rd.htm
Kurzinfos, Agenda, Publikationen, Ausschreibungen Englisch: http://europa.eu.int/pol/rd/en/rd.htm
Deutsch: http://europa.eu.int/pol/rd/de/rd.htm
Brite-EuRam : Toulouse '97 Auflage dieser Nummer: 53 000 Exemplare
Die industrielle Wettbewerbsfähigkeit
Hinweis
nützt auch dem Bürger 24
Weder die Europäische Kommission noch irgendeine Person, die im Namen der Kom­Die Marktteilnehmer haben das Wort 26
mission handelt, sind für die Anwendung der in dieser Publikation enthaltenen Infor­
mationen oder für eventuelle, trotz der sorgfältigen Vorbereitung der Texte noch vor­
Brlte­EuRam handene Fehler verantwortlich.
­lO^ ° Europäische Gemeinschaften, 1997 Roboter für Freud und Leid 27
Nachdruck mit Quellenangabe gestattet.
Projektbeispiele
Abonnements Gold und Laser 28
Projektbeispiele
Ich möchte kostenlos das vierteljährlich erscheinende Bulletin FTE Info abonnieren.
KMU
□ deutsche Ausgabe □ englische Ausgabe Q französische Ausgabe
Die „Pioniere" gezielter ansprechen 29
Name:
Der Standpunkt des Wirtschafts- und Sozialausschusses der EU
Funktion: Rktlvltäten der 6FS
Im Dienste von Forschung
und Gesellschaft 30
Organisation:
Reaktor von Petten und Zyklotron von Ispra:
von der Fusion zur Nuklearmedizin
Straße: Nr.: Briefkasten:
Neues von COST
PLZ:Ort: Drogensucht: Schwerpunkt
wissenschaftlicher Zusammenarbeit 31
Fünf Jahre interdisziplinäre Forschung Tel.:Fax:
Programm Biotechnologie
E­Mail:
Bacillus subtilis entschlüsselt Bitte schicken Sie diesen Abschnitt per Post oder Fax an die GD XII ­ Referat
Die Sequenzierung von 4,2 Millionen Kommunikation Rue de la Loi 200/Wetstraat 200 ­ B­1049 Brüssel
Grundbausteinen einer vielversprechenden Bakterie
Fax (32­2) 295 82 20 E­Mail: info­dg12@dg12.cec.be
Januar 98 LUissenschaft. Technologie, Beschäftigung
Ein neues Bündnis
Arbeitslosigkeit eindämmen, europaweit Arbeitsplätze schaffen, technologische
Forschung und Hemmungen abbauen... diese politischen Prioritäten hat die EU mit dem Gipfeltreffen
zur Beschäftigung gesetzt. Wie können wissenschaftliche Forschung und technologische Beschäftigung ­
Entwicklung zur Bewältigung dieser Herausforderung beitragen?
ein Zusammen­
hang, der oftmals
Nachfrage nach Gütern MT TJ arum dieses
und Dienstleistungen unterschätzt wird ■ 'i'l Weißbuch?
mit hohem Technologie­■¿■Wegen der
Diese Ausgabe steht unter dem The­
gehalt 23 Millionen Arbeitslosigkeit!" Diese
ma „Forschung und Jugend" und ich
neue Arbeitsplätze lakonische Einleitung begrüße, daß sich die Staats­ und
geschaffen. „Man darf Regierungschefs auf ihrem Beschäf­ des Weißbuchs über
tigungsgipfel am 21./22. November allerdings nicht verges­"Wachstum, Wettbe­
1997 zur Förderung von Forschung sen, daß die amerikani­werbsfähigkeit,
und Innovation verpflichtet haben,
schen Erfolge auf die­Beschäftigung" ¡st sehr
um zum Abbau der Arbeitslosigkeit in
sem Gebiet nicht nur wichtig. Diese Initiative Europa beizutragen.
mit den technologi­Ein Zusammenhang, der in Europa oft aus dem Jahre 1993 war
unterschätzt wird: in unseren Ländern schen Leistungen zu­Ausgangspunkt einer
wird Forschung vielfach ausschließlich sammenhängen", betont umfassenden Debatte
als Weg zur Erzeugung von Wissen ge­
Luke Georghiou, Profes­der Europäischen Union sehen, und Technologie gilt am Arbeits­
sor an der Universität zur Anpassung an die platz als Herausforderung und Ursache
für den Abbau von Arbeitsplätzen. Manchester und Direk­mit den neuen Techno­
Doch ¡st in unseren Industriegesell­ tor von PREST (Policy logien und der Globali­
schaften, in denen auch Konsumgü­
Research in Engineering, sierung verbundenen
terzunehmend High­tech­Produkte
Science and Technology). „Die Flexibilität des Veränderungen. sind, der Zusammenhang zwischen
Arbeitsmarktes und das wettbewerbsorientierte Forschung und Beschäftigung sehr Laut einer neueren Umfrage sind drei von vier
eindeutig und auch nur logisch. For­ Umfeld, in dem die Unternehmen operieren, Franzosen der Meinung, daß der technische Fort­
schung verbessert die Wettbewerbs­ spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle. Der
schritt die Arbeitslosigkeit erhöht. Diese Auffas­
fähigkeit der Unternehmen auch in
größte Vorteil, den die USA im technologischen
sung wird wahrscheinlich von vielen Europäern den traditionellen Sektoren. Sie führt
Bereich haben, ist in Wirklichkeit einer gewissen zur Entwicklung neuer Produkte und geteilt, die an Tankstellen ohne Tankwart mit ihrer
Form der Unternehmenskultur zuzuschreiben." Dienstleistungen und damit zur Ent­ Kreditkarte zahlen, ihre Einkäufe im Supermarkt
stehung neuer Märkte und kann, wie
scannen, ihre Bankaufträge per Telefon erteilen. Es
die Beispiele dieses Heftes zeigen,
beruht auf einer Beobachtung, die sich überall Wettbewerbsfaktor Beschäftigung neue Arbeitsplätze schaffen.
aufdrängt: seit zwei Jahrzehnten hat die Maschi­Über die Stärkung der Bindungen
zwischen Forschung und Beschäfti­ ne dort, wo Computer und Roboter eingesetzt Die Beschäftigungskrise in Europa ist also mit ei­
gung hinaus geht es aber letztlich um werden, den Menschen weitgehend ersetzt. ner Vielzahl von Variablen verbunden, die nicht
den Aufbau der Welt von morgen.
In den letzten Jahren scheint sich jedoch genau nur technologischer, sondern auch wirtschaftli­
Wenn wir heute die Bedeutung von
das Gegenteil zu bestätigen, und man darf sich cher, sozialer, organisatorischer und politischer Forschung und Innovation unter­
fragen, ob die Tatsache, daß Europa nicht genug schätzen, werden wir die Rolle der Art sind. Außerdem muß man sie vor dem Hinter­
Europäer von morgen auf die von Wachstum und deshalb zu wenig Arbeitsplätze grund einer offenen Welt analysieren, in der sich
Verbrauchern von Technologie be­
schafft, nicht darauf zurückzuführen ¡st, daß es in der wirtschaftliche Wettbewerb fortan auf inter­
schränken und ihre Antriebskraft für
zu geringem Maße ­ oder an der falschen Stelle ­ nationaler Ebene abspielt. Mit anderen Worten, den Fortschritt aufgeben. Ich bin
auf Wissenschaft und Technologie gesetzt hat. sie ist untrennbar mit dem Problem der Wettbe­überzeugt, daß dies nicht das Ziel für
Europa und seine nachfolgenden Ge­ Die Frage der direkten Verbindungen ­ von Ursa­ werbsfähigkeit verbunden, und diese hängt wie­
nerationen sein kann. che zu Wirkung ­ zwischen Technologie und Be­ derum ­ wenn auch nicht ausschließlich ­ vom
schäftigung ¡st letztlich irreführend. In der gan­ technologischen Niveau ab.
zen Welt, ob in den Entwicklungsländern oder in Werfen wir noch einen Blick auf die andere Seite
den Industriestaaten, ¡st die Arbeitslosigkeit in des Atlantiks. Ende der 80er Jahre sah sich die
den technologisch hochentwickelten Regionen Edith Cresson nordamerikanische Industrie mit der asiatischen
Mitglied der Kommission zu­ deutlich geringer. In den Vereinigten Staaten Konkurrenz konfrontiert. Daraufhin wurden zahl­
ständig für Forschung, Innova­
wurden zwischen 1973 und 1985 aufgrund der tion, allgemeine und berufliche reiche Sitzungen organisiert, auf denen H^S)
Bildung und Jugend.
Januar 98 FTE info 11 Wissenschaft, Technologie. Beschäftigung
Forschung, Technologie, Beschäftigung: Europa schlägt einen neuen Kurs ein
Zum Abschluß ihrer Arbeiten haben die Staats­ und Regierungs­ insbesondere mit dem EIF (Europäischer Investitionsfonds), wird
chefs, die auf dem europäischen Gipfel von Luxemburg (20.­ eine mit einer Milliarde Ecu ausgestattete „Sonderstelle" High­
21.11.97) zusammengekommen sind, unterstrichen, welch wichtige tech­KMU mit hohem Wachstumspotential finanziell unterstützen.
In diesem Rahmen haben die Europäische Investitionsbank (EIB) Rolle die gemeinschaftliche Forschungspolitik im Hinblick auf die
Verstärkung der Wettbewerbsfähigkeit und die Schaffung von Ar­ und der EIF vor kurzem einen europäischen Mechanismus für Tech­
beitsplätzen spielt, insbesondere durch die Verbreitung der Innova­ nologien eingerichtet. Dieses Instrument, das über 125 Millionen
tion und die Übertragung von Technologien an die KMU. Außerdem Ecu verfügt, um Investitionen von KMU in Spitzentechnologien zu
haben sie die Bedeutung des neuen Rahmenprogramms betont, das unterstützen, könnte Risikokapital­Pools von über 800 Millionen
Ecu erzeugen. derzeit in Vorbereitung ist.
■ Die EIB wird die Finanzierungen, die Sektoren gewährt werden, in Die Umsetzung des speziellen Aktionsplans von Amsterdam durch
die Europäische Investitionsbank wurde im übrigen als wesentliche denen schnell neue Arbeitsplätze entstehen könnten (allgemeine
Initiative auf finanzieller Ebene begrüßt. Dieser Plan, für den bis und berufliche Bildung, Gesundheitswesen, urbane Umwelt, Um­
zum Jahre 2000 Mittel in Höhe von 10 Milliarden Ecu bereitgestellt welt...), verstärken und ergänzen.
wurden, soll arbeitsplatzschaffende Investitionen von rund 30 Mil­ ■ Die Finanzierung der transeuropäischen Netze und der Infra­
liarden Ecu herbeiführen. In diesem Zusammenhang wurden drei strukturnetze soll intensiviert werden.
vorrangige Bereiche festgelegt:
■ In Partnerschaft mit den europäischen Bankern und Financiers,
beiden Berichterstatter, Alexis ■JH3I Vertreter aus der Wis­
senschaft, der Industrie, dem Jacquemin '" und Lucio Pench,
sozialen und dem politischen sind sämtliche Konsequenzen
(und Kosten) einer hohen Ar­Bereich gemeinsam untersuch­
beitslosigkeit ­ Armut, Ausgren­ten, welchen Sinn der Begriff
Wettbewerbsfähigkeit in dem zung, Zunahme der Antagonis­
neuen Kontext der Globalisie­ men, Niedergang von Regionen,
rung hat. Der Maßstab für die­ Flucht in den Protektionismus ­
„wettbewerbsschädliche Fakto­ses Konzept war bis dahin der
ren" oder genauer: „Der Kampf Produktivitätsvergleich, und es
ging ausschließlich um Kosten, gegen die Arbeitslosigkeit ¡st
vor allem um Lohn­ und Ge­ nicht nur Sache der Sozialpoli­
tik, sondern eine ökonomische haltskosten. Tatsächlich waren
Notwendigkeit." die Amerikaner die ersten, die
von dieser eingeschränkten
Sichtweise (die im übrigen Die europaische Norm des "Handy", dessen Entwicklung im Rahmen des Pro­Innovation
gramms ESPRIT umfassend unterstützt wurde, hat sich weltweit durchgesetzt
durch zahlreiche Länder wider­ gibt den Ausschlag
und der Industrie für Telefonbauteile so zu einem beachtlichen Durchbruch
legt wird, die Anteile an den verhelfen. In Deutschland hängen 30.000 Arbeitsplätze allein mit der
Weltmärkten erlangen, obwohl Produktion des Materials für tragbare Telefone zusammen. „Im Gegensatz zu der landläufi­
ihre Löhne nicht zu den niedrig­ gen Meinung ist Europa im Be­
sten gehören) Abstand nahmen reich von Grundlagenforschung
und diesem zu mathematischen qualitativen Aspekt: sie betrifft und Entwicklung nicht ins Hin­stig zu einem besseren Lebens­
Begriff eine neue Dimension tertreffen geraten", erklärt Clau­standard verhelfen." den Alltag der Menschen, ihre
hinzufügten. 1992 vertrat der de Desama, Mitglied des Aus­Die Reflexionen, die in Europa Arbeits­ und Lebensbedingun­
amerikanische Wettbewerbsrat über die Beschäftigungskrise gen sowie die Stabilität der schusses Forschung des Europäi­
die Auffassung, daß Wettbe­ angestellt wurden, haben diese Arbeitsplätze und das Beschäf­ schen Parlaments. „Es hat sogar
werbsfähigkeit auf der Fähigkeit tigungswachstum", schreibt eine recht gute Position zwi­breitere Vision aufgegriffen. Al­
beruhe, Güter und Dienstlei­ schen seinen asiatischen und lerdings formulieren sie dieses Jacques Santer, Präsident der
stungen zu erzeugen, die der Konzept noch eindeutiger. Europäischen Kommission, im
Nachfrage der internationalen „Wettbewerbsfähigkeit ist nicht Vorwort zu einer Denkschrift
(1) Hauptberater der GD XII
Märkte entsprechen und „den über europäische Wettbewerbs­nur ein Synonym für Gewinn­ und Mitglied der Arbeitsgruppe
amerikanischen Bürgern langfri­ Zukunftsforschung der Kommission. steigerung. Sie hat auch einen fähigkeit. Nach Auffassung der
FTE info 17 Januar 98 Wissenschaft, Technologie, Beschäftigung
amerikanischen Konkurrenten.
Seine spezifische Schwäche
zeigt sich erst, wenn es darum
geht, die Forschungsergebnisse
in Innovationen und letztlich in
Handelsgüter umzusetzen."
Das Schlüsselwort Innovation
schafft so eine direkte Verbin­
dung zwischen Forschung und
technologischer Entwicklung
und der Beschäftigungskrise
auf unserem Kontinent. Im Vor­
wort zu ihrem Aktionsplan für
Innovation in Europa unter­
streicht Edith Cresson, daß „die
unzureichende Schaffung von
Arbeitsplätzen in Europa mit
dem Mangel an Innovation zu­
sammenhängt, unter dem unser
Kontinent leidet. Die Entwick­
lung neuer Produkte macht in
Frankreich und Deutschland
3D-Wiedergabe von gescannten Organen - dieses Beispiel für Innovation im
Bereich der medizinischen Technologien wurde von einem belgischen KMU
entwickelt, das am Projekt PHIDIA (BRITE-EURAM) beteiligt war. Das Ergebnis: Welche Technologien
zwanzig Lizenzen und Verzehnfachung der Arbeitsplätze innerhalb von 4'Jahren.
für welche Gesellschaft?
weniger als die Hälfte der For­ ratenden Ausschusses für indu­
schungsausgaben aus, in den strielle Forschung und Entwick­Neben seiner Funktion als „Technologiewacht" besitzt das Institut
Vereinigten Staaten und Japan lung bei der Kommission, „die für Zukunftsforschung (IZF) der Gemeinsamen Forschungsstelle der
EU in Sevilla (Spanien) eine Forschungsgruppe, die sich speziell mit hingegen über 60%. Es ist nicht Innovation in einen Prozeß in­
der Beziehung zwischen Technologie, Beschäftigung und Wettbe­ erstaunlich, daß sich die Han­ tegrieren, in dem alle Akteure
werbsfähigkeit befaßt. Diese Gruppe, kurz TEC genannt, untersucht delsbilanz der Hight-tech-Gü- zusammenarbeiten: die Grund­
die Herausforderungen, von denen die Entwicklung einer dauerhaf­ ter und -Dienstleistungen lagenforschung, die Technologi­
ten und ausgewogenen Gesellschaft abhängen: Verbesserung der schnell verschlechtert. (...) Die eentwickler, die Unternehmer,
Lebensqualität der Bürger parallel zur Verstärkung der Wettbe­ Wirtschaftslage in Nordamerika die diese Technologien in Pro­
werbsfähigkeit, Umsetzung einer nachhaltigen Sozialpolitik, die zeigt, welchen Einfluß Innova­ dukte und Dienstleistungen
eine gerechte Verteilung der Arbeit und des Einkommens gewähr­ tion auf Beschäftigung hat, ins­ umsetzen, und die Benutzer, für
leistet, und schließlich Dynamisierung der Innovation im Dienste besondere in den hochtechno­ die diese letztlich bestimmt
der regionalen Entwicklung. logischen Bereichen. Von den sind. Dabei ist es entscheidend,
Eines der Forschungsprojekte, Made in Europe, zielt darauf ab, zehn Millionen neuen Arbeits­ daß diese Verschmelzung auf
Wege aufzuzeigen, wie der Alte Kontinent in der globalen Wirt­ plätzen, die im Laufe der letz­ europäischer oder sogar inter­
schaft ein nachhaltiges Wachstum erreichen kann. Der Bericht Nr. ten vier Jahre in den Vereinig­ nationaler Ebene stattfindet:
15 des IZF (Juni 1997) ist den vier Forschungsthemen dieses Pro­ ten Staaten geschaffen wurden um zu innovieren, muß man
jekts gewidmet: Festlegung eines europäischen Ansatzes zur Wett­ - bei denen es sich zu zwei sich die Kapazitäten dort holen,
bewerbsfähigkeit, Notwendigkeit organisatorischer Veränderungen, Dritteln um Stellen für Füh­ wo sie verfügbar sind."
insbesondere in den Unternehmen, Auswirkungen der Globalisie­ rungskräfte und Techniker han­ Die Entfaltung der Innovation
rung auf die europäische Integration, und die Frage, welche nach­ delt -, wurden ein Drittel von in Europa - und das gilt vor
haltigen Sozialschutzsysteme die Wettbewerbsfähigkeit verstärken High-tech-KMU bezahlt." allem für die KMU - ist je­
können. Die europäische Forschung muß doch noch von anderen Fak­
ihre strategischen Ziele folglich toren abhängig, die mit dem
stärker nach einer zukunfts­ finanziellen (Risikokapital),
Kontakt I Peter Fleissner, TEC, IPTS orientierten Vision ausrichten. gesetzlichen und verord­
I Fax : +34-5-448.83.59 „Wir müssen", so Herbert List, nungsrechtlichen Umfeld ver­
I E-mail : peter.fleissner@jrc.es Vorsitzender des IRDAC, des Be­ bunden sind. »'"T
Januar 98 FTE Info 17 Wissenschaft, Technologie, Beschäftigung
Schwerpunkt
Humankapital
„Für Europa und den Rest der
Welt läßt sich die Wettbe­
werbsfähigkeit im wesentlichen
auf die Fähigkeit reduzieren,
Humankapital anzusammeln
und dieses zu verbessern", beto­
nen Alexis Jacquemin und Lucio
Pench. Der tiefgreifende, globa­
le Wandel, die der technologi­
sche Fortschritt aufgrund der
entstehenden Informationsge­
sellschaft für die Beschäftigung
Der Aufschwung der Multimedien wird viele multidisziplinäre Arbeitsplätze
mit sich bringt, schafft tatsäch­
(Historiker, Videographen, Pädagogen...) entstehen lassen. Oben:
lich eine völlig neue Situation. „Les Très riches heures du Louvre", eine 2D- und 3D-Videoplatte von Titus-leber.
Die Arbeit wird zunehmend dar­
in bestehen, eine ständig wach­
sende Fülle von immateriellen Bedrohen Computer die Beschäftigung
Grundstoffen (Informationen)
zu verwalten und so zu verwer­ im Dienstleistungssektor?
ten, daß man sie in Instrumente
zu Wissen und Kompetenz um­
Im Gegensatz zu der allgemein verbreiteten Meinung haben die Investitionen in Informationstechnolo­
wandeln kann.
gien nicht zwangsläufig zu einem wesentlichen Beschäftigungsrückgang im Dienstleistungssektor
„Es ¡st ausschlaggebend, daß geführt. Insgesamt ist in mehreren repräsentativen Ländern im Laufe der Jahre 1980-1989 die gegentei­
wir die Informationsgesell­ lige Tendenz festzustellen. Je mehr investiert wurde, um so mehr Arbeitsplätze sind im Dienstleistungs­
schaft als Wissensgesellschaft bereich entstanden.
sehen", erklärt Luc Soete, Di­
rektor des Maastricht Econo­
mic Research Institute (MERIT)
und Vorsitzender der von der
Europäischen Union einge­
setzten Expertengruppe „Eine
europäische Informationsge­
sellschaft für alle aufbauen."
Die Gemeinschaftspolitik im
Bereich der allgemeinen und
beruflichen Bildung, die unter
dem Zeichen des lebensbeglei­
tenden Lernens steht, wird
sich insbesondere dann als
sinnvoll erweisen, wenn es da­
rum geht, erfolgreich - vor al­
lem auf der Ebene der Be­
schäftigung - in die Informa­
tionsgesellschaft einzutreten.
Forschung, Bildung,
Beschäftigung
Der Weg, auf dem sich For­
Prozentsatz der gesamten nationalen Investitionen, der für Investitionen in die IT aufgewandt wird
schung in Innovation verwan­
Durchschnittliche Wachstumsrate der Beschäftigung im Dienstleistungssektor (1980-89)
delt, die wiederum verbreitet
wird und neue Aktivitäten und
Januar 98 Wissenschaft. Technologie. Beschäftigung
nur wenn die Forschung sich in Determinismus ab, der aus dem
einem innovationsfreundlichen politischen Diskurs spricht", Die Biotechnologie in Europa und den
Umfeld entwickelt, kann sie erklärt er. „Die technische In­
neue Arbeitsplätze schaffen." novation, die durch wissen­Vereinigten Staaten im Jahre 1997
schaftliche Entdeckungen vor­
Technologischer Determi­ angetrieben oder durch die Die amerikanische Biotechnologie­Industrie beschäftigt knapp
Nachrage ausgelöst wird, ent­nismus als Sackgasse 120.000 Personen. Trotz seines hochwertigen wissenschaftlichen und
springt dem Inneren des Wirt­technologischen Potentials und nicht zuletzt wegen des schwierigen
schafts­ und Sozialsystems und Es ist verständlich, daß sich Zugangs zu Risikokapital gibt es derzeit in Europa nur rund dreißig­
viele Europäer am Ende dieses ¡st keine bloße Anpassung an tausend Stellen in diesem Sektor. Angesichts der schnellen Zunahme
Jahrhunderts voller Verände­ Veränderungen, die durch ex­von Anwendungen in so lebenswichtigen Bereichen wie Gesundheits­
terne Ursachen bewirkt wer­wesen und Umwelt könnten in den kommenden Jahren in Europa un­ rungen um die Zukunft der
den." Seiner Meinung nach gefähr 140.000 neue Arbeitsplätze entstehen, allerdings unter der Beschäftigung Sorgen machen
Voraussetzung, daß die Kreditinstitute sich mehr für diese und ihre Ängste an der techno­ „setzt die Entwicklung der
Entwicklungen interessieren. Aus diesem Grund hat die Kommission das logischen Entwicklung festma­ technologischen Fähigkeiten
Forum „Biotechnologie und Financiera' ins Leben gerufen (siehe S. 21). einen komplexen, endogenen chen ­ eine Entwicklung, die
Veränderungsprozeß voraus, manche als unausweichliches
Schicksal betrachten. Sollten der innerhalb der Organisatio­
Europa Vereinigte Staaten wir wirklich keine Wahl mehr nen und auf der Ebene der ge­
samten Gesellschaft auszuhan­haben und durch externe Kräf­Anzahl ULI uiiBiiiuiihjen
deln und zu diskutieren ¡st." te zu einem „Fortschritt" Anzahl der Arbeitsplätze
gezwungen werden, der einer Und in dieser komplexen De­Umsatz
(Millionen Ecu) ganzen Gesellschaft seinen batte, in der Wissenschaft,
FuE­Ausgaben
Technologie und Beschäfti­Rhythmus und seine Regeln (Millionen Ecu)
gung sich überschneiden, muß vorschreibt? Luc Soete ist mit
dieser passiven Sicht der Dinge die soziale Innovation mehr
nicht einverstanden. „Wir sein, als bloß das Stiefkind der
wirtschaftlichen Innovation. ■ lehnen den technologischen
Arbeitsplätze entstehen läßt, ¡st Gegenwart verkörpert", erklärt
traditionsgemäß sehr differen­ Michel Ciaessens vom Referat
ziert. Auf der anderen Seite Kommunikation der GD XII.
kommt es derzeit immer schnel­ „Daraufhin wurde der Schwer­
ler zu einer Wechselwirkung punkt auf Innovation und die
zwischen den Ergebnissen der generischen Technologien ge­
Wissenschaft und Technologie legt, die zur Entwicklung
und den Veränderungen der Ge­ marktfähiger Produkte und
sellschaft. Die Anwendungsmög­ Dienstleistungen führen. Das 5.
lichkeiten der Biotechnologien Rahmenprogramm fügt dem
oder der neuen Informations­ eine neue strategische Dimen­
und Kommunikationstechnolo­ sion hinzu, da sie die Forschung
gien lassen sich derzeit noch gar in den Dienst der Bürger und
nicht abschätzen, wir stehen der Gemeinschaftspolitiken
noch ganz am Anfang. Aber die­ stellt. Und auch die Innovation
se Anwendungen sind nur dann im Hinblick auf Lebensqualität
sinnvoll, wenn sie bestehenden schafft neue Arbeitsplätze. Vor
oder künftigen sozialen Bedürf­ diesem Hintergrund hat die
nissen entsprechen. Union, als sie die Verantwor­
„Bis 1994 war die europäische tungen für Forschung, Innova­
Forschung bestrebt, den Ent­ tion und allgemeine und beruf­
Schiffsbau wicklungen der sogenannten liche Bildung in die Hände
1.000 Beschäftigte ­heute sind es 2.900. Die Schiffswerft von Odense(DK), Zukunftstechnologien zu fol­ eines einzigen Kommissions­
die im Rahmen ihrer aktiven Teilnahme an zahlreichen ESPRIT­Projekten
gen, aber diese Technologien mitglieds, Edith Cresson, legte,
auf die Entwicklung der Robotik gesetzt hat, zählt heute
haben schon sehr bald die genau das Richtige getan. Denn zu den produktivsten Werften von Europa.
Januar 98 FTE info 17 Erstes Treffen der Jugend der EU
„Generation Europa14
Rund hundert junge Menschen, die an wissenschaftlichen und Bildungsprogrammen teilnehmen, die von der
Europäischen Union ins Leben gerufen wurden und unterstützt werden, haben sich im Oktober in Brüssel
getroffen. Sie waren eingeladen, um über zukünftige Gemeinschaftsaktionen für ein „Europa der Mobilität
und des Wissens" nachzudenken. Überblick über ein erstes Treffen, das nicht ohne Folgen bleiben wird.
m eigenen Land fühlt man darzulegen, neue Überlegungs­ tionen zu treffen, an europa­ der ein Praktikum in einem
sich oft wie auf einer Insel, ansätze zu schaffen — sowohl übergreifenden Forschungspro­ deutschen Forschungsinstitut Hunfähig, selbst Brücken zu bei organisatorischen als auch jekten teilzunehmen, die eige­ absolviert, hinzu. „Die Industrie
schlagen zu den anderen Konti­ bei inhaltlichen Fragen — hin­ nen Sprachkenntnisse anzuwen­ scheint sich für die Forscher
nenten", sagt Anne Grete Strau- sichtlich der Programme, an de­ den", sagt Maurice Whelan, noch nicht genug zu interes­
me, norwegische Meteorologin, nen sie teilgenommen hatten, Maschinenbauingenieur in der sieren, obwohl doch die For­
Stipendiatin in der GFZ in Ispra. und so in die zukünftigen Ge­ GFS zusammenfassend und schung eine Investition in die
„Bei Euch kümmern sich die Do­ meinschaftsaktionen für die Ju­ spricht damit ein Urteil aus, das Zukunft ist... Aber für mich ¡st
zenten um die Beziehungen zum gend einbezogen zu werden (1). viele mit ihm teilen. „Ich persön- es das Wichtigste, daß ich mei­
Ausland, anderswo hat man di­ nen Doktor in einem hochran­
rekten Kontakt mit anderen Wis­ gigen Institut machen kann.
senschaftlern und Forschern. Das Danach sehen wir weiter...."
sind echte Kontakte, die nichts Dieses Streben nach persön­
mit denen zu tun haben, die sich licher Entwicklung bewertet
durch das Internet entwickeln." Edith Cresson durchaus nicht
als negativ: „Durch diese Pro­
Nachdenken gramme können die jungen
Leute vor allem ihren Horizont und etwas bewirken
erweitern, etwas anderes erle­
Die Skandinavierin ¡st eine der ben, eine einzigartige Erfahrung
machen, die sie sonst nie hät­etwa einhundert „Stipendiaten",
ten machen können. Es geht die von Edith Cresson, der für
hierbei nicht um Tourismus. Es Wissenschaft, Forschung und
Entwicklung, allgemeine und geht darum, mit Menschen in
Édith Cresson bei der Diskussionsrunde anläßlich des Treffens der Jugend:
einem anderen Land zu arbei­berufliche Bildung und Jugend
„Mit Menschen in einem anderen Land arbeiten und sich selbst so integriert
ten und sich selbst so integriert sowie die für die GFZ zuständi­ fühlen wie die Menschen, die immer dort leben. "
zu fühlen wie die Menschen, gen Kommissarin, zum Treffen
der Jugend, das am 7./8. Oktober lich habe hauptsächlich Kontakt die immer dort leben." Drei themenorientierte Works­
in Brüssel stattgefunden hat, hops (Forschung und Innova­ mit Wissenschaftlern aus Mit­
eingeladen wurden. Im Vorfeld tion, Bildung und Ausbildung, tel- und Osteuropa, die eine an­ Information und Status
wurde eine Meinungsumfrage Jugend für Europa/Europäischer dere Arbeitseinstellung und ei­
unter den 200 Teilnehmenden nen anderen Arbeitsansatz ha­Freiwilligendienst) bereiteten Über die Ziele im Bereich
der Programme, die die Mög­ die Diskussionsrunde mit Edith ben. Das führt zu einem Wissen und Ausbildung hinaus
lichkeit eines Auslandsaufent­ Cresson vor, die am Ende dieser gegenseitigen Austausch, der für tragen die Gemeinschaftsaktivi­
haltes bieten, durchgeführt. 82 zwei Tage stattfand. beide Seiten interessant ¡st." täten dazu bei, andere Werte
°/o der Befragten werteten die Handelt es sich um einen wie z. B. Unionsbürgerschaft,
Erfahrung positiv. 83 % waren Die Nachfahren gegenseitigen Austausch und Solidarität und europäische
der Meinung, daß die Teilnahme von Marie Curie eine Öffnung, die neue berufli­ Identität zu fördern. Dem stehen
an einem dieser Programme ih­ allerdings zwei Hindernisse im che Möglichkeiten mit sich
nen wohl einen beruflichen Vor­ Am Workshop Forschung und bringen könnten? „Ich denke, Wege, auf die alle Teilnehmer
teil bringen würde und 78 % Innovation nahmen etwa vierzig daß das tatsächlich ein Vorteil
fühlten sich ein wenig mehr als junge Wissenschaftler teil. „Das ¡st, um eine Stelle zu finden",
(1) Das fünfte Rahmenprogramm
„Europäer" als vorher. ist eine fantastische Möglich­ sagt Liesbeth Rijnen, nieder­
befindet sich in der Vorbereitung
Dieses erste Treffen sollte den keit, im Ausland zu arbeiten, ländische Biologin. „Ich hoffe
und die Programme Sokrates, Leo­
Teilnehmenden die Möglichkeit Menschen aus anderen Kultur­ es", fügt Dimitrios Simwonis, nardo da Vinci und Lingua laufen
geben, ihre Erfahrungen kritisch kreisen und mitn Tradi- griechischer Chemieingenieur, Ende 1999 aus.
Januar 98 Erstes Treffen der Jugend der EU
Zwei Tage Diskussionen in
Workshops, informelle Treffen,
fragen an die Kommissarin...
einziger Nachteil: zu wenig Zeit.
des Treffens aufmerksam ge­ bemühen, den Ministerrat dazu
macht haben: ein ungleicher zu bewegen, zu handeln und
Zugang zu Informationen (je Abhilfe zu schaffen." Gemeinschaftsprogramme
nach Land, Region, sozialer
Schicht), dem jedoch bald Von Grundlagen für die Jugend
durch eine Seite im Internet mit zu Innovation
Die Haushaltsmittel, die die Europäische Union für Ausbildungsprogram­
dem Titel Jugend", die über den
me für junge Menschen zur Verfügung stellt, haben sich in den letzten
Server Europa aufgerufen wer­ In jedem der Workshops ka­
zehn Jahren verzehnfacht und belaufen sich auf 350 Millionen ECU.
den kann, Abhilfe geschaffen men auch spezifischere Fragen
Forschung
werden soll, und das Fehlen ei­ auf. Die Wissenschaftler be­
Im Rahmen des Programms Ausbildung und Mobilität von Wissen­
nes einheitlichen sozialen und handelten auch die Frage des
schaftlern konnten seit 1995 dank des Stipendiums Marie Curie 2.000
steuerlichen Status aller Teil­ Verhältnisses zwischen Grund­ junge Wissenschaftler ins Ausland reisen und dort ihre Arbeiten fortset­
nehmer an diesen Programmen. zen. Man rechnet mit 3.000 weiteren Teilnehmern bis Ende 1998. Jähr­lagenforschung und ange­
lich können durch den Wettbewerb junger Wissenschaftler etwa 80 „Dieser unterschiedliche Sta­ wandter Forschung. Frank Gun-
junge Europäer ihre Projekte einander gegenüberstellen (siehe Kasten).
tus schafft nicht nur Probleme sing, Niederländer und ehema­
Verschiedene Stipendien werden im Rahmen spezifischer For­
für die Stipendiaten, sondern liger GFS-Stipendiat, der beim
schungsprogramme der EU l1' vergeben und 150 Stipendiaten, die
auch für die Unternehmen, die CEA (Frankreich) arbeitet, stell­ ihre Doktorarbeit schreiben, werden jedes Jahr in den sieben Institu­
sie beschäftigen", urteilt Marco ten der Gemeinsamen Forschungsstelle aufgenommen. Das Pro­te folgende Frage: „Die Techno­
gramm Innovation bietet den jungen Forschern und Ingenieuren die Russo, italienischer Forscher und logie von heute stützt sich auf
Möglichkeit, in den europäischen KMU tätig zu werden.
Materialsachverständiger, der in die Grundlagenforschung von
Bildung und Ausbildung Frankreich arbeitet. Außerdem gestern. Welche Rolle spielt die
170.000 Schüler und Studenten aus dem Sekundär- und Hochschul­
sollte die Möglichkeit eines di­ Grundlagenforschung bei den
bereich absolvierten oder absolvieren einen Teil ihrer Schulausbil­
rekten Kontaktes zur Europäi­ europäischen Programmen?"
dung bzw. ihres Studiums im Rahmen des Sokrates-Programms im
schen Union gegeben werden, „Es gibt keine Grenze zwischen
'Ausland. 80.000 von ihnen konnten ihre Sprachkenntnisse durch
damit man sich nicht mehr un­g und an­ Lingua vervollkommnen. 27.000 Studenten mittel- und osteuropäi­
scher Länder haben im Rahmen von Tempus ein Stipendium bekom­bedingt an die einzelstaatlichen gewandter Forschung, und die
men, mit dem sie in einem der Mitgliedstaaten der Union studieren
Stellen wenden muß. „Es ist ein­ Grundlagenforschung ¡st ja
konnten. 50.000 Jugendliche konnten durch Leonardo da Vinci eine
facher, den Verkehr von Kapital noch nicht beendet, nicht im
Berufsausbildung oder Ausbildungspraktika absolvieren.
und Waren zu gewährleisten als geringsten...", antwortete Edith
Treffen und Zusammenarbeit
den der Bürger", vermerkt Edith Cresson. „Aber was Europa
70.000 Teilnehmer — von denen die Hälfte aus einem sozial schwachen
Cresson. „Die Besteuerung der fehlt, ist Unternehmergeist, In­
Umfeld stammen - haben im Rahmen des Programmes Jugend für Eu­
Stipendien schwankt zwischen 0 novationsgeist". Und sie führte ropa an soziokulturellen, staatenübergreifenden Projekten zum Nutzen
und 60% je nach Land, und der Jugend oder der Gesellschaft teilgenommen. Der Europäische Frei­das Beispiel der neuen Infor­
willigendienst ist ein Projekt, das dieses Jahr zum ersten Mal durchge­das ist eindeutig ein Hindernis mationstechnologien an: ein
führt wird und an dem 2.500 junge Menschen teilnehmen, die im Aus­
für die Mobilität. Das ¡st ein Bereich, in dem Europa 16%
land Arbeiten von öffentlichem Interesse durchführen (Umweltschutz,
Problem, für das die Mitglied­ der Produkte herstellt und 41%
Sanierung von sozial schwachen Vierteln, Sozialdienst).
staaten verantwortlich sind, und verbraucht.
(1) Die EU hat 1996 etwa 3 Milliarden ECU im Rahmen dieser Programme
daher müssen sie es auch lösen
Warum dieses Mißverhältnis? zur Durchführung von 10.000 Projekten zur Verfügung gestellt und so
— die Kommission kann lediglich jährlich fast 25.000 Stellen für Forscher geschaffen. - Das ist eine Frage, die sich
das Problem feststellen und sich
Mark Dowell stellt, fj
Januar 98 FTE info 17 Erstes Treffen der Jugend der EU
nenzulernen und das Thema
zu vertiefen und echte inno­
vative Überlegungsansätze zu
erstellen, mindestens genauso
124 europäische Teilnehmer groß. Daher hat Edith Cresson
an den verschiedenen versprochen, ein Treffen dieser
Gemeinschaftsprogrammen
Art zu wiederholen. Mit einem
für die Jugend — Brüssel, Oktober 1997.
weniger eng gefaßten Zeit­
plan. ■
Europäischer Wettbewerbfürjunge Wissenschaftler
Qualität kennt kein Alter...
HJ£JH britischer Ozeano­ Europa „von
Forscher im Alter von 15 bis 20 Jahren, Projekte im Bereich des Um­
graph, der ein Stipendium für der Wiege an'
weltschutzes, der neuen Materialien, der Software... der Erfolg des
die Gemeinsame Forschungs­
neunten Europäischen Wettbewerbs für junge Wissenschaftler ­
stelle hat und gerne seine Erfah­ Weitere Ideen sind an we­
jährliche Initiative des europäischen Programms Ausbildung und
rung als Forscher konkret für in­ sentlich jüngere Europäer ge­
Mobilität der Forscher — bekräftigt die angestrebten Ziele: Talente
dustrielle Projekte zur Verfü­ richtet. Frédérique Tabarant,
entdecken, Begabungen fördern, die Wissenschaftskultur europa­
gung stellen möchte, aber nicht französische Ökophysiologin,
weit stärken.
weiß, an welche Tür er klopfen schlug die Schaffung von euro­
Die 80 Gewinner der einzelstaatlichen Wettbewerbe, die in 26 Ländern
soll: „Den Forschern müßten päischen Ferienzentren oder
mit ca. 30.000 teilnehmenden Gymnasiasten und Studenten durchge­
Mittel zur Verfügung gestellt Schulprojekten vor. Die
führt wurden (1), stellten die Vorauswahl für die europäische Endaus­
werden, um ihre Forschungser­ Netd@ys (siehe nachfolgende
wahl dar, die vom 9. bis 14. September in Mailand stattfand.
gebnisse praktisch umzusetzen." Seiten) geben ihr darauf eine
„Die Teilnehmer haben bewiesen, daß Wissenschaft und Technolo­
Edith Cresson unterstrich die Antwort. „Der Begriff .Europa'
gie sehr kreative und spannende Tätigkeiten sind. Diese Form der
Schwierigkeit, die viele Universi­ bleibt für die Menschen etwas
Neugier und der Ausdauer sind die Triebkräfte, die zu den Ent­
tätsabgänger haben, einen Abstraktes, und sie fühlen sich
deckungen führen, von denen die Gesellschaft von morgen profitie­
„spin­off zu schaffen. Sie führ­ ausgeschlossen. Ein kulturelles
ren wird", betonte Sue Kingsman, Professorin an der Oxford­Uni­
te auch die doppelte Problema­ Verständnis, das sich dank eines
versity und Vorsitzende der Jury.
tik an, die gleichermaßen die Kulturaustausches, der sich auf
An der Spitze: Eike Hügner, der fest entschlossen ist, ein erfolgreicher
Geldgeber (die wenig bereit sind, gegenseitige Achtung und Of­
Forscher zu werden und der ein Polymer entwickelt hat, das gleich­
Risiken in diesem Bereich zu fenheit stützt, immer weiter ver­
zeitig hoch leitfähig und stabil ist — eine doppelte Eigenschaft, die
übernehmen) und die Forscher tieft, würde dazu beitragen, den
vor allem für Anwendungen im Bereich der Mikroelektronik und der
betrifft (denen jegliche Ausbil­ Menschen Europa näherzubrin­
Raumfahrttechnologie hochinteressant ist. Den zweiten Preis bekam
dung in Bereich Management gen", fügte Christina Moutsou,
Serguei Idiatulin, ein 18jähriger Russe, für die Entwicklung einer
und Marketing fehlt). Und um griechische Soziologin, hinzu.
neuen Art von Oberflächenverkleidung für Sonnenkollektoren, mit
zum Schluß eine positivere An­ Wenn man diese beiden der deren Energieaufnahmefähigkeit beträchtlich erhöht wird. Die
merkung zu machen, verwies sie Tage zusammenfassend mit jüngsten Teilnehmer, Erik Van Alphen und Tom Van Diessen, zwei
auf die neuen Möglichkeiten den allgemein vorherrschen­ 16jährige niederländische Gymnasiasten aus Tilburg, haben ein che­
(seit dem Gipfel von Amster­ den Meinungen beurteilen misches Verfahren ausgearbeitet, mit dem die Recyclingmöglichkei­
dam), Risikokapital für innovati­ sollte, käme man zu zwei Er­ ten von Karton­/Aluminiumgetränkeverpackungen beträchtlich ver­
ve KMU über den Europäischen gebnissen. Einerseits waren bessert werden und damit einen der sechs dritten Plätze erreicht.
Investitionsfonds zur Verfügung die Teilnehmer sehr zufrieden Diese wenigen Beispiele beeindrucken durch ihren „Realismus" und
zu stellen. Der Niederländer über die Möglichkeit, sich zu dadurch, daß sie in hohem Maße im industriellen Bereich ange­
Christian Tils, ehemaliger GFS­ treffen, sich gegenseitig zu wendet werden können. Dieser Wettbewerb kann daher ein ausge­
Stipendiat, schlug dann die informieren, zu diskutieren, zeichnetes Sprungbrett für Patentanmeldungen und Innovation
Schaffung eines Programmes Kontakte zu knüpfen, Erfah­ sein. Der Sieger von 1996, Tobias Kippenberg, ein damals 19jähriger
vor, das es jungen Wissen­ rungen auszutauschen und Deutscher, hatte ein System zur Glatteisentdeckung für Autos ent­
schaftlern, die ihr eigenes Un­ ihre Meinung zu äußern. An­ wickelt, das mit Mikrowellen und Infrarotstrahlen arbeitet. Ein eu­
ternehmen gründen wollen, er­ dererseits war jedoch die Un­ ropäischer Automobilhersteller zieht es ernsthaft in Betracht, seine
möglichen soll, sich in einem zufriedenheit darüber, daß Fahrzeuge mit diesem System auszustatten.
Verbund zusammenzuschließen, nicht genug Zeit blieb, um die
um ihre Kenntnisse und Erfah­ (1) Die fünfzehn Mitgliedstaaten sowie Island, Israel, Liechtenstein, Litauen, europäischen Aktivitäten für
Malta, Ungarn, Norwegen, Polen, Rußland, die Schweiz und die Ukraine. rungen auszutauschen. junge Menschen besser ken­
FTE info 17 Januar 98

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