Arcimboldo
254 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

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Arcimboldo , livre ebook

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Description

Ganz dem Sprichwort zufolge: Du bist, was du isst„, setzte Arcimboldo seine Zeitgenossen, Männer wie Frauen, in Szene. Arrangements verschiedener Gemüsearten, Früchte, Blumen oder sogar Fische bildeten die Grundlage der außergewöhnlichen Bildnisse dieses gefeierten Malers. Arcimboldo war ein Meister der Komposition und seine filigran gearbeiteten Werke fingen schließlich die Fantasie seiner Generation ein.
In diesem faszinierenden Buch wirft Liana De Girolami einen kritischen Blick auf das Leben des Künstlers, von seinen ersten Erfolgen bis zur Vergessenheit, die auf seinen Tod folgte hin zur triumphalen Wiederentdeckung seiner Kunst und seiner Visionen durch die Surrealisten in den 1920er Jahren.

Sujets

Informations

Publié par
Date de parution 05 juillet 2013
Nombre de lectures 0
EAN13 9781783101634
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 1 Mo

Informations légales : prix de location à la page 0,025€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Exrait

Autor: Liana De Girolami Cheney
Redaktion der deutschen Ausgabe: Klaus H. Carl

Layout:
Baseline Co. Ltd
61A-63A Vo Van Tan Street
4. Etage
Distrikt 3, Ho Chi Minh City
Vietnam

© Confidential Concepts, worldwide, USA
© Parkstone Press International, New York, USA
Image-Bar www.image-bar.com

Weltweit alle Rechte vorbehalten.
Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen, den betreffenden Künstlern selbst oder ihren Rechtsnachfolgern. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.

ISBN: 978-1-78310-163-4
„Jenseits der Wahrnehmung und Bedeutung (selbst lexikalisch oder kulturell) entwickelt sich eine ganze Welt von Qualität: Vor einem von Arcimboldos komponierten Köpfen bin ich nicht nur verleitet zu sagen: Ich lese, ich ahne, ich glaube, ich verstehe, sondern auch: Ich liebe, ich lebe nicht. Das Unwohlsein, das Entsetzen, das Lachen, die Lust, sie alle gesellen sich zu dem Freudentanz.“

— Roland Barthes
INHALT


Biografie
Abbildungsverzeichnis
Selbstporträt auf Papier (Der Literat), 1587.
Bleistift, Feder, Pinsel, Tinte und graue Lavierung
auf doppeltem weißen Papier, 44,2 x 31,8 cm .
Palazzo Rosso, Genua.
Biografie


1527 Giuseppe Arcimboldo wird in Mailand in eine Familie von adliger Herkunft hineingeboren. Sein Vater, der Maler Biagio Arcimboldo, ist ein Freund Bernardino Luinis, ein Schüler von Leonardo da Vinci.


1549 Der Name des Künstlers erscheint erstmalig in den Annalen mit den Aufzeichnungen zu den Arbeiten am Mailänder Dom, wo er zusammen mit seinem Vater Zeichnungen für die Glasfenster des Domes schuf.


1551 Arcimboldo malt fünf Insignien für den König von Böhmen, den späteren Kaiser Ferdinand I.


1555 In den Aufzeichnungen zu den Arbeiten am Mailänder Dom findet sich die Erwähnung von Arcimboldos großem Talent in der Ausführung der Orgeltüren für den Mailänder Dom.


1558 Er entwirft Zeichnungen mit Szenen des Alten und Neuen Testamentes für die Tapisserie der Kathedrale von Côme; Der Tod der Jungfrau ist heute noch sichtbar.
1562 Ferdinand I., König von Böhmen, beruft Arcimboldo an den Habsburger Hof.


1563-1566 Er malt die erste Serie der Vier Jahreszeiten für Ferdinand I.


1565 Arcimboldo wird in den Archiven des Habsburger Hofes erwähnt und als Hofmaler betitelt.


1566 Arcimboldo malt Der Jurist und beginnt mit der Serie der Vier Elemente .


1568 Er beginnt zusammen mit dem Humanisten und Dichter Giovanni Battista Fonteo verschiedene thematische und emblematische Aufträge zu bearbeiten.


1570 In Prag gestaltet er für die Hochzeit von Elisabeth, Tochter Maximilians II., und Karl IX., König von Frankreich, einen feierlichen Umzug mit allerlei bühnenbildnerischen Szenen und Dekorationen.

1571 In Wien dekoriert er mit der Hilfe des Dichters Fonteo und dem Künstler und Philosophen Jacopo Strada die apparti für die Festlichkeiten zu Ehren der Hochzeit des Erzherzogs Karl von Österreich mit Maria von Bayern.


1577 Er malt eine weitere Serie der Vier Jahreszeiten und der Vier Elemente .


1585 Arcimboldo schenkt Rudolf II. ein Portfolio mit einer Serie von 150 Zeichnungen.


1586 Er entwirft die Dekoration für die neue Residenz des Barons Brünbuchel, Minister im Kabinett Rudolfs II.


1591 Arcimboldo schickt Rudolf II. das Porträt Vertumnus , das das Abbild des Kaisers aus Blumen sowie Feld- und Gartenfrüchten zusammengesetzt zeigt.


1593 1. Juli, Giuseppe Arcimboldo stirbt in Mailand. Er wird in der Kirche San Pietro della Vigna beigesetzt.
A ls Sohn des Malers Biagio Arcimboldo und der Chiara Parisi wurde Giuseppe Arcimboldo 1527 in Mailand geboren. Die Familie, von vornehmer Herkunft, stammte ursprünglich aus Süddeutschland. Während des Mittelalters siedelten sich Teile seiner Familie dann in der Lombardei an. Im Laufe der Zeit haben sich sehr verschiedene Schreibweisen des Familiennamens herausgebildet: Arcimboldi, Arisnbodle, Arcsimbaldo, Arzimbaldo oder auch Arczimboldo, wobei die Suffixe „boldo“ und „baldo“ Überbleibsel aus dem germanischen Mittelalter sind.

Rotflankenducker und Bergnasenbär
Biblioteca Universitaria, Bologna

Ebenso hat auch Arcimboldo selbst, bei der Signatur seiner Werke, seinen Vornamen in verschiedenen Varianten ausgeführt: Giuseppe, Josephus, Joseph oder Josepho.
In seinem Werk Della nobilità di Milano („Über den Adel Mailands“) verfolgt Paolo Morigia die Geschichte der Familie Arcimboldo und bestätigt, auch wenn die Quellen im Allgemeinen sehr ungesichert sind, seine adlige Abstammung, indem er seine Wurzeln bis in die Zeit Karls des Großen zurückverfolgt: Ein Adliger mit dem Namen Sigfrid Arcimboldo diente am Hof des Kaisers.

Rothirsch
Aquarell
Österreichische Nationalbibliothek, Wien

Unter den sechzehn Arcimboldo-Kindern wurden drei geadelt, wovon sich eines dann in der Lombardei niederließ. Hier beginnt der italienische Familienzweig. Um seine Aussage zu bekräftigen, schreibt Morigia, dass er sich „direkt auf M. Giuseppe Arcimboldo, einen vertrauenswürdigen und angesehen Ehrenmann“ beruft.
In demselben Werk entwickelt Morigia im Weiteren die Geschichte der Familie Arcimboldo. Er beschränkt sich in seinen Ausführungen allerdings nur auf den italienischen, in Mailand lebenden Zweig. Er legt dar, dass der Witwer Guido Antonio Arcimboldo, der Ur-Ur-Großvater von Guiseppe, als Nachfolger seines verstorbenen Bruders,

Gemse und Steinbock
Aquarell
Österreichische Nationalbibliothek, Wien

Giovanni Arcimboldo, 1489 zum Erzbischof von Mailand gewählt wurde. Zwischen 1550 und 1555 regierte dann Giovanni Angelo Arcimboldo, der leibliche Sohn Guido Antonios, als Erzbischof von Mailand. Er war es, der Giuseppe nicht nur beriet, sondern ihn auch unter den Künstlern, Philosophen und Schriftstellern des Mailänder Hofes einführte.
In Mailand wurde Arcimboldo von seinem Vater und den Künstlern der lombardischen Schule wie Giuseppe Meda (in Mailand tätig von 1551 bis 1559) und Bernardino Campi (1522 bis 1591), einem angesehenen Maler Cremonas, in den Techniken der Kunst unterrichtet.

Komposition mit Tieren
Aquarell und Gouache
Österreichische Nationalbibliothek, Wien

Auch spiegelt sich eine ganz spezielle Faszination für die Kunst und Wissenschaft Leonardo da Vincis in seiner Kunst wider. Denn sein Vater, Biagio, hatte das Glück, ein guter Freund von Bernardino Luini, einem Schüler da Vincis, zu sein, der beim Tod Leonardos eine Vielzahl seiner Skizzenbücher und Aufzeichnungen erbte. Biagio Arcimboldo studierte diese Schriften intensiv und lehrte einige Jahre später seinen Sohn Guiseppe den künstlerischen Stil und die Wissenschaften Leonardos.

Komposition mit Tieren (Detail)
Aquarell und Gouache
Österreichische Nationalbibliothek, Wien

Die italienischen Künstler Biagio, Meda und Campi standen in engen Kontakt zu den deutschen Künstlern, die an den Projekten für den Mailänder Dom arbeiteten. Auch entwarfen sie die Wandgestaltungen für die Familie der Medici. Den Archiven des Mailänder Doms zufolge etablierte sich Arcimboldo 1549 als Meister und arbeitete zusammen mit seinem Vater an der Malerei und den Zeichnungen für die Glasfenster, die Orgeltüren und den Altarhimmel des Gotteshauses. Die wichtigsten Glasfenster, in der Apsis, illustrieren die Geschichte des Lebens der heiligen Katharina von Alexandrien .

Naturstudie
Aquarell
Österreichische Nationalbibliothek, Wien

Die chri stliche Legende beschreibt das Martyrium Katharinas, die sich weigerte, den heid-nischen Göttern zu huldigen. Die Szene basiert auf einer Kombination aus klassischen Motiven (Amphoren, Girlanden und Putti) und christlichen Symbolen (Thron, Jakobsmuscheln und Zeremonieschmuck). Die architektonische und ornamentale Konzeption spiegelt den Illusionismus der Kunst und den manieristischen Geschmack wider. Diese Formen, denen er auch in der Kunst des Mailänders Gaudenzio Ferrari (1474 bis 1546), der ebenfalls an den Glasfenstern der Kathedrale arbeitete, begegnete, weisen zudem einen eindeutigen Einfluss Leonardos auf Arcimboldo auf.

Naturstudie
Aquarell
Österreichische Nationalbibliothek, Wien

Ein Dokument aus den Archiven, datiert auf das Jahr 1556, belegt, dass die Zeichnungen Arcimboldos für diesen Auftrag von Corrado de Mochis, Glasmachermeister in Köln, in Glas übertragen wurden. Zu dieser Zeit malte Arcimboldo fünf emblematische Insignien (heute verschollen) für Ferdinand, König von Böhmen, später Ferdinand I., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Nach dem Tod seines Vaters 1551 arbeitete Arcimboldo weiterhin in der Lombardei, bis er 1558 nach Como und Monza ging. Er entwarf Zeichnungen zu Themen des Alten und Neuen Testaments für die Wandgestaltung der Kathedrale von Como,

Naturstudie
Aquarell
Österreichische Nationalbibliothek, Wien

nach denen die Künstler Johannes und Ludwig Karcher (aktiv von 1517 bis 1561), für die Manufacture des Gobelins tätig, einen Wandteppich realisierten. Die Namen der Teppichweber erscheinen auf einem Rouleau des Teppichs. Arcimboldo entwirft acht Szenen, die von herrlichen, mit Blumen, Früchten, Pergamenten und klassischen grotteschi verzierten Bordüren geschmückt sind, die auch die Szene mit dem Tod der Jungfrau zieren: In einem privaten Garten, ein Hortus conclusus , der die Architektur des Mittelalters und der Renaissance zeigt, sitzt die Jungfrau auf einem Sarg, umringt von trauernden Aposteln, während die Kirche Santa Maria delle Grazie den Hintergund einnimmt.

Naturstudie
Aquarell
Österreichische Nationalbibliothek, Wien

Arcimboldo führte ebenfalls die Zeichnungen für die Wandteppiche (heute ebenfalls verschollen) der Kathedrale von Monza aus. Zwischen 1556 und 1558 stellte er den Freskenzyklus der Wurzel Jesse fertig, zu dem er von einer Passage des Propheten Jesaja inspiriert wurde. In seinem Zentrum befindet sich ein gewaltiger Baumstamm, ein Kreuz deutet auf das Bild der Kreuzigung hin. Ein ins Alter gekommener Adam sitzt ruhend auf den Wurzeln des Baumes, dessen Äste die Figuren der jüdischen Könige tragen – die Vorfahren Christi.

Turmfalke (Falco naumanni) und Blumen
Aquarell und Gouache
Österreichische Nationalbibliothek, Wien

Arcimboldo kombinierte in seinen Werken, dem Illusionismus des 16. Jahrhunderts folgend, auch weiterhin klassische und christliche Elemente miteinander. Aufgrund einiger stilistischer Ähnlichkeiten in der Ausführung der Figuren und Girlanden oder Grotesken (grotteschi) mit den Fresken Raffaels der päpstlichen Gemächer, Loggien des Vatikans und sogar der Loggia der Psyche im Palazzo Farnese in Rom sowie mit der römischen Renaissanceschule generell, behaupteten einige Gelehrte, dass Arcimboldo sich zu dieser Zeit nach Rom begeben haben muss, um die all’antica Manier ausführlich zu studieren.

Vogel
Gouache
Österreichische Nationalbibliothek, Wien

Währenddessen war die Ähnlichkeit Arcimboldos zu diesen fantasievollen Ornamenten keinesfalls einzig und allein das Ergebnis einer Anpassung an künstlerische Einflüsse aus der Antike und der Renaissance – sie resultierte ebenso aus der norditalienischen Tradition heraus.
Denn hier konnte er die religiösen oder profanen Werke eines Andrea Mantegna (1431-1506), wie den San-Zeno-Altar in Verona, seine Fresken in der Camera degli Sposi im Palazzo Ducale in Mantua oder in den zahlreichen Altären des venezianischen Künstlers Carol Crivelli (1430-1500),

Vogel
Gouache
Österreichische Nationalbibliothek, Wien

die Dekorationen des Francesco Colonna für sein Hypnerotomachia Poliphili (Venedig 1499) und auch die bildliche Ausschmückungen Leonardo da Vincis für die Sala delle Asse (1495-1498) im Castello Sforzesco in Mailand bewundern und studieren.
Mit den von Arcimboldo realisierten Insignien von 1551 zufrieden, lud ihn Ferdinand von Böhmen mehrfach dazu ein, die Anstellung des Hofmalers von Prag anzunehmen. 1562 stimmte der Künstler dem schließlich zu: Er begab sich sofort nach Wien, um sich dann in Prag als kaiserlicher Porträtmaler und Kopist niederzulassen und den „alten“ Jacob Seisenegger (1505-1567) zu ersetzen.

Vogel
Gouache
Österreichische Nationalbibliothek, Wien

In der Historia dell’antichità di Milano von 1592 liefert uns Morigia eine andere Interpretation dieser für Arcimboldo so wichtigen Gönnerschaft am kaiserlichen Hof Ferdinands I. und seiner Nachfolger Maximilian II. und Rudolf II. Nach Morigio wurde Arcimboldo „geschätzt und genoss eine gute Behandlung, mit viel Großherzigkeit gab ihm der Kaiser einen guten Lohn, seinem Verdienst würdig, und erwies ihm seine Zuneigung auf viele andere Arten“. In der Studie für ein Selbstporträt Arcimboldos, datiert auf 1575 (Národní galerie v Praze, Prag), spiegelt sich mustergültig die Beschreibung eines Höflings durch Morigias wieder:

Vogel
Gouache
Österreichische Nationalbibliothek, Wien

Ein kultivierter und raffinierter Mann, ein Künstlerprinz oder Künstlerphilosoph der Renaissance, wie sie repräsentativ in Baldassare Castigliones Le Courtisan (1535) und Giovanni della Casas Galateo (1558) dargestellt werden. Die Grisaille-Zeichnung zeigt den Künstler in Frontalansicht, ein Malerbarett und die klassische Halskrause tragend. Sein ovales Gesicht, mit getrimmtem Bart, intensivem Blick, Adlernase und feinen Lippen, zeigt seine sanfte Natur. Der halbgeöffnete Mund und der konzentrierte Blick bilden eine kraftvolle Verbindung und sind Grundlage für den visuellen Dialog des Modells Arcimboldo und dem Betrachter. Die Persönlichkeit Arcimboldos und seine Kultiviertheit entsprechen gänzlich dem höfischen Bild.

Wildschwein
Aquarell
Österreichische Nationalbibliothek, Wien

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