Van Dyck
254 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

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Description

Bereits mit der Eröffnung seines ersten Ateliers im Alter von 16 Jahren war Anthonis van Dyck (1599-1641) eine Legende der Kunstwelt. Er hatte Rubens schon als Kind studiert, wurde sein talentiertester Schüler und als gefeierter Hofmaler in England und Spanien zu seinem Konkurrenten. Heute ist van Dyck vor allem als Meister der Porträtkunst bekannt, der die Eleganz und opulente Schönheit des europäischen höfischen Lebens des 17. Jahrhunderts ebenso produktiv wie begabt einfing. In diesem faszinierenden Abriss über den flämischen Maler und seinen Werdegang markiert Natalia Gritsai die bedeutendsten Lebensabschnitte und Werke des Künstlers.

Sujets

Informations

Publié par
Date de parution 05 juillet 2013
Nombre de lectures 0
EAN13 9781783101696
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 1 Mo

Informations légales : prix de location à la page 0,025€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Exrait

Autor: Natalia Gritsai
Redaktion der deutschen Ausgabe: Klaus H. Carl

Layout:
Baseline Co. Ltd
61A-63A Vo Van Tan Street
4. Etage
Distrikt 3, Ho Chi Minh City
Vietnam

© Confidential Concepts, worldwide, USA
© Parkstone Press International, New York, USA
Image-Bar www.image-bar.com

Weltweit alle Rechte vorbehalten.

Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen, den betreffenden Künstlern selbst oder ihren Rechtsnachfolgern. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.

ISBN: 978-1-78310-169-6
„Viele malten wie van Dyck Porträts, die sehr wahrheitsgetreu sind, gut gezeichnet und in der Farbgebung gelungen, aber da sie alle es nicht vermochten, das Licht mit jenem Hell-Dunkel-Verständnis aufzuteilen, konnten sie nicht das Gefühl der Eleganz, des Wunderbaren und der Außergewöhnlichkeit erzeugen, das seinen Werken eigen ist.”

— Roger de Piles
Inhalt


Biografie
Antwerpener Schaffenperiode
Italienische Schaffenperiode
Zweite Antwerpener Schaffensperiode
Englische Schaffensperiode
Abbildungsverzeichnis
Selbstbildnis, 1620-1621 und 1627
Öl auf Leinwand, 81,5 x 69,5 cm
Alte Pinakothek, München
Biografie


22. März 1599: Anthonis van Dyck wird als 7. Kind der Familie des Tuchhändlers Frans van Dyck und seiner Frau, Maria Cuypers, geboren.

17. April 1607: Tod der Mutter.

Oktober 1609: Eintrag in die Liste der Lukas-Gilde als Schüler Hendrik van Balens.

11. Februar 1618: Ernennung zum Meister der Lukas-Gilde.

29. März 1620: Im Vertrag, den Rubens mit den Antwerpener Jesuiten über die Ausfertigung von 39 Deckengemälden für die neue Ordenskirche der Stadt abschließt, wird unter den Gehilfen Rubens’ als einziger Anthonis van Dyck genannt.

20. Oktober 1620: Thomas Locke schreibt an William Trumbull aus London über die Ankunft van Dycks in der Stadt.

25. November 1620: Tobie Matthew bemerkt in einem Brief an Dudley Carlton, dass König Jakob I. van Dyck ein Jahresgehalt von 100 Pfund bewilligt hat.

28. Februar 1621: Van Dyck erhält einen Auslands-Pass und die von Graf Arundel unterzeichnete Erlaubnis zur achtmonatigen Abwesenheit. Van Dyck kehrt nach Antwerpen zurück.

Oktober bis November 1621: Reise nach Genua. Van Dyck wohnt im Hause von Cornelis und Lucas de Wael.
Februar bis August 1622: Van Dyck arbeitet in Rom an Porträts.

Okt. 1622 bis Jan. 1623: Van Dyck begleitet Graf Arundel nach Turin, Mailand und Mantua.

Dezember 1622: Tod des Vaters in Antwerpen.

1623-1625: Reist und lebt in Rom, Genua, Palermo, und wieder in Genua.

Juli 1625: Reise nach Marseille und Aix-en-Provence, wo van Dyck sich mit dem Korrespondenten von Rubens, Peiresc, trifft, dessen Porträt sich in der Ikonographie van Dycks befindet.

Herbst 1627 (?): Rückkehr nach Antwerpen.

1628: Van Dyck wird Mitglied der Jesuiten-Bruderschaft von Junggesellen, „Sodaliteit van de bejarde Jongmans”.

Mai 1630: Van Dyck gibt sich den Titel eines Hofmalers („Schilder van Heure Hoocheyd”, d. h. der Infantin Isabella). Er bleibt jedoch in Antwerpen und zieht nicht nach Brüssel, wo die Infantin residiert.

4. Sept.-16. Okt. 1630: Die französische Königin, Maria de’ Medici, besucht während ihrer Visite in Antwerpen die Werkstatt van Dycks.

Winter 1631-1632: Van Dyck arbeitet in Den Haag am Hofe von Friedrich Heinrich und Amalie van Solms, Prinz und Prinzessin von Oranien.

1632: Ankunft in London; Van Dyck wird mit der Ritterwürde geehrt und darf sich laut Urkunde „Sir” Anthonis van Dyck nennen; er erhält den Titel „Hauptmaler im Dienste seiner Majestäten” („principalle Paynter in ordinary to their Majesties”); er lebt nun ständig in Blackfriars, und erhält ein Logement im königlichen Sommersitz Elthem in Kent.

Winter 1634: Reise von London nach Flandern.

18. Oktober 1634: Van Dyck wird in Antwerpen zum Dekan der Lukas-Gilde berufen.

Frühling 1635: Erneuter Aufenthalt in London.

1636: Heirat mit Mary Ruthven, einer Hofdame der englischen Königin Henrietta Maria.

Oktober/November 1640 (?): Erfolgloses Bemühen in Paris, einen Auftrag für die große Gemäldegalerie des Louvre zu erhalten. Rückkehr nach London.

Oktober 1641: Aufenthalt in Antwerpen.

1. Dezember 1641: Geburt der Tochter Justiniana.

9. Dezember 1641: Van Dyck stirbt in Blackfriars.

11. Dezember 1641: Beisetzung im Chor der St. Pauls Kathedrale in London (das Grab van Dycks wurde 1666 beim großen Brand von London zerstört).
Der Name des flämischen Malers aus dem 17. Jahrhundert, Anthonis van Dyck (1599-1641), ist zum Symbol für Eleganz und auserlesenen Geschmack geworden. Van Dyck hat die Kunst um ein wesentliches Moment bereichert – um die bis dahin ungewohnte Art, sich dem Modell zu nähern. Er nimmt die menschliche Gestalt als lebendiges und unnachahmliches Individuum wahr, das sich erst in seiner Beziehung zum unmittelbaren Kontext offenbart. Als Porträtmaler genoss van Dyck bereits zu Lebzeiten höchste Anerkennung. Diese betraf sein gesamtes Œ uvre – die Werke aus der Jugendzeit, die Gemälde der späteren Schaffensperioden und ebenso seine Grafiken.
Die Anbetung der Hirten
nach 1615
Öl auf Leinwand, 115,3 x 163,7 cm
The Courtauld Gallery, London

Wachsende internationale Anerkennung wurde jedoch insbesondere dem Porträtisten van Dyck gezollt. Als solcher erhielt er dann auch seinen Platz in der Geschichte der europäischen Kunst des 17. Jahrhunderts. Anthonis van Dyck besaß einen immensen Arbeitseifer, er war ein „Arbeiter der Palette ” und schuf bereits in seinen Jugendtagen mehr Bilder als andere Maler in ihrem ganzen Leben.
Ebenso wie die Porträtkunst beherrschte er auch andere Gattungen der Malerei und schuf zahlreiche Allegorien, Historien- und Landschaftsgemälde. Er war in der Lage, jede beliebige Aufgabe seines Faches zu lösen. Vielfach verknüpften sich dabei die Genres: In seinen Sujets ist oft der Blick des Porträtmalers zu fühlen und seine Bildnisse enthalten immer auch ein wenig Historisches.
St. Martin teilt seinen Mantel
um 1618
Öl auf Holz, 171,6 x 158 cm
St. Martin, Zaventem

Die von van Dyck geschaffenen Porträts wiederum sind selbst äußerst vielfältig. Die Palette seiner Möglichkeiten erscheint nahezu unendlich und reicht von flüchtigen, unterwegs oder aus dem Gedächtnis gezeichneten Skizzen bis zu sorgfältigsten Naturstudien, von Kabinettbildern bis zu monumentalen Bildnissen. Dann und wann schuf er auch ein „Portrait histoire ” , eine nicht des Humors entbehrendende Darstellungsform, in welcher die porträtierte Person mal in der Gestalt einer Figur aus der antiken Mythologie, mal im Gewand eines Helden aus einem zeitgenössischen Theaterstück posiert.
Das Gesamtwerk seiner Porträtmalerei ist ein getreues Abbild seiner Zeit und lässt die Zeitgenossen des Malers lebendig werden.
Der reumütige Apostel Petrus
um 1617-1618
Öl auf Leinwand, 63,2 x 51,7 cm
Eremitage, St. Petersburg

Zugleich spiegelt sich in diesen Bildnissen seine Idealvorstellung vom Menschen wider. Als van Dyck lebte, stand der kleine Staat der südlichen Niederlande, den man nach seinem bedeutendsten Landstrich „Flandern ” nannte, am Beginn einer neuen kunstgeschichtlichen Epoche. Es war die Zeit des Aufschwungs und der dann folgenden prachtvollen Entfaltung einer eigenen nationalen Schule der Malerei.
Nach der niederländischen Revolution hatten sich gegen Ende des 16. Jahrhunderts die sieben nördlichen Provinzen zu einer Union („Holland ” ) vereinigt und vom Süden des Landes getrennt. Diese Unions-Provinzen gründeten die „Republik der Vereinigten Niederlande ” .
Studienkopf eines alten Mannes
um 1618
Öl auf Eichenholz, 49,5 x 58 cm
Gemäldegalerie, Kunsthistorisches Museum Wien, Wien

Der südliche Landesteil verblieb unter spanischer (katholischer) Herrschaft und entsprechendem Einfluss. Selbstverständlich blieb auch die niederländische Kunst von diesen politischen Ereignissen nicht unbeeinflusst, es entstanden zwei selbständige nationale Schulen – die holländische und die flämische.
In der flämischen Kunst des 17. Jahrhunderts dominierte eine alles überragende Künstlerpersön-lichkeit – Peter Paul Rubens (1577-1640). Er hatte die erste reguläre Schule für Malerei begründet. Mit seinem Œ uvre beschritt er völlig neue, für die flämische Kultur bis dahin unbekannte Wege, indem er Gegenwärtiges mit einer Kunst verband, die von hohem humanistischem Pathos durchdrungen war, erfüllt von einer auffallend emotionalen, dynamischen und leidenschaftlich-kraftvollen Lebensbejahung.
Kopf und Hände eines Jungen, Studie
um 1618
Öl auf Papier, 45,1 x 29,5 cm
Privatsammlung

Van Dyck setzte Rubens ’ künstlerische Offenbarungen auf seine eigene Weise um und konnte dadurch im Genre der Bildnismalerei eine unübertroffene Größe erreichen.

Antwerpener Schaffenperiode

Van Dycks Leben war kurz, und als ob er sein frühes Ende geahnt hätte, arbeitete er ständig an seiner Vervollkommnung. Van Dyck stammte aus einer wohlhabenden bürgerlichen Familie. Sein Vater, Frans van Dyck, war ein bedeutender Tuchhändler.
Bildnis einer jungen Frau mit Kind
um 1618
Öl auf Holz, 131 x 102 cm
Eremitage, St. Petersburg
(vermutlich Balthasarina van Linnik mit ihrem Sohn)

Anthonis van Dyck wurde am 22. März 1599 in Antwerpen als siebtes Kind der Familie geboren und hatte zehn weitere Geschwister. Die Mutter, Maria Cuypers, starb nach der Geburt des zwölften Kindes, als Anthonis gerade 8 Jahre alt war. Biografen vermerken, dass sie eine meisterhafte Stickerin war und einige historische Szenen mit „derart bewundernswerter Geschicklichkeit ” angefertigt hatte, dass Meister dieses Faches sie zu den ganz Großen zählten. Es ist also durchaus denkbar, dass sie ihren Sohn den ersten Umgang mit Pinsel und Farben lehrte.
Anthonis erfuhr im Elternhaus eine äußerst gediegene Erziehung, die auch eine musikalische Ausbildung mit einschloss.
Moses und die eherne Schlange
1618-1620
Öl auf Leinwand, 205 x 235 cm
Museo Nacional del Prado, Madrid

Schon frühzeitig fiel er durch seine außergewöhnlichen Begabungen auf und wurde als Wunderkind betrachtet.
Als ein Verfechter der alten Traditionen des flämischen Bürgertums strebte Frans van Dyck für seinen Sohn einen sicheren Beruf an – ein Handwerk. Die Malkunst galt in Antwerpen von jeher als angesehenes Gewerbe und da bei Anthonis dieses Talent besonders deutlich ausgeprägt war, übernahm Hendrik van Balen, einer der führenden Maler Antwerpens, den Unterricht des Zehnjährigen.
Van Balen führte eine der größten Werkstätten der Stadt. Mittels seiner kleinen, keine Eleganz entbehrenden puppenhaft-gläsern und kühl wirkenden Figuren in seinen Werken mit historischen, allegorischen und mythologischen Sujets in „Kabinettmanier ” hatte der Flame Berühmtheit erlangt.
Die Gefangennahme Christi
um 1618-1620
Öl auf Leinwand, 222 x 274 cm
Bristol City Museum and Art Gallery, Bristol

Nichtsdestoweniger malte van Balen – vor allem für Kirchen – auch Monumentalgemälde mit großen Figuren, z. B. Die Verkündigung (St. Pauls-Kirche, Antwerpen). Sie sind jedoch wegen ihrer statuenhaften, idealisierten Personen nur ein matter Abglanz der Meister der römischen Hochrenaissance, zu deren uneingeschränkten Bewunderern van Balen gehörte. Er begeisterte sich ebenso für die Werke der venezianischen Meister, besonders für Veronese. Möglicherweise entstand das Interesse van Dycks an der venezianischen Kunst bereits in diesen frühen Lehrjahren bei van Balen, denn dessen Haus in der Langen Nieuwestraat war über und über mit Kunstwerken, Stichen, Medaillen und Büchern gefüllt.
Die Dornenkrone
um 1618-1620
Öl auf Leinwand, 224 x 197 cm
Museo Nacional del Prado, Madrid

Obwohl van Balens Kunst auf das Schaffen van Dycks keinen besonderen Einfluss ausübte, war der junge Künstler dem ihm so wesensfremden Lehrer doch gerade wegen der ausgezeichneten Unterweisung im rein technischen Können verbunden.
In jener Zeit, zu Beginn des 17. Jahrhunderts, unterschied sich der Unterricht kaum von der eigentlichen Arbeit in der Werkstatt. Es herrschten die Gegebenheiten der mittelalterlichen Handwerkszünfte, zu denen auch die künstlerischen Berufe zählten: Der zumeist recht junge Schüler (die Jungen kamen im Alter zwischen 10 bis 14 Jahren in eine Werkstatt) bekam die Möglichkeit, alle Stadien der künstlerischen Arbeit zu verfolgen.
Beweinung Christi
um 1618-1620
Öl auf Leinwand, 99 x 74,5 cm
Gemäldegalerie, Kunsthistorisches Museum Wien, Wien

Sein Handwerk lernte er durch die Praxis, indem er direkt an allen für ein Bild notwendigen Arbeitsschritten teilnahm. Dies begann mit dem Reinigen der Palette und dem Anrühren der Farben und endete mit der unmittelbaren Ausführung der Aufgabe, die der Meister ihm übertragen hatte.
Trotz aller Einschränkungen ist dieses Unterrichtssystem in Flandern während des 17. Jahrhunderts weitgehend beibehalten worden. Es basierte vor allem auf der unumgänglichen ersten Stufe der künstlerischen Erziehung des künftigen Malers, in der er an die Fertigkeiten und Traditionen der berühmten niederländischen Werkstatt-Malerei herangeführt wurde.
Die mystische Verlobung der Heiligen Katharina
1618-1620
Öl auf Leinwand, 123 x 174 cm
Museo Nacional del Prado, Madrid

Es ist anzunehmen, dass alle weiteren Erfolge der flämischen Schule des 17. Jahrhunderts dieser meisterhaften Beherrschung des Handwerklichen zu verdanken sind.
Die Ausbildung konnte, je nach den Fähigkeiten des Schülers, sechs bis dreizehn Jahre dauern und endete mit einer Prüfung vor der Gilde, bei der jeder Schüler ein eigenes Werk vorlegte. In Antwerpen war dies die „Gilde des Heiligen Lukas ” , in der die Künstler, vor allem aber die Maler, vertreten waren. Fand die Arbeit Anerkennung, erhielt der Schüler den Titel eines Meisters der Gilde. Damit war das Recht auf Gründung einer eigenen Werkstatt verbunden.
Samson und Delila
um 1618-1620
Öl auf Leinwand, 151,4 x 230,5 cm
Dulwich Picture Gallery, London

Die Ausbildung des Künstlers war aber auch dann noch nicht beendet, sondern erreichte damit ihre zweite Phase: Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts war ein Aufenthalt in Italien fast obligatorisch beziehungsweise wurde zur Tradition.
All diese Etappen durchlief auch van Dyck. Das Lernen fiel ihm leicht. Bereits 1615 übernahm er eine eigene Werkstatt, obwohl er noch kein gleichberechtigtes Mitglied der Lukas-Gilde war – ein beispielloser Fall in der Geschichte der flämischen Malerei. Zum Zeitpunkt seiner Ernennung zum Meister, im Februar 1618, war van Dyck bereits ein vollkommen eigenständiger Künstler mit einer stark ausgeprägten schöpferischen Individualität.
Seit dieser Zeit, oder schon etwas früher, begann die direkte Zusammenarbeit mit Rubens. Van Dyck durfte bei ihm wohnen und wurde rasch vom wichtigen Gehilfen zum engsten Mitarbeiter.
Kopfstudie einer emporblickenden Frau
1618-1620
Öl auf Papier auf Eichenholz, 49,2 x 45,8 cm
Gemäldegalerie, Kunsthistorisches Museum Wien, Wien

Wenn Rubens den jungen Kollegen auch in einem Brief vom 28. April 1618 an Carlton als „den besten meiner Schüler ” bezeichnete, so war van Dyck in diesem Sinne doch kein eigentlicher Rubens-Schüler. Dennoch brachte vor allem die enge Verbindung mit dem berühmtesten Maler Flanderns und die Atmosphäre in Rubens ’ Werkstatt und Haus die eigentliche Vollendung des jungen Malers.
Hier verlieh er seinem meisterlichen Können nicht nur den letzten Schliff, sondern begegnete auch interessanten und gebildeten Persönlichkeiten; denn Rubens ’ Werkstatt war zu der Zeit, als van Dyck dort lebte, nicht nur Zentrum der neuen flämischen Malerei, sondern auch Mittelpunkt des künstlerischen und intellektuellen Lebens in Flandern.
Studienkopf eines Schächers
um 1619
Öl auf Eichenholz, 56,3 x 46,5 cm
Gemäldegalerie, Kunsthistorisches Museum Wien, Wien
(Studie, die von Rubens für sein Gemälde Der Lanzenstoß, verwendet wurde, das im Koninklijk Museum voor Schone Kunsten in Antwerpen aufbewahrt wird)

Van Dyck blieb bis zu seiner Italienreise im Jahre 1621 im Hause von Rubens. Er lernte viele seiner Landsleute kennen, deren Bildnisse später die berühmte grafische Sammlung Ikonographie bildeten, eine Reihe von Porträts, die nach Zeichnungen des Künstlers gestochen wurden. Hier finden sich viele seiner Zeitgenossen – Maler, Bildhauer, Dichter, Musiker, Gelehrte, Mäzene, Feldherren und andere bedeutende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.
Der geniale Rubens hatte zweifelsohne einen ungeheuren Einfluss auf das künstlerische Schaffen des jungen van Dyck.
Der Heilige Hieronymus in der Wildnis
um 1619
Öl auf Leinwand, 115 x 82 cm
Sammlung Heinz Kister, Privatsammlung, Schweiz

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