Euromosaic

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* * * ** * ALLGEMEINE UND BERUFLICHE BILDUNG JUGEND Euromosaic Produktion und Reproduktion der Minderheiten­Sprachgemeinschaften in der Europäischen Union H Ζ ω EUROPAISCHE O Q KOMMISSION Dieses Dokument wurde für den internen Gebrauch der Kommissionsdienststellen ausgearbeitet. Es wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, ist aber nicht als offizielle Stellungnahme der Kommission anzusehen. Bibliographische Daten befinden sich am Ende der Veröffentlichung. Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften, 1996 ISBN 92-827-5510-X © EGKS-EG-EAG, Brüssel · Luxemburg, 1996 Nachdruck- ausgenommen zu kommerziellen Zwecken - mit Quellenangabe gestattet. Printed in Luxembourg EUROMOSAIC PRODUKTION UND REPRODUKTION DER MINDERHEITEN­SPRACHGEMEINSCHAFTEN IN DER EUROPÄISCHEN UNION Dieser Bericht wurde von Peter Neide vom Onderzoeks Centruum voor Meertaligheid, KU University, Brüssel, von Miquel Strubell vom Direcció General de Política Lingüística, Barcelona, und von Glyn Williams vom Research Centre Wales, University of Wales, Bangor, für die Europäische Kommission erstellt. Sein Inhalt spiegelt nicht unbedingt den Standpunkt und die Ansichten der Europäischen Kommission wider. Brüssel, Juni 1995 ZÜSAMMEÍNFASSUNG 1. Seit mehr als zehn Jahren bezuschußt die Europäische Kommission Fördermaßnahmen fürSprachen, die von den auf die Hauptspracnen ausgerichteten Programmen der Europäischen Union ausgeschlossen sind.

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Ajouté le 08 mai 2012
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EAN13 928275510
Langue Deutsch
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** *
ALLGEMEINE
UND BERUFLICHE
BILDUNG
JUGEND
Euromosaic
Produktion
und Reproduktion
der Minderheiten­
Sprachgemeinschaften
in der Europäischen Union
H
Ζ
ω
EUROPAISCHE O
Q
KOMMISSION Dieses Dokument wurde für den internen Gebrauch der Kommissionsdienststellen
ausgearbeitet. Es wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, ist aber nicht als offizielle
Stellungnahme der Kommission anzusehen.
Bibliographische Daten befinden sich am Ende der Veröffentlichung.
Luxemburg: Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaften,
1996
ISBN 92-827-5510-X
© EGKS-EG-EAG, Brüssel · Luxemburg, 1996
Nachdruck- ausgenommen zu kommerziellen Zwecken - mit Quellenangabe gestattet.
Printed in Luxembourg EUROMOSAIC
PRODUKTION UND REPRODUKTION
DER MINDERHEITEN­
SPRACHGEMEINSCHAFTEN IN DER
EUROPÄISCHEN UNION Dieser Bericht wurde von Peter Neide vom Onderzoeks Centruum voor Meertaligheid,
KU University, Brüssel, von Miquel Strubell vom Direcció General de Política
Lingüística, Barcelona, und von Glyn Williams vom Research Centre Wales, University
of Wales, Bangor, für die Europäische Kommission erstellt. Sein Inhalt spiegelt nicht
unbedingt den Standpunkt und die Ansichten der Europäischen Kommission wider.
Brüssel, Juni 1995 ZÜSAMMEÍNFASSUNG
1. Seit mehr als zehn Jahren bezuschußt die Europäische Kommission Fördermaßnahmen
fürSprachen, die von den auf die Hauptspracnen ausgerichteten Programmen der
Europäischen Union ausgeschlossen sind. Diese Unterstützung ist ein direktes Ergebnis des
Engagements des Europäischen Parlaments und anderer Organisationen, die darauf dringen,
daß die negativen Auswirkungen der wirtschaftlichen und politischen Integration Europas von
offizieller Seite ausgeglichen werden. Aufgrund dieser Forderungen sah sich die
Generaldirektion ΧΧΠ ­ Allgemeine und berufliche Bildung, Judend ­ veranlak, die
notwendigen Informationen über die einzelnen Sprachgemeinschaften einzuholen. Diese
Informationen sollen die Zuweisung der Mittel erleichtern, die die Sprachgemeinschaften für
Aktivitäten erhalten, die ihren jeweiligen Bedürfhissen am besten gerecht werden. Eine
derartige Erfassung relevanter Daten ist besonders wichtig, da sich das rechtliche,
institutionelle und soziale Umfeld zahlreicher n in rasantem Tempo
verändert, und Bedarf an einer methodisch soliden Studie besteht, die durch eme
vergleichende Analyse ein besseres Verständnis der Lage der Sprachgemeinschaften
ermöglicht.
2. Die Kommission führte daher eine Ausschreibung für eine Studie über die
Mmderheitensprachgemeinschaften in der Europäischen Union durch, um die aktuelle
Situation der Sprachgemeinschaften unter besonderer Berücksichtigung ihres Produktions­ und
Reproduktionspotentials und der diesbezüglichen Schwierigkeiten zu ermitteln. Der
vorliegende Bericht ist aus dieser Studie hervorgegangen.
3. Der Studie liegt ein theoretischer Ansatz zugrunde, der auf die Untersuchung der
verschiedenen sozialen und institutionellen Elemente abzielt, die die Produktion oder
Reproduktion einer Sprachgemeinschaft ermöglichen. Zu diesem Zweck wurden sieben
wesentliche Konzepte ausgewählt, für die empirische Meßverfahren entwickelt wurden. Die
Familie, die Schule und die Gemeinschaft wurden als Primärträger der Produktions­ und
Reproduktionsprozesse ermittelt. Das Sprachprestige oder der Wert, den eine Sprache für die
soziale Mobilität und die kulturelle Reproduktion hat, wirken motivierend. Der
Zusammenhang zwischen Sprachvermögen und Sprachbenutzung wird durch die
Institutionalisierungs­ und T^gitimierungsbedingungen bestimmt.
4. Bei der Erfassung der Daten, die für die Messung dieser sieben Faktoren erforderlich
waren, wurden drei empirische Verfahren benutzt:
• An die Behörden der einzelnen Verwaltungsebenen wurden verschiedene Fragebögen
geschickt.
• Für jede Sprachgemeinschaft wurde ein Korrespondent ernannt, der mit Hilfe von
standardisierten Fragebögen ausgewählte "privilegierte Zeugen" und Sprachgemeinschafts­
experten befragte.
• Es wurden acht Erhebungen über den Sprachengebrauch durchgeführt, in denen 2400
Personen befragt wurden.
5. Anhand dieser Daten wurden umfassende Berichte über die Sprachgemeinschaften und
über die Erhebung zum Sprachengebrauch erstellt. Diese Berichte repräsentieren die internen
Analysen der untersuchten Fälle, die das Verständnis der inneren Dynamik der einzelnen
Sprachgemeinschaften erleichterten.
6. Zur DurcMührung einer vergleichenden Analyse für die Gesamtheit der untersuchten
Fälle wurde eine Meßskala für jede der sieben Variablen konstruiert. Nach der üblichen
Pruning von Validität und Réhabilitât der Meßwerte wurde jeder Sprachgemeinschaft jeweils ein Meßwert pro Skala zugeordnet. Anhand der Ergebnisse dieser Zuordnung konnte das
Forschungsteam Vergleiche für die Gesamtheit der untersuchten Fälle anstellen, wobei die
sieben Variablen entweder individuell betrachtet oder zueinander in Beziehung gesetzt
wurden. Außerdem wurde auf der Basis der Summe der Meßwerte, die eine
Sprachgemeinschaft erreicht hatte, eine Cluster-Analyse durchgeführt.
7. Die Analyse weist fünf Cluster aus. Sie reichen von einem kleinen Cluster mit vier
Sprachgemeinschaften, die in allen sieben Variablen hohe Meßwerte erzielten, bis zu einem
großen Cluster mit fünfzehn Sprachgemeinschaften, die in den meisten oder allen Variablen
niedrige Meßwerte erreichten. Mt Hilfe einer derartigen Analyse, die weder von
demographischen Gegebenheiten noch vom Wirtschaftsgefüge abhängt, läßt sich ermitteln,
inwieweit eine Sprachgemeinschaft über die erforderlichen sozialen, kulturellen oder
organisatorischen Komponenten verfügt, die ihre Produktions- oder Reproduktionsaufgaben
auch dann noch erfüllen können, wenn die Sprachgemeinschaft einem beschleunigten
wirtschaftlichen Umstrukturieiiingsprozeß ausgesetzt ist. Außerdem läßt sich auf diese Weise
untersuchen, ob zwischen der Bevölkerungszahl einer Sprachgemeinschaft und ihrer
Anpassungsfänigkeit ein Zusammenhang besteht.
8. Die Analyse der Variablen zeigt, daß die Sprachgemeinschaften, die zur
Selbsterhaltung fähig sind, erhebliche staatliche Hilfe empfangen, die die gesellschaftlichen
Produktions- und Reproduktionsprozesse aktivieren und stimulieren. Daneben gibt es eine
kleine Zahl von Sprachgemeinschaften, die vom Staat stark unterstützt werden, aber im
gesellschaftlichen Umfeld weniger aktiv sind. Dessenungeachtet leiden die meisten
Sprachgemeinschaften nicht nur unter einem Mangel an staatlicher Hilfe, sondern werden
manchmal sogar wegen ihrer Existenz und ihrer Aktivitäten offen angefeindet.
9. Anschließend wird die Analyse in Bezug zum gegenwärtigen Prozeß der
wirtschaftlichen Umstnikturierung in Europa einerseits und zu den demographischen Daten
andererseits gesetzt. Es zeigt sich, daß die Bevölkerungsstärke einer Sprachgemeinschaft keine
Garantie für ihre Überlebensfähigkeit darstellt, denn einige der größten europäischen
Sprachgemeinschaften sind in ihrer Existenz ernsthaft gefährdet. Desweiteren stellt sich
heraus, daß viele der erfolgreicheren Sprachgemeinschaften in Symbiose mit ihrem wirtschaft­
lichen Umfeld leben und spezifische ökonomische Nischen fur ihre Mitglieder geschaffen
haben. Ihr Erfolg beruht also nicht auf Konfrontation und Anpassung an sozio-ökonomische
Veränderungen. Eine intensivere Integration in den allgemeinen Prozeß des wirtschaftlichen
Wandels würde diese Sprachgemeinschaften gefährden. Eine wesentliche Komponente dieser
wirtschaftlichen Veränderungen ist ein beschleunigter Migrationsprozeß, der mit dem
Kapitalstrom zusammenhängt und zum großen Teil durch die Tourismusbranche ausgelöst
wird, die für die lokale Wirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt.
10. Anschließend wird beschrieben, wie sich die institutionelle Struktur der
Minderheitensprachgemeinschaften im Rahmen der Beziehung zu dem Staat, in dem sie
beheimatet sind, entwickelt hat. Danach befaßt sich der Bericht mit der Frage, welche Folgen
der allgemeine politisch-wirtschaftliche Umstnildiirierungsprozeß in der Europäischen Union
für die Minderheitensprachgemeinschaften hat. Dabei wird aufgezeigt, wie sich die
Beurteilung der Bedeutung, die die Vielfalt für die wirtschaftliche Entwicklung und die
europäische Integration hat, gewandelt hat. Wenn die Sprache ein wesentlicher Bestandteil der
Vielfalt und die Vielfalt ein Grundstein der innovativen Entwicklung ist, dann muß der
Erhaltung der in der Europäischen Union vorhandenen Vielfalt größte Aufmerksamkeit
geschenkt werden.
11. Der Bericht schließt mit einer Erörterung der Probleme in der Förderpolitik ab, die
sich aus den vorhandenen Zwängen bei der Zuweisung der zur Verfügung stenenden Mittel
ergeben, und plädiert für die Einleitung eines Programms, das als Grundlage für die
notwendige Vorausplanung dienen kann. INH\LTSVEEÖEICHN1S
EINLEITUNG I-TV
KAPITELL· GRUNDLAGEN 1
1. Marginalisierung der Minderheitensprachen
2. Theoretische Grundlagen 5
i) Einleitung
ii) Vorrangige Träger der Produktion und Reproduktion
iiii Wirtschaftsordnung
iv) Institutionalisierung und Legitimierung
3. Zusammenfassende Schlußbetrachtung 14
KAPriELII: METHODISCHES VORGEHEN6
1. Einleitung 1
2. Auswahl der Sprachgemeinschaften
3. Informationsquellen8
4. Skalierung 21
5. Zusammenfassende Schlußbetrachtung2
KAPITELIÜ: ANALYSE4
1. Einleitung 2
2. Erhebungen über den Sprachengebrauch5
3. Analyse der Skalen7
i) Einleitung
ii) Rangordnung und Einteilung in Cluster
iii) Staat und Gesellschaft
iv) Individuelle Variable
4. Zusammenfassende Schlußbetrachtung 3KAPITEL IV: UMSmUKTURIERUNG DES POLITISCHEN
UND \\1RISCHAFIIJCHEN RAUMS 36
1. Einleitung 3
2. Wirtschaftliche Umstriikturierung8
3. Erfassungsgruppen (Cluster)9
i) Cluster A
ii)r B
iii)r C
iv) Cluster D
v)r E
4. Zusammenfassende Schlußbetrachtung 47
KAPITEL V: VIELFALT UND ENTWICKLUNG 51
1. Einleitung 5
2. Vom Finanzkapital zum Humankapital
3. Konzipierung eines Modells der Randzonenentwicklung 55
4. Vielfalt7
5. Relevanz der Daten 61
6. Zusammenfassende Schlußbetrachtung3
KAPITEL VT: SCHLUSSFOLGERUNGEN 65
1. Allgemeiner Überblick
2. Vielfalt und Entwicklung6
3. Zukünftige Forschungsarbeiten 69
LITERATURVERZEICHNIS 70 WRZHCHNIS DER TABEULEN
1. Rangordnung der Variablenbewertung nach Sprachgemeinschaft
2. Produkt-Moment-Koirelatiomkc)effizienten der Variablen
3. Bevölkerungsgröße und Strukturwandel
VERZEICHNIS DER ABBIIDUNGEN
1. Schematische Darstellung der Sprachproduktion und Sprachreproduktion
2. Bedingungen für die Institutionalisierung und Legitimierung
3. Rangordnung der Sprachgemeinschaften nach Gesamtbewertung
4. Diagramm der Variablenbewertung in Abhängigkeit von Staat und Gesellschaft
5. Histogramm derg int von Staat undt
6.m der Rangordnung der Variablenbewertung von Sprachprestige und
Bildungssystem
7. Histogramm der Rangordnung derg von Sprachprestige und kultureller
Reproduktion
8. Histogramm der Rangordnung der Variablenbewertung für Familie und Gemeinschaft
9. Diagramm der Bevölkerungsgröße und Gesamtbewertung