Die demographische Lage in der Europäischen Union

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EUROPÄISCHE KOMMISSION GD V — KOM(94) 595 EUROPAISCHE KOMMISSION Die demographische Lage in der Europäischen Union Bericht 1994 GD V — KOM(94) 595 Bibliographische Daten befinden sich am Ende der Veröffentlichung. Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften, 1995 ISBN 92-826-9492-5 © EGKS-EG-EAG, Brüssel · Luxemburg, 1995 Nachdruck — ausgenommen zu kommerziellen Zwecken — mit Quellenangabe gestattet. Printed ¡n Italy Inhalt Einführung 7 Kapitel 1 — Das Bevölkerungsmodell der Europäischen Union 9 1.1. Die Europäische Union in der Welt 10 1.1.1. Das demographische Gewicht der Union: dritter Platz im Weltmaßstab, erster Platz unter den entwickelten Ländern1.1.2. Natürliches Wachstum: praktisch gleich Null in den entwickelten Ländern, sonst weiterhin hoch 11 1.1.3. Die Alterung der Altersstrukturen — demnächst ein weltweites Phänomen 11.2. Die Europäische Union unter den entwickelten Ländern 12 1.2.1. Räumliche Verteilung der Bevölkerung1.2.2. Mäßiges Bevölkerungswachstum3 1.3. Ähnlichkeiten zwischen den Mitgliedstaaten4 1.3.1. Das Migrationsmodell — Ende der Abwanderung und ausländischer Bevölkerungsanteil 11.3.2. Ähnlichkeit bestimmter Verhaltensweisen in Verbindung mit dem Lebenszyklus der Familien1.3.3. Sterblichkeitsentwicklung 17 1.4. Die für die Nord-Süd-Achse in der Union geltenden Variablen9 1.4.1. Neueste konjunkturbedingte Entwicklung der Fruchtbarkeit 11.4.2. Frauenbeschäftigung1.4.3.

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EUROPÄISCHE KOMMISSION
GD V — KOM(94) 595 EUROPAISCHE KOMMISSION
Die demographische Lage
in der Europäischen Union
Bericht 1994
GD V — KOM(94) 595 Bibliographische Daten befinden sich am Ende der Veröffentlichung.
Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften, 1995
ISBN 92-826-9492-5
© EGKS-EG-EAG, Brüssel · Luxemburg, 1995
Nachdruck — ausgenommen zu kommerziellen Zwecken — mit Quellenangabe gestattet.
Printed ¡n Italy Inhalt
Einführung 7
Kapitel 1 — Das Bevölkerungsmodell der Europäischen Union 9
1.1. Die Europäische Union in der Welt 10
1.1.1. Das demographische Gewicht der Union: dritter Platz im Weltmaßstab, erster Platz unter den entwickelten
Ländern
1.1.2. Natürliches Wachstum: praktisch gleich Null in den entwickelten Ländern, sonst weiterhin hoch 11
1.1.3. Die Alterung der Altersstrukturen — demnächst ein weltweites Phänomen 1
1.2. Die Europäische Union unter den entwickelten Ländern 12
1.2.1. Räumliche Verteilung der Bevölkerung
1.2.2. Mäßiges Bevölkerungswachstum3
1.3. Ähnlichkeiten zwischen den Mitgliedstaaten4
1.3.1. Das Migrationsmodell — Ende der Abwanderung und ausländischer Bevölkerungsanteil 1
1.3.2. Ähnlichkeit bestimmter Verhaltensweisen in Verbindung mit dem Lebenszyklus der Familien
1.3.3. Sterblichkeitsentwicklung 17
1.4. Die für die Nord-Süd-Achse in der Union geltenden Variablen9
1.4.1. Neueste konjunkturbedingte Entwicklung der Fruchtbarkeit 1
1.4.2. Frauenbeschäftigung
1.4.3. Familienmodelle 20
1.5. Diskrepanzen zwischen den Mitgliedstaaten
1.5.1. Unterschiedlicher Verlauf des Alterungsprozesses in den Mitgliedstaaten 2
1.5.2. Erwerbsbevölkerung1
1.5.3. Besonderheiten der Migrantenbestände und-ströme 22
1.6. Szenarien der künftigen Entwicklung
Kapitel 2 — Entwicklung der Altersstrukturen9
2.1. Die Altersstrukturen in der Europäischen Union
2.1.1. Der Alterungsprozeß der Bevölkerungsstrukturen
2.1.2. Die gealterte Bevölkerungsstruktur in der EU: Bilanz und Perspektiven 30
2.1.2.1. Eine Alterspyramide mit immer schmalerer Basis
2.1.2.2. Stabile Abhängigenquotienten, ¡edoch erhebliche Alterung der Erwerbsbevölkerung1
2.1.3. Die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten 32
2.1.3.1. Alterspyramiden mit stark unterschiedlichen Formen
2.1.3.2. Die Alterungskoeffizienten3
2.2. Die Gründe des Alterungsprozesses4
2.2.1. Der Rückgang der Geburtenhäufigkeit als Ursache der Alterung „von der Basis" 35
2.2.2. Die ständige Verlängerung der Lebensdauer oder dieg „von oben"
2.2.2.1. Allgemeine Zunahme der Lebenserwartung und Annäherung der Werte in der Union
2.2.2.2. Zukunftsaussichten für die Verlängerung des LebensInhalt
2.3. Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Alterung 36
2.3.1. Die große Umwälzung im Lebenszyklus: die Verlängerung der selbstbestimmten Zeit 37
2.3.2. Die Organisation des Arbeitsmarktes8
2.3.2.1. Das Verhältnis zwischen Zahl der Arbeitskräfte und Arbeitsvolumen
2.3.2.2. Übereinstimmung zwischen Art der Arbeit und Qualifikation der Arbeitnehmer 40
2.3.3. Die Sozialschutzausgaben 41
2.3.3.1. Die Rentenfinanzierung
2.3.3.2. Die älteren Menschen als Hauptnutznießer der Sozialausgaben?
2.3.4. Die wirtschaftliche und soziale Lage der Rentner3
2.3.4.1. Lebensstandard und Einkommensquellen
2.3.4.2. Der Gesundheitszustand der älteren Menschen
2.3.5. Die wirtschaftliche und soziale Nützlichkeit der älteren Menschen 44
Kapitel 3 — Die Zersplitterung der Familienstrukturen7
3.1. Der Haushalt als Ort der Familie 4
3.1.1. Die Hauptkategorien von Haushalten
3.1.1.1. Die kinderlosen Familienhaushalte stellen ein Fünftel der Familienhaushalte dar 48
3.1.1.2. Familienhaushalte mit Kindern: große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten
3.1.1.3. Alleinerziehende, in 85 % der Fälle alleinerziehende Mütter 49
3.1.1.4. Starkes Anwachsen der Einzelhaushalte
3.1.2. Die Haushaltsgröße 50
3.2. Die Familienbiographien
3.2.1. Die wachsende Komplexität der Familienwerdegänge 5
3.2.2. Die Indikatoren der Brüche in den Familienbiographien1
3.2.2.1. Das eheähnliche Zusammenleben: häufig im Norden, jedoch kaum feststellbar im Süden 5
3.2.2.2. Heiratshäufigkeit: Das Heiratsalter steigt überall an, jedoch im Norden stärker als im Süden3
3.2.2.3. Das Zusammenleben von volljährigen Kindern und Eltern
3.2.2.4. Eine neue Lebensphase zwischen dem Eintritt in den Ruhestand und wirklichem Alter4
3.2.2.5. Ehescheidungen und -neubildungen5
3.3. Die Folgen des Wandels der Familie6
3.3.1. Das neue Familienmodell unserer Zeit: die Vereinbarungsfamilie 5
3.3.2. Soziodemographische Folgen des Wandels der Familie7
3.3.2.1. Der Eintritt der Frauen in das Erwerbsleben
3.3.2.2. Rückgang der Fruchtbarkeit 60
3.3.2.3. Gleichheit zwischen Männern und Frauen2
3.3.2.4. Außereheliche Geburten
3.3.3. Entwicklungsperspektiven
Kapitel 4 — Die Migration
4.1. Die Anforderungen der Analyse
4.1.1. Die Datenquellen7
4.1.2. Der Migrantenbestand
4.1.3. Die Wanderungsströme8
4.2. Die ausländische Bevölkerung in der Europäischen Union 6
4.2.1. Zusammensetzung und Entwicklung der Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit9
4.2.2. Verteilung und Herkunft der ausländischeng 70
4.2.3. Demographische Merkmale dern Bevölkerung2
4.2.4. Die ausländischen Erwerbstätigen4
4.3. Die Wanderungsströme 75
4.3.1. Die Komponenten des Bevölkerungswachstums6
4.3.2. Die Merkmale für Migranten7 Inhalt
4.4. Die demographischen Folgen der Migration 79
4.4.1. Die Rolle der Migration im Alterungsprozeß der Bevölkerung
4.4.2. Die Prognose für die Migrationsentwicklung
4.4.3. Die Freizügigkeit 80
Glossar3
Anhang7 Einführung
In Artikel 7 des Abkommens über die Sozialpolitik im Vertrag von Maastricht wird festgelegt:
„Die Kommission erstellt jährlich einen Bericht über den Stand der Verwirklichung der in Arti­
kel 1 genannten Ziele sowie über die demographische Lage in der Gemeinschaft". (Ferner
steht in Artikel 1 : „Die Gemeinschaft und die Mitgliedstaaten haben folgende Ziele: die Förde­
rung der Beschäftigung, die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen, einen an­
gemessenen sozialen Schutz, den sozialen Dialog, die Entwicklung des Arbeitskräftepotentials
im Hinblick auf ein dauerhaft hohes Beschäftigungsniveau und die Bekämpfung von
Ausgrenzungen. "]
Die Kommission wird nach 1994 einen Bericht über die in Artikel 1 erwähnten Ziele ver­
öffentlichen. Da der Bericht über die demographische Lage der erste seiner Art für die Union
ist und da diese Frage in Artikel 7 des Protokolls ausdrücklich erwähnt wird, hält die Kom­
mission es für angemessen, diesen Bericht zu diesem Zeitpunkt getrennt zu veröffentlichen.
Für diesen Bericht, der unter Mitwirkung außenstehender Sachverständiger für demographi­
sche Fragen erarbeitet wurde, stellte Eurostat Daten und seine fachliche Unterstützung zur
Verfügung.
Im Rahmen der gegenwärtigen europäischen Demographie ergeben sich vier Schwerpunkt­
fragen, die jeweils in einem Kapitel behandelt werden.
Das erste Kapitel ¡st den großen Bewegungen der europäischen Demographie in der Welt
sowie den damit zusammenhängenden Grundfragen gewidmet. Gibt es ein „europäisches"
Bevölkerungsmodell? Haben die zwölf EU-Staaten sämtlich mit denselben demographischen
Prozessen und folglich mit denselben durch diese Prozesse bedingten sozialen und wirt­
schaftlichen Herausforderungen zu tun? Hinsichtlich der wirtschaftlichen Heraus­
forderungen wäre dann nach den Veränderungen in der Erwerbsbevölkerung zu fragen. Be­
wegt sich die Bevölkerung in der Union auf demographische Verhaltensweisen und auf eine
Altersstruktur zu, die für sie als typisch gelten können? Lassen die Prognosen neue Entwick­
lungen erkennen?
Die Alterung der Bevölkerung ist inzwischen zu einer schwerwiegenden zentralen Strömung
im demographischen Prozeß geworden. Im nächsten Jahrhundert dürfte sich die Weltbevölke­
rung unter ihrer Wirkung in einen stationären Zustand einpegeln. Dieses Phänomen greift in
zahlreiche Aspekte unserer wirtschaftlichen und sozialen Organisation ein. Im zweiten Kapitel
wird die Entwicklung der Strukturen nach Altersgruppen in der Europäischen Union unter­
sucht und die Diskussion über deren Folgen u. a. für die Lage der älteren Menschen, für die
Arbeitsorganisation und die Rentenfinanzierung eröffnet.
Während die Bevölkerung älter wird, diversifizieren sich die Lebensformen in Haushalt und
Familie. Die im dritten Kapitel vorgenommene Analyse dieses Phänomens ist in zweierlei Hin­
sicht von Bedeutung, einmal, weil die Familie der Ort der demographischen Reproduktion,
mithin also eng in die Entwicklung von Bevölkerungsmodellen einbezogen ¡st, zum anderen,
weil die Familie in einem Maße Bindeglied zwischen Individuum und Gesellschaft ist, daß die
Familienanalyse die Beobachtung der Entwicklung eines ganzen sozioökonomischen Systems
ermöglicht. Einführung
Das letzte Kapitel befaßt sich schließlich mit dem Thema Migration. Durch den Rückgang des
natürlichen Wachstums, also des Überschusses der Geburten über die Sterbefälle, steigt un­
weigerlich die Bedeutung eines migrationsbedingten Zuwachses. Heißt das nun sogleich,
daß die Migration zur Veränderung der Bevölkerungsentwicklung und dabei insbesondere zu
einem veränderten Verlauf des Alterungsprozesses beiträgt?
Alle diese umfassenden Fragen sprechen komplexe Wechselbeziehungen an. Die Analyse
muß also global erfolgen, denn die Bevölkerungsentwicklung ¡st Teil eines umfassenderen
Komplexes tiefgreifender Veränderungen — einer technologischen und wirtschaftlichen Re­
volution, einer Revolution im familiären und sozialen Bereich und nicht zuletzt einer politischen
und kulturellenn — gewesen.
Daher besteht das Hauptanliegen dieses ersten Berichts weniger in einer tiefschürfenden
Analyse der eigentlichen Ursachen bestimmter Aspekte als in einer Beschreibung der demo­
graphischen Phänomene in einer weitgefaßten Perspektive.
Anwendung findet erstens ein weitgefaßter zeitlicher Ansatz, denn demographische Phäno­
mene nehmen lange Zeiträume in Anspruch. Die demographische Lage von heute ist weit­
gehend das Ergebnis des Bevölkerungsverhaltens der Vergangenheit, wie das Bevölkerungs­
verhalten von heute wiederum die Bevölkerungsstruktur des nächsten Jahrhunderts prägt.
Weiterhin haben wir mit einem weitgefaßten räumlichen Ansatz zu tun, denn wie schon die
wirtschaftlichen Gleichgewichte sind auch die weltweiten demographischen Gleichgewichte in
ständiger Veränderung begriffen.
Letztlich machen sich umfassende Nachforschungen erforderlich, da diese höchst kom­
plexen Fragen das Leben der Menschen berühren: Wirtschaft, Politik, Denkweisen,
Gesellschaftsstruktur und alle jene Faktoren, die das Verhalten einer Bevölkerung mit­
bestimmen.
Dieser erste Bericht analysiert alles in allem den Wissensstand zur Bevölkerungsentwicklung.
Der Ansatz mag an sich reduktorisch erscheinen, denn eigentlich wird von einem solchen
Unterfangen eine Zukunftsvision erwartet. Doch gibt es Gründe für das gewählte Verfahren.
Zuerst einmal kam es darauf an, schwerwiegende gesellschaftliche Tendenzen im Zusam­
menhang mit der Bevölkerungsentwicklung herauszuarbeiten. Es ging um das Verständnis
der dieser Entwicklung zugrunde liegenden Mechanismen, damit unausweichliche Entwick­
lungen der konjunkturbedingten Phänomene erkannt sowie beeinflußbare und schwer be­
einflußbare Aspekte voneinander unterschieden werden können. Die durch die Analyse ermit­
telten entscheidenden Tendenzen werden dann in einem Kasten am Ende eines jeden Kapi­
tels hervorgehoben. Nur so lassen sich geeignete Szenarien für die künftige Entwicklung un­
termauern, nur so kann eine ernsthafte, konstruktive prognostische Vision unter Ver­
meidung spekulativer Einschätzungen unternommen werden. Von dieser prognostischen
Vision werden sich alle späteren Berichte leiten lassen.