Die Kunst Indiens
253 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

Vous pourrez modifier la taille du texte de cet ouvrage

Die Kunst Indiens , livre ebook

-

Obtenez un accès à la bibliothèque pour le consulter en ligne
En savoir plus
253 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

Vous pourrez modifier la taille du texte de cet ouvrage

Obtenez un accès à la bibliothèque pour le consulter en ligne
En savoir plus

Description

Das Taj Mahal, auch als "Palast der Liebe" bekannt, gilt als das Wahrzeichen der Kunst Indiens, ist aber bei Weitem nicht das einzige Kunstwerk des Mogulreiches. Gekennzeichnet von Eleganz, Pracht sowie persischen und europäischen Einflüssen, reicht die Kunst Indiens von Architektur über Malerei bis zur dekorativen Kunst.

Sujets

Informations

Publié par
Date de parution 12 juin 2014
Nombre de lectures 0
EAN13 9781783109128
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 2 Mo

Informations légales : prix de location à la page 0,025€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Exrait

Layout:
Baseline Co. Ltd
61A-63A Vo Van Tan Street
4. Etage
Distrikt 3, Ho Chi Minh City
Vietnam

© Confidential Concepts, worldwide, USA
© Parkstone Press International, New York, USA
Image-Bar www.image-bar.com

Weltweit alle Rechte vorbehalten.
Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen, den betreffenden Künstlern selbst oder ihren Rechtsnachfolgern. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.

ISBN: 978-1-78310-912-8
„O du, ruhende Seele! Kehre zurück zu deinem Herrn, zufrieden und mit Wohlgefallen. So schließ ’ dich dem Kreise Meiner Diener an und tritt ein in Mein Paradies.“

— Auszug aus dem Koran, Inschrift auf dem Taj Mahal
INHALT



Biografie
Indien und seine Kunst
Mogulische Malerei


A
Akbar auf der Jagd
Die Ankunft von Nanda und seiner Familie in Vrindavan
Aurangzeb bei der Belagerung von Satar a, Kopie nach Mir Kalan Khan
Azam Sha h, Einem Künstler von Golconde zugeordnet

B
Bahadur Shah I (?) auf einem Elefanten
Bajazet vor dem Kaiser Timur
Baz Bahadur und Rupmat i, Par Faizullah Khan
Besuch des Sufis einer Schule
Bhairavi regini
Blumen mit zwei Farben, blau und rot

C/D
Chang vazir (Harfe vazier)
Cheik Abu Said Abil-Khair
Dame auf einem Bett im Freien, von Musikern begleitet
Damen auf einer Terrasse am Ufer des Wassers
Dara Shikoh (?)
Davalpa auf einem Mann
Diwan-i-Khas (Die private Audienzhalle)
Drei rote Tulpen
Durbar (Audienz) des Shah Jahan in Lahore, um Aurangzeb zu empfangen (Detail)
Durchgangsbögen in der Moschee Jama Masjid
Durga auf einer Chimäre

E
Elefan t, Par Muhammed Faqirullah Khan
Elefanten, geführt von einem Div (Dämon)
Elefanten-Karawane
Episode der Fabel ‘ Der falsche Asket ’
Episode der Fabel ‘ Der Luchs und der Löwe ’ , Niccolò Manucci
Europäische Dame
Europäische Hofszene

F
Ein Fest an der Nawab des Oudh Palasts
Eine Frau beim Besuch einer Yogini und ihrer Begleiter in der Nacht
Frauen auf dem Land unter einem Mangobaum

G
Gelehrte in einem Garten, von Dienern und Musikern umgeben
Großmogul Jahangir empfängt Mitglieder des Hofes
Guru Arjan Dev auf einem Pferd
H/I
Hahnenkampf
Die Herausforderung Mihrdoukht, Seite aus einem Manuskript des Hamzanama, 1564-1569.
Herr im Wintermantel mit seiner Frau
Herr Pathan zu Pferd, mit einem Speer bewaffnet
Hulagu Khan zerstört die Festung bei Alamu t, Basawan (Entwerfer) und Nand Gwaliori (Kolorist)
Humayun und seine Brüder in einer Landschaf t, Fathullah (?) zugeordnet
Humayun-Mausoleum
Ibrahim Adham, Sultan des Balkh, bedient von fünf houris
Indische Prinzessin, von ihren Dienerinnen und Musikern umgeben
Ein indischer Prinz
Indischer Prinz, Wasserpfeife rauchen d, Par Sital Singh
Indischer Würdenträger, vielleicht Raja Suraj Singh
Itimad-ud-Daulah-Mausoleum

J
Junger Herr in seinem zenana
Junger Prinz auf der Jagd

K
Kaiser Humayun
Kaiser Shah Jahan hält eine Iri s, Laut Hashim (?)
Kaiserlicher Ferman des Kaisers Aurangzeb
Kakubha ragini
Kampf von zwei Elefanten
Khosrow sieht Shirin beim Ba d, Mir Kalan Khan zugeordnet
Koran
L/M
Lila und weiße Blume
Madava wird vor Kamakandala ohnmächtig (Rückseite)
Madava wird vor Kamakandala ohnmächtig (Vorderseite)
Mädchen mit Papagei
Megha Raga
Ein signierter und datierter Miniaturkoran mit Emailkästchen, das als Amulett verwendet wurde
Ein Mogulprinz
Mohammed durch den Erzengel Gabriel geweckt
Mord in einer Landschaft
Muhammad Khan Bangash
Mullah Du Piyaza
Musiker und Gefolge auf einer Terrasse
Muslimische Frauen im Gebet
Muzaffar Khan schlägt einen Aufstand in Hajipur nieder

N/O
Niccolò Manucci
Nonnen und Musike r, Nachfolger von Faqirullah Khan
Ohnmächtige Madhav a, Nachfolger von Faqiruhllah Khan

P
Ein Paar von Imperialtauben
Paar auf einer Terrasse am Aben d, Nachfolger von Govardhan II
Perser auf der Jagd
Persischer Adliger und Musiker
Persischer Falkner
Pfer d, Par Muhammad Faqirullah Khan
Porträt des Kishn Das Tunwa r, Kanha
Porträt einer mogulischen Dame
Prinz auf einer Terrasse mit sechs Frauen
Prinz bei einer Mahlzeit
Prinz im Palast
Prinz Khusrau auf der Jagd
Prinz Muazzam Shah Alam auf der Jag d, Basawan oder Manohar (?) zugeordnet
Ein Prinz und sein Gefolge jagen Wasservögel
Prinzessin bei ihrer Toilette
Prinzessin Padmavati
Prinzessin wird von ihren Dienern zum Ehebett geführ t, Nachfolger von Govardham II
Der Prophet Idris (Enoch)

Q/R
Qimash 9 (Kissen)
Rabia in der Begleitung eines Yogini s, Faquirullah Khan Styl
Ram Singh von Amber
Die Reise von Zulaikha (Detail ), Bahadur Singh (?)
Reiter Kathi

S
Safed 9 (Monde)
Seite eines kalligraphischen Albums in Nastaliq-Schrift
Shah Jahan auf der Jagd
Shah Madar von Jüngern umgebe n, Vielleicht Dal Chand, laut Mir Kalan Khan
Shah Nimat ullah Wali
Shamser 4 (Säbel)
Sheesh Mahal (Spiegelsaal)
Sheikh Saadi und Khwaja Hafi z, Nachfolger von Dip Chand
Shuja Quli Khan auf einer Terrasse in Begleitung einer Dame
Süchtige konsumieren Bhang
Szene aus dem Nachtleben in einem königlichen zenan a, Par Chitarman, auch als Kalyan Das bekannt

T/U
Das Taj Mahal
Das Treffen von Rama und Lakshmana
Überquerung des Ganges durch Akba r, Ikhlas und Madhou

V/W/Y
Veranstaltungen während der Herrschaft der Abbasiden-Kalif al Mutasim
Versammlung von sechs muslimischen Ärzte n, Manohar zugeordnet
Verzierte Fassade des Akbar-Mausoleums (Detail)
Verzierte Fassade des Itmad-ud-Daula-Mausoleums
Weber
Yogi an einem Flussufe r, Bahadur Singh (?) zugeordnet
Yusuf auf dem Weg zu Zulaikh a, Bahadur Singh (?) zugeodnet
Yusuf kommt bei Zulaikha an

Z
Zal fleht den Wundervogel Simurgh an, seinen Sohn Rustam zu rette n, Miskin zugeordnet
Zwei Portugiesen während des Gesprächs
Zwei Reisende in einer Landschaft
Zwei Schmetterlinge auf Gras
Die Herausforderung Mihrdoukht, Seite aus einem Manuskript des Hamzanama, 1564-1569.
68 x 52 cm .
Madame Maria Sarre-Humann Sammlung, Ascona. (Schweiz)
Biografie



1525 Zahiruddin Babur bricht zur Eroberung Indiens auf. Später wird er der erste Mogulkaiser. Er stirbt 1532.

1546 Nasiruddin Humayan, sein Sohn und zweiter Kaiser des Mogulreiches, wird von dem Afghanen Sher Shah entmachtet und bleibt bis zu seinem endgültigen Sieg 1555 ein besitzloser Flüchtling.

1550 Die beiden Künstler Mir Sayyid Ali und Khwaja Abd as-Samad kommen an den Hof in Kabul. Die Geschichte der mogulischen Malerei beginnt mit Mir Sayyid Ali, der beauftragt wird, die Illustrierung des Hamzanama , auch Dastan-e-Amir Hamza , ( Epos von Hamza ) in zwölf Bänden zu je hundert Blatt zu beaufsichtigen.

1556 Jalaluddin Akbar besteigt den Thron des Mogulreiches. Er verleiht Ustad Mansur, einem mogulischen Maler und Hofkünstler, den Adelstitel. Ein weiterer Künstler, Govardhan, ist einer der Illustratoren des Baburnama ( Buch des Babur ). Akbar stirbt.

1569 Der Bau der Stadt Fatehpur Sikri läutet eine neue Ära indischer Herrschaft ein. Architekten, Maurer und Bildhauer sind involviert. Maler gestalten die Wände der öffentlichen Hallen und Privatwohnungen.

1570 Fertigstellung des Mausoleums Humayuns in Delhi.

1570 Beginn der indopersischen oder mogulischen Schule des Zeichnens und der Malerei.
Herr Pathan zu Pferd, mit einem Speer bewaffnet, um 1720.
Aquarell-Deckfarbe und Gold, roter Rand mit
goldener Girlande, Rahmen aus bunten Blättern,
wahrscheinlich Nepenthes,
27,3 x 19,5 cm ; Folio, 40,3 x 27,3 cm .
Bibliothèque nationale de France, Paris.
1573 Illustrierung eines Manuskripts des Hamzanama , im Originalzustand aus 1400 Miniaturen bestehend.

1590 Hundert Künstler werden als Meister ihres Werks ausgezeichnet.

1605 Nuruddin Jahangir, Akbars Sohn, wird der neue Mogulkaiser. Er regiert bis 1627. Während seiner Herrschaft entwirft Ustad Mansur für das Baburnama eine aus acht feinsten kleinen Miniaturen bestehende Serie.

1605 Der Maler Basawan illustriert das Akbarnama , Akbars offizielle Biografie, das ein Novum in der indischen Kunst darstellt.

1628 Krönung Shah Jahans, des dritten Sohnes Jahangirs. Er stirbt 1657.

1628 Fertigstellung des Itimad-ud-Daula-Mausoleums.

1648 Fertigstellung des Taj Mahal in Agra.

1648 Fertigstellung des Roten Forts in Delhi für Shah Jahan.

1659 Aurangzeb Alamgir wird neuer Kaiser des Mogulreiches. Er stirbt 1707.

1674 Fertigstellung der Badshahi-Moschee.

1820 Ende der mogulischen Schule.

1857 Untergang des Mogulreiches als Folge der Gründung der Kolonie Britisch-Indien durch das Britische Königreich.
Indien und seine Kunst

Beim Thema Indienforschung muss man wegen der hier zu behandelnden enormen Materialvielfalt eine deutliche Zurückhaltung üben. Angesichts dieser Komplexität habe ich mich auf eher subjektive Ergebnisse gestützt, die auf meinen persönlichen Erfahrungen und Interpretationen beruhen und daher mehr oder weniger unwissenschaftlich sind.
Spricht man von Indien, einem Land, das mit seiner enormen Größe dem Betrachter mehr Schönheit bietet als viele andere Länder der Welt, so ist ein beschreibender Tonfall durchaus gerechtfertigt.
Humayun-Mausoleum
1570
Roter Sandstein. Delhi

Der Subkontinent Indien ist ein ungemein vielfältiges Land und kann daher weder ethnologisch noch geographisch und erst recht nicht kulturell als Einheit betrachtet werden. Dies führt zu der Vermutung, dass das Indien vieler Schriftsteller eher ihrer Vorstellung als der eigentlichen Realität entspricht. Die durch den Wunsch nach Farbe und Bewegung geweckte Anziehungskraft des Bildhaften ist bei den heutigen, über beschränkte Horizonte und eine von ökonomischer Notwendigkeit begrenzte Lebenserfahrung lächelnden Generationen weit verbreitet.
Diwan-i-Khas (Die private Audienzhalle)
um 1571, Akbar-Dynastie
Roter Sandstein
Fatehpur Sikri, Uttar Pradesh

Dort in Indien lässt sich überall Zauber finden, dort scheinen die Forderungen nach Notwendigkeiten leichter erfüllt zu werden, dort verläuft das Leben im Rhythmus des tropischen Wechsels der Jahreszeiten, dort wird das Brot direkt aus dem reichen Schoß der Erde geerntet. Farben bereichern den Tag und springen ins Auge, etwa das plötzliche Erstrahlen einer Frucht oder einer Blume im Sonnenschein oder auch die kaleidoskopische Menge in engen Straßen. Eine tropische Stadt zu betreten ist so, wie im Traum in das Leben eines toten Jahrhunderts einzutreten.
Durchgangsbögen in der Moschee Jama Masjid
1571, Akbar-Dynastie
Roter Sandstein mit weißem Marmor und grüner
und blauer Emaileinlage. Fatehpur Sikri, Agra, Uttar Pradesh

Diese Bewegung existiert nicht ohne Parallelen, und das Bildhafte und die Interpretation spielen in ihrer Darstellung eine bedeutende Rolle; es lässt sich tatsächlich etwas Präraffaelitisches in ihr finden. Der heutige Materialismus wird von der indischen Spiritualität kontrolliert. Kunst und Handwerk stehen überall in Blüte und im Mittelpunkt der sozialen Ordnung des Dorfes. Indien wird aus der Asche Indiens erstehen. An dieser Stelle kann daher behauptet werden, dass es keinen besseren als den jetzigen Zeitpunkt gibt, um einen Überblick über die Kunst Indiens zu geben, damit sowohl die Wertschätzung als auch der verlorene Austausch zwischen Orient und Okzident besser eingeschätzt werden können.
Mädchen mit Papagei
Seite aus einem Manuskript
des ‘Papageienbuches’ (Tutinama), 1580-1585
17 x 13 cm. Chester Beatty Library, Dublin

Die Nationalisierung dieses Themas wurde in der Tat von einigen Autoren ausführlich erläutert. Sie steht jedoch im Gegensatz zum Geist einer wahren Kritik und einer vollen Wertschätzung. Der Gegensatz von östlicher Spiritualität und westlichem Materialismus ist eine rückhaltlose Verallgemeinerung, während die Forderung nach einer metaphysischen Basis für jede Art von Kunst genauso nutzlos und inkonsequent ist wie die Forderung nach der Existenz der ewigen, unveränderlich klassischen Maßstäbe.
Episode der Fabel ‘Der Luchs und der Löwe’
Niccolò Manucci, Folio von einem
Manuskript des ‘Papageienbuches’ (Tutinama)
1580, Akbar-Dynastie, Gujarat, Patan
Aquarell-Deckfarbe und Tinte, 31,9 x 22,9 cm
Virginia Museum of Fine Arts, Richmond

Kunst kann nicht festgelegt werden, zumindest solange nicht, wie die Geisteswissenschaften, auf denen unsere Kultur beruht, eine Bedeutung haben. Geographische Unterschiede sollten heutzutage für eine Würdigung kein Hindernis sein, sondern vielmehr ein zusätzlicher Anreiz, da doch für die meisten von uns die Entdeckungsreisen innerhalb der Zeiten des örtlichen Fahrplans stattfinden. Es ist dabei bedauerlich, dass in den Köpfen vieler der Osten zwar eine romantische, aber relativ unbestimmte Assoziation hervorruft, die das Außergewöhnliche betont und dazu führt, dass an die Stelle der Wertschätzung nur Neugier tritt.
Mord in einer Landschaft
um 1580
Aquarell-Deckfarbe und Gold, 13,6 x 14,7 cm ;
Folio, 32,5 x 29 cm
Bibliothèque nationale de France, Paris

Moderne Malerei und Bildhauerei sorgen in einem Umfang für eine klare Linie des Fortschritts und logischer Lehren, so dass viele Künstler der jüngeren Schulen als Akademiemitglieder bezeichnet werden könnten. Dieser Prozess kann mit dem der modernen wissenschaftlichen Methoden verglichen werden: Die moderne Kunst ist in der Tat das Ergebnis ästhetischer und methodischer Forschung. Von den Bildern Claude Monets (1840 bis 1926) über Paul Cézanne (1839 bis 1906) bis hin zu den heutigen Künstlern kann die Geschichte lediglich im Rahmen intellektueller Abenteuer und ästhetischer Entdeckungen erzählt werden.
Hahnenkampf
Illustration von ‘ Aja ‘ ib al-makhlukat oder
‚,Wunder der Schöpfung“ von Qazvini, um 1585
Aquarell-Deckfarbe, roter Rand mit goldenen Zacken,
Rahmen mit blauen Blumen, 10,4 x 20,1 cm
Bibliothèque nationale de France, Paris

Die Wirkung der persönlichen Vision der Künstler der Moderne ist eine Erweiterung des Verständnisses von ästhetischem Interesse und eine Neubewertung unbekannter oder bisher unberücksichtigter Dinge: archaische griechische Skulpturen, afrikanische Skulpturen, gotische Skulpturen, chinesische Malerei und Bildhauerei, die Harmonie feingearbeiteter Teppiche oder die Ausdruckskraft primitiven Designs und nicht zuletzt die indische Kunst in allen ihren Facetten. In Anbetracht dieser einst abgelehnten und verachteten Reichtümer sind die Lehrsätze der vergangenen Generationen in all ihrer Unkenntnis, Intoleranz und Selbstgefälligkeit geradezu halsstarrig.
Davalpa auf einem Mann Illustration von ‘ Aja ‘ ib al-makhlukat oder Wunder der Schöpfung von Qazvini
um 1585
Aquarell-Deckfarbe und Gold, Rand aus blauem Papier,
Rahmen mit Blumenstrauß von bunten Blumen, 20,6 x 11,6 cm
Bibliothèque nationale de France, Paris

Diese Bewegung ist so lebendig und wohl begründet, dass ich mich bei der Arbeit an einem Überblick über die indische Kunst eher für eine ästhetische als eine archäologische Untersuchung entschieden habe. Um dies zu unterstützen, habe ich mich auf das Wort lebender Künstler berufen, deren kreative Sicht und freundschaftliche Würdigung den Grundstein für eine präzisere Kritik legten als die Logik der Archäologie und anderer Wissenschaften, die jede Diskussion lediglich jenseits des Themas Kunst führen.
Episode der Fabel ‘ Der falsche Asket ’
Seite aus einem Manuskript
des Kathasaritsagaras
um 1585-1590
Virginia Museum of Fine Arts, Richmond

Am 28. Februar 1910 erschien in der Times über den Unterschriften dreizehn hervorragender Künstler und Kritiker folgende Erklärung:

Wir, die nachfolgend aufgeführten Künstler, Kritiker und Kunststudenten [...] sehen in der besten Kunst Indiens den erhabenen und angemessenen Ausdruck religiöser Emotion eines Volkes sowie ihre tiefsten Gedanken über das Göttliche. Wir erkennen in der heiligen Darstellung des Buddhas eine der größten künstlerischen Inspirationen der Welt.
Die Ankunft von Nanda und seiner Familie in Vrindavan
Seite aus einem Manuskript des Harivamsha, 1586-1590
Akbar-Dynastie, Gujarat, Patan
Aquarell-Deckfarbe und Tinte, 40,8 x 30 cm
Virginia Museum of Fine Arts, Richmond

Wir verstehen, dass die Existenz einer mächtigen, blühenden und eigenständigen Kunsttradition für das indische Volk von unschätzbarem Wert ist und dass sie und alle, die die Leistungen auf diesem Gebiet achten und bewundern, diese mit der größten Ehrfurcht und Liebe bewahren sollten. Im Gegensatz zum Stereotyp bestimmter traditioneller Formen denken wir, dass nur in der organischen Entwicklung einer nationalen Kunst der Vergangenheit der Pfad des wahren Fortschritts zu finden ist.
Porträt des Kishn Das Tunwar
Kanha, Folio des Salim-Albums
1590, Akbar-Dynastie, Patan, Gujarat
Aquarell-Deckfarbe und Tinte, 23,8 x 15,1 cm
Virginia Museum of Fine Arts, Richmond

Wir sind sicher, dass wir zum großen Teil im Sinne einer europäischen Sichtweise sprechen und möchten unseren indischen Kollegen in Handwerk und Studium versichern, dass ihre nationale Kunstschule, die immer noch Vitalität und Möglichkeit zur Interpretation indischen Lebens und Denkens aufzeigt, sich immer unserer Bewunderung und Zustimmung sicher sein kann, solange sie sich selbst treu bleibt. Wir verachten nichts, was auch immer aus fremden Quellen aufgenommen wird und vertrauen darauf, dass der einzigartige Charakter bewahrt wird, der eine natürliche Folge der Geschichte und Zustände des Landes ist sowie der antiken und tief religiösen Konzepte, die den Stolz Indiens und der gesamten östlichen Welt darstellen.
Sheesh Mahal (Spiegelsaal): das Deckengewölbe im Winterpalast des Fort Amber ist überzogen mit minutiösen Einlegearbeiten aus Spiegeln (Detail)
1592, Akbar-Dynastie
Spiegel und weißer Marmor. Nahe Jaipur, Rajasthan

Diese Erklärung wurde anlässlich eines Vortrages verfasst, der von Sir George Birdwood (1832 bis 1917), dem Chronisten der indischen industriellen Künste, vor der Royal Society of Arts gehalten wurde. Tatsächlich war das oben Gesagte dreißig Jahre zuvor schon einmal gedruckt worden, aber der Zeitpunkt für einen solchen Aufruf war damals noch nicht reif gewesen. Man kann Birdwood in keiner Weise mangelnde Zustimmung für indische Kultur und für indisches Leben vorwerfen.
Veranstaltungen während der Herrschaft der Abbasiden-Kalif al Mutasim
Seite aus einem Manuskript des Traikh-i-Alfi
1593-1594, Akbar-Dynastie
Aquarell-Deckfarbe und Tinte, 41,1 x 25,4 cm
Virginia Museum of Fine Arts, Richmond

  • Accueil Accueil
  • Univers Univers
  • Ebooks Ebooks
  • Livres audio Livres audio
  • Presse Presse
  • BD BD
  • Documents Documents