Hans Memling
213 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

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Hans Memling , livre ebook

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Description

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger van Eyck war Memling, der lange Zeit als ein weniger bedeutender Maler galt, kein Hofmaler, sondern ein Maler des Bürgertums. Memling geriet im 17. und 18. Jahrhundert in Vergessenheit, wird heute aber aufgrund des seine Porträts prägenden perfekten Gleichgewichts aus Realismus und Idealisierung als einer der größten Maler der Vereinigten Provinzen des 15. Jahrhunderts angesehen. Seine Kompositionen, zumeist Diptychen und Triptychen für Altarbilder, offenbaren ein vergleichbares Talent mit dem van Eycks. Sein Auge für Details und seine zeichnerische Präzision, seine technische Meisterschaft und seine kompositorische Begabung brachten so großartige Meisterwerke wie Das Jüngste Gericht (1466-1473), Die mystische Vermählung der Heiligen Katharina (1479) und Die sieben Freuden Mariä (1480) hervor.
Dieses Buch untersucht auf der Grundlage einer reichhaltigen Sammlung aus Reproduktionen von Memlings wichtigsten Gemälden, die die schönen Gesichter und die von den damaligen künstlerischen Konventionen vorgesehenen demütigen Posen unterstreichen, das komplexe Talent dieses bedeutenden Künstlers.

Sujets

Informations

Publié par
Date de parution 15 septembre 2015
Nombre de lectures 1
EAN13 9781783106554
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 2 Mo

Informations légales : prix de location à la page 0,0598€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Exrait

Autor: Alfred Michiels (Auszug)
Übersetzung: Claudia Ade und Waltraud Boll
Redaktion der deutschen Veröffentlichung: Klaus H. Carl

Layout:
Baseline Co. Ltd
61A-63A Vo Van Tan Street
4. Etage
Distrikt 3, Ho Chi Minh City
Vietnam

© Parkstone Press USA, New York
© Confidential Concepts, Worldwide, USA
Image-Bar www.image-bar.com
© The National Gallery, London, Abbildung 1 , 2 , 3 , 4 , 5

Weltweit alle Rechte vorbehalten.
Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.

ISBN: 978-1-78310-655-4

Anmerkung des Herausgebers
Aus Respekt vor der einzigartigen Arbeit des Autors wurde der Text nicht aktualisiert, was die Änderungen bezüglich der Zuschreibungen und Datierungen der Werke betrifft, die bisher unsicher waren und es in manchen Fällen immer noch sind.
Alfred Michiels




HANS MEMLING
Inhalt


Vorwort
I. Memlings Anfänge
II. Memling zwischen Geschichte und Legende
Volkstümliche Traditionen
Authentische Informationen
III. Alter und Genie Memlings
IV. Memlings bedeutendste Werke
In Belgien aufbewahrte Werke
Die Werke außerhalb Belgiens
Die Geschichte des Christophorus
Memling als Miniaturenmaler
Eigene Untersuchungen
GOSSART
MABV
MABUSIUS.
V. Meister Memling, zwischen Einflüssen und Authentizierungen
Memlings Schüler
Memlings authentische Werke
BRÜGGE
ANTWERPEN
BRÜSSEL
DEN HAAG
LONDON
CHISWICK
SHREWSBURY
BERLIN
MÜNCHEN
LÜBECK
WIEN
TURIN
FLORENZ
PARIS
KUPFERSTICH
Memling zugerechnete Werke
Fälschlicherweise Memling zugerechnete Werke
Verloren gegangene Werke
Index
Notes
Hans Memling, Bildnis eines Mannes, um 1470.
Öl auf Eichenholz, 33,3 x 23,2 cm .
The Frick Collection, New York.


Vorwort


Wenn man sich Brügge nähert, sieht man einen hohen, kriegerisch anmutenden Turm, der die Dächer der Stadt überragt und vom Aussehen her eher einem Bergfried als dem Glockenturm einer Kirche ähnelt. Dennoch gehört er zur Kirche Notre Dame . Weder Leisten noch Statuen oder Verzierungen aus Stein schmücken das imposante Gemäuer. Seine mächtigen Mauern ragen stolz empor, ernst wie ein Gedanke aus einer anderen Welt, nackt und trist wie ein Gefängnis. Schwärme von Dohlen umkreisen den Turm und rufen mit kurzen, heiseren Schreien oder lassen sich in einer Reihe auf seiner Spitze nieder wie eine Gruppe mystischer Vögel. Von Norden her taucht die Sonne das Gebäude in ihr fahles Licht und der neblige niederländische Himmel lässt scharfkantige Gebilde daraus entstehen. Vom Turm aus sieht man in der Ferne das mit Schaumkronen bedeckte Meer. Und dieses Bild inspiriert den Betrachter auf ganz natürliche Weise zu poetischen Empfindungen und versetzt ihn in einen Zustand der Meditation.
In der malerischen Stadt Brügge offenbaren sich jedem Liebhaber alter niederländischer Kunst immer wieder wundervolle Überraschungen. Wenn ihre Sehenswürdigkeiten auch nicht mit denen anderer großartiger Städte Europas konkurrieren können, so war die Stadt Brügge doch im 14. und 15. Jahrhundert ein zentraler Warenumschlagplatz und die bedeutendste Hansestadt, in der die Handelsfürsten ihren Wohnsitz hatten. Leider hat sich all dies geändert; heute ist Brügge nicht mehr Tummelplatz der Reichen und hat keine wirtschaftliche Bedeutung mehr. Früher waren die Häuser mit heute über die ganze Welt verteilten Gemälden von Memling und anderen großen Künstlern angefüllt. Heute besitzt Brügge nur noch wenige authentische Werke seiner großen Meister.
Ganz in der Nähe dieser heiligen Zufluchtsstätte, im Schatten des Glockenturms, befindet sich ein weiterer Ort, der ebenfalls unter dem Schutz und der Herrschaft des Wortes Gottes steht: das Saint-Jean-Hospital . Seine Gründungszeit ist nicht bekannt, es wird jedoch bereits im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Um das Jahr 1397 nahmen die dort lebenden Mönche die Regeln des Hl. Augustinus an. Sie gelobten, das menschliche Leid zu erleichtern, waren jedoch durch die Gründungsurkunde daran gebunden, nur Bürger aus Brügge und Maldeghem aufzunehmen. In der Folge verbrachten die Ordensleute viel von ihrer Zeit damit, an den Betten der Leidenden zu sitzen und ihnen tröstliche Worte zuzusprechen. In der Zwischenzeit wurde ein Museum daraus, das Gebäude an sich hat sich jedoch kaum verändert. Durch die gotischen Spitzbogenfenster dringt Tageslicht in das Gebäude mit seinen Giebeln und Wasserspeiern. Unter dem Spitzbogengewölbe erwarteten die Kranken das Ende all ihrer Leiden auf Erden. Zwischen den einzelnen Gebäuden befand sich ein ruhiger Innenhof mit saftig-grünen Lindenbäumen und einem kleinen Teich, auf dem Enten schwammen. Einige Patienten genossen hier an schönen Tagen die frische, von einer süßen, tief sitzenden Melancholie erfüllte Luft, die ihren Ursprung in vergangenen Ängsten hat, sämtliche Organe schwächt und von der Hoffnung mit ihren magischen Visionen erheitert wird.
Hans Memling, Bildnis eines Mannes, um 1472.
Öl auf Eichenholz, 35,3 x 25,7 cm .
Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel.


Im Inneren der Hospitalkirche (die Gebäude wurden im 19. Jahrhundert getrennt) stößt man auf den berühmten Reliquienschrein der Hl. Ursula aus dem Jahr 1489 und auf weitere Meisterwerke von Hans Memling. Über fünf Jahrhunderte lang wurden sie sorgsam aufbewahrt, und der von ihnen ausgehende Zauber zieht den Betrachter in seinen Bann und versetzt ihn in längst vergangene Zeiten. Er folgt dem Lauf des ewigen Flusses und entsteigt seinem Boot fernab von unserer Zeit, inmitten von anderen Bauten und anderen Generationen, an Gestaden, die die Menschheit schon längst verlassen hat. Die Menschentypen, Sitten, Trachten, Leidenschaften und Überzeugungen dieser Zeit werden vom Pinsel des Künstlers festgehalten für alle Ewigkeit – genau wie die Natur. Sanftes, gedämpftes Licht erhellt die Gemälde und eine tiefe Stille umgibt den Betrachter; das von draußen hereindringende Raunen unterstreicht die poetischen Empfindungen: Der Wind säuselt und streichelt die Fensterkreuze, Schwalben fliegen zwitschernd um die Dächer, von weitem lärmt es aus der Stadt wie ein reißender Bergbach. In den Gedanken nehmen diese Geräusche Gestalt an und - überwältigt vom Geist der Vergangenheit – meint man, die Stimmen längst vergangener Zeiten zu vernehmen.
Weshalb waren diese Gemälde im Besitz eines Hospizes?
Diese lästige, aber unausweichliche Frage bekümmert jeden Kunsthistoriker, weil es darauf keine befriedigende Antwort gibt. Memling – wie so viele flämische Meister – wurde vor missgünstigen Blicken versteckt und seine Existenz hinterließ keine Erinnerungen. Ein schier undurchdringliches Geheimnis umgibt ihn: Zwar kennt und bewundert man seine Begabung, doch von seiner Biographie ist nichts bzw. kaum etwas bekannt; seine Geschichte setzt sich aus einigen vagen Überlieferungen und nüchternen Aufzeichnungen zusammen. Selbst sein Name war lange Zeit umstritten, so dass dessen Schreibweise erst Anfang 1861 festgelegt wurde. [1]
Hans Memling, Bildnis ein es Mannes der Lespinette Familie, um 1485-1490.
Öl auf Holz, 30,1 x 22,3 cm . Mauritshuis, Den Haag.
Hans Memling, Bildnis eines Mannes mit Brief, um 1475.
Öl auf Holz, 35 x 26 cm . Uffizien, Florenz.


I. Memlings Anfänge


In der Zeit des italienischen Quattrocento schlossen sich die nordeuropäischen Künstler nicht einer einzigen Kunstrichtung an, sondern entwickelten sich schnell und beständig weiter. Wenn auch die Werke einiger Künstler Ähnlichkeiten aufweisen, so gibt es in den Gemälden der großen Meister dieser Epoche, wie beispielsweise Jan van Eyck (um 1390 bis 1441), Rogier van der Weyden (um 1399 bis 1464), Hugo van der Goes (um 1440 bis 1482) oder auch Hans Memling (um 1433 bis 1494) doch grundlegende Unterschiede. Jeder von ihnen steht auf seine Weise für die „alte“ bzw. „neue Schule“. Wenn auch das XV. Jahrhundert in Flandern gelegentlich als „einfache Skizze“ des blühenden XVII. Jahrhunderts eines Rembrandt Harmens van Rijn (1606 bis 1669) oder eines Jan Vermeer van Delft (1632 bis 1675) dargestellt wird, so bleibt es doch eine reiche und einzigartige Epoche. Die vorangegangenen Jahrzehnte dieser bewegten Zeit waren von Migrationsbewegungen der niederländischen Künstler geprägt, die zwar den Ruhm ihrer Kunst mit sich brachten, aber in gewisser Hinsicht auch das Ende der „alten Schule“ kennzeichneten. Hans Memling war einer von ihnen. Und unter all den großen Namen, die ihr angehörten, ist es Memling, auf den Brügge ganz besonders stolz sein kann.
Und dennoch war er bereits hundert Jahre nach seinem Tod in dem Land, das er mit so vielen seiner Werke be

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