Malewitsch
256 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

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Malewitsch , livre ebook

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Description

Kasimir Malewitsch (1878-1935) war ein Maler und ein großer Kunsttheoretiker, vor allem aber war er der Begründer des Suprematismus, einer auf geometrische Formen gegründeten Ausprägung der reinen abstrakten Kunst. „Der Suprematismus“, schrieb er, „hat mich etwas entdecken lassen, das bis dahin noch nicht verstanden worden war, … im menschlichen Bewusstsein gibt es ein unüberwindliches Verlangen nach Raum und den Willen, der Erde zu entfliehen.“
Diese neue Publikation präsentiert die brillanten Arbeiten Malewitschs, dieses höchst originellen Künstlers, der sich erst im Alter von 27 Jahren wirklich ernsthaft der Malerei zuwandte und sich das Zeichnen aus bloßer Neugier und reiner Freude am Lernen aneignete. Gerry Souter macht uns einmal mehr mit den Werken eines brillanten Künstlers sowie einer neuen Sichtweise der Persönlichkeit des Künstlers vertraut.

Sujets

Informations

Publié par
Date de parution 08 mai 2012
Nombre de lectures 1
EAN13 9781780425115
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 41 Mo

Informations légales : prix de location à la page 0,0598€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Exrait

malewitsch
Gerry SouterText: Gerry Souter
Übersetzung: Dr. Martin Goch und Isabelle Weiss
Redaktion der deutschen Veröffentlichung: Klaus H. Carl
Layout:
BASELINE CO LTD
33 Ter - 33 Bis Mac Dinh Chi St.,
Star Building; 6th floor
District 1, Ho Chi Minh City
Vietnam
© Parkstone Press International, New York, USA
© Confidential Concepts, worldwide, USA
Alle Rechte auf Vervielfältigung und Verbreitung bleiben für alle Länder
vorbehalten. Wenn nichts anderes vermerkt ist, liegt das Copyright der
wiedergegebenen Werke bei den jeweiligen Photographen. Trotz unserer
intensiven Recherchen war es uns in einigen Fällen nicht möglich, die
Urheberrechte zu wahren. Im Falle einer Beanstandung bitten wir Sie, sich
mit dem Verlagshaus in Verbindung zu setzen.
ISBN: 978-1-78042-511-5Gerry Souter
MALEWITSCH
Reise ins UnendlicheInhalt
Einleitung 7
I Jugend in den Steppen 11
II Die Entdeckung der Kunst und ihre Experimente:
Impressionismus, Fauvisten, Kubisten und Futuristen 27
III Die Suprematisten 105
IV Der Flug stürzt auf die Erde 187
Biographie 252
Bibliografische Anmerkungen 253
Liste der Abbildungen 2546Einleitung
us dem Orchester der osteuropäischen Kunst ertönte 1915 ganz plötzlich ein schriller
Missklang, der die Aufmerksamkeit des künstlerischen Establishments weckte. Der schrilleA Ton kam von einem Künstler, der zunächst figürlich gemalt und sich anschließend auch als
Kubist und als Futurist versucht hatte. Es war Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch, Sohn eines
ukrainischen, in der Zuckerrübenindustrie tätigen Angestellten. Dieser junge Maler entsprang dem
Chaos des russischen Realismus und Futurismus als ein voll ausgereifter, ungegenständlicher
Suprematist mit einer ganz eigenen, stark verschlüsselten und scheinbar undurchdringlichen
visuellen Sprache. Kein Zweifel, da war etwas Besonderes, etwas Geniales, es musste entweder ein
massiver Intellekt hinter diesen Bildern stecken oder ein schwer fassliches, fragiles, durch Osmose
entstandenes Talent.
Malewitsch war ein Spätentwickler, bei dem sich viele Einflüsse über Jahre hinweg angestaut hatten,
ohne dass eine geradlinige, kontinuierliche Entwicklung bemerkbar gewesen wäre. Künstler aller Zeiten
haben sich bei ihrer Suche nach geistiger Orientierung in philosophische Werke vertieft und dann
anhand der vielfältigen gewonnenen Eindrücke und Einsichten schließlich ihren individuellen Stil
gefunden. Auch Kasimir Malewitsch tat dies. In seinem Fall ist es jedoch das Kometenhafte seines
Aufstiegs an die Spitze der Welt der Kunst, das ihn von anderen unterscheidet. Bei ihm gab es keine
allmähliche Evolution, er schlug ein wie ein Meteorit.
Während die abstrakten neuen Strömungen wie Dadaismus, Surrealismus, Futurismus,
Kubismus und Expressionismus zu Anfang des 20. Jahrhunderts in Westeuropa und den USA zur
Blüte gelangten, entstand der Suprematismus in dem brodelnden geopolitischen Hexenkessel
Russlands und des Ostens. Diese Form der gegenstandslosen Malerei war das Produkt eines
großen, von den aufstrebenden besitzlosen Klassen angeführten Kampfes, der Gleichgesinnte in
Ost und West zu Verbündeten machte, die über Jahrhunderte von Kaisern und Zaren unterjocht
und ausgebeutet worden waren. Der Suprematismus war in einem solchen Maß revolutionär, dass
er mit der Zeit in eine Gegenrevolution umschlagen musste. Denn unter der unbarmherzigen
Ideologie Lenins und der eisernen Faust Stalins gab es nur Platz für eine Revolution. Jegliche von
den verbindlichen Vorgaben der kommunistischen Parteilinie abweichende Ausdrucksform wurde
damit notwendigerweise als antipatriotisch und volksfeindlich verschrien und verfolgt. So konnte
das Kunstestablishment der westlichen Welt nur tatenlos zusehen, wie die Suprematisten nach
und nach lautlos ihren Abschied nahmen.
Genau so schnell, wie er die gegenstandsfreie Malerei für sich entdeckt hatte, so schnell wandte
sich Malewitsch auch wieder von ihr ab. Er übernahm Lehrtätigkeiten an einer Reihe staatlicher,
teilweise neu gegründeter russischer Akademien und verschrieb sich dem Aufbau neuer Strukturen
in Kunst und Kultur des jungen sowjetischen Staats. Doch ab 1921 drehte sich der Wind. Die
kommunistische Bürokratie stellte sich gegen den Suprematismus als einer bürgerlichen
Kunstrichtung und schloss das Institut, dem Malewitsch vorstand. In der Gewissheit der ständigen
Überwachung durch Stalins Geheimpolizei OGPU beschloss Malewitsch, den spätimpressionistischen
Malstil seiner Anfangsjahre wieder aufzunehmen und seine neuen, nun wieder gegenständlichen
Werke auf die Zeit vor 1910 zurückzudatieren. Vermutlich war dieser Schritt zurück zum
Gegenständlichen eine Überlebenstaktik oder eine Folge der Resignation, jedenfalls war er ein Selbstbildnis, 1910-1911.
gezeichneter Mann. Er konnte sein Werk vor der gigantischen Maschine des patriotischen Gouache auf Karton, 27 x 26,8 cm.
Sozialistischen Realismus der KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion) nicht verstecken, Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau.
7die Kunst nur in dem Maß zuließ, als sie den Zielen der kommunistischen Doktrin diente. Malewitsch
erlag 1935 einer Krebserkrankung und starb in völliger Vergessenheit, während die Welt von der
Krise der großen Depression unaufhaltsam auf einen erneuten Krieg zusteuerte.
Glücklicherweise haben etliche von Malewitschs Werken die Jahrzehnte der Anfeindung und
der Repressalien überstanden. So kann eine neue Generation versuchen, seine Bilder aus ihrer
eigenen Sicht und vor dem historischen und politischen Hintergrund zu interpretieren. Während
der Suprematismus von vielen als eine bloße Fußnote in der Geschichte der Kunst abgetan wird,
kommt Kasimir Malewitsch auf jeden Fall ein Platz unter den großen Namen der Malerei zu. Mit
seinem plötzlichen Erscheinen auf der Bühne der abstrakten Kunst verdient er es durchaus,
neben Paul Klee, Clyfford Still, Juan Miro, Jackson Pollock, Yves Tanguy, Wassili Kandinski, Piet
Mondrian und László Moholy-Nagy genannt zu werden. Ihm ging es darum, das nicht
Ausdrückbare auszudrücken und innere Synapsen auf völlig neue Weise zu verknüpfen, um so
Momente gemeinsamer Erkenntnisse und Bewusstseinszustände zu erzeugen. Er reduzierte sein
inneres Erleben auf ein visuelles Destillat auf dem Fundament einer Reihe philosophischer
Konstrukte, die er mit religiöser Inbrunst verinnerlicht hatte.
Wie bei den anderen großen abstrakten Malern überfällt uns auch bei Malewitsch die
unwiderstehliche Neugier, den Schleier zu lüften und zu entdecken, was diesen Künstler antrieb.
Leben und Wirken von Kasimir Malewitsch erzeugten eine Welle von ungeheurer Dynamik im ruhig
dahinplätschernden Fluss der Kunstgeschichte. Seinem Beitrag zur nicht gegenständlichen Kunst
gingen zahlreiche evolutionäre Werke voraus, die dem Spätimpressionismus, dem Fauvismus, dem
Kubismus und dem Futurismus zuzurechnen sind. In ihnen offenbart sich seine Suche nach einer
ganz persönlichen Weltschau. Gefolgt wurden sie von einer ebenso bedeutsamen Reihe von
figürlichen Bildern, Ausdruck einer sich aufbäumenden Vitalität unter dem Joch der Repression.
Und auch wenn die daraus entstehende Flutwelle des Suprematismus sich allmählich wieder legte
und höchstens ein bisschen Schaum auf der Wasseroberfläche zurückließ, so erzeugte sie doch die
Neugierde, zahlreiche philosophische Konzepte unter die Lupe zu nehmen und neu zu deuten. Was
immer man auch von Malewitsch halten mag, er hatte den Mut und das Durchhaltevermögen, sein
künstlerisches Wirken in einem Klima fortzuführen, das Neuerungen und radikalen Ideen äußerst
feindselig gegenüberstand.
Heute haben wir ein besseres Verständnis für Kasimir Malewitsch, einen Gefangenen seiner Zeit
und des damaligen politischen Milieus. Die Undurchdringlichkeit und das Geheimnis seiner
persönlichen Philosophie haben zu einer Fülle von durchaus unterschiedlichen, wenn auch
gleichermaßen gültigen Interpretationen geführt. Doch in einem sind sich alle seine Interpreten einig:
Malewitsch war ein Genie, dem unsere Bewunderung und unser Respekt gebührt.
8Ein Künstler, der schöpferisch tätig ist statt nachahmt, drückt sich selbst aus. Seine
Werke sind nicht Spiegelbilder der Natur, sondern neue Tatsächlichkeiten, die nicht
weniger bedeutsam sind als die Tatsächlichkeiten der Natur selbst.
Kasimir Malewitsch, Die Gegenstandslose Welt.
Besinnung
Es zieht der Strom unendlich sich
Hinab zum blauen Meer;
Vergebens wandert der Kosak,
Dem Glücke hinterher.
Kommt er an am fernen Strand;
Rauscht des Meeres Gischt.
Es leidet des Kosaken Herz,
Doch seine Seele spricht:
“Wohin, du ungebet’ner Gast?
Was ließest du daheim
Den Vater und die Mutter dein,
Dazu ein Mägdelein?
Menschen leben im fremden Land
in anderer Manier.
Niemand reicht dir seine Hand,
Keiner red’t mit dir.”
Der Kosak ruht am fernen Strand;
Vor eine

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