Galle
196 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

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Galle , livre ebook

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Description

Émile Gallé (1846-1904), eine Ikone des französischen Jugendstils, versuchte die Schönheit und Einfachheit der Natur in seinen Glasarbeiten festzuhalten. Dabei schuf er Kunstwerke, die auch als „Poesie in Glas“ bezeichnet werden und von der innovativen Kraft seiner Arbeit als Künstler und Designer zeugen. In diesem Text widmet sich Gallé der Schönheit und dem Einfallsreichtum innerhalb seines eigenen Werkes

Sujets

Informations

Publié par
Date de parution 13 novembre 2014
Nombre de lectures 0
EAN13 9781783102952
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 5 Mo

Informations légales : prix de location à la page 0,0448€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Exrait

Autor:
Émile Gallé

Layout:
Baseline Co. Ltd
61A-63A Vo Van Tan Street
4. Etage
Distrikt 3, Ho Chi Minh City
Vietnam

© Confidential Concepts, worldwide, USA
© Parkstone Press International, New York, USA
Image-Bar www.image-bar.com

Weltweit alle Rechte vorbehalten.
Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen, den betreffenden Künstlern selbst oder ihren Rechtsnachfolgern. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.

ISBN: 978-1-78310-295-2
Émile Gallé





Émile Gallé

Inhalt



Einleitung
Der Naturfreund
Das Bessere ist ein Feind des Guten
Das symbolische Dekor
Zum lothringischen Künstlerbankett am 16. Februar 1901 ausgesprochener Toast
Das Porzellan
Die Schule von Nancy in Paris
Der Meister der Glaskunst
Die Pasteur - Vase
Der Balsambaum
Das Wrack
Die Vase Prouvé
Der offizielle Künstler
Über den Prix de Rome
Die Ausstellungen des Jahres 1897
Meine Zustellungen an den Salon
Goncourt und das Kunsthandwerk
Der Dekorateur
Zeitgenössisches, von der Natur verschöntes Mobiliar
Der Tisch mit Gartenkräutern
Die Früchte des Geistes
Biografie
Abbildungsverzeichnis
Helmkanne, um 1878.
Fayence, gelber Scherben, weiße Zinnglasur,
Höhe: 45 cm ; Breite: 38 cm ; Tiefe: 19 cm .
Landesmuseum Württemberg, Stuttgart.
Einleitung





Kaffee-Service Chasseur et Chasseresse , 1882-1884.
Fayence, gelber Scherben, kleisterblaue Zinnglasur;
Kaffeekanne: Höhe: 26,5 cm ; Breite: 22 cm ; Tiefe: 15 cm .
Musée de l ’ École de Nancy, Nancy.


Am Ende des 19. Jahrhunderts sah Westeuropa die Geburt einer großen Erneuerung im Bereich der angewandten Künste. Dabei lag das Hauptaugenmerk auf der Naturnachahmung. In der Tat wurden in den 1860er Jahren entscheidende wissenschaftliche Arbeiten (von Haeckel, Kommode, Blossfeldt, u.a.) veröffentlicht, die der neuen Kunst ein Formenrepertoire boten und in Richtung Moderne verwiesen.

Parallel dazu entwickelte sich ein Geschmack für japanische Kunst durch Persönlichkeiten wie Hayashi Tadamasa, einem Kunsthändler, der sich in Frankreich niederließ und somit Westeuropa die Entdeckung der japanischen Produktionsweisen ermöglichte. Die japanische Kunst basiert auf der Naturbeobachtung – der poetischen Interpretation natürlicher Formen. Wissenschaft und Kunst wiesen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine ähnliche Tendenz in Richtung Erneuerung auf.

Dies ging Hand in Hand mit einem künstlerischen Erwachen der Nationalitäten in ganz Westeuropa. Es war nicht mehr nur eine Frage des vergangenen oder ausländischen Geschmacks. Stattdessen entwickelte jede Nation ihre eigene Ästhetik. Des Weiteren bestand die Notwendigkeit, Dekorationen zu reduzieren, nützliche Verzierungen und Objekte in den Vordergrund zu rücken. Dies war durch verschiedene Tendenzen während des Jahrhunderts verboten gewesen: „[In diesem Jahrhundert] gibt es keine Volkskunst“, sagte Émile Gallé 1900. Aber in den 1870er bis 1880er Jahren kehrten diese Kräfte zurück. Was in der Vergangenheit als überflüssig erschienen war, erfuhr schließlich erneute Beachtung auf dem Gebiet der Kunst. All diese Ereignisse fanden in Westeuropa zur gleichen Zeit statt und führten im späten 19. Jahrhundert zur Geburt des Art nouveau (dt. Jugendstil), dessen Name perfekt auf die Erneuerungen verwies. Obwohl häufig eine stilistische Ähnlichkeit bestand, variierte die formale Entwicklung des Jugendstils von Land zu Land.
Vier Schalen Fleurs Ornemanisées, aus dem Service Animaux héraldiques , 1884. Fayence, grauer Scherben,
kleisterblaue Zinnglasur, Höhe: 3,5 cm ; Breite: 22 cm ;
Tiefe: 19 cm . Landesmuseum Württemberg, Stuttgart.


Die Pariser Weltausstellung von 1889 spiegelte das Ausmaß des Jugendstil-Einflusses wider: er betraf nicht nur sämtliche Bereiche der Kunstschöpfung, sondern auch die nationalen Gegebenheiten. In Frankreich explodierte der Jugendstil im Jahr 1895 zur gleichen Zeit, als die Plakate von Alfons Mucha für Sarah Bernhardt in der Rolle der Gismonda für Furore sorgten. Im Dezember des gleichen Jahres eröffnete Siegfried Bing, ein Kunsthändler mit deutschen Wurzeln, aber französischer Staatsbürgerschaft, eine Galerie, die sich vollkommen dem Jugendstil widmete, und leistete somit einen großen Beitrag zur Verbreitung des neuen Genres. Auf dem Gebiet der angewandten Kunst erlangte Émile Gallé – ein in Nancy geborener Glasmacher, Tischler und Töpfer – über ein Jahrzehnt Berühmtheit mit seinen Kunstwerken im Jugendstil. Seine Leidenschaft für die Botanik nahm er durch den Handel mit Fayencen und Glaswaren seines Vaters im Jahr 1877 auf. Seine Inspiration bekam er durch die Natur, aber auch die japanischen Künstler, die er sammelte. Er entwickelte neue Techniken, beantragte Patente und führte verschiedene Schritte der Arbeitsteilung, ein Erbe der Industriellen Revolution, in seinen Werkstätten ein. Während der Weltausstellung 1889 erhielt Gallé drei Auszeichnungen für seine Entwürfe, jeweils in einer anderen Kategorie. Daher erhielt er vom Kritiker Roger Marx den Beinamen homo triplex .

Im Jahr 1901 gründete Gallé zusammen mit Victor Prouvé (1858-1943), Louis Majorelle (1859-1926) und Eugène Vallin (1856-1922) die Alliance des Industries d ’ Art , bekannt auch unter dem Namen Schule von Nancy . Ihr Ziel war es, die Trennung zwischen den Disziplinen abzubauen: Es sollte kein Unterschied mehr zwischen den erfahrenen und unerfahrenen Künstlern geben. Die Natur ist die Grundlage seiner Ästhetik, somit die Erschaffung von Blumen- und Pflanzenstilisierungen. Diese Übertragungen mussten industriell gefertigt werden können. Jedoch, nachdem der Jugendstil seinen Höhepunkt im Jahr 1900 erreicht hatte, verschwand er schnell wieder aus der Welt der Kunst. Im Gegensatz zu seinem vorrangigen Anspruch ist der Jugendstil eigentlich ein eher luxuriöser Stil und schwierig in großen Mengen reproduzierbar. Die Weltausstellung von Turin im Jahr 1902 zeigte, dass sich bereits eine neue Kunstbewegung etablierte, der Art déco.
Schreibzeug, um 1878. Fayence ,
gelblicher Scherben, weiße Zinnglasur,
Höhe: 13,5 cm ; Breite: 34 cm ; Tiefe: 20,5 cm .
Landesmuseum Württemberg, Stuttgart.
Der Naturfreund





Tintenfass Marguerite , vor 1872.
Fayence, gelbrötlicher Scherben, weiße Zinnglasur,
Höhe: 6,5 cm ; Breite: 7 cm ; Tiefe: 7cm.
Landesmuseum Württemberg, Stuttgart.
Miniaturkommode, vor 1872.
Fayence, gelbrötlicher Scherben, weiße Zinnglasur,
Höhe: 13,5 cm ; Breite: 23 cm ; Tiefe: 14,5 cm .
Landesmuseum Württemberg, Stuttgart.


Das Bessere ist ein Feind des Guten

Die Notwendigkeit, ständig etwas Neues zu schaffen, lässt uns manchmal die Regeln des guten Geschmacks und der ästhetischen Gefühle vergessen. Haben wir es nicht schon miterlebt, wie die Menschen von einem Unsinn wie einer grünen Rose schwärmten? Eine grüne Rose ist keine Rose, es ist Rosenkohl. Der vielleicht auf geschäftlichen Anforderungen beruhende Wunsch nach Innovationen würde schließlich dazu führen, alles das rückgängig zu machen, was die Natur an Charmantem geschaffen hat, und müsste Grazie durch Sprödigkeit ersetzen. Aus der Veilchenblume machen wir so ein Mauerblümchen und freuen uns darüber.

So kann man einen unserer brillanten und außerordentlichen Kollegen von der Gartenbauliteratur sehen, der die folgenden befremdlichen Zeilen verfasste, um die Haltung einer der anmutigsten Pflanzen zu beschreiben:

Wenn ich die Gattung Fuchsia einmal kritisieren müsste, dann wäre es die herabhängende Anordnung der Blüten, denn man kann sie nur von unten her sehen, wie Ohrringe, dadurch sind sie für Blumensträuße ungeeignet.

Er befürwortete daher eine alte Form, die Fuchsia erecta , von der er ein Beispiel zeigt:

Schauen Sie sich diese massiven Stangen an, geschwollen, abnormal, diese steifen Stiele, sozusagen ,aus Eisen gemacht ’ , dann werden Sie ein Gefühl dafür bekommen, was die Natur, wenn auch durch intensive Landwirtschaft manchmal ausgerottet, so gut gemacht hatte, um von unten nach oben gesehen zu werden.

Der Blumenhändler Garo kann etwas Hässliches zu einem der schönsten, zierlichsten Blumenarrangements komponieren, diese winzigen Gewindeglocken, diese Korallen und Granat-Anhänger, diese ,Ohrringe’, wie es von unserem guten Freund Carrière betont wurde. Er konnte ja nicht wissen, wie recht er hatte, denn der berühmte Pariser Juwelier Lucien Falize (1837-1897) schuf mit Rubinen und Diamanten an einem Tag die schönsten Verzierungen für die Ohren einer Prinzessin aus Tausendundeiner Nach

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