Forstwirtschaftliches Memorandum
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Forstwirtschaftliches Memorandum

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wtf* % &*o?hx FORSTWIRTSCHAFTLICHES MEMORANDUM Diskussionspapier für eine forstwirtschaftliche Aktion in der Gemeinschaft ::::: ::::::­:­:■::■:­:­: ■: ■:■:■: Herausgegeben von dem Dienst "Agrarinformation" der Generaldirektion Information, Kommunikation, Kultur Kommission der Europäischen Gemeinschaft ­ 200, rue de la Loi, 1049 Brüssel 36 Diskussionspapier über eine FORSTWIRTSCHAFTLICHE AKTION DER GEMEINSCHAFT Einleitung In ihrem dem Europäischen Parlament im März 1985 vorgelegten Programm hat sich die­Europäische Kommission verpflichtet, Vorschläge für die Forstwirtschaft auszuarbeiten. Später hat sie beschlossen, konkrete Vorschläge erst nach umfassenden Konsultationen zu unterbreiter:. Das vorliegende Papier über eine forstwirtschaftliche Aktion soll als Basis für Konsultationen dienen. Nachdem die betroffenen Kreise Gelegenheit hatten, sich zu den darin enthaltenen Gedanken zu äußern, wird die Kommission Vorschläge fur ein forstwirtschaftliches Aktionsprogramm der Gemeinschaft unterbreiten. Zur­ Unterstützung dieser Konsultationen veröffentlicht die Kommission zusatzlich zu diesem Dokument ein Papier, in dem die Forstwirtschaft öer Gemeinschaft ausführlicher geschildert wird. Ein Aktionsprogram!·­ äer t würde die einzelstaatlichen Politiken ergänzen* Dieses forstwirtschaftliche Aktionsprogramm könnte eine Reihe von .f­'an~.­:¡hr.;en umfassen,.

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Langue Deutsch
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wtf*
% &*o?hx
FORSTWIRTSCHAFTLICHES
MEMORANDUM
Diskussionspapier
für eine forstwirtschaftliche Aktion
in der Gemeinschaft
::::: ::::::­:­:■::■:­:­: ■: ■:■:■:
Herausgegeben von dem Dienst "Agrarinformation" der Generaldirektion Information, Kommunikation, Kultur
Kommission der Europäischen Gemeinschaft ­ 200, rue de la Loi, 1049 Brüssel 36 Diskussionspapier
über eine
FORSTWIRTSCHAFTLICHE AKTION DER GEMEINSCHAFT
Einleitung
In ihrem dem Europäischen Parlament im März 1985 vorgelegten Programm hat
sich die­Europäische Kommission verpflichtet, Vorschläge für die
Forstwirtschaft auszuarbeiten. Später hat sie beschlossen, konkrete
Vorschläge erst nach umfassenden Konsultationen zu unterbreiter:. Das
vorliegende Papier über eine forstwirtschaftliche Aktion soll als Basis
für Konsultationen dienen. Nachdem die betroffenen Kreise Gelegenheit
hatten, sich zu den darin enthaltenen Gedanken zu äußern, wird die
Kommission Vorschläge fur ein forstwirtschaftliches Aktionsprogramm der
Gemeinschaft unterbreiten.
Zur­ Unterstützung dieser Konsultationen veröffentlicht die Kommission
zusatzlich zu diesem Dokument ein Papier, in dem die Forstwirtschaft öer
Gemeinschaft ausführlicher geschildert wird. Ein Aktionsprogram!·­ äer t würde die einzelstaatlichen Politiken ergänzen* Dieses
forstwirtschaftliche Aktionsprogramm könnte eine Reihe von .f­'an~.­:¡hr.;en
umfassen,.die zur Ausdehnung der Fcrstflachen und zu einer besseren
Nutzung der vorhandenen WäLdc­r fuhren wurden. Die Kommission schli­ct rua:
nicht die Einführung einer gemeinschaftlichen Forstpolitik vor., doch
hätten viele der empfohlenen Aktionen einen größeren Effekt,, v.enn si·:5 *<.■'?
Gemeinschaftsebene und nicht auf der Ebene einzelner Mitglit­dstaeten
durchgeführt würden.
Die Kommission will nicht nur zu Diskussionen über die Forst«"* rtsc'^nft ir.
der Gemeinschaft anregen, sondern ist auch dar Überzeugung, <Jaf! oie
forstwirtschaftlichen Probleme in außereuropäischen Landen.., vor aile·;­­. ¡η
den Entwicklungsländern, ebenfalls untersucht werden sollt:­:··,.
Rolle der Walder ösr Gemeinschaft
Die k'alder decken einen bedeutenden Bedarf an Rohstoffen für die
Industrie, ermöglichen wirtschaftliche Tätigkeiten w-.d B­sschäfvigLTiOj in
oft «eniger wohlhabenden Regionen und unterstüt­c­r: Ui rtschsf ist äticikeit
und Beschäftigung in holzverwendenden Industrien ir: anderen Geg .­n^en der
Gemeinschaft. Außerdem spielen sie eine en t schei dv­;­",­* a Rolle bei aer
Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts und der Verbirssi­rung der
Umweltquslitat, bei der Verhütung von Erosion unci deserti ï Vi st i r.,n ¿..iv1·;:
für die Erholung ur­J Freizeitgestaltung der ­ürcior ¡¡er GPÜI« ' i^chafr. 2 —
5. Der Bedarf der zenn Mitgliedstaaten an forstwirtschaftlichen Erzeugnisse;.
(Schnittholz, Holzplatten, Papiermasse, Papier usw.) ist weit umfang­
reicher als der Holzeinschlag aus den Wäldern der Gemeinschaft, und so
ist die EG heute oer weltgrößte Nectoimporteur von Hol'zprodukts:;i. Im
Jai-.re 1984 beliefen sich die Nettocinfuhren auf nahezu 17 Milliarden F. Cu,
und pn dieser Situation wird sich auch mit dem Beitritt Spaniens und
Portugals nichts andern..
Dieses zunehmende Mißverhältnis zwischen dem Holzbedürf der Gemeinschaft
und ihrer eigenen Holzproduktion ist nur teilweise auf unzureichende
Waldflächen zuruckirufuhr-e.n - immerhin sind 20 % der Landt lache der
Gí¡r,;einsch3T't bewalde';,. Eine weitere Ursache bildet die Unteraus iastuno.
tines großen Teils der vorhandenen Wälder, von denen einige völlig
unproduktiv sind. Durch ordnungsgemäße Bewirtschaftung und entsprechende
Waldbautecimiken ließen sich Gesundheit, Aussehen und Produktion solcher
Wälder verbessern.
Gleichzeitig könnte e>ur Steigerung aes Holzangebots (da ja ein Teil öer
l'.::.hf rage'nur durch Einfuhren gedeckt werden kann), zusammen mit eine^
besseren Organa:-¿ticn, eine Ausweitung der Tätigkeit in aar eigenen
hou-:oe- und -verarbeitenden Industrie der Gemeinschaft unterstützen.
Trotz ihres Gesamtder izits exportiert diet rund 2 Mio t
Papier und Pappe pro Jahr und ist ein Nettoexporteur von Möbeln. In dar
Gemeinschaft sind somit eine entsprechende Nachfrage und ein
entsprechendes industriel les- Potential vorhander., die eine umfangreichere
Verwendung regenerierbarer Ressourcen ermöglichen und damit zusätzliche
Einkommen und Arbeit:-plätze schaffen sollten.
¿, cini-r wichtige Umweltfunktion erfüllt der Wald beim Naturschutz und bei
der Erhaltung des natürlichen Gleichgewichts, wozu auch ßodenschuiz und
Schutz vor Austrocknung gehören, sowie sls Erholungsraum. Ziele des
Urnweltschutzes brauchen keineswegs mit dem Ziel einer stärkeren
forstwirtschaftlichen Entwicklung zu kollidieren. Von Umweltzwängen
könne!, Impulse für Wirtschaftstätigkeiten wie des ft Itpa-pier-Recycl ing
au;;cu··'hen. Als ErhoLunnsra-jm für dip ländliche und städtische Bevölkerung
entsprechen die Wilder so.-: i alen Erfordernissen und leisten einen Beit-vìo,
zu Dienst Ici stungsnranchen und rreizeitindustrien, die neue Trends in der
Verbraucher nachfrage * iderspiego In.
5. Die -:bengenônr,nten drei Hauptfunktionen der Wälder der Gemeinschaft - sii
Lierern Rohstoffe, erhalten das ökologische Gleichgewicht und dienen als
Erholungsraum - sind von großer Bedeutung. Die Rohstoff- jnd
Ditnstleistungsproduktion der Wälder der Gemeinschaft karm unci sollte
gemeinsam verbessert werden. — 3 —
6. Die Europäische Kommission hat bereits in der Vergangenheit Vorschläge
für die Forst­ und Holzwirtschaft unterbreitet. Mehrere dieser
Initiativen (im Bereich der Forschung, der Agrarstruktur usw.) sind in
die Tat umgesetzt worden. Ein Vorschlag über■Maßnähmen zum Schutz der
Wälder gegen Brände und saure Niederschläge wird von einer großen
Mehrheit der Delegationen unterstützt, und die diesbezüglichen
Diskussionen im Rat gehen weiter. Zwei andere Initiativen liegen noch
immer auf dem­Ti seh­des Rates, ohne daß größere Fortschritte dabei
erzielt worden wären. Im Jahre 1979 hat die Kommission eine Entschließung
über eine Forstpolitik der Gemeinschaft und die Einsetzung eines
Ständigen Forstausschusses vorgeschlagen» Mitte '1983 folgte ein Vorschlag
betreffend die Zielsetzung und Ausrichtung von Aktionen im Rahmen einer
Holzwirtschaftspolitik der Gemeinschaft. Zu diesen Vorschlägen ist bisher
kein Beschluß des Rates ergangen.
Warum sollte die Kommission also weitere Initiativen im forstwirtschaft­
lichen Sektor ergreifen? Hierfür sprechen eine ganze Anzahl von Grunden.
. Der Ruckgang der Agrarüberschusse wird dazu führen, daß nach
alternat i ven. Kulturen, einschließlich von Wäldern, gesucht wiro.
. Das beträchtliche Handeisçletizi t der Gemeinschaft bei Hol? und
Holzerzeugnissen bietet einen Spielraum für eine Steigerung öer
Holzproduktion der Gemeinschaft, wenn dies auf wirtschaftliche Weise zu
erreichen ist.
. Man muß die Wirtschaftstätigkeit und Beschäftigung,, vor alleni in
ländlichen Gegenden, erhalten und ausweiten.
. Die fortschreitende Zerstörung europäischer Wälder durch
Luftverschmutzung und Brände muß gestoppt werden. In Spanier, und
Portugal ist die Waldfläche, die alljährlich Bränden zum­Opfer fallt,
etwa genauso groß wie in den anderen zehn Mitgliedscaaten
zusammengenommen.
Diese Probleme werfen wichtige Fragen bezüglich der Gemeinschafts­
solidaritat auf und verlangen eine gemeinschaft liehe Aktion.
Ein weiterer entscheidender Grund, warum die Kommission eine
forstwirtschaftliche Initiative· ergreifen sollte, bestellt darin, ¿Λ'ύ die
Öffentlichkeit auf .ine derartige Aktion drangt. Im Europäischen
Parlament sind mehrere Entschließungen eingebracht '»-orden, in denen
entsprechende Maßnahmen gefordert werden. Im Jahre 1985 hat des Par lament
eine Fntschließung verabschiedet, die eine umfassende Forstpoiitik der
Gemeinschaft verlangt. Viele der von Parlament aufgeworfenen Punkts
werden im vorliegenden Diskussionspapier behandelt. — 4 —
9. Im Rahmen ihrer sonstigen Politiken hat die Gemeinschaft umfangreiche
Mittel für die Forstwirtschaft bereitgestellt. So wurden zwischen 1980
und 1984 rund 470 Mio ECU aus dem EAGFL, aus dem:Europäischen Fonds für
regionale Entwicklung, aus verschiedenen Forschungsprogrammen und aus dem
Europäischen Entwicklungsfonds (außerhalb der Gemeinschaft) gebunden.
Außerdem hat die Europäische Investitionsbank Darlehen für forstwirt­
schaftliche Vorhaben in Irland und Portugal sowie in Entwicklungsländern
gewah rt.
Auch wenn derartige Gemeinschaftsmaßnahmen einen beträchtlichen Effekt
haben, handelt es sich dabei doch um isolierte Aktionen im Rahmen
verschiedener Politiken. Die Forstwirtschaft und die forstwirtschaft­
lichen Industrien sind jedoch miteinander verflochtene Wirtschaftzweige,
so daß - wenn Ineffizienz vermieden werden soll - eine klare,
eigenständige Strategie notwendig ist. So ist beispielsweise eine
Aufforstung von Grenzertragsland nur dann sinnvoll, wenn die
Infrastruktur zur Verwertung des Holzes entwickelt werden kann. Die
verschiedenen Funktionen, die die Wälder der Gemeinschaft erfüllen,
verlangen ein klar umrissenes forstwirtschaftliches Aktionsprogramm.
10. Die Vorschläge für eine Gemeinschaftsaktion, die die Kommission in diesem
Papier unterbreitet, gliedern sich in drei Gruppen: Ausdehnung der Forst­
flächen, optimale Nutzung der vorhandenen Waldflächen und Schutz des
Waldes.
III. Ausdehnung der Forstflachen
11. Auf das große Handelsdefizit der Gemeinschaft bei Erzeugnissen der Wälder
gemäßigter 'Zonen wurde bereits hingewiesen. Dieses Defizit wird trotz der
Zunahme der Holzprodukt ion, mit der im kommenden Jahrzehnt aus den seit
1945 angepflanzten neuen Wäldern gerechnet wird, bestehen bleiben. Aus
dieser Situation ergibt sich ein breiter Spielraum für die Anlage neuer
Wälder, soweit dies in einer unter Umweltgesichtspunkten akzeptablen
Weise möglich ist.
Eine Ausaennung der Forstflächen würde Beschäftigungsmöglichkeiten bieten
und Arbeitskräfte veranlassen, in den vom Niedergang der Landwirtschaft
betroffenen Gegenden der Gemeinschaft zu bleiben. Wenn aus den Wäldern
eine größere Holzmenge zur Verfügung stünde, dann könnten auch die
holzbe- und -verarbeitanden Industrien expandieren. In einigen der
bereits dicht bewaldeten Gebiete mit gut organisierter Forstwirtschaft
ist eine große Anzahl von Arbeitsplätzen unmittelbar von der
Forstwirtschaft abhängig (im Bundesland Baden-Württemberg (BRD)
beispielsweise dürften 250.000 Arbeitskräfte in der t beschäftigt sein). 12. Aus dem Grünbuch der Kommission "Perspektiven» für die Gemeinsame
Agrarpolitik" (KOM(85) 333) geht hervor, daß eine Ausdehnung der
Forstwirtschaft eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der
Landwirtschaft der Gemeinschaft spielen könnte.
- Auf Flächen, die infolge der Überproduktionskrise nicht mehr
landwirtschaftlich genutzt werden, könnten Bäume angepflanzt werden.
- Eine forstwirtschaftliche Nutzung kame für die weniger produktiven
Teile landwirtschaftlicher Betriebe in Betracht, wie dies in den
zah Ir'eic+ien Land- und forstwirtschaftlichen Mischbetrieben bereits der
Fall ist. Fördern sollte man deshalb die Entwicklung privater
Forstwirtschaft auf Bauernland.
Einige landwirtschaftliche Grenzertragsböden bieten ideale
Voraussetzungen für Baumkulturen. Derartige Areale eignen sich sowohl zur
Anpflanzung schnellwüchsiger Baumarten zwecks Herstellung von Preßpappe
oder Gewinnung von Biochemikalien als auch für herkömmliche Formen der
Holzproduktion, bei denen der Eigentümer erst nach 15 bis 20 Jahren einen
Ertrag aus seinen Investitionen erzielt.
13 Das Hauptproblem bei der Ausdehnung der Waldflächen bilden die dazu
erforderlichen Anreize. Gegenwärtig werden in der Gemeinschaft hierbei
zwei Methoden angewandt, nämlich Steueranreize und forstwirtschaftliche
Zuschüsse.
14 Anreize, die über das Steuersystem gewährt werden, naDen zu einer
beträchtlichen Ausdehnung der Privatwälder in einigen Teilen der
Gemeinschaft geführt. Maßnahmen der Mitgliedstaaten zur Verminderung der
steuerlichen Belastung von Unternehmen oder Privatpersonen, die
forstwirtschaftliche Investitionen tätigen, könnten deshalb ein wichtiges
Element einer Politik zur Ausdehnung der Waldflächen sein.
15. Angesichts der Probleme der tandwirtschaftlichen Überschußproduktion in
der Gemeinschaft erwägt die Kommission bereits Maßnahmen zur Förderung
der Forstwirtschaft als einer Alternative zur Landwirtschaft. Hierbei muß
man die Kosten für die Unterstützung der forstwirtschaftlichen Produktion
im Verhältnis zu den Kosten sehen, die die Unterstützung der Landwirt­
schaft verursacht, sowie zu den Kosten anderer Maßnahmen, mit denen
Flächen aus der landwirtschaftlichen Produktion herausgenommen werden.
Langfristig gesehen, muß eine agrar-forstwirtschaft liehe Aktion darauf
abzielen, eine Tätigkeit zu entwickeln, die sich selbst trägt und keine
wesentlichen Subventionen verlangt (eine Ausdehnung eines Preisstützungs­
systems oder weiteren Außenschutzes auf die Forstwirtschaft ist nicht
geplant). — 6
Es gibt bereits eine Reihe von Zuschußsystemen, die Landwirte dazu
veranlassen sollen, jährliche Kulturen durch Forstwirtschaft zu ersetzen.
Sie sollen dem Landwirt aus der Forstwirtschaft ein regelmäßiges
Einkommen verschaffen, das dem aus der Landwirtschaft erzielten
entspricht. In einigen fällen "werden Zuschüsse zur Deckung der
Investitionskosten für die Anlage neuer Waldungen gewährt. Mit der
Verordnung zur Verbesserung der Effizienz der Agrarstruktur (797/85)
wurde in begrenztem Umfang eine Methode eingeführt, nach der Landwirte
durch Investitionsbeihilfen oder im. Falle von Grenzertragsgebieten durch
jährliche Zahlungen zur Aufforstung veranlaßt werden können. In
Frankreich und Italien wurden forstwirtschaftliche Maßnahmen mit dem Ziel
unterstützt (Vr-rordnung 269/79), die Boden vor Erosion zu schützen und
Überschwemmungen unter Kontrolle zu halten. Die Anlage von Waldflächen in
landwirtschaftlichen Betrieben ist in Griechenland und Irland durch
spezifische landwirtschaftliche Maßnahmen und in Frankreich und
Schottland dur-.h integrierte Entwicklungsprogramme gefördert worden.
Diese beiden Ansätze könnten - vielleicht mit unterschiedlichen
Modalitäten - in größerem Umfang in den Gegenden der Gemeinschaft
Anwendung finden, in denen landwirtschaftliche Überschußproduktion durch
Baumkulturen ersetzt wird.
16. Die Aufforstung wird in den Mitglieostaaten durch Steueranreize oder
durch .Zuschüsse unterstutzt. Sie könnte auchh gemeinschaftliche
Maßnahmen gefördert werden. Das Hauptanliegen sollte darin bestehen, das
für bestimmte Gegenden oder Ziele jeweils am besten geeignete Instrument
auszuwählen.
Eine Finanzierung derartiger Systeme wäre für die Gemeinschaft
von unmittelbarem Interesse, da auf diese Weise Haushaltsmittel
für die Unterstützung der Landwirtschaft eingespart werden
könnten. In Gegenden, wo aus wirtschaftlichen oder ökologischen
Gründen eine- Förderung bestimmter Arten für wichtig gehalten wird,
könnte man die Zuschüsse so gestalten, dass sie gestaffelte Anreize
bieten.
17. Ein forstwirtschaftliches Aktionsprogramm der Gemeinschaft verlangt
•zusatzliche Anstrengungen im Bereich der forstlichen Forschung, Statistik
(sowohl auf regionaler als auch auf nationaler Ebene) und Information.
Beträchtliche Forschungsarbeiten sind bereits im Rahmen des Programms
"Holz, ein erneuerbarer Rohstoff" durchgeführt worden, das gerade um
weitere fünf Jahre verlängert worden ist. Außerdem gibt es Energie-,
Landwirtschafts- und Umweltschutzprogramme, die auch die Forstwirtschaft
einschließen. Verstärkt werden könnten diese Arbeiten durch weitere
Forschungen über tropische Hölzer und alternative
Verwendungsmöglichkeiten fur Holz. 18. Im Zusammenhang mit einer Ausdehnunq der Forstflächen erheben sich eine
Reihe von Fragen:
­ Wie ist die Ausdehnung der Fors.tflachen der Gemeinschaft am besten zu
organisieren?
­ Unter welchen Voraussetzungen kann die Forstwirtschaft als Alternative
zu landwirtschaftlichen Kulturen mit Überschußproduktion dienen?
Welche budgetären Auswirkungen hätte eine Umstellung von
landwirtschaftliche auf forstwirtschaftliche Nutzung?
­ Wie kann man Steuer­ oder Zuschußregelungen so kombinieren, daß sie
wirksame Anreize zur Entwicklung der Forstwirtschaft bieten?
­ Wie lassen sich die vorhandenen Gemeinschaftsfonds in diesem Bereich
kohärenter einsetzen?
IV. Optimale Nutzung der vorhandenen Wälder
19. Trotz der umfangreichen Nettoholzeinfuhren der Gemeinschaft wird nur ein
kleiner Teil der Holzerzeugung der EG produktiv genutzt. Eine
beträchtliche Produktionssteigerung ließe sich durch relativ geringe
zusätzliche Investitionen erreichen.
20. Die Produktivität der Walder hangt teilweise von aer Große der Parzellen
und davon ab, inwieweit die Waldareale zusammenhangen VMG leicht
zugänglich sind. In Regionen, in denen sich der weid vorwiegend im Besitz
des Staates oder im Besitz von halbstaatlichen Einrichtungen oder von
Unternehmen befindet, sind die Parzellen oft orc?._, und die Infrastruktur
erleichtert eine effiziente Bewirtschaftung.
Die 60 % der Wälder der Gemeinschaft, die sich in Privatbesitz befinden,
weisen oft Probleme auf, die mit der Kleinheit und Zersplitterung der
Parzellen zusammenhängen. Die Privatwälder in ÜBT Gemeinschaft dürften
eine Durchschnittsgroße von etwa 8 ha haben, doch bestehen große
strukturelle Unterschiede zwischen den Mitgliecstaaten. Im Vereinigten
Königreich, wo sich beträchtliche Waldareale irr: Besitz von
Finanzinstituten befinden, sind die Pri vatwälde ■· i in durchschnitt ­/iel
größer als in Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland odei Italien, wo
ein großer Teil des Waldes zu landwirtschaftlichen Betrieben gehör.. — 8 —
Die Hauptschwierigkeiten, die einer Verbesserung der Produktivität im
Wege stehen, sind die Kleinheit und Zersplitterung der Waldparzellen, der
Mangel an geeigneten Infrastrukturen und häufig das Fehlen von Märkten
für das Holz. In einer Region, wo diese Schwierigkeiten akut sind, könnte
es sein, daß der Preisanreiz zur Nutzung des verfügbaren Holzes nicht
ausreicht, um die hohen Kosten der Kolzernte auszugleichen. Außerdem
dürften holzverarbeitende Industrien ­ selbst einfachster Art ­ kaum dort
errichtet werden, wo Holz nur in geringem Umfang zur Verfugung steht.
Wenn kein Markt vorhanden ist, besteht keinerlei Anreiz, die
Holzresscurcen zu verwerten.
22. Verbessern ließe sich diese Situation durch Gründung forstwirtschaft­
licher Vereinigungen fur Gruppen von Waldbesitzern. Derartige
Vereinigungen, jie forstwirtschaftliche Dienstleistungen sowie
Marketingunte^stutzung bieten, sind'in einigen Gegenden der Gemeinschaft
bereits vorher·­'en und heben sich in Schweden und in Finnland bewahrt. Sie
könnten ::ur Aufstellung von Bewi rtschaf tungsplansn für Privatwälder
herangezogen werd·:­,­.. Die Bildung solcher Vereinigungen sollte gefördert
werden. Cruahζ t u;rden konnte ihre Tätigkeit durch forstwirtschaftliche
Spezia lunternehroen, die im Rahmen vor. Programmen z^r Unterstützung
kleiner und mittlerer Betriebe in den Fällen gefördert werden könnten, wo
sich derartige 'ei hilfen nicht unmittelbar auf die Preismechanismen der
holzbe­ und ­verarbeitenden Industrie auswirken.
23. In einigen Gegenden der Gemeinschaft wird eine bessere Nutzung der
vorhandenen Forstressourcen dadurch behindert, daß es an einem
angemessenen Straßen­ und.Wegenetz in den Waldarealen fehlt. In den
Mittelmeergebieten der Gemeinschaft wird die Anlage derartiger Netze von
der EG bereits unterstützt. Eine entsprechende Hilfe könnte auch in
anderen Teilen der Gemeinschaft notwendig sein.
24. Günstig gelegene und angemessen stabi le .Absatzmärkte spielen eine
wichtige Rolle bei der Steigerung der Produktivität der Wälder. Dies
wiederum setzt voraus, daß Vereinbarungen geschlossen werden können,
denen zufolge die Waldbesitzer die Industrie beliefern und die Industrie
ihrerseits Forsterzeugnisse abnimmt. Zur Errichtung großer Industrie­
anlagen, beispielsweise zur Herstellung von Papiermasse, muß natürlich
die Versorgung aus einem großen Waldareat sichergestellt sein. Kleinere
Anlagen, wie Sägewerke und Spanplattenfabriken, bedürfen auch einer
kontinuierlichen Belieferung mit Rohstoffen. Derartige Lieferverträge
sollten deshalb gefördert werden.