Botticelli
82 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

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Description

Sein Vater war ein wohlhabender Bürger, der darauf bestand, dass er "in allem unterrichtet wurde, was man Kinder lehrt”. Doch der Junge hatte nicht viel für Lesen, Schreiben oder Mathematik übrig, so dass sein Vater die Hoffnung aufgab, ihn zu einem Gelehrten zu machen, und ihn stattdessen zum Goldschmied Botticelli in die Lehre gab, unter dessen Namen ihn die Welt kennt. Doch Sandro, ein eigenwillig blickender Junge mit großen, neugierigen Augen und einem blonden Haarschopf bestand darauf, Maler zu werden und kam deshalb schließlich zu dem Karmelitermönch Fra Lippo Lippi in die Lehre. Dem Frate lag Sandros Ausbildung besonders am Herzen, da er ihm auch persönlich sehr zugetan war. Wie dies inzwischen unter den Malern Mode geworden war, wandte sich der junge Maler nicht religiösen Motiven zu, sondern dem Studium der Schönheit und des menschlichen Charakters. Sandro machte schnelle Fortschritte, liebte und verehrte seinen Meister und brachte später dessen Sohn, Filippino Lippi, das Malen bei. Trotz seines realistischen Ansatzes war Sandro ein Träumer und Poet, nicht ein Maler von Fakten, sondern von Ideen. Deshalb sind auch seine Bilder weniger eine Darstellung von bestimmten Objekten, als von Mustern und Formen. Auch seine Farbgebung ist weder reich noch lebensnah, sondern untersteht immer der Form und bleibt oft nur eine Andeutung. Er interessierte sich für die abstrakten Möglichkeiten der Kunst, weniger für das Konkrete. So sind seine Kompositionen eher Muster; seine Gestalten besetzen nicht wohl definierte Plätze im Raum, sie wirken nicht durch massige Körperhaftigkeit, sondern eher flächig. Die Linien, die seine Konturen umgeben, verfolgen wohl einen dekorativen Zweck. Man sagt Botticelli nach, dass er “...obwohl einer der schlechtesten Anatomen, so doch einer der größten Zeichner der Renaissance” gewesen sei. Ein Beispiel fehlerhafter anatomischer Wiedergabe ist die unmögliche Art und Weise, in der der Kopf der Madonna am Hals befestigt ist und verschiedene merkwürdige Gelenke sowie eigentümlich geformte Glieder. Trotzdem gilt er als einer der größten Zeichner, weil er es nicht nur verstand, bloße äußere, sondern auch innere Schönheit wiederzugeben. Mathematisch ausgedrückt, löste er die Bewegung der Figur in ihre Faktoren – die einfachsten Ausdrucksformen – auf und kombinierte diese verschiedenen Formen in ein Muster, das durch rhythmische und harmonische Linien auf unsere Einbildung die poetischen Gefühle des Künstlers projiziert. Diese Fertigkeit, jeder Linie eine Bedeutung zu verleihen, unterscheidet den großen Zeichenkünstler von den vielen, die die Linie nur als ein notwendiges Mittel zur Darstellung von konkreten Gegenständen nutzen. Zu seinen wichtigsten Werken gehören: Der Frühling (1478), Madonna mit Kind (1480), Geburt der Venus (1485), Madonna della Melagrana (1487)

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Date de parution 22 décembre 2011
Nombre de lectures 0
EAN13 9781781607572
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)

Informations légales : prix de location à la page 0,0175€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

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Soweit nicht anders vermerkt , gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Photographen . Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich , die Eigentumsrechte festzustellen . Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung .

ISBN : 978-1-78160- 757 - 2
Botticelli
INHALT


Einleitung
I. Herkunft, Lehrer und Jugendwerke
II. Naturalistische Frühwerke Botticellis
III. Mythologische und allegorische Darstellungen
IV. Der Freskomaler
V. Der Maler von Altartafeln
VI. Seine Kunst unter dem Einfluss Savonarolas
VII. Seine Zeichnungen zur Divina Commedia
VIII. Botticelli, der Mensch und der Künstler
Biographie
Index der Werke
1. Porträt eines jungen Mannes, um 1469.
Tempera auf Holz, 51 x 33,7 cm.
Galleria Palatina (Palazzo Pitti), Florenz.
Einleitung

Botticelli hatte unter den italienischen Künstlern seiner Zeit zwar eine geachtete, aber keineswegs überragende Stellung. Noch zu seinen Lebzeiten geborene Zeitgenossen erzählen teilweise ziemlich eingehend über sein Leben und seine Werke, doch ohne ihn gegenüber seinen Zeitgenossen besonders hervorzuheben. Dies gilt auch von den literarischen Quellen aus jener Zeit, wie sie uns hauptsächlich noch in Albertinis Memoriale oder in den Arbeiten von Francesco Billi oder in Anonymus von Gaddi erhalten sind. Später geriet Botticelli mehr und mehr in Vergessenheit. Auch als in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts das Interesse an der älteren italienischen Kunst allmählich wieder wuchs, waren es zunächst vor allem Peruginos streng gehaltene Darstellungen schwärmerischer Andachten und nicht Botticellis Werke. Selbst ein so begeisterter Bewunderer für die Kunst der Renaissance wie Jacob Burckhardt hebt Botticelli in seinem Cicerone noch nicht auf die gleiche Stufe wie die Florentiner Altersgenossen; seine Charakteristik trifft seltener die Vorzüge als die eine oder andere Schwäche des Künstlers. So schreibt er denn auch:
“Botticelli ist im Verhältnis zu dem, was er gewollt hat, nirgends ganz durchgebildet. Er liebte es, das Leben und den Affekt in einer stürmischen Bewegung auszudrücken und malte eine oft ungeschickte Hast. Er strebte nach einem Schönheitsideal und blieb bei einem stets wiederkehrenden, von weitem erkennbaren Kopftypus stehen, den er hier und da äußerst liebenswürdig, oft aber ganz roh und leblos reproduziert.”
Auch Cavalcaselle beurteilt in seiner Geschichte der italienischen Malerei den Künstler noch herablassend und stellt ihn hinter einen Zeitgenossen wie Domenico Ghirlandaio, und die harte Kritik eines Morelli konnte Botticelli noch weniger gerecht werden.
Die ersten, die Botticelli erhöhte Aufmerksamkeit schenkten, waren die englischen Maler. Seitdem sich die Schule der Präraffaeliten — und hier vor allem Dante Gabriel Rossetti und Burne Jones — für Botticellis Schöpfungen begeisterten, ist die Wertschätzung für ihn deutlich gestiegen und es erschienen etliche populäre Monografien über ihn sowie in verschiedenen Sprachen einige grundlegende wissenschaftliche Werke. Heute gehören seine Bilder zu den gesuchtesten Werken auf dem Kunstmarkt.
Über Botticellis Leben ist nicht allzu viel bekannt. Vasari, eine der ausführlichsten Quellen, erzählt zwar einige Anekdoten aus dem Leben des Künstlers, aber was er sonst über ihn und seine Werke berichtet, erweist sich nach den zwischenzeitlich bekannt geworden Unterlagen gelegentlich als unzuverlässig.
2. Madonna mit Kind und Johannes dem Täufer, 1470.
Tempera auf Holz, 91 x 67 cm.
Musée du Louvre, Paris.
3. Madonna mit Kind und zwei Engeln , um 1470.
Tempera auf Holz, 100 x 71 cm.
Museo e Galleria Nazionale
di Capodimonte, Neapel.
Für die Kritik seiner Werke, für ihre Deutung und damit für Rückschlüsse auf seine Persönlichkeit sind vor allem seine Werke zu Grunde zu legen. Aber auch bei denen wird eine sorgfältige Kritik oft sehr erschwert. Dies nicht nur, weil bei vielen Bildern seiner Schüler und Nachahmer, die sich bewusst sehr eng an die Originale Botticellis anlehnten, eine Bestimmung der wirklich eigenhändigen Werke besonders schwierig ist; sondern auch weil gerade diese Werke zum Teil sehr fantasievolle und daher nicht leicht zu erklärende Schöpfungen sind. Daher verführen sie da, wo zuverlässige Informationen fehlen, häufig zu Fehlinterpretationen. Dabei ist gerade bei der Analyse dieses Künstlers eine sorgfältige Kritik selbstverständlich. In einzelnen Aufschriften und Bezügen in seinen Bildern und ganz besonders in seinen Zeichnungen zu Dantes Göttlicher Komödie weist uns Botticelli selbst den Weg dazu.


I. Herkunft, Lehrer und Jugendwerke

Botticellis nachgewiesener Tätigkeitszeitraum umfasst die letzten drei Jahrzehnte des 15. Jahrhunderts; sein frühestes bekanntes Werk entstand im Jahre 1470, das letzte ist auf das Jahr 1500 datiert. Aber möglicherweise können einige Bilder noch einige Jahre vor und vor allem nach diesem Zeitraum angesetzt werden, denn es ist unwahrscheinlich, dass er zwischen 1500 und seinem Tod im Jahre 1510 nichts mehr geschaffen haben sollte.
Botticelli wuchs als Künstler auf, als die Altmeister wie Uccello, Castagno oder Donatello noch tätig waren; schließlich war er nicht nur selbst der Schüler eines der Berühmtesten dieser Zeit, des Fra Filippo Lippi, sondern auch noch befreundet mit Leonardo da Vinci und Michelangelo. Und doch hat ihn keiner dieser Künstler wesentlich beeinflusst. Seine Arbeiten haben weder die schlichte Größe Masaccios oder Andrea del Castagnos noch die freie Meisterschaft, die schon die Jugendwerke der Künstler der Hochrenaissance aufweisen. Botticellis Werke sind wohl der reinste und eigenartigste malerische Ausdruck dieser Kultur, er ist deren echtes Kind, so wie sie in Lorenzo il Magnifico und seinem Kreise gipfelt. Die Künstlergeneration der vergangenen Jahre erntete leicht und anscheinend mühelos das, was ein geniales Geschlecht vor ihr sich mühsam erdacht und errungen hatte. Daneben erscheint die Kunst der jüngeren Florentiner Generation wie ein Abglanz der Leistungen der älteren Meister. Diese Jüngeren, denen Fra Filippo mit seinem Wahrheitssinn und seinem Kompositionstalent der beste Lehrer und Führer war, sind nicht mehr Pioniere wie ihre Vorgänger und Lehrer, aber sie fassen deren Errungenschaften zusammen, erweitern sie nach manchen Richtungen und bereiten so die Zeit vor, die in der Kunst eine neue Blüte bringen sollte.
4. Madonna im Rosengarten , um 1470.
Tempera auf Holz, 124 x 65 cm.
Galleria degli Uffizi, Florenz.
5. Madonna mit Kind in einer Glorie, 1469-70.
Tempera auf Holz, 120 x 65 cm.
Galleria degli Uffizi, Florenz.
6. Madonna mit Kind und fünf Engeln, 1480-81.
Tempera auf Holz, Durchmesser 118 cm.
Galleria degli Uffizi, Florenz.
7. Madonna mit Kind und acht Engeln, um 1478.
Holz, Durchmesser 135 cm.
Staatliche Museen, Berlin.
8. Madonna mit Kind und sechs Heiligen, um 1470.
Tempera auf Holz, 170 x 194 cm.
Galleria degli Uffizi, Florenz.
Die Brüder Antonio und Piero Pollaiuolo sowie Verrocchio, alle drei Meister der Bronzeplastik, geben den Gestalten ihrer Gemälde volle Rundungen und malerische Wirkung; sie erzielen durch ihre eigentümlichen Firnisfarben eine leuchtende Färbung und sie zeigen ihre Darstellungen vor der reizvollen Landschaft des heimischen Arnotals. Benozzo Gozzoli und Domenico Ghirlandaio machen Florenz und seine reiche Umgebung zur Bühne, sie übertragen ihre Heiligendarstellungen in naiver Freude am Leben und mit breiter Fabulierlust in das Florentiner Leben und beleben sie mit den Gestalten der Stifter und ihrer Sippe. Pietro Perugino bringt als Erbteil seiner umbrischen Bergheimat eine bewegende Stimmung in seine Bilder, die durch eine ernste, die Komposition streng zusammenfassende Architektur noch gesteigert wird. Außer diesen Künstlern wird ihr Zeitgenosse und Mitarbeiter Botticelli genannt. Mit vollem Recht, wenn er auch die einen in ihrer plastischen Wirkung und Farbenpracht oder andere nicht in der heiteren Wiedergabe des Florentiner Lebens, in der Schilderung der sonnigen Landschaft Toskanas oder in der Innigkeit frommer Andacht erreicht. Aber seine reiche Phantasie, sein Geschmack und das Stimmungsgefühl, die seinen Werken wie denen keines anderen Künstlers innewohnen, verschafften der Florentiner Kunst ganz neue Reize.
Botticelli wurde in einem Hause nahe der Kirche Ognissanti geboren, sein Geburtsdatum ist allerdings nur ungefähr zu bestimmen. Da das Florentiner Jahr damals vom 25. März an zählte, wird Botticelli zwischen dem 25. März 1444 und dem gleichen Tage 1445 geboren sein, denn sein Vater gibt in der Denunzia di beni vom Jahre 1457 an, dass er außer zwei Töchtern vier Söhne habe, von denen der jüngste, Alessandro, im Alter von 13 Jahren stehe. Belegt ist auch, dass der Junge, obgleich begabt und vom Vater angehalten, in allem unterrichtet zu werden, “...was man damals die Kinder lehrte”, unstet gewesen sei und in der Schule weder am Lesen noch am Schreiben oder Rechnen Geschmack gefunden habe, so dass der Vater ihn schließlich zu einem Goldschmied namens Botticelli in die Lehre gegeben habe. Annehmen dürfen wir aber nach der gründlichen Kenntnis, die Botticelli in seinen Werken sowohl in der Bibel wie im Dantes Werk und in der klassischen Literatur bekundet, dass seine schulische Vorbildung für die spätere Fortbildung ausreichte.
Sein Vater war Lohgerb

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