Renoir
78 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

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Renoir , livre ebook

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Description

Pierre-Auguste Renoir war Augenzeuge vieler bedeutender Ereignisse. Sein jüngerer Bruder Edmond erzählte: “Seine Kohlezeichnungen an den Mauern brachten die Eltern auf den Gedanken, dass er ein malerisches Talent besitze, und sie schickten ihn in die Lehre zu einem Porzellanmaler. Er hat also Glück gehabt, was nicht so oft vorkommt.” Bald darauf entstand das erste Bild des künftigen Impressionisten. Er bestand 1862 die Aufnahmeprüfungen an der Ecole des Beaux-Arts und nahm sein Studium in der Werkstatt von Charles Gleyre auf. Viel später, als bereits ausgereifter Künstler, erhielt Renoir die Möglichkeit, das Schaffen von Rembrandt direkt in Holland, die Werke von Velázquez, Goya und El Greco in Spanien und die Raphaels in Italien kennen zu lernen. Aber die erste Ausstellung der Impressionisten war für Renoir der erste Schritt zur Behauptung seiner eigenen künstlerischen Sicht. Ab 1873 ließ er sich auf dem Montmartre nieder, wo er bis 1884 lebte. Dort fand er auch seine Familie und lernte in den 1870er Jahren seine treuesten Freunde kennen. Auf der dritten Impressionisten-Ausstellung im Jahr 1877 zeigte Renoir ein ganzes Panorama von Bildern (über 20 Arbeiten). Darunter waren viele Landschaften, die in Paris an der Seine, in der Umgebung der Stadt und im Garten Monets gemalt worden waren, Studien von Frauenköpfen und Blumensträußen, Portraits, aber auch Die Schaukel und Ball im Moulin de la Galette. Durand-Ruel veranstaltete 1883 auf dem Boulevard de la Madeleine in Paris die erste Einzelausstellung Renoirs, auf der 70 Werke gezeigt wurden. Damit begann für Renoir eine Glückssträhne. Seine Bilder wurden in London, Brüssel und auf der Siebten Internationalen Ausstellung bei Georges Petit im Jahre 1886 ausgestellt. In einem Brief schrieb der Maler: “Die Ausstellung von Petit ist eröffnet und soll Erfolg haben. Es ist ja so schwer, über sich selbst zu urteilen. Ich glaube, es ist mir gelungen, einen Schritt auf dem Weg zur Achtung des Publikums zu tun, einen kleinen Schritt. Aber immerhin.”

Sujets

Informations

Publié par
Date de parution 22 décembre 2011
Nombre de lectures 0
EAN13 9781781607244
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)

Informations légales : prix de location à la page 0,0175€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Extrait

Couverture : Stéphanie Angoh
Layout: Julien Depaulis

© Parkstone Press International, New York, USA
© Confidential Concepts, Worldwide, USA

ISBN : 978-1-78160-724-4

Weltweit alle Rechte vorbehalten

Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.
Auguste
Renoir
INHALT


INDEX DER WERKE
ANMERKUNGEN
1. Selbstbildnis , Um 1875,
Öl auf Leinwand, 36,1x31,7 cm,
Sterling and Francine Clark Art Institute,
Williamstown (MA).
P ierre-Auguste Renoir wurde am 25. Februar 1841 in Limoges als sechstes Kind des Schneidermeisters Léonard Renoir und seiner Frau Marguerite Merlet geboren. Drei Jahre später siedelte die Familie nach Paris über. Ab 1848 besuchte Renoir eine religiöse Schule, die von der Bruderschaft christlicher Schulen geleitet wurde. Der Komponist Charles Gounod nahm den Jungen in den Chor der Kirche Saint-Eustache auf. Abends unterrichtete er besonders begabte Schüler, zu denen auch Renoir gehörte, in Sologesang und Tonsatzregeln. Der Junge hatte eine gute Stimme, und Gounod prophezeite ihm Erfolg in der Musik. Doch ihm war ein anderes Los beschieden. Die Eltern nahmen ihn 1854 von der Schule und schickten ihn in die Werkstatt der Brüder Lévy, wo er die Porzellanmalerei erlernen sollte. Sein jüngerer Bruder Edmond erzählte: »Seine Kohlezeichnungen an den Mauern brachten die Eltern auf den Gedanken, dass er ein malerisches Talent besitze, und sie schickten ihn in die Lehre zu einem Porzellanmaler. Er hat also, was nicht so oft vorkommt, Glück gehabt. Der junge Gehilfe ging ernsthaft an das Erlernen dieses Handwerks: abends nach der Arbeit begab er sich, mit einem ihn an Größe weit überragenden Karton unter dem Arm, zu den kostenlosen Zeichenkursen. So ging es zwei oder drei Jahre.
Er machte große Fortschritte: bereits nach einigen Monaten seiner Lehrzeit wurde er mit der Bemalung von Gegenständen beauftragt, die sonst nur erfahrenen Arbeitern anvertraut wurden, was ihn zu einem Objekt des Spottes machte - er wurde Monsieur Rubens genannt - und er weinte, weil man sich über ihn lustig machte.«
Einer der Arbeiter, Emile Laporte, beschäftigte sich in seiner Freizeit mit Ölmalerei und bot Renoir an, seine Leinwände und Farben mit zu benutzen. Bald darauf entstand das erste Bild des künftigen Impressionisten. Es wurde Laporte im Haus der Renoirs in feierlicher Atmosphäre vorgefü hrt.
»Es ist mir, als wäre es erst gestern geschehen«, erinnerte sich Edmond Renoir. »Ich war noch ein Junge, verstand aber ganz gut, dass sich da etwas Wichtiges ereignete. Die Staffelei mit dem berühmten Bild stand direkt in der Mitte des größten Zimmers unserer bescheidenen Wohnung in der Rue d’Argenteuil; alle waren nervös und brannten vor Ungeduld; ich wurde schön angezogen und sollte mich gut benehmen. Es war alles sehr feierlich. Der ›Maître‹ kam… Auf ein Zeichen hin rückte ich seinen Stuhl näher zur Staffelei, er setzte sich und betrachtete das ›Werk‹ .
Das war - ich sehe es noch ganz deutlich - die Eva , hinter ihr wand sich eine Schlange um die Zweige einer Eiche, sie näherte der Eva ihren Kopf mit dem geöffneten Maul, als wollte sie sie hypnotisieren. Diese Prüfung dauerte mindestens eine Viertelstunde; dann trat der arme Alte ohne jeglichen Kommentar zu unseren Eltern und sagte: ›Sie müssen es Ihrem Sohn erlauben, sich mit der Malerei zu beschäftigen. In unserem Handwerk bringt er es höchstens dazu, zwölf bis fünfzehn Francs pro Tag zu verdienen. Ich aber sage ihm eine große Zukunft als Künstler voraus. Tun Sie alles für ihn, was Sie nur können.‹« [1] Soweit die Familienlegende über die Geburt des Kü nstlers Renoir.
Renoir verstand sehr gut, welche Rolle die Familie in seinem Leben gespielt hat. Von den Eltern erhielt er die Achtung vor dem Handwerk, die er sein ganzes Leben lang beibehielt. Es gefiel ihm, dass seine Eltern einfache Menschen waren:
»…Wenn ich bloß daran denke, dass ich in der Familie eines Intellektuellen geboren wäre! Ich hätte dann Jahre gebraucht, um all ihre Ideen loszuwerden und die Dinge so sehen zu können, wie sie sind, und meine Hände wären dann nicht so geschickt.« [2]
Außer den Eltern hatte Auguste Renoir noch einen Erzieher: Paris. In seinen Gesprächen mit Jean erinnerte sich der Künstler stets an die Ecken von Paris, wo er seine Kindheit und Jugend verbracht hatte und von denen viele vor seinen Augen verschwunden waren. Man kann es als einen Wink des Schicksals betrachten, dass sich Renoirs Familie, als sie von Limoges nach Paris übersiedelte, direkt am Louvre niederließ. Die im 16. Jahrhundert für die Höflinge und Offiziere der königlichen Garde errichteten Gebäude zwischen den beiden Schlössern Louvre und Tuilerien hatten bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ihre frühere imposante Erscheinung verloren. Nur die Reste des einstigen Dekors, die Wappen, Kapitelle und leeren Nischen erinnerten an die Vergangenheit. Dieses von einfachen Leuten bewohnte Viertel stellte ein besonderes Milieu dar, in dem Alltägliches und Erhabenes eng vermischt waren.
Die Renoirs wohnten in der Rue d’Argenteuil, die das ganze Viertel bis zur Seine durchschnitt. Hier, im Hof des Louvre, spielte der kleine Renoir mit anderen Jungen Räuber und Gendarm, und die Königin Marie-Amélie lehnte sich gelegentlich aus dem Fenster der Tuilerien und warf den lärmenden Kindern Bonbons zu, um sie etwas zur Ruhe zu bringen. Es war etwas ganz Natürliches, das Palais zu betreten, das nach der Revolution ein Museum geworden war. »Als Junge trat ich oft in die Galerien der alten Bildhauerkunst ein, ohne eigentlich recht zu wissen warum - vielleicht einfach, weil ich jeden Tag die Höfe des Louvre durchschritt, weil diese Säle leicht zu betreten und weil sie immer leer waren. Ich blieb dort stundenlang, in meine Träume versunken…«, erzählte Renoir dem Künstler Albert André [3] .
2. Jules Le Cœur bei einem Spaziergang mit Hunden im Wald von Fontainebleau , 1866,
Museu de Arte de Sao Paulo, Sao Paulo.
3. Der Froschteich , 1869,
Öl auf Leinwand, 66x81 cm,
Statens Konstmuseer, Stockholm.
4. Das Gasthaus von Mutter Anthony in Marlotte , 1866,
Öl auf Leinwand, Nationalmuseum, Stockholm.


Die Erkundungspfade des kleinen Renoir verliefen nicht nur in der Nähe des Louvre, sondern erstreckten sich viel weiter. Das bereits in der Kindheit entstandene organische, fast physische Gefühl, ein Teil der Stadt zu sein, hat das Wesen der Kunst Renoirs vorbestimmt. Er fand Schönheit in den schmalen, fast mittelalterlichen Straßen des alten Paris, in der Vielfalt der gotischen Architektur, in den Figuren der Marktfrauen, die kein Korsett kannten. Und er litt darunter, dass das alte Paris - sein Paris! - allmählich zerstört wurde. Denn gerade in die Zeit seiner Kindheit und Jugend fallen die größten Rekonstruktionen und Modernisierungen in der Stadt.
Renoir muss 1859 eine Zeitlang bei Gilbert in der Rue du Bac gearbeitet haben, wo er Wandschirme aus durchsichtigem Papier bemalte, die von Missionaren als Dekoration benutzt wurden. Etwa zu dieser Zeit kaufte er sich alles Nötige für die Ölmalerei und malte seine ersten Porträts. Im Archiv des Louvre befindet sich eine 1861 auf den Namen Auguste Renoir ausgestellte Genehmigung, in den Museumssälen Bilder zu kopieren. Schließlich bestand er 1862 die Aufnahmeprüfungen an der Ecole des Beaux-Arts und nahm sein Studium in der We rkstatt von Charles Gleyre auf.
Als Jean-Frédéric Bazille zum ersten Mal zusammen mit Renoir vom Atelier nach Hause ging, und sie in der Weinstube Closerie des Lilas einkehrten, fragte Renoir seinen Kameraden: »Warum hast du mich angesprochen?« »Wegen deiner Zeichenmanier«, antwortete Bazille. »Ich glaube, du bist schon jetzt eine Persönlichkeit.« [4]
Renoir beteiligte sich überdies mit großem Erfolg an allen obligatorischen Wettbewerben, erhielt die höchsten Auszeichnungen für Perspektive, Anatomie, Ähnlichkeit und Zeichnung. Dies zeigt, dass ihm diese Jahre mit Gleyre sehr zugute kamen. Mit Vergnügen erzählte er Jean, wie er einmal einen Akt unter Befolgung aller Regeln malte, die Gleyre bemüht war, ihnen beizubringen. Der Professor war erschüttert: sein Schüler, der die Malkunst tatsächlich vollkommen beherrschte, »amüsiert sich« trotzdem weiter?!
Ein weiteres, wenn nicht das wichtigste Ereignis dieser Lebensperiode des Malers überhaupt war das Kennenlernen Gleichaltriger in Gleyres Atelier, von denen viele seine besten Freunde und Gesinnungsgenossen wurden. Im Atelier fiel Renoir sofort ein großer, vornehmer Jüngling auf, der sich von den anderen durch die »Eleganz eines Menschen, der seine neuen Schuhe von einem Diener einlaufen lässt« [5] , unterschied.
5. Das Ehepaar Sisley , 1868,
Öl auf Leinwand, 105x75 cm,
Wallraff-Richartz-Museum, Köln.
6. Lise (Frau mit Sonnenschirm), 1867,
Öl auf Leinwand, 184x115 cm,
Museum Folkwa

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