Die Bruegels
256 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

Die Bruegels , livre ebook

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Description

Die Bruegels – allen voran Pieter der Ältere, zusammen mit seinen Söhnen Pieter („Höllenbruegel“) und Jan („Samt- oder Blumenbruegel“) – sind die bedeutendste flämische Malerfamilie. Ihre Werke sind Zeugnisse des unschätzbaren Beitrags, den diese Familie in der Entwicklung der Malerei des nördlichen Europa geleistet hat. Sie entzogen sich bewusst dem Einfluss des italienischen Manierismus und schufen damit einen ganz eigenen, unabhängigen und tief im originellen Charakter der Flamen verwurzelten Stil. In teils volkstümlichen, teils allegorischen Szenen schildern Pieter Bruegel und seine Nachfolger auf unnachahmliche Weise den Alltag der bäuerlichen und der städtischen Bevölkerung zur Zeit der spanischen Herrschaft über die Niederlande. In diesem opulent bebilderten Werk zeichnen die Autoren, Emile Michel und Victoria Charles, ein lebendiges Bild, anhand dessen wir die Entwicklung der niederländischen und flämischen Kunst in der Zeit zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert nachvollziehen können.

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Publié par
Date de parution 08 mai 2012
Nombre de lectures 0
EAN13 9781781603949
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 99 Mo

Informations légales : prix de location à la page 0,0598€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Exrait

DIEBruegels
Emile Michel & Victoria Charles
Autoren: Emile Michel und Charles Bernard Direktor der deutschen Veröffentlichung: Klaus Carl Übersetzung: Isabelle Weiss
Layout: Baseline Co. Ltd. 127129A Nguyen Hue rd Fiditourist, 3 floor District 1, Ho Chi MinhCity Vietnam
Confidential Concepts, Worldwide, USA © Parkstone Press International, New York, USA ©
ISBN: 9781781603949
Alle Rechte vorbehalten. Dieses Werk darf ohne ausdrückliche vorherige Genehmigung durch den Verlag weder vervielfältigt, in einem elektronischen System gespeichert, in irgendeiner Form, sei es elektronisch, mechanisch, optisch fotomechanisch oder auf ein anderes Medium aufgezeichnet oder übertragen werden.
B Die ruegels
I nhalt
Einführung
Das Jahrhundert Pieter Bruegels d.Ä.
Seine Anfänge
Seine Meisterwerke
Die Malerfamilie
Der Stammbaum der Familie Bruegel
Anmerkungen
Bibliografie
Liste der Abbildungen
7
11
79
129
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Einführung
ach einer ersten glorreichen Blütezeit im Mittelalter, in der sie eine erstaunliche MinNiaturen – von früheren Künstlern kennen, so waren es doch die Brüder Jan (um 1390 bis Vollkommenheit erreicht hatte, verfiel die flämische und niederländische Kunst allmählich. Auch wenn wir inzwischen bewundernswerte Bilder – besonders 1441) und Hubert (um 1370 bis 1426) Van Eyck, deren Genie alles andere in den Schatten stellte. In der Tat überragten sie ihre Vorgänger in einem sonst in der Kunstgeschichte kaum bekannten Ausmaß.
Die Nachfolger der Van Eycks, die teilweise auch ihre Schüler waren oder doch mindestens unter ihrem Einfluss standen, bewegten sich zwar nicht auf demselben hohen Niveau, waren aber dennoch Künstler von Rang. Zugegeben, ihr Gefühl für die Natur war weniger durchdringend, weniger tief erlebt, ihre Ausführung weniger exakt, und dadurch, dass sie es mit der Naturbeobachtung nicht mehr ganz so genau nahmen und die Details nicht mehr mit der gleichen Akribie erfassten, büßten sie etwas von der früheren Originalität ein. Sie begannen, sich mehr und mehr an Italien zu orientieren; sie pilgerten nach Süden, ließen sich von den Eindrücken ihrer Reise überwältigen und nachhaltig beeinflussen. Man kann sich leicht vorstellen, welch unauslöschliche Wirkung die Berge und Schluchten auf diese Maler aus den weiten niederländischen Ebenen ausübten, deren Monotonie nur gelegentlich durch sanfte, rollende Erhebungen aufgelockert wird. Wie schon ihre Vorgänger, die so genannten flämischen Primitiven des ausgehenden Mittelalters, erlagen nun auch sie der Faszination der Alpen, den Gebirgstälern Tirols und des Appenins. So lenkten sie mit ihren Panoramen den Blick ins Unendliche, immer auf der Suche nach dem Pittoresken. Sie wurden nicht müde, bizarre Gebirgszüge, schroffe Felsen, tiefe Schluchten, mäandernde Flussläufe, dichte Wälder, befestigte Städte, malerische Dörfer und märchenhafte Schlösser in ihre Landschaften einzufügen. Natürlich stießen sie bei ihren Aufenthalten in fremden Städten auch auf Ruinen, auf Monumente und Skulpturen vergangener Epochen; auf Schritt und Tritt begegneten sie Überresten aus römischer und griechischer Zeit und überall entdeckten sie völlig neue Traditionen und Anschauungen. Wie hätten sie da den Versuchungen widerstehen sollen, die überall lockten? Sie wurden von ihren italienischen Malerkollegen willkommen geheißen, mit offenen Armen in ihre Gilden aufgenommen und in die Geheimnisse derars nova, der neuen Kunst, eingeweiht. Zurück von ihrer italienischen Reise, wurden diese Niederländer dann in ihrer Heimat zu Aposteln der italienischen Kunst, deren Gesetze und Regeln sie imitierten, wenn auch nicht immer mit Erfolg.
Während die flämischen Primitiven, die frühen Begründer der flämischen Malerei, durch ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit charakterisiert sind, machen sich bei den späteren flämischen Künstlern sehr heterogene, oft unvereinbare Eigenschaften bemerkbar. 1 In der Landschaftsmalerei ging es den „akademischen“ Malern wie etwa den Brils und ihren Nachfolgern in erster Linie um die dekorativen Aspekte. In ihren noch etwas gestelzt und
1. Pieter Bruegel d.Ä., Der Maler und der Kenner, um 1565. Feder und braune Tinte, 25 x 21,6 cm. Graphische Sammlung Albertina, Wien.
2. Antonys Van Dyck, Pieter Bruegel d.J.,1627-1635. Kohle, 24,5 x 19,8 cm. Sammlung Devonshire, Chatsworth.
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Einführung
3. Peter Paul Rubens, Jan Bruegel d.Ä. und seine Familie, 1612-1613. Öl auf Holz, 124,5 x 94,6 cm. Courtauld Institute of Art, Sammlung Princes Gate, London.
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ungeschickt anmutenden Kompositionen nahmen sie die poetische Inspiration voraus, die später im Werk der beiden französischen Maler, dem als Lorrain bekannten Claude Gellée (1600 bis 1682) und dem als Poussin bekannten, in Rom geborenen Gaspard Dughet (1615 bis 1675), ihren schönsten Ausdruck fand. Was die Historienbilder anbelangt, waren die sich nach Italien ausrichtenden so genannten Romanisten die einzigen flämischen Maler, die sich diesem Genre zuwandten. Von ihnen stammen gewaltige religiöse und mythologische Szenen, die allerdings als Folge der damaligen politischen und wirtschaftlichen Entwicklung immer seltener wurden: Der niederländische Adel und der Klerus waren zunehmend damit beschäftigt, ihre Machtstellung, ja zum Teil ihre Existenz, zu verteidigen, so dass ihnen weder Geld noch Zeit blieb, sich der Kunst zu widmen.
Die Tradition der „obligatorischen“ Italienreise, die der vermutlich um 1478 geborene Jan Gossaert (bis 1532; auch Jan Mabuse genannt) begründet hatte, wurde von Bernard Van Orley (um 1488 bis 1541), Michiel Van Coxie (1499 bis 1592), Lambert Lombard (1505/1506 bis 1566), Pieter Coecke d’Alost (1502 bis 1550), Frans Floris (um 1516 bis 1570), Martin de Vos (um 1532 bis 1603) und schließlich auch von Otto Van Veen und seinem berühmten Schüler Peter Paul Rubens (1577 bis 1640) fortgeführt. Neben diesen Romanisten gibt es jedoch hier und dort noch einige vereinzelte Künstler, die ihrer nationalen Tradition verhaftet blieben, exakt nach der Natur arbeiteten und in ihrem Streben nach Wahrheit minutiös die kleinsten Details ihrer Umgebung erfassten. Auch wenn ihnen der grandiose Stil ihrer illustren Vorgänger fehlte, so überzeugen sie doch durch ihren nahezu fotografischen Realismus, der noch heute von den Sitten und Gebräuchen der damaligen Zeit Zeugnis ablegt. Innerhalb dieser Gruppe ragt Pieter Bruegel d.Ä. (1526/1530 bis 1569) heraus. Er war der Erste und Bedeutendste in einer Dynastie von Malern, der Stammvater einer jener zahlreichen niederländischen Familien, in denen sich die künstlerische Ader zu vererben scheint, wie etwa auch bei den Van Eycks, den Metsys, den Van Orleys, den Pourbus, den Van Cleves, den Coxies, den Keys, den de Vos und später auch den Teniers.
Als ein Spross der flämischen Erde und auch deswegen als „BauernBruegel“ bekannt, bezog Pieter Bruegel d.Ä. seine gesamte Energie aus diesem urwüchsigen Boden, dem ein in viele Richtungen ausschlagender kräftiger Stamm entsprang. Sein direkter Nachfolger war sein Sohn Jan (1568 bis 1625) mit dem Beinamen „BlumenBruegel“, dessen Begabung zwar durchaus mit der seines Vaters vergleichbar ist, obwohl zwischen Vater und Sohn ein frappierender Kontrast besteht. Anhand der Werke dieser beiden sehr unterschiedlichen Meister soll im Folgenden die Entwicklung der Malkunst in den Niederlanden in einem durch gewaltige historische und politische Umwälzungen erschütterten Jahrhundert aufgezeigt werden.
Die Ähnlichkeiten ihrer Namen und ihrer künstlerischen Talente machen die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den Bruegels etwas undurchsichtig und verwirrend. Zur Erleichterung des Verständnisses ist deshalb am Schluss des Textes (S. 250) der von Alphonse Wauters erstellte Stammbaum der drei uns hier interessierenden Generationen abgedruckt.
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