Die Kunst der Champa
232 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

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Description

Vom 12. Oktober 2005 bis zum 9. Januar 2006 wird im Musée
Guimet in Paris eine außergewöhnliche Ausstellung mit dem Titel
„Kunstschätze aus Vietnam… Die Champa-Skulptur“ stattfinden.
Dieses Ereignis wird erstmalig die Sammlungen des französischen
Musée Guimet, der Réunion des Musées Nationaux und der
vietnamesischen Museen aus Da Nang und Hô Chi Minh-Stadt,
ehemals Saigon, zusammenführen. Die Besucher werden die in den
erwähnten Museen verwahrten Skulpturen bewundern können,
wobei, wie so oft, die privaten Sammler sich dagegen sperren, ihre
Schätze zu zeigen; vielleicht aus Furcht, aber auch, um die
Exklusivität ihrer Leidenschaft zu bewahren. Dieses Buch
präsentiert einzigartige Stücke, die einem fachfremden Publikum
gänzlich unbekannt sind und von Museumskuratoren bisher
ignoriert werden, während die großen Werke der asiatischen Kunst
den Blick auf das Unentdeckte verstellen. Zur Ergänzung dieser
Ausstellung hat Jean-François Hubert, internationaler Experte
vietnamesischer Kunst, seine Freunde gebeten, sich an der Arbeit
an diesem besonderen Buch zu beteiligen. Das Königreich von
Champa deckte um 500 n. Chr. einen weiten Teil des heutigen
Vietnam ab. In der Umgebung von Nha Trang findet man heute
noch einige wundersame Spuren davon. Die Champa-Skulptur
verwendet verschiedene Materialien, vor allem Sandstein, aber auch
Gold, Silber und Bronze; diese Werke von unvergleichlicher
Originalität veranschaulichen die indische Mythologie. Dieses
mächtige Königreich wurde um 1500 nach und nach durch die
unaufhaltsame Wanderung der Vietnamesen Richtung Süden
(„Nam Tiên“) zerstört, die ursprünglich in der Region des Roten
Flusses angesiedelt waren. Der Autor untersucht, beschreibt und
kommentiert die verschiedenen Stile der Champa-Skulpturen und
bezieht sich dabei auf eine umfassende unveröffentlichte
Ikonographie.

Sujets

Informations

Publié par
Date de parution 08 mai 2012
Nombre de lectures 0
EAN13 9781781603482
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 49 Mo

Informations légales : prix de location à la page 0,0598€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Extrait

Die Kunst der
Champa
Jean-François HubertAutor: Jean-François Hubert
Übersetzung: Goerg Robens
Layout:
Baseline Co Ltd
127-129A Nguyen Hue Boulevard,
1st district, Hô Chi Minh-Ville
© Parkstone Press International
© Confidential Concepts, worldwide, USA
© Thérèse Le Prat photograph p.11
© Extract from catalogue « La Fleur du pêcher et l’oiseau d’azur »
published by La Renaissance du livre.
François Devos for all photographs.
Weltweit alle Rechte vorbehalten
Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen.
Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte
festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.
ISBN 978-1-78160-348-2
Danksagung
Mein Dank gilt vor allem meinem Verleger Jean-Paul Manzo, der mein Vorhaben begrüßt hat
und comment der für die Ausführung zuständigen Eliane de Sérésin.
Ich möchte ihnen hier meine Erkenntlichkeit zeigen.
Eine besondere Erwähnung verdient der Fotograf François Devos, der mich freiwillig an
manch bilderreichen Ort begleitete und dort großartige Photographien machte.
Außerdem Dank allen, ohne deren Mithilfe dieses Werk nicht entstanden wäre:
Sophie Allard-Latour
Philippe Damas
Jean-Luc Enguehard
Michel Inguimberty
Jean-Paul Morin
Cang Nguyen
Eric Pouillot
Richard Prévost
Nicholas Scheeres
Marc Vartabedian.
Zuletzt möchte ich ganz besonders Joëlle Loiret danken, deren Professionalität und Gefühl für
Form und Inhalt nur von ihrer Geduld und Ausdauer übertroffen werden. Die Kunst der
Champa
Jean-François HubertInhaltsverzeichnis
Einführung 7
Champa aus historischer Sicht 17
Die Architektur der Cham 27
Die Götter und ihre Darstellung 31
Stile und Datierung der Skulpturen 39
Zusammenfassung 214
Glossar 220
Zusammenfassende Chronologie von Champa 222
Bibliographie 224
Index der Abbildungen 2286Einführung
ill man sich heute an die Reiche der Champa erinnern, so
bedeutet dies zunächst, Geschichte zu rekonstruieren, dieWverbliebenen Spuren zu schützen, die geringsten
Hinweise zu beachten, aber auch den Tod zu würdigen und die Trauer
mit zeremoniellem Ernst zu begehen. Es sind die Reiche, die in der
Erinnerung ihrer Nachkommen nur noch als undeutliche und von den
rastlosen Seelen der von den Lebenden zu fürchtenden Verstorbenen
gesummte, zwangsläufig exotische Melodien existieren.
Und doch, ihre Statuen fordern unsere Zeit heraus, verlangen ihr
Mitgefühl und rächen sich für die unerbittliche Ungerechtigkeit:
zeugen die vom Zerstörungswerk der Geschichte verschont
gebliebenen doch von einer in deren Mäandern verloren gegangenen
bedeutenden Zivilisation.
Alle Zivilisationen sterben, sie alle tragen jedoch auch Früchte. Sie
hinterlassen in der Erinnerung der Menschheit die grundlegende, mit
Worten nicht beschreibbare Ahnung von der unbegreifbaren
Unendlichkeit und vom unerreichbaren Absoluten. Dennoch ist der
Untergang der Chamzivilisation vielleicht radikaler als der anderer
Zivilisationen: Wenn man diesen Untergang nicht als Zustand begreift,
sondern mit einem Vortrag vergleicht, dann fehlen den Cham schon
seit langem Redner und Zuhörer. Und doch, welch eine Geste! Ein
geheimnisvolles Entstehen, ein Ideal der Staatenlosigkeit, ein
glorreiches Untergehen, ein angekündigter Tod im Namen der
Unmöglichkeit, anders sein zu können. Champa, das sind fünfhundert
Jahre Geheimnis, tausend Jahre der Zerstörung und dreihundert Jahre
des Vergessens.
Das Sinnvollste war, die Überreste zu erfassen, die verlorenen
Türme, die vergessenen Skulpturen, die ehrwürdigen Stätten, in denen
das Göttliche wandelte. Eine angenehme Arbeit für den mit dem
Wissensschatz seiner berühmten Vorgänger vertrauten
Forschungsreisenden, der offen ist für die Freude am vorurteilsfreien
Entdecken. Eine Statue zu untersuchen und zu begutachten bedeutet,
steingewordene Geschichte befragen. Wir haben alle in diesem Buch
Vorherige Seite
dargestellten Werke genau untersucht, gemessen, abgeklopft und
1. Garuda aus Sandstein im Thâp-Mam-Stil (12. Jh.).
beglaubigt. Sie kommen ausnahmslos aus meist unveröffentlichten Er steht vor dem Museum für Nationalgeschichte von
Vietnam (Hanoi) (Detail).Privatsammlungen und geben so der Betrachtung neue Nahrung. In der
Kunst ist nichts gefährlicher als die zu große Ähnlichkeit der Vorlagen
2. Garuda aus Sandstein im Thâp-Mam-Stil (12. Jh.).
und die Begrenzung des Blickfelds. Am Anfang des 21. Jahrhunderts Er steht vor dem Museum für Nationalgeschichte von Vietnam (Hanoi).
zeigt sich die Chamkunst im Allgemeinen und die Chamskulptur im
Besonderen als eine zutiefst ursprüngliche, von den Franzosen
wiederentdeckte und heute von den Vietnamesen für sich in Anspruch
genommene Kunst.
Zutiefst ursprünglich, denn selbst wenn man Stilvergleiche
durchführen, die Herkunft erwähnen und Einflüsse feststellen kann, so
unterscheidet sich die Chamskulptur doch von allen vorangegangenen
zeitgenössischen und späteren Strömungen der Bildhauerei.
7Einführung
Wiederentdeckt von den Franzosen: denn während der ganzen
Dauer der französischen Präsenz in Vietnam – und dies schon ab der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – haben nicht nur die den
Entdeckern nachfolgenden Architekten, sondern auch die
Inschriftenkenner und die Archäologen nicht nur einmalige, die
Dokumente und Kommentare vereinende Grundlagen erstellt,
sondern auch Großes für die Erhaltung der Chamstätten geleistet. Da
die Anwendung der französischen Sprache weltweit zurückgeht, ist es
nicht nebensächlich, festzustellen, dass sie nach wie vor
unumgänglich ist für diejenigen, die sich mit der Kunst der Cham
beschäftigen wollen: Keine präzise Bezugnahme und keine ernsthafte
Untersuchung könnte heute auskommen ohne die akribische
Auswertung und ohne die aufmerksame Lektüre der seit beinahe 150
Jahren in Französisch gehaltenen und auf verlässlichlichen Quellen
beruhenden Dokumente.
Von den Vietnamesen heute für sich in Anspruch genommen: Erst
als die Zwänge vieler Kriegsjahre überwunden waren, konnten sich
die Vietnamesen für eine Kunst interessieren, die den meisten unter
ihnen fremd geblieben war. Schließlich waren die Cham in dem die
Nationen zusammenhaltenden Kollektivbewusstsein ganz klar der im
Norden einfallende Feind, der dann, nach der bis ins zehnte
Jahrhundert dauernden chinesischen Besetzung, ein Hindernis war
für den durch die Bevölkerungszunahme im Norden unvermeidlichen
“Gang nach Süden” (“Nam Tiên”). Die Cham weckten auch ein
Schuldgefühl im vietnamesischen Unterbewusstsein. Schließlich
hatte man eine tausendjährige autochthone Kultur unwiederbringlich
zerstört und ein ganzes Volk – als eine der vierundfünfzig im Lande
gezählten Minderheiten – auf etwa 100 000 noch in Vietnam lebende
Cham reduziert. Sie leben heute hauptsächlich in der Nähe von Phan
Rang, Phan Ri und Chau Doc, alles Orte im Süden des heutigen
Vietnam.3. Inschrift von Vo-Canh Sie befindet sich vor dem
Diese Inanspruchnahme trägt heute Früchte: Die Sorgfalt bei neuenMuseum für Nationalgeschichte von Vietnam (Hanoi).
Sie datiert aus dem 3. Jh.- 4. Jh und ist nach wie vor der Veröffentlichungen, die Aufwertung und die Wiederherstellung der
Angelpunkt zahlreicher Forschungen, auch wenn die
Fundstätten, die effizienten archäologischen Arbeiten zeugen sowohl
Cham-Herkunft nicht sicher ist.
von einem landesweiten Bewusstwerden als auch von dem festen
Nächste Seite Willen, das heute zweifelsfrei vietnamesische Erbe der Cham wieder zu
4. Inschrift von Vo-Canh, Sie befindet sich vor dem Museum gewinnen.
für Nationalgeschichte von Vietnam (Hanoi) (Detail).
Es ist jedoch nicht richtig, die Kunst der Cham im Allgemeinen und
die Skulpturen der Cham im Besonderen in einer ausschließlich
historischen französisch-vietnamesischen oder in einer isolierten
landespolitischen Beziehung zu sehen. Die Chamskulpturen haben
schon vor langer Zeit ein internationales Publikum gewonnen. Zwar
wurden die ersten Museen, in denen sie ausgestellt wurden, unter
französischem Einfluss in Vietnam gegründet und sind der
französischen archäologischen Kommission für Indochina Ecole
française de l’Extrême-Orient (EFEO) – der auch die Erhaltung der
historischen Monumente in Indochina anvertraut worden war – zu
verdanken: Die Hallen der Kommission beherbergten bereits 1899
einige der in den Ruinen von Mi Son gefundenen Steine. Zwischen
1900 und 1905 kamen dann einige Skulpturen nach Hanoi und
8Einführung
9Einführung
10Einführung
schrittweise entstanden aus den Funden bei offiz

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