Monet
256 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

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Monet , livre ebook

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Description

Als Impressionist zu gelten war für Monet eine Auszeichnung. Er war es aus tiefer Überzeugung und blieb es bis an das Ende seines langen Lebens. Er begnügte sich mit einem einzigen Genre, dem der Landschaftsmalerei. Hier aber brachte er es zu einer Vollkommenheit, an die keiner seiner Zeitgenossen heranreichte. Im Sommer jenes Jahres kam es zu gemeinsamen Malübungen mit Boudin (1824 bis 1898) am Meeresstrand. “Mit der Zeit gingen mir die Augen auf und ich begann, die Natur zu verstehen; zugleich lernte ich, sie zu lieben” – so erinnert sich Monet später an diese gemeinsamen Exerzitien. Er besucht nicht die Ecole des Beaux-Arts, sondern zieht die von Monsieur Suisse, einem ehemaligen Modell Davids, gegründete freie “Académie Suisse” vor. Hier war es möglich, für einen geringen Beitrag lebende Modelle zu malen und zu zeichnen. Die Farbskala der Bilder, die Monet 1871 und 1872 malte, ist nicht sehr breit; sie erinnert an die der Barbizon-Schule und an die Seestücke Boudins. Die Grundtöne sind braungelb und blaugrau. Im Jahr 1877 wurde die dritte Ausstellung der Impressionisten eröffnet, bei der Monet zum ersten Mal eine Bilderserie zeigte. Mit seinem Motiv, dem Bahnhof Saint-Lazare, setzte Monet nicht nur Manets Die Eisenbahn und seine eigenen Landschaftsbilder aus Argenteuil fort, er schloss sich darüber hinaus der bei den Künstlern wachsenden Tendenz an, sich von diesem Transportmittel faszinieren zu lassen. In seinem Wohnort Giverny wurden die Bilderserien Monets wichtigste Arbeitsmethode. In den 1890er Jahren entdeckte Monet London. Zwar begann er die Bilder allesamt in London, beendete viele von ihnen aber in Giverny. Für den Schriftsteller Octave Mirbeau (1848 bis 1917) war Monet ein Mensch, der Wunder vollbrachte: Mit Hilfe der Farben habe er auf der Leinwand das Sonnenlicht, etwas nahezu Unfassbares, nachgebildet und es um eine Unzahl prismatischer Facetten bereichert. Tatsächlich hat Monet das Potenzial der Farbe mit nahezu wissenschaftlicher Strenge bis zu seinen äußersten Konsequenzen getrieben; kein anderer Impressionist ist darin so weit gegangen wie er, und es ist wenig wahrscheinlich, dass man in dieser Richtung hätte noch weitergehen können.

Sujets

Informations

Publié par
Date de parution 01 juillet 2011
Nombre de lectures 0
EAN13 9781780424811
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 33 Mo

Informations légales : prix de location à la page 0,025€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Exrait

Monet
Seite 4: Pierre Auguste Renoir, Porträt Claude Monet, 1875, Öl auf Leinwand, 85 x 60,5 cm, Musée d’Orsay, Paris
Design: Baseline Co Ltd 19-25 Nguyen Hue District 1, Ho Chi Minh-Stadt Vietnam
ISBN : 978-1-78042-481-1
© Sirrocco, London (German Edition) © Confidential Concepts, New York
Weltweit alle Rechte vorbehalten
Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.
Monet 1840-1926
laude Oscar Monet wurde am 14. November 1840 in Paris geboren. All seine Kindheits – und Jugenderinnerungen aber sind mit Le Havre verbunden, wohin die Familie Mitte der 40er Jahre des 19. zugCute und so erhielt er, neben Unterweisungen des Schullehrers, von ihr die ersten Lektionen in der Mal-und Jahrhunderts übergesiedelt war. Dass seine Tante in ihrer Freizeit Bilder malte, kam dem begabten Jungen Zeichenkunst. Doch den stärksten Eindruck hinterließ der Künstler Eugène Boudin, dessen Bekanntschaft Monet während dieser Zeit in der Normandie machte. Boudin riet Monet davon ab, seine Zeit weiterhin für Karikaturen, die dem jungen Mann den ersten Erfolg brachten, zu verschwenden, und seine Aufmerksamkeit stattdessen auf die Landschaftsmalerei zu richten. Boudin empfahl ihm, Meer und Himmel zu beobachten, und seinen Blick auf die Menschen, die Tiere, Häuser und Bäume zu richten. Die Weiterbildung Monets erfolgte sowohl in Paris, als auch in der Normandie; und zwar nun in einem Umfeld aus Künstlern. Diese Lebensphase Monets glich in vielerlei Hinsicht der anderer Maler seiner Generation, doch unterschied sie sich zugleich von diesen, da sich bereits Monets äußerst individuelle Züge, wie auch seine ganz eigenständige Schaffensweise abzeichneten. Den Museen zog Monet die laufenden Ausstellungen, wie auch Kontakte mit den zeitgenössischen Künstlern vor. Die historischen wie auch religiösen Gemälde Boulangers, Gérômes, Baudrys und Gigouxs, interessierten ihn nicht. Corot hingegen erachtete er als „wunderbar“, Théodore Rousseau als „sehr gut“, Charles Francois Daubigny als „hervorragend“ und Constant Troyon als „großartig“. Troyon, Tier- und Landschaftsmaler, empfing Monet und gab ihm kleine Orientierungshilfen: so sollte er sich darin üben, Menschen abzubilden, Kopien alter Meister im Louvre beispielsweise anzufertigen und sollte ein bekanntes Atelier, wie zum Beispiel das von Thomas Coutures, besuchen. So begann Monet einen entscheidenden Bezugspunkt seines eigenen Schaffens bei den Landschaftsmalern der Schule von Barbizon, zu denen auch Troyon gehörte, zu finden. Die von dieser angestrebte Wiedergabe der Natur war eine zugleich einfache und direkte. Dank der Künstlerwerkstatt Charles Gleyres, die Monet im Jahre 1862 bezog, freundete er sich mit Bazille, Renoir und Alfred Sisley an. Pissarro begegnete er sogar schon etwas früher. Bald interessierte sich Manet für ihn und begann sein Schaffen aufmerksam zu verfolgen. Während den 60er Jahren war Monet noch auf der Suche nach den Themen und Motiven seiner Malerei, doch unternahm er es hierbei nicht, sich dem Alten, der Literatur oder der Exotik zuzuwenden. Er war bestrebt, im Dienst der Wahrheit zu stehen und sich von der Gegenwart inspirieren zu lassen. Monets Figurenszenerien beschränkten sich auf die Abbildungen des engen Kreises der ihm nahestehenden Personen. Auch mit diesen Bildern scheint uns Monet zeigen zu wollen, dass eine der großen Aufgaben künstlerischen Schaffens darin bestehe, das Alltägliche und Vertraute zu würdigen, es zu verstehen und gerade auch darin das Schöne und Poetische zu entdecken. Noch intensiver, nuancierter und feiner vermag Monet dies in seiner Landschaftsmalerei auszudrücken. Anfang der 70er Jahre schien Monet sich offenbar dieses besonderen Talents bewusster zu werden. Immer seltener malte er Szenerien, in denen sich auch Menschen fanden, und schließlich widmete er sich einzig und allein der Landschaftsmalerei. Doch bleibt der Mensch in seinen Landschaftsbildern stets präsent, sei es auf dem Felde, im Garten, auf einer Landstraße, oder bei einer Bootsfahrt. Für Monet ist der Mensch unabdingbarer
Bestandteil dieser Welt; ohne ihn zerbräche die Harmonie. So kehrte Monet zur Konzeption von Mensch und Natur zurück, wie sie beispielsweise der Landschaftsmalerei Nicolas Poussins eigen ist. Ein bevorzugtes Motiv Monets war das Wasser: die Küste der Normandie bei Le Havre, Trouville und Honfleur ebenso wie die Seine. Doch reizten ihn auch Ansichten von Paris, Gärten, Waldwege, Baumgruppen oder Lichtungen. In Monets Bildkompositionen nehmen diese Motive stets den Platz im Vordergrund ein. Die Malerei war für Monet von Anfang an das einzige für ihn denkbare Metier, und so war er gezwungen, dieses auch als Einkommensquelle zu sehen und seine Arbeiten zu verkaufen. Der im Jahre 1863 eröffnete „Salon des Refusés“ konnte sich zur Zeit des Zweiten Kaiserreiches nicht durchsetzen. So bemühte sich Monet im Jahre 1865, in den „Salon officiel“ aufgenommen zu werden. Gerade die Jahre zwischen 1860 und 1870 waren hinsichtlich Monets künstlerischer Entwicklung bedeutsame Jahre. In dieser Zeit entstanden Werke, die ihn nicht nur als ehrgeizigen Debütanten, sondern bereits als eigenständigen Meister und Innovateur ausweisen. 1871 begab sich Monet auf die Reise nach England und Holland, und lernte dort während seines Aufenthalts die Werke Constables und Turners kennen. Im Jahre 1874 begannen die vom „Salon officiel“ abgelehnten Künstler ihren Kampf um mehr Anerkennung, um das Recht, selbst Ausstellungen organisieren zu dürfen. Auch ihr Verhältnis zum Publikum wollten sie neu definieren. Sie wollten nun selber in Kontakt mit dem Publikum treten, um nicht länger von überkommenen Idealen eingeschränkt zu werden, sondern die Kunstinteressierten vielmehr an neue Ideale und Prinzipien heranzuführen. So ein Aufbegehren hatte man bis dahin nicht gekannt. Vor den Impressionisten hatte es nicht eine einzige Gruppenausstellung außerhalb des Salons gegeben und so waren sie die Pioniere, die mit der Tradition brachen. Auch Monet gehörte zu diesen Vorkämpfern, deren erste Ausstellung am 15. April 1874 auf dem Boulevard des Capucines eröffnet wurde. Ab 1872 verbrachte Monet die meiste Zeit in Argenteuil, einem kleinen Städtchen an der Seine, nicht weit von Paris. Hierher kamen auch viele Künstler zu ihm gereist; ein Umstand, der Monets herausragende und führende Rolle innerhalb der impressionistischen Bewegung unterstreicht. Währen der Zeit in Argenteuil malte Monet bevorzugt Landschaften, die sich in die Weite erstreckten. Auch im Vordergrund ließ er den Blick auf die Landschaft von nichts verdecken, was diese Bilder wie Panoramen anmuten lässt. Kam Monet nach Paris, so sah man ihn meist in seinem Lieblingsstadtteil, am rechten Seine-Ufer, in der Nähe des Bahnhofes Saint-Lazare. Die Eisenbahn-Motivik war in der westeuropäischen Kunst keine Neuheit mehr. Die Landschaftsbilder von Montgeron und die Ansichten des Bahnhofes Saint-Lazare wurden zum „Kernstück“ der Bilder, mit denen Monet an der dritten Ausstellung der Impressionisten teilnahm. Doch wurden sie weder seitens des Publikums, noch seitens der Kritik wirklich ernst genommen. Die Stadtlandschaften, die Monet auf der vierten Ausstellung zeigte, deuteten bereits auf Veränderungen in der Deutung der Stadtthematik, wie auch der Malmanier des Künstlers im allgemeinen hin. Die Bilder des Bahnhofs Saint-Lazare sind nun mit kräftigen, die Abbildung zerstückelnden „Kommastrichen“ gemalt, die geradezu ungestüm wurden. Ende der 70er Jahre verlieh Monet schließlich, der sich schon seit jeher mit der Licht- und Farbenproblematik beschäftigt hatte, dem Pinselstrich und der Farbwahl ein Höchstmaß an Expressivität und Dynamik. Die Impressionisten, und Monet mehr als alle
anderen, wollten die Natur in ein Atelier verwandeln und den Unterschied zwischen einer Skizze als Ergebnis unmittelbarer Beobachtungen und dem Bild als Endergebnis eines schöpferischen Prozesses aufheben. Die Lage der Familie, zwei Kinder und seine schwerkranke Frau (Camille erlag im Jahre 1879 einer schweren Krankheit), war katastrophal. Nachdem Monet einige Jahre in Vétheuil an der Seine verbracht hatte, ließ er sich im Jahre 1883 in Giverny nieder, das nun sein neuer Wohnsitz wurde. In den 80er Jahren reiste Monet sehr viel, blieb aber bei all den neuen Eindrücken, die er auf seinen Reisen sammelte, dem Grundprinzip seines Schaffens treu, – die Natur aufmerksam zu betrachten, sie zu fühlen und sie, so lebendig und unmittelbar wie man sie wahrnahm, auf die Leinwand zu bannen. Neben den Landschaften der Normandie, der Bretagne und der des Mittelmeeres tritt in den 80er Jahren auch das Motiv Givernys auf, über das Monet auch zu den ihm teuren Landschaftsbildern der Ile de France zurückfand. Ausdrucksstärke und Rhythmik der Linien faszinierten Monet immer mehr, und so war er bei seinen Darstellungen zusehends weniger auf eine Tiefenwirkung bedacht, sondern legte sein Augenmerk auf die Flächen. In den 80er Jahren steckten mehr oder weniger alle Vertreter der impressionistischen Bewegung in einer Schaffenskrise. Im Unterschied zu den meisten anderen jedoch folgte Monet keinen fremden Einflüssen, sondern folgte seiner eigenen künstlerischen Logik, die ihn immer mehr dazu drang, das experimentelle Potential seiner Methodik auszubauen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er die Natur stets in ihrer unversehrten Vollständigkeit wahrgenommen und auch bei ihrer Abbildung ihr harmonisches Gleichgewicht bewahrt. In der Zeit von 1890-1900 wurden jedoch Experimente mit Licht und Farbe nicht selten zum Selbstzweck missbraucht, und die harmonische Vorstellung von der Natur begann sich infolgedessen zu verlieren. In der westeuropäischen Kunst gab es vor Monet keinen Künstler der Serien schuf, die nur einem einzigen Motiv gewidmet waren. Das Hauptobjekt einer Serie Monets hingegen blieb beinahe völlig unverändert. Nur dessen Beleuchtung änderte sich. Denn, gewöhnt sich das Auge des Betrachters an den Anblick eines Gegenstandes, so verliert es an diesem nach und nach das Interesse. Und so beginnt das Licht die Wahrnehmung des Gegenstandes zu diktieren, – indem es dessen Oberflächen unterschiedlich färbt, lässt es diesen gedeckt-farbig oder durchsichtig wirken, oder ändert dessen Umrisse: mal lässt es diese verschwommen erscheinen und mal sich klar vom Hintergrund abheben. So führte Monet auch, wie er es selbst in einem Brief ausdrückte, einen Kampf mit der Sonne. Inzwischen waren es vor allem die Schattierungen und Nuancen der Farben die den Künstler beschäftigten. Die mal stärker, mal schwächer werdenden Farbmodulationen tragen den Betrachter wie auf musikalischen Wellen auf und ab, schaffen denn eine „Farbmelodie“. Dennoch blieb Monet gänzlich Impressionist. Im Unterschied zu den Fauvisten widmete er sich nie der Technik der Farbflecken. So sind seine Farben rein und doch – da die Farbe mit kleinen abgehackten, typisch impressionistischen Pinselstrichen wiedergegeben wird – zugleich moduliert. Zahlreiche Postimpressionisten wussten Monet hoch zu schätzen, fühlten sich von ihm angeregt und beeinflusst und wünschten gar, wie Paul Signac und Louis Anquetin beispielsweise, von ihm unterrichtet zu werden. Doch entsprach es weder Monets Kunst noch seinem Selbstverständnis, Empfehlungen oder Ratschläge zu erteilen.
Der Maler mit spitzem Hut
Zeichnung
Schleppen eines Bootes, Honfleur
1864 Öl auf Leinwand, 55,5 x 82 cm Memorial Art Gallery of the University of Rochester Rochester, New York
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