Paul Cézanne
160 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

Paul Cézanne , livre ebook

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Cézannes glücklichste Zeit war seine frühe Jugend in der Provence, wo er zusammen mit Zola und einem anderen Freund in der Natur umherstreifte. Ermutigt durch Renoir, stellte er 1874 und 1877 zusammen mit den Impressionisten aus. Doch die ablehnende Haltung, mit der man seiner Kunst begegnete, verletzte ihn tief. Er malte gern Früchte, weil sie gehorsame Modelle waren, was seiner langsamen Arbeitsweise entgegenkam, dabei behielt er die dominante Farbe und den Charakter der Frucht bei, verstärkte aber den emotionalen Reiz der Form durch ein Spiel von reichen, fein aufeinander abgestimmten Farbwerten. Seine eigentliche Meisterschaft entfaltete er in den Stillleben. Cézanne verstand es, seine Malkunst mit Wissen zu bereichern, dem Wissen um die Dinge – dieser unabdingbaren Voraussetzung für alles schöpferische Bemühen. Kurz nach dem Tod seines Vaters zog er sich für immer auf sein Gut in der Provence zurück und war vermutlich dort der einsamste Maler seiner Zeit. Von Zeit zu Zeit überfiel ihn eine seltsame Melancholie, ja sogar eine düstere Hoffnungslosigkeit. Er konnte unberechenbar und schwierig sein, seine Leinwände zerstören oder sie zum Fenster seines Studios hinauswerfen, sie ganz einfach auf einer Wiese stehen lassen oder sie seinem Sohn geben, der sie zerschnitt und wie ein Puzzle wieder zusammensetzte. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts holten die Bauern aus ihren Scheunen eine größere Menge von Stillleben und Landschaften, als sie hörten, dass ein Narr aus Paris dafür mit gutem Geld zahlte. Doch leider kam die Anerkennung zu spät. Er starb 1906 an einem Fieber, das er sich zugezogen hatte, als er beim Malen vom Regen überrascht wurde.

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Informations

Publié par
Date de parution 01 juillet 2011
Nombre de lectures 0
EAN13 9781780422718
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 34 Mo

Informations légales : prix de location à la page 0,035€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Exrait

Paul CÉZANNE
Anna Barskaja Jew genija Georgijew skaja
Paul Cézanne 1839–1906
Text : Anna Barskaja, Jew genija Georgijew skaja
Layout : Julien Depaulis
ISBN 978-1-78042-271-8
© Conf ident ial Concept s, w elt w eit , USA © Sirrocco, London, UK (deut sche Fassung)
W elt w eit alle Recht e vorbehalt en
Sow eit nicht anders verm erkt , gehört das Copyright der Arbeit en den jew eiligen Phot ographen. Trot z int ensiver Nachf orschungen w ar es aber nicht in jedem Fall m öglich, die Eigent um srecht e f est zust ellen. Gegebenenf alls bit t en w ir um Benachricht igung
Inhalt
Sein Leben
Seine Werke Szene im Interieur Mädchen am Klavier (Tannhäuser-Ouvertüre) Blumenstrauß in blauer Vase Selbstbildnis mit Sportmütze Landschaft in Pontoise (Clos des Mathurins) Früchte Selbstbildnis Tal am Mont Ste-Victoire Bäume im Park (Le Jas de Bouffan) Aquädukt Ufer der Marne (Villa am Flussufer) Ufer der Marne Pierrot und Harlekin (Fasching) Brücke über den Teich Badende. Studie Pfirsiche und Birnen Große Kiefer bei Aix Mann mit Pfeife Der Raucher Stillleben mit Draperie Dame in Blau Blumen Mont Ste-Victoire Blaue Landschaft Landschaft in Aix (Mont Ste-Victoire)
Lebenslauf
Bibliographie
Index
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Sein Leben
eute gibt es keine Zweifel mehr daran, dass die 25 Gemälde Paul DieseHdie zu Beginn unseres Jahrhunderts erworben wurden, heben sich Gemälde, Cézannes, die in den Museen von Moskau (14) und St. Petersburg (11) aufbewahrt werden, einen wichtigen Teil seines Kunsterbes darstellen. nicht nur durch ihren hohen künstlerischen Wert hervor, sondern sie spiegeln auch, was besonders bemerkenswert ist, die Hauptperioden im künstlerischen Schaffen des Meisters. Neben den allgemein anerkannten Meisterwerken, wieUfer der Marne, Große Kiefer bei AixundLandschaft in Aix,gehören zum Bestand der russischen Sammlungen auch einmalige Werke Cézannes, die keinerlei Parallelen in seinem Schaffen haben:Mädchen am Klavier (Tannhäuser-Ouvertüre)undPierrot und Harlekin (Mardi Gras). Die Werke Cézannes wurden am Anfang des 20. Jahrhunderts von den hervorragenden russischen Sammlern S. Stschukin und I. Morosow sorgfältig und liebevoll gesammelt, von Kennern mit feinem Geschmack und sicherem Auge, was ihnen gestattete, solche in ihren Eigenschaften ausgezeichnete Sammlungen zusammenzustellen. Einen nicht geringen Einfluss hatte auf sie auch die russische künstlerische Öffentlichkeit. So erschien in der Petersburger ZeitschriftMir Iskusstwa (Welt der Kunst)schon im Jahre 1904, das heißt im Jahr der ersten persönlichen Ausstellung Cézannes im Pariser Salon d’Automne (Herbstsalon), ein Artikel des bekannten russischen Kunstkenners I. Grabar, der dem Überblick der Ausstellungen von Cézanne in Berlin und Paris gewidmet war. Dann folgte eine Reihe von Aufsätzen in den KunstzeitschriftenIskusstwo (Kunst)(1905), Wesy (Waage)(1906), Solotoje runo (Goldenes Vlies)(1908) undApollon (Apollo)(1910 und 1912). 1912 übersetzte P. P. Kontschalowski, ein hervorragender russischer Künstler, das Buch Émile BernardsSouvenir sur Paul Cézanneins Russische. Und gerade in diesen Jahren wird in Russland ein großer Teil der Werke Cézannes erworben. Nach der retrospektiven Ausstellung Cézannes im Salon d’Automne kaufte I. Morosow im Jahre 1907 seine BilderTal am Mont Ste-Victoire(Puschkin-Museum für bildende Künste, Moskau) und Stillleben mit Draperie(Ermitage, St. Petersburg). Es wäre nicht möglich, in einem kleinen Aufsatz das Schaffen Cézannes vollständig zu erfassen, und das ist auch nicht nötig. Dies ist schon in den Werken von Gerstle Mack, Lionello Venturi, John Rewald, Jack Lindsay u. a. getan worden. Und dennoch wäre es für einen Forscher, selbst im ausführlichsten Werk, nicht möglich, auf alle Arbeiten des Künstlers auch nur flüchtig einzugehen, denn sein künstlerisches Erbe ist einfach zu groß: über 800 Bilder, ungefähr 500 Zeichnungen und 350 Aquarelle. Deshalb wählte jeder der Autoren für sich nur einige der Höhepunkte und schuf auf ihrer Basis seine eigene Bewertungsreihe. Die Verfasserin des vorliegenden Aufsatzes versuchte, die Entwicklung von Cézannes Schaffen und die Herausbildung seiner Ideen an Hand von Werken zu verfolgen, die seinerzeit von russischen Sammlern zusammengetragen wurden. Diese Auswahl erscheint um so interessanter, weil, wie schon erwähnt wurde, zu der Cézanne-Sammlung in Russland sowohl russische Künstler als auch die russische Kritik ihren Beitrag leisteten und auf der Grundlage der Werke Cézannes aus den Sammlungen von Stschukin und Morosow mehrere Generationen russischer Künstler erzogen wurden.
Seit e 6: Selbstbildnis, um 1873–1876. M usée d’ Orsay, Paris.
Seit e 7: Madame Cézanne in einem roten Sessel (Madame Cézanne in einem gestreiften Kleid), um 1877. Öl auf Leinw and, 72,5 cm . M useum of Fine A rt s, Bost on.
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Selbstverständlich ermöglicht eine solch begrenzte Anzahl von Werken nicht, sich ein vollständiges Bild über die Entwicklung Cézannes zu verschaffen, doch ihre Analyse gestattet, einige Seiten dieses Prozesses zu beleuchten. „... Diese Arbeit, die keine Vorlieben mehr hatte, keine Neigungen und keine wählerischen Verwöhntheiten, deren kleinster Bestandteil auf der Waage eines unendlich beweglichen Gewissens erprobt war und die so unbestechlich Seiendes auf seinen Farbeninhalt zusammenzog, dass es in einem Jenseits von Farbe eine neue Existenz, ohne frühere Erinnerungen anfing...“ Rainer Maria Rilke,Briefe über Cézanne.
An der Wende zweier Jahrhunderte errang das Schaffen Cézannes immer mehr die Aufmerksamkeit progressiver Künstler wie Matisse, Picasso, Braque, Vlaminck, Derain, unter ihnen auch junge russische Maler, die eine neue Kunst schufen, deren Grundlage in vielem vom Meister aus der Provence gelegt worden war. Gleichzeitig gab es auch viele Zeitgenossen Cézannes, zu denen auch so bekannte Autoren wie Arsène Alexandre und Camille Mauclair gehörten, die sich die wahre Größe des Künstlers nicht vorstellen konnten. Auf seinen Tod reagierten die französischen Zeitungen mit etwa einem Dutzend ziemlich zweideutiger Nachrufe. „Kein vollwertiges Talent“, „grobe Malerei“, „ein Künstler, der er niemals war“, „nicht fähig, irgend etwas außer Entwürfe zu schaffen“ infolge „eines angeborenen Augendefekts“ – mit solchen Charakteristiken begleiteten die Kritiker den Sarg des großen Meisters. Das Unverständnis für die Kunst Cézannes war kein Resultat ungenügenden Nachdenkens einzelner Künstler oder Kritiker, sondern entstand infolge der objektiven Kompliziertheit seiner Malerei, der spezifischen Eigenheit seines Kunstsystems, das der Meister im Verlaufe seines ganzen schöpferischen Lebens entwickelte, von ihm aber in keinem einzelnen, für sich genommenen Werk vollständig verkörpert wurde. Cézanne ist wohl der komplizierteste Künstler des 19. Jahrhunderts. „Man kann nicht umhin, vor der Größe Cézannes so etwas Ähnliches wie Angst zu verspüren; als ob man in eine geheimnisvolle Welt einträte, reich, rauh, 1 mit so hohen Gipfeln, dass es scheint, sie wären unbezwingbar“ , schrieb Lionello Venturi. Diese Gipfel zu erklimmen ist wirklich schwer. Zu ihnen führen keine von literarischen Themen oder von gewöhnlichen Assoziationen mit dem alltäglichen Leben gebahnte Wege. Das Schaffen Cézannes ist ganz und gar eigenständig und souverän. Jetzt entfaltet sich vor uns die Kunst Cézannes in der Reihenfolge ihrer logischen Entwicklung, an deren Anfängen schon der Grundstein zu ihrer Kulmina-tion gelegt wurde. Denjenigen aber, die nur die Möglichkeit hatten, einzelne Fragmente vom Ganzen zu sehen, erschien natürlicherweise vieles seltsam und unverständlich. Aber nur so, indem sie einzelne Werke in Privatsammlungen und auf episodischen Ausstellungen sahen, konnten sich die Zeitgenossen mit dem Schaffen Cézannes bekannt machen, und nur wenige von ihnen erkannten seine Größe. Der Mehrheit fielen nur die seltsame stilistische Mannigfaltigkeit und das ungleiche Maß an Abgeschlossenheit seiner Arbeiten auf. Die einen davon verblüffen durch die ungestüme Kraft des Temperaments, das sich in der brutalen Macht der Volumen und in der Dynamik der Formen äußerte, die gleichsam mit einem schweren Werkzeug herausgearbeitet und aus einem Farbenteig modelliert sind; die anderen zeichnen sich durch eine rationelle, wohl überlegte Komposition, eine unbegreifliche Vielfalt der Farben und ihrer Modulationen aus; die dritten stellen flüchtige Entwürfe dar, in denen die Tiefe durch einige aquarellhaft durchsichtige Pinselstriche angedeutet ist; und endlich in den vierten treten mächtig modellierte Figuren in komplizierte Raumbeziehungen ein, die ein russischer Autor treffend als 2 „Verflechtung des Raumes“ bezeichnete. Sogar der begeisterte Verehrer Cézannes, Émile Bernard, erklärte durch die „Unabgeschlossenheit“ dieser Arbeiten ihre „manchmal sehr grobe Ungeschicklichkeit, Eigentümlichkeit und Naivität“ und 3 schlug vor, diese von „dem, was wahrhaft herrlich ist“, zu trennen . Ja, selbst
Cézanne mit seinen ständigen Beschwerden über die Unmöglichkeit einer Realisierung dessen, was er fühlte, brachte die Kritik auf die Idee des Fragmenta-rischen seiner Kunst. Jedes Werk erschien dem Künstler als ein unvollendeter Teil vom Ganzen. Ihm schwebte immer vor: noch eine Bemühung, noch eine Anstrengung des Willens – und das Ziel ist erreicht. Es geschah aber auch, dass die Ganzheit der Welt, die der Künstler in jedem Stück Natur sah, der konkreten Wiedergabe mit dem Pinsel entglitt. So kam es oft vor, dass Cézanne seine angefangene Arbeit nach mehreren vielstündigen Versuchen, mit dem Gedanken, sich ihr irgendwann einmal wieder zuzuwenden, im Stich ließ. Mit jedem nachfolgenden Werk versuchte er, die „Unvollkommenheit“ des vorhergehenden zu überwinden, „es abgeschlossener zu machen als vorher“. „Haare und Bart sind bei 4 mir lang, das Talent aber kurz.“ „Ich verstehe ausgezeichnet, dass dieses Gemälde (das für die Ausstellung im Salon von 1878 vorgeschlagen, doch von der Jury abgelehnt wurde. – A. B.) nicht anerkannt werden konnte, eben aus dem Grund, dass mein Ausgangspunkt sehr weit vom Ziel, das ich mir gestellt hatte, entfernt ist, und 5 zwar von der Wiedergabe der Natur.“ Das Endziel leuchtet ihm verschwommen im Nebel der Zukunft und löst sich in der Großartigkeit der von ihm gestellten, konkreten Aufgaben auf. „Ich arbeite beharrlich und sehe schon in der Ferne das gelobte Land. Erwartet mich das Schicksal des großen Judenführers, oder wird es mir trotz allem gelingen, dorthin zu gelangen? Einige Fortschritte habe ich schon 6 gemacht. Warum aber so spät und warum mit so großer Mühe?“ „Mein Alter und meine Gesundheit werden mir nicht erlauben, den Traum zu verwirklichen, den ich 7 mein ganzes Leben lang hegte.“ Genau einen Monat vor seinem Tode schreibt der Künstler an Émile Bernard: „Ob ich das Ziel je erreiche, das ich so stark erwünschte und so lang erstrebte? Ich will es, das Ziel aber ist noch nicht erreicht, und ein verschwommener Zustand der Kränklichkeit wird mich umfassen, solange ich den Hafen nicht erreicht, das heißt, solange ich nicht eine größere Vollkommenheit als 8 früher erlangt habe und damit die Richtigkeit meiner Theorien beweise.“ Solche mit Bitterkeit erfüllte Gedanken kommen wie ein tragisches Leitmotiv im Briefwechsel Cézannes und in seinen Gesprächen mit den Freunden zum Ausdruck; sie stellen die Tragödie seines ganzen Lebens dar, die Tragödie ständiger Zweifel, des Unbefriedigtseins, des Nichtglaubens an die eigenen Kräfte. Diese Ungläubigkeit erzeugte aber auch die treibende Kraft seines Schaffens, das sich ähnlich dem, wie Bäume wachsen oder Felsen sich bilden, durch das langsame, allmähliche Anwachsen immer neuerer Schichten auf dem Grund, beharrlich
Seit e 9: Port rät Ivan M orosow .
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