Goya
256 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

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Goya , livre ebook

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Description

Goya ist einer der zugänglichsten Maler. Seine Kunst ist wie sein Leben ein offenes Buch und es ist nicht die Kunst einer idealen, sondern einer garstigen und unheimlichen Welt. Er kam als Sohn eines Vergolders in einem kleinen Bergdorf mit hundert Einwohnern zur Welt. Als Kind arbeitete er zusammen mit seinen Geschwistern auf dem Feld, bis sein Zeichentalent entdeckt wurde. Dank der Vermittlung eines Gönners kam er als 14-Jähriger zu einem Hofmaler in Saragossa in die Lehre und zog als 19-Jähriger nach Madrid. Abgesehen von wunderbar dekorativen Kartons für die Gobelinmanufaktur und fünf kleinen Bildern malte Goya bis zu seinem 37. Jahr nichts Bedeutendes, doch nach seiner Bestellung zum Hofmaler entfaltet er eine Produktivität, die der von Rubens nicht nachsteht. Es folgt ein zeitweise von Krankheit getrübtes Jahrzehnt unglaublichen Schaffens und der Skandale. In seinen Radierungen zeigt er sich als herausragender Zeichenkünstler. In seiner Malerei ist er stark von Velásquez beeinflusst und wie dieser von seinem Modell abhängig, wobei er sich einer rücksichtslosen Wirklichkeitstreue befleißigt, die gelegentlich auch in die Karikatur umschlägt. Hässlichkeit wird genau so dramatisiert wie Liebreiz und Schönheit. Seine Grafikzyklen, die Kaprizen und die Kapriolen sind aufs Sorgfältigste durchdacht und psychologische Meisterwerke. Seine “fantastischen Figuren” erfüllen uns mit einer hämischen Freude, regen unsere diabolischen Instinkte an und lassen uns erschauern. Am deutlichsten offenbar wird sein Genie in seinen Radierungen über die Schrecken des Krieges. Neben diesen Darstellungen wirkt jedes andere Kriegsbild blass und sentimental. Er konzentriert sich auf vereinzelte Szenen der Grausamkeit. Nirgendwo sonst zeigt er eine solche Beherrschung von Form und Bewegung, so dramatische Gesten und eine so gekonnte Wirkung von Licht und Dunkel wie in diesem Aufbegehren gegen die Gewalt. Doch malte er auch volksnahe Vergnügungen sowie Portraits. Vergessen wir nicht, dass dieser außerordentlich vielseitige Künstler auch das schönste spanische Aktbild, die Nackte Maja, schuf.

Sujets

Informations

Publié par
Date de parution 01 juillet 2011
Nombre de lectures 0
EAN13 9781780424798
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 33 Mo

Informations légales : prix de location à la page 0,025€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Exrait

Goya
Seite 4: Selbstporträt, 1815 Öl auf Holz, 51 x 46 cm Königliche Akademie San Fernando, Madrid
Design: Baseline Co Ltd 19-25 Nguyen Hue District 1, Ho Chi Minh-Stadt Vietnam
ISBN : 978-1-78042-479-8
© Sirrocco, London, UK (German Edition) © Confidential Concepts, New York
Weltweit alle Rechte vorbehalten
Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.
Goya 1746-1828
s gibt keine Regeln in der Malerei“, erklärte Goya im Jahre 1792 in einer Ansprache vor der „E Königlichen Akademie San Fernando in Madrid. Er empfahl, es den Studenten zu erlauben, ihr künstlerisches Talent frei zu entfalten und sich von den Meistern ihrer Wahl inspirieren zu lassen, statt sie zu zwingen, ausschließlich den Lehrmeinungen der klassizistischen Schule zu folgen. Als seine eigenen Lehrmeister führte Goya stets Velázquez, Rembrandt und die Natur selbst an, doch entzieht sich sein Werk, das eine bemerkenswerte Stilvielfalt aufweist, einer klaren Einordnung. Francisco Goya lebte von 1746 bis 1828 und schuf in dieser Lebensspanne von 82 Jahren ein überwältigendes Gesamtwerk von ungefähr 500 Ölbildern und Wandgemälden, nahezu 300 Radierungen und Lithographien und mehreren hundert Zeichnungen. Als Maler und Graphiker gleichermaßen kompetent, experimentierte er mit einer Vielzahl unterschiedlichster Techniken, und arbeitete als einer der Ersten an dem neuen Steindruckverfahren – der Lithographie. Francisco Goya, Sohn eines Vergoldemeisters, wurde am 30. März 1746 in Fuendetodos, einem kleinen Dorf in der Region Aragón, geboren. Als Goya noch ein Kind war, zog die Familie in das Handelszentrum Saragossa, die Hauptstadt Aragóns, wo Goya auch die Stiftsschule Escuelas Pias de San Antón besuchte. Im Alter von vierzehn Jahren nahm Goya bei José Luzán y Martinez, einem einheimischen religiösen Maler, Zeichen- und Malunterricht. Luzán machte seine Schüler mit den Werken der Großen Meister vertraut, indem er sie alte Kupferstiche kopieren ließ. Unter seinen Schülern waren auch die drei begabten Brüder Francisco, Manuel und Ramón Bayeu, die später Goyas Schwager werden sollten. Die Zeichnung, die Goya im Jahre 1763 zur Aufnahme an der Königlichen Akademie San Fernando in Madrid einreichte, erhielt vom Aufnahmekomitee nicht eine einzige Stimme. Auch der erneute Versuch, den er drei Jahre später machte, scheiterte. So kam es, dass Goya im Jahre 1770 nach Italien ging und dort wohl Rom und Neapel besichtigte. Im April 1771 wurde ein Bild, das er an der Accademia di Belli Arti von Parma vorgelegt hatte, lobend erwähnt. Im Juni desselben Jahres kehrte er nach Saragossa zurück und erhielt dort seinen ersten bedeutenden Auftrag, – die Ausmalung des coreto, des Chorgewölbes der Basilika El Pilar, der großen gotischen Kathedrale der Stadt. Im Juli 1773 heiratete er Josefa Bayeu, die Schwester der drei ehemaligen Mitschüler. Das Paar hatte sieben Kinder, von denen jedoch nur eines das Erwachsenenalter erreichte. Der Umzug Franciscos und Josefas nach Madrid erfolgte im Winter 1774 auf Goyas ersten königlicher Auftrag – einer Serie von Entwürfen für Wandteppiche, die im privaten Speisesaal des künftigen Königs Karl IV. in der Residenz El Escorial hängen sollten. Dieser Auftrag ging an Goya aufgrund der Empfehlung Mengs, der zuvor Francisco Bayeu mit Arbeit betraut hatte; er verschaffte Goya eine einträgliche Stelle in der Königlichen Teppichmanufaktur, und so malte dieser mehrere Jahre lang weitere Kartonserien.
In den 1780er Jahren war Goya recht erfolgreich. Nachdem er im Jahre 1780 endlich zum Mitglied der Königlichen Akademie San Fernando ernannt worden war, wurde er 1785 auch stellvertretender Leiter der Malklasse. Im Juni 1786 wurde ihm, verbunden mit einem Jahreseinkommen von 15.000 Reales, der Titel Hofmalerverliehen. Seine Karriere dauerte an, obwohl Karl III 1788 starb. So stieg er unter Karl IV. zum Kammermaler des Königsauf. Seiner neuen Stellung angemessen, fügte Goya seinem Namen einvonbei. Doch wurde er, geboren als Sohn einfacher Leute und weitab vom Glanz des Hofes aufgewachsen, trotz seiner offiziellen Stellung am Hofe niemals zum Höfling. 1799 übertrug man ihm die höchste Stellung eines Künstlers; er wurde der 1. Maler am Hofe mit einem jährlichen Einkommen von 50.000 Reales, mit dem man ihn auch unter Ferdinand VII. weiterhin bedachte, obwohl es Goya gelang, sich seinen Pflichten als Hofmaler nun zu entziehen. Goyas Porträtmalerei hatte von Anfang an großen Anklang gefunden, seine Anstellung am Hofe garantierte ihm zudem, dass er kontinuierlich Aufträge bekam. Goyas besondere Fertigkeit als Porträtmaler war die Gabe, die Persönlichkeit eines Modells zu erfassen und diese im Porträt wiederzugeben, statt sich auf eine rein getreue Abbildung zu beschränken. Die über zweihundert erhaltenen Porträts sind repräsentativ für die spanische Gesellschaft der damaligen Zeit. So hinterließ Goya der Nachwelt unter anderem die Bildnisse dreier Könige, derer Familien und Höflinge, sowie zahlreicher spanischer Aristokraten. Ebenso finden sich politische Machthaber, Staatsmänner, Freidenker und Offiziere, allesamt Hauptakteure der Geschichte Spaniens porträtiert. Doch malte Goya nicht nur die Elite, sondern ebenso Handwerker, Arbeiter und die Opfer der Armut. Er sympathisierte sogar mit den spanischen Aufklärern, die den Hof und die Werte, die er verkörperte geradezu zurückwiesen. Daneben arbeitete Goya lange Zeit auch an größeren Projekten religiöser Einrichtungen mit. Die Schirmherrschaft der Kirche begann in Saragossa wo Goyas Heiligenbilder sehr gefragt waren, mehr Raum einzunehmen. Richtete sich Goya bei der Gestaltung seiner Werke anfangs noch sehr nach den Vorgaben seiner Auftraggeber, so gewann er, als seine Stellung als Maler am Hofe gesichert war, zusehends an Selbstsicherheit, so dass er die traditionellen Themen auf neue, teils kühne Art und Weise darstellte, und diese als Altarbilder oder Fresken für die Kirchen Madrids entwarf. Auch der Darstellung der verschiedenen Bereiche des spanischen Alltagslebens widmete sich Goya sehr intensiv. Eine Vielzahl dieser Werke verwirklichte er aus eigenem Antrieb: in seinen persönlichen Skizzenbüchern finden sich zahlreiche Entwürfe zu dieser Thematik. Doch auch die Arbeit in der Wandbild-Manufaktur von Santa Barbara, bei der Goya mit der Anfertigung von Tapeten für die Residenz des Königs betraut war, gestattete ihm die Gestaltung einer ganzen Reihe von Szenerien, die der Beobachtung des Alltagslebens entstammten. Meist handelt es sich um eine unbekümmerte Darstellung des Lebens in Madrid und in dessen Umgebung. Daneben findet man aber ebenfalls Abbildungen, die als Zeugnisse einer sehr frühen Gesellschaftskritik zu werten sind.
Goya wurde ein Meister der Radierung und machte von dieser Technik Gebrauch, um seine persönlichen Betrachtungen festzuhalten. In seinen meisterhaften Radierungen und zahlreichen Skizzen stellte er die Ungeschliffenheit und den Wahnwitz der Menschheit dar. Seine kritische Betrachtungsweise schien sich später durch seine Taubheit, die tragische Folge einer Infektion im Jahre 1792, noch zu verstärken. Der Besetzung Spaniens unter Napoleon im Jahre 1808, der ein zehnjähriger Kampf um die Wiedererlangung der Unabhängigkeit folgte, bedeutete für Goya das zweite schwere Ereignis in seinem Leben. Die Grausamkeiten, die während des Krieges sowohl von der einen als auch der anderen Seite begangen wurden, hielt Goya in zahlreichen Radierungen als Zeugnis menschlicher Grausamkeit fest. Mit dem Alter zog sich der Künstler immer mehr aus dem öffentlichen Leben zurück, und die ikonographischen Elemente in seinen Arbeiten weisen einen zunehmend irrealen, phantastischen Charakter auf. Lange schon hatten ihn Aberglaube und Wahnsinn fasziniert, aber erst jetzt im Alter bemalte der Taube die Wände seines Landhauses, derQuinta del Sordo“, mit gewaltigen, düsteren Bildern, die allgemein als die Schwarzen Bilder“ bekannt sind. Als Ferdinand VII. im Jahre 1823 die Wiederherstellung seiner absolutistischen Herrschaft gelang, schob Goya, von Spanien zutiefst enttäuscht, als Vorwand einen für seinen schlechten Gesundheitszustand notwendigen Kuraufenthalt vor, und erhielt die Erlaubnis, nach Frankreich reisen zu dürfen. Er ließ sich in Bordeaux nieder, wo bereits mehrere Vertreter des liberalen Spaniens in selbst auferlegtem Exil lebten. Der König genehmigte mehrmals eine Verlängerung des Aufenthalts. Im Mai 1826 kehrte Goya schließlich nach Madrid zurück und bat den König darum, sich zur Ruhe setzen zu dürfen, und doch noch mit einem kleinen Gehalt bedacht zu werden. Ferdinand bewilligte seinen Wunsch, und Goya kehrte nach Bordeaux zurück, wo er zwei Jahre später, am 16. April 1828 starb. Die Beschäftigung mit Goyas Leben und Werk lässt viele Widersprüche offen zu Tage treten. Fast vierzig Jahre lang war er der erste Maler bei Hofe und dokumentierte den glanzvollen Wohlstand der Aristokratie. Zugleich war er ein sehr liberaler Geist, und das in einem der europäischen Länder, die noch am wenigsten von der Aufklärung durchdrungen waren. Unermüdlich kommentierte er die gesellschaftlichen und sozialen Zustände seiner Zeit. Er verabscheute Autorität in jeder Form. In seinen privaten Arbeiten drückte Goya ein universelles Leid aus und erstellte eine umfassende Analyse der menschlichen Natur. Zwar war Goyas Charakter pragmatischer Natur, doch beschäftigten ihn zunehmend beunruhigende Phantasien und Übernatürliches. Goyas Ablehnung des Heldentums und seine Weigerung, glorifizierende oder idealisierende Darstellungen zu schaffen, hatten großen Einfluss auf die französischen Realisten in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Von Goya inspiriert, malten Jean-François Millet und Gustave Courbet die Arbeiterklasse und deren harte Lebensbedingungen. Auch andere französische Maler stehen in Goyas Schuld, so zum Beispiel Eugène Delacroix und Honoré Daumier, um nur zwei zu nennen. Sein vielleicht größter Bewunderer war Edouard Manet, der für einige seiner wichtigsten Bilder auf Goyas Meisterwerke als Quelle der Inspiration zurückgriff.
Die Verehrung des Namen Gottes
1772 Fresko, 700 x 1500 cm Basilika El Pilar, Saragossa
Selbstporträt
1773-1774 Öl auf Leinwand, 58 x 44 cm Sammlung Ibercaja, Saragossa
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