Bonnard
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Bonnard , livre ebook

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Description

Pierre Bonnard (1867-1947) war der Anführer einer Gruppepostimpressionistischer Künstler, die sich selbst Nabis, hebräisch für ‚Prophet‘, nannten. Zusammen mit Malern wie Vuillard, Roussel und Denis revolutionierte er den Geist dekorativer Techniken in einer der wichtigsten Perioden in der Geschichte französischer Malerei. Die hier zusammengestellten Arbeiten zeichnen sich durch eine Vielzahl außergewöhnlicher Ausdrucksformen aus, die von dekorativ und geheimnisvoll über düster bis zu traumartig reichen. Die Autorin Nathalia Brodskaia, Kunsthistorikern der Eremitage in Sankt Petersburg, ist Expertin für den Postimpressionismus und hat umfangreiche Arbeiten über die Nabis und den Fauvismus geschrieben. Albert Kostenovich machte seinen Abschluss in Kunstgeschichte an der Universität Irkutsk in Russland und arbeitet in der Eremitage in Sankt Petersburg. Er ist einer der großen Spezialisten für den Fauvismus und die Nabis.

Sujets

Informations

Publié par
Date de parution 13 juillet 2015
Nombre de lectures 0
EAN13 9781785250620
Langue English
Poids de l'ouvrage 1 Mo

Informations légales : prix de location à la page 0,0012€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Exrait

Autor:
Albert Kostenevitch

Layout:
Baseline Co. Ltd
61A-63A Vo Van Tan Street
4. Etage
Distrikt 3, Ho Chi Minh City
Vietnam

© Parkstone Press International, New York, USA
© Confidential Concepts, worldwide, USA
Image-Bar www.image-bar.com

© Pierre Bonnard Estate / Artists Rights Society (ARS), New York, USA / ADAGP

Weltweit alle Rechte vorbehalten.
Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen, den betreffenden Künstlern selbst oder ihren Rechtsnachfolgern. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.

ISBN: 978-1-78525-062-0
„Ich hoffe, dass meine Malerei ohne Sprünge halten wird. Ich möchte vor den jungen Malern des Jahres 2000 mit Schmetterlingsflügeln ankommen.“

— Bonnard zu Matisse
INHALT



Biografie

A
Abend
Abend in Paris
Akt bei der Toilette, von hinten (Gelber Akt)
Akt im Bad
Akt mit schwarzen Strümpfen
Akt, rechtes Bein angehoben
Akt, sich bückend
Ambroise Vollard
Das Atelier mit Mimose
Aus dem Bad

B
Das Bad
Balkon in Vernonnet
Blühender Mandelbaum
Bouillabaisse
Der Boxer (Porträt des Künstlers)
Die Brücke
Bürgerliche Nachmittagsruhe oder Die Familie Terrasse
C/D
Charles Terrasse als Kind
Côte d ’ Azur
Dämmerung, oder Die Krocketpartie
Droschke
Dunkler Akt

E /F
Ecke des Tisches
Eine Ecke von Paris
Erdbeeren im Becher
Der Erfolg
Erste Frühlingstage
Das Essen
Das Esszim m er
Esszimmer auf dem Land
Familie im Garten
Familienszene
Fenster
France-Champagne
Die Frau mit dem Papagei
Frau, lehnend
Frauen im Garten
Frauen mit Hund
Freude
Frühlingsanfang auf dem Lande
Frühlingsanfang. Kleine Faune
Frühstück nahe dem Heizkörper
G
Garten
Gärtner
Das gelbe Boot
Das geöffnete Fenster
Der große blaue Akt
Der große Garten
Der große liegende Akt
Güterzug und Schleppkähne

H/I
Herbst. Obsternte
Hinter dem Gitterzaun
Intimität
Das irdische Paradies

J
Josse Bernheim-Jeune und Gaston Bernheim de Villiers
Junge Frau beim Licht
Junge Frau, auf einem Liegestuhl sitzend
Junges Mädchen trocknet sich ab

K
Die Kaffeemühle
Der Kaminsims
Kirschen essender Junge
Kirschkuchen
Das kleine Wäschemädchen
Korb und Teller mit Obst auf der karierten Tischdecke
L
La Revue Blanche
Landschaft am Nachmittag
Landschaft im Süden (Le Cannet)
Landschaft in der Dauphiné
Landschaft in der Normandie
Landschaft in Le Cannet mit Blick über die roten Dächer

M
Mann und Frau
Milchschale
Misia Godebska
Misia Godebska und Thadée Nathanson
Misia mit Rosen
Mittagessen
Mohnblumen auf dem Balkon
Morgen in Paris

P
Die Palme
Die Palme in Le Cannet
Die Pastorale
Die pastorale Symphonie
Place Clichy
Pont du Carrousel
Porträt von Berthe Schaedlin
Die provenzalische Vase
P
Der Raub der Europa
Rosa Akt in der Badewanne
Die rote karierte Tischdecke
Das rote Strumpfband

S
Segeln (Familie Hahnloser)
Die Seine bei Ve r non
Die Seine in Vernonnet
Selbstbildnis
Selbstbildnis im Spiegel
Selbstbildnis mit Bart
Siesta
Sommer
Sommer in der Normandie
Sommer. Tanz
Der Spaziergang 1 , 2
Spiegel über dem Waschtisch
Spiegelbild
Stehender Akt
T/U
Tee im Garten
Terrasse in Grasse
Die Terrasse in Vern o n
Der Tisch
Der Tisch vor dem Fenster
Toilettentisch mit dem rot-gelben Blumenstrauß
Trägheit
Trouvielle, Hafenausfahrt
Die Übung

W/Z
Vernonnet – Landschaft bei Giverny
Weiblicher Akt im Gegenlicht (Das Toilettenzimmer)
Die weiße Katze
Weißes Interieur
Wildblumen
Das Zirkuspferd
Zwei Pudel
Der Spaziergang, um 1900.
Öl auf Leinwand, 38 x 31 cm.
Privatsammlung.
Biografie



1867: Pierre Bonnard wird in Fontenay-aux-Roses in der Nähe von Paris geboren.
1875: Bonnard besucht das Gymnasium von Vanves, danach die Gymnasien Louis-le-Grand und Charlemagne. Er verbringt die Sommermonate in Grand-Lemps in der Dauphiné.
1886: Bonnard schreibt sich an der Fakultät des Rechts der Universität von Paris ein.
1887: Er fängt an, Malerei an der Académie Julian zu studieren, wo er Sérusier, Denis, Ibels und Ranson kennenlernt.
1888: Bonnard bricht die Universität ab und schreibt sich an der École des Beaux-Arts ein, er intensiviert den Kontakt mit Vuillard und Roussel.
1890: Die Ausstellung über japanische Holzschnitte an der École des Beaux-Arts beeindruckt Bonnard nachhaltig .
1891: Bonnard teilt ein Atelier mit Vuillard und Denis in der Rue Pigalle. Nachdem er über Denis die Bekanntschaft mit Lugné-Poe, André Antoine und Paul Fort in Denis gemacht hat, fertigt er mehrere Arbeiten für das Theater an. Das Werbeplakat für France-Champagne ist sein erster großer Erfolg. Bonnard stellt zum ersten Mal im Salon des Indépendants und in der Galerie Le Barc de Bouteville aus.
1892: Sein Interesse gilt der Lithographie. Seine Werke ziehen die Aufmerksamkeit der berühmten Kritiker Albert Aurier, Gustave Geffroy und Roger-Marx auf sich.
1893: Lernt Marthe kennen (ihr richtiger Name war Marie Boursin). Er illustriert Les Petites Scènes familières und Solfège des Komponisten Claude Terrasse mit Lithographien.
1896: Die erste Einzelausstellung in der Galerie Durand-Ruel. Mit Vuillard und Maillol nimmt er die Einladung an, an der Ausstellung La Libre Esthétique in Brüssel teilzunehmen. La Revue Blanche veröffentlicht den von Bonnard illustrierten Roman Marie von Peter Nansen.
1899: Vollard verlegt ein Album mit Farblithographien von Bonnard: Quelques Aspects de la vie de Paris . Bonnard arbeitet an einer großen Serie von Lithographien für Verlaines Gedichtsammlung Parallèlement .

1900: Er stellt mit anderen Nabis in der Galerie Bernheim-Jeune aus. Er arbeitet in Paris und Umgebung: Montval, l ’ Étang-la-Ville, Vernouillet und Médan.
1902: Vollard veröffentlicht Daphnis et Chloé von Longus, illustriert mit einhundertsechsundfünfzig Lithographien von Bonnard. Bonnard nimmt an einer Kollektivausstellung in der Galerie Bernheim-Jeune teil. Er arbeitet den Sommer über in Colleville.
1904: Bonnard arbeitet in l ’ Étang-la-Ville und in Varangéville. Er illustriert Histoires naturelles von Jules Renard.
1905: Er realisiert eine Serie von weiblichen Akten und Porträts. Reise nach Spanien.
1906: Er stellt seine Landschaften und Interieurs in der Galerie Vollard aus. Einzelausstellung in der Galerie Bernheim-Jeune. Den Sommer verbringt er auf der Jacht von Misia Edwards und besucht Belgien und Holland.
1908: Bonnard unternimmt Reisen nach Italien, Algerien, Tunesien sowie nach England.
1909: Er arbeitet in Médan. Im Juli besucht er Manguin in Saint-Tropez.
1910: Bonnard arbeitet im Süden Frankreichs, wo er sich mit Paul Signac und Auguste Renoir trifft.
1911: Führt auf Anfrage von Ivan Morosow das Triptychon Am Mittelmeer und die Tafeln Morgen in Paris und Abend in Paris aus.
1912: Er erwirbt das Anwesen „Ma Roulotte“ bei Vernonnet in der Nähe von Giverny. Trifft sich häufig mit Claude Monet.
1913: Reise nach Hamburg mit Vuillard.
1916: Bonnard arbeitet an einer Reihe von großen Pannelen für die Galerie Bernheim-Jeune. Im November kehrt er nach Winterthur zurück.
1918: Bonnard und Renoir werden zu Ehrenpräsidenten der Vereinigung La Jeune Peinture Française gewählt.
1919: Fosca und Werth veröffentlichen zwei Monographien über Bonnard.
1925: Bonnard kauft ein kleines Haus in Le Cannet. Heiratet seine Marthe.
1926: Reise nach Amerika als Jurymitglied des Carnegie Preises.
1936: Bonnard erhält zum zweiten Mal den Carnegie Preis (das erste Mal 1923).
1939: Von diesem Moment an verlässt Bonnard Le Cannet nicht mehr.
1942: Tod von Marthe Bonnard.
1947: Tod von Pierre Bonnard in Le Cannet.
Im Oktober 1947 veranstaltete das Musée de l ’ Orangerie in Paris eine postume Ausstellung der Werke von Pierre Bonnard. Gegen Ende desselben Jahres erschien in der einflussreichen Zeitschrift Cahiers d ’ Art auf der ersten Seite eine vom Herausgeber Christian Zervos verfasste Besprechung. Die provokative Überschrift lautete: „Ist Pierre Bonnard ein großer Maler?“
Im ersten Abschnitt verleiht Zervos seinem Erstaunen Ausdruck über den großen Umfang der Ausstellung, kannte man doch bisher Bonnard nur aufgrund von seltenen und eher bescheidenen Expositionen. Er sei, so sagte Zervos, von der Ausstellung enttäuscht, die Werke seien es nicht wert, dass ihnen eine umfassende Ausstellung gewidmet würde:
Die Übung
1890
Öl auf Leinwand, 23 x 31 cm
Privatsammlung

… Vergessen wir nicht, dass Bonnards Anfänge vom wunderbaren Licht des Impressionismus erhellt sind. In mancher Hinsicht war er der letzte Träger jener Ästhetik. Doch war er ein schwacher Träger, ohne großes Talent. Das überrascht kaum. Willensschwach und wenig originell, vermochte er nicht, dem Impressionismus einen neuen Aufschwung zu verleihen, seine Elemente durch eine handwerkliche Basis zu untermauern oder ihnen zum mindesten eine neue Wendung zu geben.
Frauen im Garten
1891
Tempera auf Leinwand, 4 Tafeln,
je 160 x 48 cm
Musée d ’ Orsay, Paris

Obwohl er überzeugt davon war, dass man sich in der Kunst nicht nur von Gefühlen leiten lassen darf, wie die Impressionisten, war er nicht imstande, seine Malerei mit geistigen Werten zu beseelen. Er wusste sehr wohl, dass das Ziel der Kunst nicht mehr die Nachbildung der Wirklichkeit war, fand aber nicht die schöpferische Kraft, wie einige andere Künstler seiner Zeit, die das Glück hatten, sofort gegen den Impressionismus zu rebellieren. In Bonnards Werken wird der Impressionismus fade und zerfällt.
Frauen mit Hund
1891
Öl und Tinte auf Leinwand, 41 x 32,5 cm
Sterling and Francine Clark Art Institute,
Williamstown (Massachusetts)

Es ist höchst unwahrscheinlich, dass Zervos ’ Urteil auf persönlicher Animosität gründete. Er war ganz einfach das Sprachrohr der Avantgarde, welche die Entwicklung der modernen Kunst als eine Abfolge radikaler Bewegungen sah, von denen jede neue die vorherige ersetzte und ihre eigene Welt schuf, die sich jeweils ein Stück mehr von der Realität entfernte als die vorangehende. Diese Sichtweise der Geschichte der Malerei als eine Chronik avantgardistischer Strömungen ließ Bonnard keinen Platz, umso weniger, als er selbst sich niemals in den Vordergrund drängte und sich überhaupt von allen Kontroversen fernhielt.
Zwei Pudel
1891
Öl auf Leinwand, 36,3 x 39,7 cm
Southampton City Art Gallery, Southampton

Außerdem lebte er größtenteils nicht in Paris und stellte nur ganz selten aus. Mit Sicherheit hätten sich nicht alle Avantgardisten Zervos ’ Meinung angeschlossen. Picasso zum Beispiel schätzte Bonnard als Maler sehr, also ganz im Unterschied zu Zervos, der übrigens ein großer Verehrer von Picasso war und einen vollständigen Katalog seiner Gemälde und Zeichnungen herausgegeben hatte. Als Matisse den Artikel in den Cahiers d ’ Art las, packte ihn der Zorn. In großen Zügen schrieb er auf den Blattrand: „Ja! Ich bezeuge, dass Pierre Bonnard ein großer Künstler unserer Zeit und fraglos der Zukunft ist. Henri Matisse. Jan. 48.“
France-Champagne
1891
Farblithographie, 79 x 58,6 cm
Musée des Beaux-Arts de Reims, Reims

Matisse sollte Recht behalten. Bereits um die Mitte des 20. Jahrhunderts zog Bonnards Malerei junge Künstler wesentlich mehr an als etwa in den 20er oder 30er Jahren. Die Fama spielte ein seltsames Spiel mit ihm. Gleich von Anfang an fand er in gewissen Kreisen Anerkennung. Er musste nicht Armut und Ablehnung erfahren, wie so viele der führenden Avantgardisten, die entweder erst spät in ihrem Leben oder gar erst nach ihrem Tod Ruhm erlangten. Die populäre Vorstellung vom verkannten Künstler, einem armen Hungerleider aus der Bohème, der auf Unverständnis stößt, weil er mit den alten Normen bricht, passte ganz und gar nicht auf Bonnard.
Intimität
1891
Öl auf Leinwand, 38,2 x 36,2 cm
Musée d ’ Orsay, Paris

Er fand immer wieder Abnehmer für seine Gemälde. Schon früh hatte er unter Künstlern und Sammlern manchen Kenner für sich gewonnen, der ihn zu schätzen wusste. Allerdings war ihre Zahl beschränkt; die generelle Anerkennung, die er durchaus verdient hätte, ließ lange auf sich warten.
Wie kommt es, dass es Bonnard im Laufe seines langen Lebens nicht gelang, das breite Publikum für sich einzunehmen? Gründe dafür sind in seinem Charakter und seiner Lebensführung zu suchen. Er zeigte sich kaum in der Öffentlichkeit und ging Ausstellungen aus dem Weg.
Tee im Garten
1891
Öl, schwarze Tinte und Bleistift auf Leinwand,
38 x 46 cm . Privatsammlung

Als die Veranstalter des Salon d ’ Automne 1946 mit dem Wunsch an ihn herantraten, eine große retrospektive Ausstellung seiner Werke zu veranstalten, reagierte er befremdet. „Eine Retrospektive? Bin ich denn schon tot?“ Ein weiterer Grund lag im Wesen seiner Kunst, der jede Effekthascherei abging. Die Feinheiten und die Nuancen seiner Werke bleiben dem Zuschauer, dessen Sensibilität nicht darauf eingestimmt ist, verschlossen.
Dämmerung, oder Die Krocketpartie
1892
Öl auf Leinwand, 130,5 x 162,2 cm
Musée d ’ Orsay, Paris

Hinzu kommt ein weiterer Grund, weshalb Bonnard vom Publikum eher abweisend aufgenommen wurde. Sein Leben hatte nichts Außergewöhnliches, es gab darin nichts Spektakuläres und schon gar nichts Skandalöses, nichts also, was das allgemeine Interesse erregt hätte. In dieser Hinsicht konnte Bonnard mit van Gogh, Gauguin oder Toulouse-Lautrec nicht konkurrieren. Da war kein Stoff für Legenden. Und gerade Legenden sind es, die das Publikum braucht, das so gerne Idole aus Persönlichkeiten macht, gegen die es noch gestern gleichgültig oder gar feindselig gestimmt war. Aber die Zeit tut ihre heilende Wirkung. Die Einstellung zu Bonnard hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr stark geändert.
Porträt von Berthe Schaedlin
1892
Öl auf Leinwand, 31 x 16,5 cm
Galerie Daniel Malingue, Paris

Die großen Einzelausstellungen der Jahre 1984 und 1985 in Paris, Zürich, Washington, D.C. und Frankfurt am Main waren von Erfolg gekrönt und machten als wichtige kulturelle Ereignisse von sich reden.
Wie verlief Bonnards Leben? Seine frühe Kindheit verbrachte er in Fontenay-aux-Roses bei Paris. Sein Vater war ein hoher Beamter im Kriegsministerium und die Familie hoffte, dass Pierre in seine Fußstapfen treten würde. Aber der anfängliche Impuls, der von dem bürgerlichen Milieu ausging und den jungen Bonnard zunächst veranlasste, sich an der juristischen Fakultät einzuschreiben, hielt nicht lange an.
Familienszene
1893
Lithographie, 31,8 x 18 cm
The Museum of Modern Art, New York

Er war weniger im Hörsaal der Rechtswissenschaften anzutreffen als an der Académie Julian und später an der École des Beaux-Arts . Der innigste Wunsch jedes Schülers der École war es, den Prix de Rome zu gewinnen. Als Bonnard nach knapp einem Jahr diesen Preis nicht gewann, kehrte er der Schule den Rücken. Sein Bild, Triumph des Mordechai , das er zu einem der vorgegebenen Themen eingereicht hatte, wurde mit der Begründung abgelehnt, es mangele ihm an Ernsthaftigkeit.
Als der Beginn seiner künstlerischen Laufbahn sind die kleinen Landschaftsbilder anzusehen, die er im Sommer 1888 malte und in denen er die akademischen Vorschriften kaum beherzigte.
La Revue Blanche
1894
Farblithographie, 58,7 x 78,2 cm
National Gallery of Art, Washington, D.C.

Sie entstanden in Grand-Lemps in der Dauphiné und wurden von seinen Freunden Denis, Roussel, Vuillard und Sérusier sehr geschätzt. Die Landschaftsstudien der Umgebung von Grand-Lemps sind schlicht im Aufbau und frisch in der Farbe.
Es zeigt sich darin eine poetisch-sensible Naturbetrachtung, die an Jean-Baptiste Camille Corot (1796-1875) erinnert. Unbefriedigt vom Unterricht an der École des Beaux-Arts und in der Académie Julian , beginnen Bonnard und Vuillard, selbstständig zu arbeiten. Sie besuchen fleißig die Museen, und in den ersten zehn Jahren ihrer Freundschaft verging selten ein Tag, an dem sie sich nicht trafen. Trotzdem sprachen sie sich gegenseitig mit „Sie“ an, während Bonnard die übrigen Mitglieder der Nabis duzte.
Die weiße Katze
1894
Öl auf Karton, 51,9 x 33,5 cm
Musée d ’ Orsay, Paris

Zu der Gruppe der Nabis, die Paul Sérusier zusammenführte, gehörten einige Mitglieder der Académie Julian . Sie weigerten sich, die Regeln des Impressionismus zu befolgen, und beriefen sich stattdessen vor allem auf Gauguin. Ihr Name leitet sich vom hebräischen nabi ab und symbolisiert ihren Willen, nach neuen Ausdrucksmitteln der Kunst zu suchen. Beeinflusst waren sie sowohl von der japanischen Kunst, vor allem von den Holzschnitten, als auch von populärer und primitiver Kunst sowie vom symbolistischen Maler Puvis de Chavannes. Obwohl sich die einzelnen Nabis stark voneinander nterschieden, gab es zwei Hauptideen, über die sich alle einig waren.
Hinter dem Gitterzaun
1895
Öl auf Karton, 31 x 35 cm
Eremitage, Sankt Petersburg

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