Umwelt für Europäer

-

Documents
16 pages
Obtenez un accès à la bibliothèque pour le consulter en ligne
En savoir plus

Description

82 .r N uz ebaUmwelt fürEuropäer Magazin der Generaldirektion UmweltGrüne Woche 2007dere dein Verhalten Lehren aus der Vergangenheit, Herausforderungen für die ZukunftEUROPÄISCHE KOMMISSIONEEF FEE2 28_SUSUPPLPPL30spt_DE.E.indd 1 9/11/07 14:29:01gsuarednoSSeptember 2007YcZZigVat]YgZZZKc?^c82 .r N uz ebaditoriale Magazin der Generaldirektion Umweltec.europa.eu/environment/news/efe/index_de.htmMitte Juni versammelten sich in Brüssel etwa 4.000 Teilnehmer zur diesjäh-rigen Grünen Woche unter dem Motto „Lehren aus der Vergangenheit, Her- REDAKTIONELLE INFORMATIONENUmwelt für Europäer, ein Magazin der Generaldirektion Umwelt der Europäischen ausforderungen für die Zukunft“. Auf über 20 Tagungen, Diskussionsrunden Kommission, erscheint alle drei Monate auf Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, und Workshops zu verschiedenen Themen wie Verkehr, Politik, Gesundheit Spanisch, Polnisch und Griechisch und kann kostenlos abonniert werden. und Nanotechnologie wurde den Besuchern dieses „klimaneutralen“ Events Abonnieren Sie online unter ec.europa.eu/environment/mailingregistration/main/mailing_reg.cfm. gezeigt, was die Europäische Union im vergangenen halben Jahrhundert in Sachen Umweltschutz erreicht hat.

Sujets

Informations

Publié par
Nombre de visites sur la page 20
Langue Deutsch
Signaler un problème

8
2

.
r

N

u
z


e
b
a
Umwelt für
Europäer
Magazin der Generaldirektion Umwelt
Grüne Woche 2007
dere dein Verhalten Lehren aus der Vergangenheit,
Herausforderungen für die Zukunft
EUROPÄISCHE KOMMISSION
EEF FEE2 28_SUSUPPLPPL30spt_DE.E.indd 1 9/11/07 14:29:01
g
s
u
a
r
e
d
n
o
S
September 2007Y
c

Z
Z
i
g
Va
t
]
Y
g
Z
Z
Z
K
c

?
^c
8
2

.
r

N

u
z


e
b
a
ditoriale Magazin der Generaldirektion Umwelt
ec.europa.eu/environment/news/efe/index_de.htm
Mitte Juni versammelten sich in Brüssel etwa 4.000 Teilnehmer zur diesjäh-
rigen Grünen Woche unter dem Motto „Lehren aus der Vergangenheit, Her- REDAKTIONELLE INFORMATIONEN
Umwelt für Europäer, ein Magazin der Generaldirektion Umwelt der Europäischen ausforderungen für die Zukunft“. Auf über 20 Tagungen, Diskussionsrunden
Kommission, erscheint alle drei Monate auf Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch,
und Workshops zu verschiedenen Themen wie Verkehr, Politik, Gesundheit
Spanisch, Polnisch und Griechisch und kann kostenlos abonniert werden.
und Nanotechnologie wurde den Besuchern dieses „klimaneutralen“ Events Abonnieren Sie online unter
ec.europa.eu/environment/mailingregistration/main/mailing_reg.cfm. gezeigt, was die Europäische Union im vergangenen halben Jahrhundert in
Sachen Umweltschutz erreicht hat. Chef-Redakteur: Nicholas Hanley
Koordinator: Tony Carritt
Auf den Gebieten der Luftverschmutzung, Ozonbelastung, Abwasseraufberei-
Weitere Auskünfte erteilt das Referat Kommunikation:tung und Deponieverwaltung wurden schon zufrieden stellende Ergebnisse
Fax: +32 (0)2 29-86327
erzielt. Dennoch bleibt noch viel zu tun, um unsere bestehenden Umweltziele Informationen und Dokumente: ec.europa.eu/environment/env-informa/
zu erreichen, und noch viel mehr, um sich den Herausforderungen der Zu- Die Website Umwelt für Europäer:
ec.europa.eu/environment/news/efe/index_de.htmkunft zu stellen.
Als größte Herausforderung unseres Planeten stand der Klimawandel im
Umwelt fMittelpunkt der Grünen Woche und wurde ausführlich diskutiert. Über die Europäer
Magazin der Generaldirektion Umwelt
Schlussfolgerungen, von denen einige aus einer Live-Debatte per Satelliten- Gre Woche 2007
Lehren aus der Vergangenheit,
Herausforderungen f die Zukunft
verbindung zwischen Experten beider Seiten des Atlantiks hervorgingen, wird
im Mittelteil dieser Sonderausgabe von Umwelt für Europäer ausführlich be-
richtet, darunter auch über die vielleicht überraschende Übereinkunft, dass
die globale Erwärmung und deren Konsequenzen in Kürze als Sicherheitsfra-
ge erachtet werden.
EUROPÄISCHE KOMMISSION © Titelbild: Europäische Kommission
Europa befindet sich zweifelsohne auf dem richtigen Kurs in die Richtung ei-
ner kohlenstofffreien Wirtschaft und profitiert auch heute schon finanziell von INHALT  SEPTEMBER 2007, SONDERAUSGABE
seinem Fachwissen über erneuerbare Energieträger. Dennoch unterstrichen ZU NR. 28: GRÜNE WOCHE 2007 
viele Teilnehmer auf der Grünen Woche die dringende Notwendigkeit, auch
die bedrohliche Abnahme der Artenvielfalt zu stoppen sowie sicherzustellen,
dass die nachhaltige Entwicklung stets an der Spitze der EU-Agenda steht. 03 50 Jahre Umweltpolitik
Wie in den vergangenen Jahren wurden im Rahmen einer Ausstellung mit 75 Schulterklopfen mit Blick in die Zukunft
Ständen im Charlemagne-Gebäude, dem Hauptsitz der Grünen Woche, eini- 04 T r ansatlantischer Dialog ge der dynamischsten und produktivsten Umweltorganisationen und deren
Projekte vorgestellt. Dieser Event wurde dieses Jahr erstmals mit einer einzig- Beginnende Einigkeit über Klimawandelge
artigen öffentlichen Ausstellung ergänzt, die in einem großen weißen Zelt im
Cinquantenaire-Park aufgebaut wurde und 25 Musterlösungen für grünes" 05 P olitikgestaltung
"
Business zeigte. Motivation vom Markt
06 Nanot echnolog ie
Winzige Motoren für Veränderungen
UMWELT ONLINE
Möchten Sie wissen, was die Europäische Union für 07 Handel und soziale Verantwortung der Unternehmen
den Umweltschutz tut, was ein integriertes politisches
Produkt ist, oder wie man sich für ein „Umweltsiegel” Grünes" Business rentiert sich
qualifiziert? Antworten auf diese Fragen und vieles mehr "
finden Sie auf der Website der GD Umwelt: 08 Klimawandel
ec.europa.eu/environment/index_en.htm.
Lieber Realismus als Fatalismus
HINWEIS 10 Biok raf tst off e Weder die Europäische Kommission noch Personen, die
im Namen der Kommission handeln, sind für die etwaige Auf zur zweiten GenerationVerwendung der in dieser Publikation enthaltenen
Informationen oder für irgendwelche 11 Gesundheit und UmweltFehler, die trotz sorgfältiger Vorbereitung
und Prüfung auftreten können, verantwortlich. Krankheit und Klimawandel hängen eng
Gedruckt auf recyceltem Papier, ausgezeichnet mit dem zusammen
europäischen Umweltsiegel für graphisches Papier
(ec.europa.eu/environment/ecolabel) 12 Luftverkehr
Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der
Europäischen Gemeinschaften, 2007 Fliegen wir unter Radarniveau?
ISSN 1563-4175
© Europäische Gemeinschaften, 2007 13 Global Go v e rnanc eNachdruck mit Quellenangabe gestattet
Printed in Belgium Einrichtung einer UN-Umweltorganisation
14 Grüne Woche 2007 und Expo im Cinquantenaire-Park
Grüne Geschichten rund um die Grüne Woche
16 Die Stimme der Jugend
UMWELT FÜR EUROPÄER  SEPTEMBER 2007 SONDERAUSGABE ZU NR. 28 
EFEFEE2 28_SUSUPPLPPL30spt_DE.E.indd 2 9/11/07 14:29:03
g
s
u
a
r
e
d
n
o
S
September 2007
© Europäische Kommission?
50 Jahre Umweltpolitik 03
Schulterklopfen mit Blick
in die Zukunft
Bei einem kurzen Blick in den Rückspiegel kann die Europäische Union
zufrieden lächeln. Die Umweltpolitik der vergangenen 50 Jahre brachte
viele Ergebnisse, von besserer Luft- und Wasserqualität bis hin zu dem
jüngst in Angriff genommenen und weltweit ehrgeizigsten Schlachtplan
gegen den Klimawandel. Und für die Vermarktung ihres Fachwissens in
Sachen erneuerbare Energieträger und Windenergie erzielt die EU auch
schon beachtliche finanzielle Erträge. Der Weg, der noch vor uns liegt,
ist jedoch mit Herausforderungen gepflastert, nachhaltige Entwicklung
und Schutz der Artenvielfalt an der Spitze.
Die Erfolgsgeschichten sind erfreulich zahlreich. Die Teil- Tagungsteilnehmer die Meinung, dass das Problem kei-
nehmer der Grünen Woche 2007 erfuhren, wie und wo nesfalls die Erhaltung der Artenvielfalt und andere As-
die EU-Umweltpolitik etwas bewegt hat – von der Ausrot- pekte des Umweltschutzes in den Hintergrund rücken
tung des sauren Regens bis hin zu neuen Erkenntnissen dürfe, die bereits auf der EU-Agenda stehen. Das Problem
über Schadstoffe und Gesundheit oder der Schaffung der Artenvielfalt müsse der Allgemeinheit erklärt werden
neuer Naturschutzgebiete in ganz Europa. Auch wurden und brauche mehr Rückenwind von politischer Seite, un-
sie daran erinnert, dass die EU heute weltweit über die terstrich ein Teilnehmer. Andere brachten die Hoffnung
modernste Sicherheitsgesetzgebung für Chemikalien zum Ausdruck, dass der jüngste gemeinsame Bericht der
verfügt. Kommission und der Internationalen Union zur Erhaltung
der Natur und der natürlichen Hilfsquellen (IUCN) – aus „Wir haben eine wichtige Lektion gelernt“, sagte der
dem hervorgeht, dass jedes sechste Säugetier in Europa Kommissionspräsident José Manuel Barroso bei der
vom Aussterben bedroht ist – die öffentliche Meinung Eröffnungsveranstaltung der Grünen Woche in Brüs-
ebenso aufrüttelt wie der Stern-Report über den Klima-sel. „Unsere Umwelt und die natürlichen Ressourcen zu
wandel im Jahr 2006.
e Unsere Umwelt und die natürlichen Die Herausforderung an die Städte
“Ressourcen zu schützen, ist kein Luxus,
Nach Ansicht diverser Tagungsteilnehmer zählen die
sondern eine entscheidende Investition in die Städte zu den größten Schlachtfeldern des Umwelt-
schutzes. Die Vizepräsidentin der Kommission, Margot nachhaltige Wirtschaft der Zukunft.” Wallström, hob die große Bedeutung hervor, die Städte
für die Umsetzung des EU-Ziels für eine nachhaltige Wirt-schützen, ist kein Luxus, sondern eine ent-
schaft haben, da sie mittlerweile das Zuhause von über scheidende Investition in die nachhal-
der Hälfte der Weltbevölkerung sind. tige Wirtschaft der Zukunft“. Oft war
In Anbetracht der Prognose, dass die Weltbevölkerung die Erfahrung aber auch schmerz-
bis zum Jahr 2050 auf 8,5 Milliarden ansteigen wird, wird haft – mit Schäden für Mensch
der Druck auf die Ressourcen enorm zunehmen. „Jeder und Wirtschaft aufgrund der Luft-
muss etwas tun, damit der Umweltschutz nicht stehen und Wasserverschmutzung, der
bleibt“, warnte der ehemalige UNEP-Chef Klaus Töpfer. Überfischung, der Zerstörung von
Oder mit den Worten der IUCN-Generaldirektorin Julia Ökosystemen und dem Aussterben
Marton-Lefèvre: „Wir bräuchten zwei Europa, um unse-von Arten.
© Europäische Kommission ren derzeitigen Lebensstil aufrechtzuerhalten”.
Weiteres Lob gebührte dem Erfolg der EU beim Ausbau Weltspitze
des Abfall-Recyclings. Auf der Abschlusstagung der Grü-
Während der Grünen Woche gab es viel Lob für die Füh- nen Woche forderte Peter Carl, der Generaldirektor der
rung Europas hinsichtlich der verschiedenen Umweltfra- GD Umwelt der Kommission, jedoch, dass die EU die Aus-
gen. An erster Stelle stand hierbei das Engagement für fuhr von Giftmüll nach Entwicklungsländer mit geeigne-
eine kohlenstoffarme Wirtschaft als Bestandteil des im ten Standards stoppen müsse. Zu diesem und anderen
vergangenen Januar festgelegten Klima- und Energie- Aspekten wie Luftverschmutzung, Klimaanpassung und
programms. Diese Entscheidung hat auch andere Länder nachhaltige Entwicklung sagte er: „Europa hat noch ei-
oder regionale Gruppen zum Start ähnlicher Projekte nen langen Weg
angeregt. vor sich.“
WEITERE INFOSDer Klimawandel war das Topthema vieler Tagungen
und wurde auch als „Hauptindikator für nicht nachhal- 50 Jahre Umweltpolitik der EUhe
tige Wirtschaft“ bezeichnet. Dennoch vertraten viele www.tvlink.org/50ans/index.html
UMWELT FÜR EUROPÄER  SEPTEMBER 2007 SONDERAUSGABE ZU NR. 28 
EEF FEE2 28_SUSUPPLPPL30spt_DE.E.indd 3 9/11/07 14:29:06
© Europäische Kommission?
Transatlantischer Dialog04
Beginnende Einigkeit über Klimawandel
Die Fortschritte Europas in den Bereichen erneuerbare Energieträger und Kohlehandel wer-
den auf der anderen Seite des Atlantiks hoch geschätzt. Es gibt aber auch deutliche Anzei-
chen, dass die USA zwar verspätet, aber doch zunehmend Engagement für die Bekämpfung
des Klimawandels zeigen, sei es mit eigenen Initiativen oder Kooperationen mit ausländischen
Partnern, wie US-Präsident Bush auf dem jüngsten G8-Gipfeltreffen in Deutschland erklärte.
Auf einer von Friends of Europe organisierten Diskussions- den Anstieg der Energiepreise in Europa verantwortlich“,
runde per Videokonferenz im Rahmen der Grünen Woche sagte die Pew Center-Präsidentin Eileen Claussen. Jos Del->
2007 verglichen hochrangige Entscheidungsträger und beke, Kommissionsmitglied und einer der Mitgestalter
Umweltexperten aus Brüssel und Washington ihre Ansich- des Systems, meinte jedoch, das ETS würde in der zweiten
ten zum Klimawandel. Beide Seiten erkannten die Unter- Phase (2008-2012) besser funktionieren und fügte hinzu,
schiede an, waren sich aber einig, dass die USA dabei ist, dass die Europäer nun ihre Erfahrungen mit dem Emissi-
das Problem ernsthaft in Angriff zu nehmen. onshandel auch international testen wollen.
Nach Aussage der amerikanischen Teilnehmer gäbe es Bezüglich des Klimawandels stimmte man darin überein,
Anzeichen, dass Umweltfragen für die Bevölkerung an Be- dass Europa die Regulierung fördert, während die USA
deutung gewinnen. Außerdem zeige auch die amerikani- einen freiwilligen Ansatz bevorzugen. Einer der Sprecher
sche Geschäftswelt immer stärkeres Engagement auf die- merkte an, dass US-Regierungen den Abschluss internati-
sem Gebiet. So sei beispielsweise Kalifornien mit seinen onaler Verträge oft ablehnen, was die Europäer nicht sel-
strengen Vorschriften für Autoabgase ein wahrer Wegwei- ten zur Verzweiflung treibt.
ser für andere US-Staaten. Die Teilnehmer aus Washington
Der Klimawandel scheine in der nationalen Agenda jedoch
bestätigten ferner einstimmig, dass die USA bereit seien,
nunmehr einen höheren Stellenwert einzunehmen, sagte
das Thema Klimawandel auf breiterer Ebene anzugehen
Claussen und bezog sich hiermit auf die neun Entwürfe
und stärker mit Partnern in Europa und anderen Ländern
für einen Emissionshandel, die seit dem vergangenen
zu kooperieren.
Januar dem US-Kongress vorgelegt wurden, und die 75
Nach Aussage des pensionierten US-Generals Charles Anhörungen zu Klimafragen im gleichen Zeitraum. Auch
Wald versucht das Land nun, den Klimawandel in dem sagte sie, dass die Reaktion der USA auf den Klimawandel
breiteren Kontext dahinschwindender Energieressourcen von einem parteiübergreifenden Ansatz bestimmter Poli-
und nationaler Sicherheit zu sehen. „Die US-Regierung tiker behindert werde, was sich mit der Präsidentschafts-
erachtet den Klimawandel als gewaltigen Multiplikator wahl 2008 jedoch ändern könnte.
der Bedrohung, besonders in Afrika wegen der geschei-
terten Staaten, extremen Witterungsbedingungen sowie
Energieeffizienz hat Vorrangden Massenabwanderungen aufgrund von Wüstenaus-
breitung und Überflutungen“. Wald schlug vor, die Militär- In die Konzepte der sauberen Kohletechnologie und
mission der NATO auszuweiten, um den Klimawandel zu erneuerbaren Energieträger müssen auch die Entwick-
bekämpfen und die Energiesicherheit zu schützen. lungsländer mit einbezogen werden, waren sich alle
Diskussionsteilnehmer einig. Dennoch liege der Haupt-Laut Ansicht der Ministerialrätin für Umweltsicherheit
schwerpunkt weiterhin auf der Energieeffizienz, die die Sherri Goodman erachten die USA den Klima-
Kohlendioxidemissionen um 80 Prozent verringern könn-wandel heute als Aufforderung zum Handeln.
te, unterstrich Jaqueline McGlade von der Europäischen Sie ging ferner davon aus, dass diese neue
Die USA Umweltagentur.Sichtweise den transatlantischen Dialog über
Einschränkungen des Kohleverbrauchs an-streben danach, den “ Viele der amerikanischen Teilnehmer sagten, dass ihre
kurbeln wird. Regierung stärker auf die globale Erwärmung reagieren Klimawandel in dem
würde, wenn sich China und Indien bereiterklärten, die breiteren Kontext
Minderung ihrer Emission zu quantifizieren. Es wurde Ist das ETS ein Erfolg?dahinschwindender jedoch auch unterstrichen, dass die neue Klimastrategie
Die amerikanischen Sprecher äußerten sich Chinas ehrgeizige Ziele enthält, die die Bemühungen Eu-Energieressourcen und
anerkennend über das Potenzial des eu- ropas und der USA in den Schatten stellen. nationaler Sicherheit
ropäischen Emissions-
zu sehen. handelssystems für die ”
Schaffung eines globalen WEITERE INFOS
Kohlemarkts, zeigten sich Hochrangiger Dialog EU-USA über Klimawandel, saubere
ansonsten jedoch eher skep- Energie und nachhaltige Entwicklung
tisch. „Einige Politiker hier bezeich- http://ec.europa.eu/external_relations/us/intro/
nen das ETS als Fehlschlag und ma- environment.htm
chen es für die flüchtigen Preise und
UMWELT FÜR EUROPÄER  SEPTEMBER 2007 SONDERAUSGABE ZU NR. 28 
EFEFEE2 28_SUSUPPLPPL30spt_DE.E.indd 4 9/11/07 14:29:08?
Politikgestaltung 05
Motivation vom Markt
Marktbasierte Instrumente (MBI) regen Umweltverschmutzer zur Verringerung schädlicher
Emissionen an und sind ein wirksames zusätzliches Element für die Gestaltung der Umwelt-
politik. Vom Emissionshandel bis hin zu Steueranreizen ergänzen sie die Gesetzgebung und
wurden in der Erklärung des diesjährigen G8-Gipfeltreffens für die Investitionssteuerung im
Privatsektor empfohlen. Das EU-Emissionshandelssystem (ETS) ist wahrscheinlich das ehrgei-
zigste marktbasierte Instrument der Welt.
prüfe, insbesondere für höhere Energie-Effizienz und
Schadstoffminderung.
Der Kohleweltmarkt
In einer speziellen Diskussionsrunde über das Emissions-
handelssystem (ETS) wurden die Entwicklungen auf drei
Kontinenten bewertet. Den Weg bahnt das im Jahr 2005
eingeführte System der EU, nach dem tausende Unter-
nehmen Genehmigungen für Kohlendioxidemissionen
kaufen und verkaufen.
Als Bestandteil seiner Klimapolitik will Kanada ein System
einführen, das bis zum Jahr 2010 45 Prozent der Gesamt-
emissionen des Landes deckt. Nach Ansicht des Präsiden-
ten der Beratungsgesellschaft Margaree Consultants, Erik
Haites, sei es jedoch schwer, dieses System mit anderen in Umweltpolitik ist auch Wirtschaftspolitik, sagte Kai Schle-
den USA und Mexiko in Einklang zu bringen. gelmilch vom deutschen Umweltministerium. In seiner >
Rede auf der Grünen Woche 2007 wies er darauf hin, dass Vicky Arroyo vom Pew Center on Global Climate Change
beide Bereiche von mehr Innovation und umfangreichen gestand ein, dass die USA auf föderaler Ebene nur wenig
Maßnahmen profitieren könnten, was MBI, die sich auf gegen den Klimawandel unternehmen. Andererseits lob-
Preise oder andere Variablen der Wirtschaft auswirken, te sie einzelne US-Staaten wie Kalifornien, die Ziele zur
bereits bieten. Einschränkung der Treibhausgasemissionen festlegen
oder sich an Emissionshandelsinitiativen beteiligen.Die dänische Abfallverbrennungssteuer habe sich für die
Umwelt als ausgesprochen nützlich erwiesen, kommen- Das Publikum erfuhr ferner, dass Japan derzeit ein ETS auf
tierte der Dozent der Universität Aarhus, Mikael Skou An- freiwilliger Basis testet. Um die CO -Emissionen wirksam
2dersen. Die Steuer für Abfall zur Entsorgung in Deponien zu senken, muss ein solches System obligatorisch und
oder Verbrennungsöfen wurde 1987 mit 5 Euro pro Ton- landesweit gültig sein, dennoch wird es als positiver An-
ne eingeführt und in den Folgejahren allmählich erhöht. satz der japanischen Umweltpolitik gesehen.
Heute beträgt sie 45 Euro pro Tonne und ist somit ein
Das Kommissionsmitglied Damien Meadows gab zu, dass starker Anreiz für die Umstellung auf Abfalltrennung und
die erste Phase des größten Emissionshandelssystems Recycling. Allerdings wäre es besser und effizienter, nicht
der Welt EU-ETS nicht so erfolgreich war wie erhofft. Er den Abfall pro Tonne, sondern die von Abfall verursach-
glaube aber fest daran, dass die zweite Handelsperiode ten Emissionen zu besteuern, schloss er.
von 2008 bis 2012 besser verlaufen sowie auch globale
Initiativen des Emissionshandels anregen werde.
Preispolitik
„Die EU ist bereit, Verknüpfungen mit anderen Systemen,
Besonders wichtig sei es, für Umweltsteuern und Gebüh- wie denen in Australien und Neuseeland, zu schaffen.
ren die richtigen Preise anzusetzen, so Andersen. Wenn Dies könnte das System auch auf Staaten außerhalb des
die Regierung hier richtig handelt, sind solche Steuern Kyoto-Protokolls und Entwicklungsländer ausweiten“,
ein Anreiz für die Einbeziehung von Umweltaspekten in sagte er.
alle Transaktionen. Es werden kosteneffizientere Maß-
Dieses Argument nahm auch Peter Carl von der Generaldi-
nahmen stimuliert und saubere Technologien gefördert.
rektion Umwelt der Kommission noch einmal auf. Für den
Außerdem seien MBI eine wirtschaftlich günstige Metho- Kampf gegen die Zerstörung der Umwelt rief er zu mehr
de, um Umweltziele zu erreichen, die gleichzeitig den bü- Kooperation zwischen den Ländern sowie zur Erreichung
rokratischen Aufwand verringern, äußerte Schlegelmilch. der Zielsetzungen auf. Diesbezüglich forderte er von der
Hierzu merkte er an, dass bei der jüngsten Umweltsteu- Kommission mehr Mut zu Politiken, die sich als unbeliebt
erreform für Energieeffizienz in Deutschland nur 0,3 Pro- erweisen könn-
zent auf Verwaltungskosten angefallen seien. ten.
Der Sprecher der Generaldirektion Umwelt der Europä- WEITERE INFOS
ischen Kommission Manfred Rosenstock kündigte an,
Emissionshandelssystem (EU-ETS)dass die Kommission derzeit an einem Grünbuch über
ec.europa.eu/environment/climat/emission.htm
MBI für die Umweltpolitik und angrenzende Bereiche ar-
beite sowie neue Instrumente und bewährte Verfahren
UMWELT FÜR EUROPÄER  SEPTEMBER 2007 SONDERAUSGABE ZU NR. 28 
EFEFEE2 28_SUSUPPLPPL30spt_DE.E.indd 5 9/11/07 14:29:09
© Europäische KommissionKlimawandel08
Lieber Realismus als Fatalismus
Dass sich unser Klima verändert, ist nicht mehr von der Hand zu weisen. Um verheerende Fol-
gen für die ganze Welt zu vermeiden, sind im nächsten Jahrzehnt wesentliche Maßnahmen
gefragt. Auf einer Konferenz im Rahmen der Grünen Woche 2007 erläuterten bedeutende For-
scher die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie die furchtbaren Konsequenzen für
Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft, wenn gegen die Treibhausgasemissionen nicht bald Kon-
kretes unternommen wird. Es gab aber auch eine gute Nachricht, nämlich dass wir bereits über
das nötige Know-how und die Technologien verfügen, um den Klimawandel zu bekämpfen,
und dies ohne übermäßige Kosten, vorausgesetzt wir handeln sofort.
Nach der ersten Präsentation von Prof. Stefan Rahmstorf ferner auf die schnell schmelzenden Berggletscher hin.
zweifelte kaum jemand im Publikum noch daran, dass der Außerdem erwähnte er die im Bericht enthaltene Progno->
Klimawandel eine Realität ist. Der deutsche Forscher ist se, dass die Arktis bis zum Jahr 2100 nur noch im Winter
einer der Hauptautoren des Berichts der Zwischenstaat- vollständig mit Eis bedeckt sein wird.
lichen Sachverständigengruppe für Klimaänderungen
Nach Aussage des Professors sind die Wissenschaftler der
(IPCC) von 2007 über die Kenntnisse der Wissenschaft hin-
IPCC überzeugt, dass sich die Temperaturerhöhung bis
sichtlich des Klimawandels, der die Untersuchungsergeb-
zum Jahr 2100 aufgrund der langsamen Erwärmung der
nisse von 600 Autoren aus 40 Ländern zusammenfasst.
Ozeane in Grenzen hält, wenn es gelingt, die CO -Konzen-
2Diesen Bericht zu lesen, ist alles andere als beruhigend.
tration auf dem Niveau von 2000 zu halten. Die Tempera-
Der IPCC-Bericht zeigt, dass die globale Erwärmung unab- turerhöhung könne unter den von der EU angestrebten
streitbar voranschreitet und mit fast uneingeschränkter 2 °C gehalten werden, wenn vonseiten der Politiker der
Sicherheit der Mensch die Verantwortung dafür trägt, da ernsthafte Wille bestünde. Er unterstrich aber auch, dass
er das in der Atmosphäre zunehmend konzentrierte Treib- der Klimawandel, sollte er unkontrolliert bleiben, die Welt
hausgas Kohlendioxid (CO ) selbst produziert. Ferner geht völlig verändern wird. Dies würde bis zum Jahr 2100 eine 2
aus dem Bericht hervor, dass die globale Temperatur bis globale Erwärmung von 2 °C bis 7 °C mit „bösen Überra-
zum Ende dieses Jahrhunderts um etwa 1,1 °C bis 6,4 °C schungen“ für Umwelt und Gesellschaft bedeuten.
steigen kann. Dies erhöht die Gefahr extremer Naturka-
tastrophen wie Hitzewellen (2003 starben 30.000-50.000
Europäer), Dürreperioden, Überflutungen und Stürme. Auch die Niederschlagsmengen ver-
Außerdem beeinträchtigen solche Ereignisse auch die ändern sich
landwirtschaftlichen Erträge.
Die Veränderungen der Niederschläge im kommenden
Jahrhundert sind noch komplexer. Computermodelle
zeigten, dass es in bestimmten Gebieten mehr und in Alle erforderlichen Maßnahmen zur Bewältigung
anderen weniger regnen wird. Die Ausdehnung der Dür-“des Klimawandels sind bereits bekannt: Sie müssen
regebiete hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ver-
nur umgesetzt werden. doppelt, und besonders im Mittelmeerraum und Südaf-”
rika ist in Zukunft mit hoher Trockenheit zu rechnen. Bis
„Seit 1900 ist die globale Mitteltemperatur am Boden
zum Jahr 2050 besteht in bestimmten Gebieten Europas
um 0,8 °C und die Wasseroberflächentemperatur um ei-
mit mehr Regen im Winter höhere Überflutungsgefahr,
nen ähnlichen Wert gestiegen“, erklärte Rahmstorf. Auf
während die Gegenden mit weniger Regen im Sommer
die Frage, warum zwischen 1940 und 1970 eine leichte
häufiger unter Dürreperioden leiden werden.
Abkühlung des Bodens beobachtet wurde, antwortet er,
dass dies auf den hohen Schwebstoffanteil in der Luft zu- Aufgrund der schmelzenden Gletscher ist der Meeres-
rückzuführen war, der die Temperaturerhöhung aufgrund spiegel im letzten Jahrhundert um 20 cm gestiegen und
der langsameren Erwärmung der Ozeane verzögerte. steigt nun weitere 10 cm pro Jahrzehnt. Dies entspricht
Demzufolge haben wir nur die Hälfte bis zwei Drittel der über einem Meter bis 2100 und möglicherweise vielen
effektiven Erwärmung von 1,2 °C wahrgenommen. Metern in den folgenden Jahrhunderten. „Der Meeres-
spiegel steigt schneller als erwartet. Das Wasservolumen
erhöht sich mit der Erwärmung, was einen noch rasche-Rascher Temperaturanstieg
ren Anstieg gegen Ende dieses Jahrhunderts verursachen
könnte“, erläuterte der Professor. Dies könne zum unkon-„Die Erwärmung setzt sich fort“, warnte Rahmstorf. „Be-
trollierten Schmelzen des Grönland-Eises führen, was den trachtet man die Statistiken über die globale Erwärmung
Meeresspiegel um weitere sieben Meter ansteigen ließe, und die Tatsache, dass fast alle Rekordtemperaturen in
wenn dies aufgrund der Meeresströmungen auch nicht den letzten 12 Jahren gemessen wurden, werden auch
weltweit gleichförmig wahrnehmbar wäre.die letzten Zweifler nicht abstreiten können, dass dieser
Prozess voranschreitet“.
Der Anstieg des Meeresspiegels erhöht die Gefahr von
Sturmfluten sowie die Anzahl und die Intensität der Mit Bezug auf die Erkenntnis, dass über 90 % der Verände-
rungen physikalischer und biologischer Systeme mit der tropischen Zyklonen und könnte sogar den Verlauf der
globalen Erwärmung zusammenhängen, wies Rahmstorf Meeresströmungen verändern. In New York gab es bisher
UMWELT FÜR EUROPÄER  SEPTEMBER 2007 SONDERAUSGABE ZU NR. 28 
EFEFEE2 28_SUSUPPLPPL30spt_DE.E.indd 8 9/11/07 14:29:19