Mucha
100 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

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Description

Alfons Mucha ist der ungekrönte König der Jugendstil-Illustration. Für viele Menschen sind Muchas überirdisch schöne, von floralen Ornamentgeflechten umgegebene Frauen, die erste Assoziation mit der beliebten Kunstrichtung der Wende zum 20. Jahrhundert. Muchas Kunst, die sich über die Jahrzehnte immer wieder neuer Beliebtheit erfreuen durfte, ist vor allem seit den 1960er Jahren nicht mehr aus dem Sortiment von Plakat- und Reproduktionsanbietern wegzudenken. Das vorliegende Werk bemüht sich nicht nur darum, einen umfassenden Überblick über Muchas Schaffen zu geben, sondern auch, dem Mann hinter der Kunst gerecht zu werden: seinem Leben, seiner Entwicklung als Künstler und seinem leidenschaftlichen Patriotismus für sein Vaterland, der damaligen Tschechoslowakei.

Sujets

Informations

Publié par
Date de parution 22 décembre 2011
Nombre de lectures 0
EAN13 9781781607459
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 1 Mo

Informations légales : prix de location à la page 0,0175€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Exrait

Text: Patrick Bade
Übersetzung: Dr. Martin Goch
© Parkstone Press International, New York, USA
© Confidential Concepts, worldwide, USA
© Estate Mucha / Artists Rights Society, New York, USA / ADAGP, Paris

ISBN : 978-1-78160- 745 - 9

Weltweit alle Rechte vorbehalten

Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.
Alphonse
Mucha
INHALT


BIOGRAPHIE
INDEX DER WERKE
1. Mucha in seinem Atelier in der Rue du Val de Grâce, Paris, um 1898.
Seit dem Revival des Jugendstils in den 1960 er Jahren, als Studenten in aller Welt ihre Zimmer mit Reproduktionen der Plakate Muchas von Mädchen mit rankenartigen Haaren schmückten und die Illustratoren von Schallplattenhüllen Mucha-Imitationen in halluzinatorischen Farben produzierten, wird Alfons Muchas Name unvermeidlich mit dem Jugendstil und dem Paris der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert assoziiert. Künstler mögen es nicht, kategorisiert zu werden, und Mucha hätte sich darüber geärgert, nahezu allein wegen einer Phase in seiner Kunst in Erinnerung zu bleiben, die lediglich zehn Jahre umfasste und die er für weniger wichtig hielt. Als leidenschaftlicher tschechischer Patriot wäre er ebenfalls unglücklich darüber gewesen, als Pariser Künstler zu gelten.
Mucha wurde am 14. Juli 1860 in Ivanèice in Mähren geboren, damals eine Provinz des Habsburgerreiches, das bereits unter dem Druck des wachsenden Nationalismus seiner vielen Völkerschaften wankte. Im Jahr vor Muchas Geburt erhielten die nationalen Bestrebungen innerhalb des Habsburgerreiches durch die der Vereinigung Italiens vorangehende Niederlage der österreichischen Armee in der Lombardei Auftrieb. Während des ersten Lebensjahrzehnts Muchas artikulierte sich der tschechische Nationalismus nicht nur in den orchestralen Tongedichten von Bedrich Smetana, die er unter dem Namen Ma Vlast (Mein Land) zusammenfasste, sondern auch in seiner großen epischen Oper Dalibor (1868). Es war symptomatisch für den tschechischen nationalen Kampf gegen die kulturelle deutsche Hegemonie über Zentraleuropa, dass der Text von Dalibor in Deutsch geschrieben und ins Tschechische übersetzt werden musste. Von seinen ersten Lebensjahren an nahm Mucha die berauschende und leidenschaftliche Atmosphäre des slawischen Nationalismus in sich auf, die Dalibor und Smetanas folgendes Historienspiel Libuse charakterisierte, mit dem 1881 das Tschechische Nationaltheater eröffnete und für das Mucha später Bühnenbild und Kostüme entwerfen sollte.
Mucha wuchs als der Sohn eines Gerichtsdieners in relativ bescheidenen Verhältnissen auf. Sein Sohn Ji ř i Mucha sollte später voller Stolz die Familie Mucha in der Stadt Ivanèice bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Aber auch wenn Muchas Familie relativ arm war, fehlte es in seiner Erziehung nicht an künstlerischer Stimulation und Ermuti gung. Sein Sohn Ji ř i berichtet:
„Er zeichnete, noch bevor er zu gehen lernte, und seine Mutter band mit einem farbigen Band einen Bleistift um seinen Hals, so dass er malen konnte, während er über den Boden kroch. Jedes Mal, wenn er den Bleistift verlor, fing er an zu heulen .“
Seine erste wichtige ästhetische Erfahrung dürfte Mucha in der Barockkirche St. Peter in der Provinzhauptstadt Brno gehabt haben, wo er als schon als zehnjähriger Chorjunge sang, um seine Studien in der Grammatikschule zu finanzieren. Während seiner vier Jahre als Chorknabe hatte er regelmäßigen Kontakt mit dem sechs Jahre älteren Leoš Janáèek, dem großen tschechischen Komponisten seiner Generation, mit dem er das Bestreben teilte, eine ausgeprägt tschechische Kunst zu erschaffen.
2. Gismonda , 1894.
Farblithographie, 74,2 x 216 cm.
Mucha Museum, Prag.
3. Tierkreis , 1896.
Farblithographie, 48,2 x 65,7 cm.
Mucha Museum, Prag.
Die üppige Theatralik des zentraleuropäischen Barock mit seinem prächtigen, mit vielen Rundungen versehenen und von der Natur inspirierten Dekor regte ohne Zweifel Muchas Fantasie an und nährte seine dauerhafte Vorliebe für „Glocken und Gerüche“ und religiöse Gegenstände. Auf dem Höhepunkt seines Ruhmes beschrieb jemand sein Atelier als „… eine säkuläre Kapelle … hier und dort stehen Trennwände, bei denen es sich gut um Beichtstühle handeln könnte; und die ganze Zeit brennt Weihrauch. Es erinnert mehr an die Kapelle eines orientalischen Mönchs als an ein Atelier .“
Während er seinen Lebensunterhalt als Schreiber bestritt, ging Mucha in der Freizeit seinen künstlerischen Neigungen nach. Im Jahr 1877 stellte er seine autodidaktischen Errungenschaften zusammen und bewarb sich bei der Kunstakademie in Prag, allerdings ohne Erfolg. Nach zwei weiteren Jahren als Staatsbediensteter wurde er entlassen, weil er na ch dem Bericht seines Sohnes Ji ř i eine malerische Zigeunerfamilie porträtierte anstatt ihre Daten aufzunehmen. Im Jahr 1879 sah er in einer Wiener Zeitung eine Anzeige der Bühnenbilder für Theater anfertigenden Wiener Firma Kautsky-Brioschi-Burghardt, die Gestalter und Kunsthandwerker suchte. Mucha reichte erfolgreich einige Arbeiten ein, und man bot ihm eine Stelle an. Auf einen Landjungen, der bis dahin nicht weiter als bis in das zwar malerische, aber immer noch provinzielle Prag gelangt war, muss Wien beeindruckend prächtig gewirkt haben. Die Stadt hatte gerade erst die nach Haussmanns Paris umfassendste städtische Neugestaltung des 19. Jahrhunderts hinter sich gebracht. Jedes der öffentlichen Gebäude an der Ringstraße, die die alten, die mittelalterliche Stadtmitte umschließenden Wälle ersetzt hatte, war in einem für den jeweiligen Zweck für angemessen gehaltenen historischen Stil erbaut. Das Resultat war ein grandioser architektonischer Maskenball. Der Jugendstil, zu dessen herausragenden Vertretern Mucha später gehören sollte, war eine direkte Reaktion auf diesen pompösen Zuckerbäcker-Historismus. Zunächst jedoch stand Mucha unter dem Einfluss der auffälligen und dekorativen Kunst von Hans Mackart, dem erfolgreichsten Wiener Maler der Ringstraßenperiode.
Nach nur zwei Jahren kam Muchas Aufenthalt in Wien zu einem abrupten Ende, als am 10. Dezember 1881 das Ringtheater vollständig abbrannte. In einem Jahrhundert voller schrecklicher Feuersbrünste in Theatern war dies eine der schlimmsten, die mehr als 500 Menschen das Leben kostete. Das Ringtheater war auch einer der wichtigsten Kunden der Firma Kautsky-Brioschi-Burghardt, die Mucha nach dem Feuer kündigte.
Mucha begab sich in die Kleinstadt Mikulov und tat das, was Künstler schon seit Jahrhunderten tun, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten: er malte Porträts der lokalen Würdenträger. Seine ungewöhnliche Methode der Kundengewinnung wird in seinen Memoiren geschildert. Mucha buchte sich im Hotel „Der Löwe “ ein , und es gelang ihm, ein Bild einer lokalen Ruine an einen Händler namens Thiery zu verkaufen, der es in seinem Ladenfenster ausste llte und rasch weiterverkaufte.
4. Kreuzigung , um 1868.
Aquarell auf Papier, 23,5 x 37 cm.
Mucha Museum, Prag.
5. Frühling (aus der Serie Die vier Jahreszeiten ), 1896.
Farblithographie, 14,5 x 28 cm.
Mucha Museum, Prag.
6. Sommer (aus der Serie Die vier Jahreszeiten ), 1896.
Farblithographie, 14,5 x 28 cm.
Mucha Museum, Prag.
7. Studie für „Tierkreis“ , 1896.
Bleistift, Tinte und Aquarell,
48,2 x 65,7 cm. Mucha Museum, Prag.
„So zeichnete ich sofort weiter, dieses Mal allerdings keine Ruinen, sondern die Menschen um mich herum. Ich malte den Kopf einer schönen Frau und brachte ihn zu Thiery. Er stellte das Bild ins Fenster und ich freute mich schon auf das Geld. Als ich zwei, ja drei Tage nichts von Thiery hörte, ging ich selbst hin, um ihn zu fragen. Der gute Mann war wenig erfreut, mich zu sehen. Die Mikulover Gesellschaft war sehr erbost und mein Bild musste aus dem Fenster entfernt werden. Die junge Dame, die ich gemalt hatte, war die Ehefrau des örtlichen Arztes, und Thiery hatte neben ihr Porträt ein Schild mit der Aufschrift Für fünf Goldgulden im Hotel Der Löwe gestellt. Das Missverständnis wurde anschließend geklärt und gereichte mir am Ende zum Vorteil. Die ganze Stadt wusste nun, dass ein Maler im Löwen wohnte. Im Laufe der Zeit malte ich die gesamte Nachbarschaft – all die Onkel und Tanten von Mikulov .“
Während seiner Zeit in Mikulov lernte Mucha den ersten der beiden Mäzene kennen, die sein Leben verändern sollten. Es handelte sich um einen wohlhabenden örtlichen Grundbesitzer, den Grafen Khuen, der Mucha beauftragte, seinen Speisesaal in dem neu erbauten Schloss Emmahof in der Nähe von Hrusovany mit Fresken auszuschmücken. Dies war Muchas erste Begegnung mit Wandgemälden, die zu seinem lebenslangen Ehrgeiz, großformatige Bilder zu malen, führte. Sogar seine Plakate seit den 1890er Jahren, auf denen Muchas heutiger Ruhm hauptsächlich beruht, spiegeln seinen Ehrgeiz wider, Wände zu schmücken. Ein solches Bestreben verband viele Künstler des Fin-de-Siécle. Die großformatigen dekorativen Gemälde von Pierre Puvis de Chavannes, dem am meisten bewunderten und einflussreichsten Künstler dieser Zeit, wurden häufig als „Fresken” bezeichnet, obwohl es sich tatsächlich um Ölbilder auf Leinwand handelte, die lediglich die Wirkung von Fresken imitierten. Das Manifest des symbolistischen „Salon de la Rose + Croix”, das im Jahr 1892 von „Sar” Josephin Peladan verfasst wurde, hielt fest:
„Der Orden bevorzugt auf Grund ihres überlegenen Wesens Arbeiten mit einem wandgemäldeartigen Charakter .“
Die Bilder aus Edvard Munchs Fries des Lebens und die flachen stilisierten Leinwände Gauguins konnten als fresques manquees (misslungene Fresken) aufgefasst werden. Albert Aurier, der erste Kritiker, der die französische Öffentlichkeit mit Gauguins Arbeiten bekannt machen wollte, schrieb: „Sie haben unter sich einen genialen Dekorateur. Wände! Wände! Gebt ihm Wände!”
8. Herbst (aus der Serie Die vier Jahreszeiten ) , 1896.
Farblithographie, 14,5 x 28 cm.
Mucha Museum, Prag.

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