Claude Monet. Band 2
193 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

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Description

Als Impressionist zu gelten war für Monet eine Auszeichnung. Er war es aus tiefer Überzeugung und blieb es bis an das Ende seines langen Lebens. Er begnügte sich mit einem einzigen Genre, dem der Landschaftsmalerei. Hier aber brachte er es zu einer Vollkommenheit, an die keiner seiner Zeitgenossen heranreichte. Im Sommer jenes Jahres kam es zu gemeinsamen Malübungen mit Boudin (1824 bis 1898) am Meeresstrand. “Mit der Zeit gingen mir die Augen auf und ich begann, die Natur zu verstehen; zugleich lernte ich, sie zu lieben” – so erinnert sich Monet später an diese gemeinsamen Exerzitien. Er besucht nicht die Ecole des BeauxArts, sondern zieht die von Monsieur Suisse, einem ehemaligen Modell Davids, gegründete freie “Académie Suisse” vor. Hier war es möglich, für einen geringen Beitrag lebende Modelle zu malen und zu zeichnen. Die Farbskala der Bilder, die Monet 1871 und 1872 malte, ist nicht sehr breit; sie erinnert an die der BarbizonSchule und an die Seestücke Boudins. Die Grundtöne sind braungelb und blaugrau. Im Jahr 1877 wurde die dritte Ausstellung der Impressionisten eröffnet, bei der Monet zum ersten Mal eine Bilderserie zeigte. Mit seinem Motiv, dem Bahnhof SaintLazare, setzte Monet nicht nur Manets Die Eisenbahn und seine eigenen Landschaftsbilder aus Argenteuil fort, er schloss sich darüber hinaus der bei den Künstlern wachsenden Tendenz an, sich von diesem Transportmittel faszinieren zu lassen. In seinem Wohnort Giverny wurden die Bilderserien Monets wichtigste Arbeitsmethode. In den 1890er Jahren entdeckte Monet London. Zwar begann er die Bilder allesamt in London, beendete viele von ihnen aber in Giverny. Für den Schriftsteller Octave Mirbeau (1848 bis 1917) war Monet ein Mensch, der Wunder vollbrachte: Mit Hilfe der Farben habe er auf der Leinwand das Sonnenlicht, etwas nahezu Unfassbares, nachgebildet und es um eine Unzahl prismatischer Facetten bereichert. Tatsächlich hat Monet das Potenzial der Farbe mit nahezu wissenschaftlicher Strenge bis zu seinen äußersten Konsequenzen getrieben; kein anderer Impressionist ist darin so weit gegangen wie er, und es ist wenig wahrscheinlich, dass man in dieser Richtung hätte noch weitergehen können.

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Informations

Publié par
Date de parution 31 décembre 2015
Nombre de lectures 0
EAN13 9781785257025
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 6 Mo

Informations légales : prix de location à la page 0,0025€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Exrait

Autoren:
Natalia Brodskaya und Nina Kalitina
Übersetzer:
Rebecca Brimacombe und Richard Swanson
Redaktion der deutschen Ausgabe:
Klaus H. Carl

Layout:
Baseline Co. Ltd
61A-63A Vo Van Tan Street
4. Etage
Distrikt 3, Ho Chi Minh City
Vietnam

© Confidential Concepts, worldwide, USA
© Parkstone Press International, New York, USA
Image-Bar www.image-bar.com

Weltweit alle Rechte vorbehalten.
Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen, den betreffenden Künstlern selbst oder ihren Rechtsnachfolgern. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.

ISBN: 978-1-78525-702-5
Natalia Brodskaya und Nina Kalitina



Claude Monet
Band 2
Claude und Alice Monet beim Taubenfüttern auf dem Markusplatz, nach einer Postkarte von 1908. Frühere Sammlung Jean-Pierre Hoschedé.
Inhalt


Sein Leben – Höhepunkte und Krisen
Sein Leben – Seine Serien
Werke im Fokus
Die Zeit nach dem Impressionismus
Postimpressionismus
Die Wirkung des Postimpressionismus
Die postimpressionistische Epoche: Hintergrund und Atmosphäre
Die Neoimpressionisten
Monets Einfluss auf die Post- und Neoimpressionisten
Paul Cézanne (1839-1906)
Henri Rousseau (1844-1910)
Vincent van Gogh (1853-1890)
Paul Gauguin (1848-1903)
Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901)
Die Nabis
Monets Rolle in der Kunstgeschichte
Biografie
Abbildungsverzeichnis
Die Barke , 1887. Öl auf Leinwand,
146 x 133 cm. Musée Marmottan Monet, Paris.


Sein Leben – Höhepunkte und Krisen


Claude Monet reiste wiederholt, wie auch viele seiner Zeitgenossen und Vorgänger in der Kunst, an die Küste der Normandie. Delacroix und Courbet hatten beide bereits in Étretat gemalt und Monet besaß sogar eines der Aquarelle von Delacroix. Im Zeitraum von 1883 bis 1886 weilte Monet oft in Étretat und malte dort mehrere seiner Seelandschaften. In ihnen wiederholt er einige Male das Motiv der weit in das Meer reichenden felsigen Klippe. Sie ist auch im Moskauer Gemälde zu sehen, das vom Felsen d’Amont in der Nähe vom Haus Payen gemalt wurde.
Am 19. November 1885 schrieb Monet an Alice Hoschedé: „endlich habe ich die Abfahrt der Segelboote in der Gegend des Hauses Payen fertiggemalt.“ Die farbliche Harmonie dieses Gemäldes ist in seiner Farbenlösung dem von Monet in Belle-Île gemalten Seestück absolut nicht ähnlich. Im Landschaftsbild Felsen von Étretat (1886) herrscht ein goldgelber Ton vor.
Die hellbläulichen und grünlichen Segelboote verleihen dem Gemälde einen neuen Farbakzent, ermöglichen es, die Raumbeziehungen deutlicher zu empfinden.
Monet malte auch früher Ansichten von Étretat. So wird im Musée d’Orsay sein Landschaftsbild Stürmisches Meer in Étretat aufbewahrt, das man den Jahren 1868-1869 zuordnet. In derselben Sammlung befindet sich auch die Ansicht Der Strand von Étretat und das Felsentor d ’ Amont , die von Monet im Jahre 1883 gemalt wurde.
Es ist ein Brief an Durand-Ruel erhalten geblieben, der am 16. September 1885 in Giverny geschrieben wurde; darin teilt Monet mit, dass der Opernsänger Jean-Baptiste Faure ihn einlädt, bei ihm in Étretat Gast zu sein.
Es ist vollauf möglich, dass Claude Monet solche Einladungen wiederholt nutzte und dass er während einem seiner letzten Besuche in Étretat das Bild gemalt hat. Das Seegemälde im Puschkin-Museum in Moskau steht dem Bild Fischerboote, den Hafen verlassend , besonders nahe, das aus demselben Blickpunkt, jedoch bei anderer Tageszeit und bei anderem Wetter gemalt wurde.
Daniel Wildenstein bezeichnet das Moskauer Bild mit Abfahrt von Fischerbooten in Étretat . Es existiert eine Zeichnung zu diesem Bild. Das Seebad Étretat inspirierte Monet zu zahlreichen Seestücken und Landschaftsmalereien.
Monet war nicht der einzige Maler, der zu dieser Zeit den Norden Frankreichs in der weiteren Umgebung der Stadt aufsuchte, um Motive für seine Gemälde zu finden. Daneben kamen auch Courbet, Pissarro, Manet und Renoir an die Normandieküste. Monet traf sich außerdem regelmäßig mit dem Schriftsteller Maupassant, der in Étretat lebte und den Ort zum Schauplatz mehrerer seiner Kurzgeschichten machte. Die enge Verbindung zwischen Kunst und Literatur und die gegenseitige Beeinflussung der beiden Disziplinen im 19. Jahrhundert wird hieran deutlich.
Olivenhain im Garten Moreno, 1884.
Öl auf Leinwand, 65,4 x 81,2 cm. Privatsammlung.
Antibes von la Salis aus gesehen, 1888.
Öl auf Leinwand, 73,3 x 92 cm.
Toledo Museum of Art, Toledo (Ohio).


Monet hielt in seinen weiteren Werken, die er hier an der französischen Nordwestküste schuf, spektakuläre Aussichten auf das Meer und das Strandleben in all seiner Rauheit fest.
Unter den Steilklippen der verschiedenen Küstenabschnitte richtete sich sein Augenmerk vor allem auf die drei Felsentore Porte d ’ Aval , Manneporte und Porte d ’ Amont , dazu die siebzig Meter hohe Felsnadel Aiguille . Aufgrund des großen Interesses zahlreicher, nicht nur zeitgenössischer Künstler an der Normandieküste zählt die Manneporte zu einem der meist festgehaltenen Gesteinsformationen überhaupt.
Monet selbst malte sechs Gemälde der Manneporte, die als ein wichtiger Schritt hin zu seiner Serienarbeit angesehen werden können, darunter die Bilder Das Felsentor La Manneport bei Étretat (Bd. 1, S. 237) und Die Manneporte (Bd. 1, S. 238). Die spektakulären Felsformationen, die sich auf den Bildern entlang der weißen Kreideklippen abzeichnen, machen die Besonderheit dieses Ortes aus.
Hier, nordöstlich von Le Havre, dem Ort seiner Kindheit, dem er immer eng verbunden blieb – 1868 lebte Monet mit seiner zukünftigen Frau Camille Doncieux und dem gemeinsamen Sohn Jean in Étretat und kehrte in den Jahren 1883, 1885 und 1886 hierhin zurück – hielt Monet die Wucht des blaugrünen, teils violetten Wassers und der sich an der Felsküste brechenden Wellen fest, er bannte das teils raue Wetter mit seinen schnellen Wechseln aus Sonnenschein und Bewölkung auf die Leinwand und stellte das Leben der ortsansässigen Fischer und ihre einfachen, am flachen Kieselstrand vertäuten Boote dar wie in Barken von Étretat (Drei Fischerboote) (Bd. 1, S. 199).
Monet nahm meistens mehrere Leinwände gleichzeitig mit an den Strand, wo er dem Lauf der Tageszeiten folgend im Wechsel an den verschiedenen, zuvor begonnen Bildern weiterarbeitete, solange er die gleichen Lichtverhältnisse vorfand.
Anschließend überarbeitete Monet seine Bilder in seinem Atelier. Zusammen genommen schuf Monet in Étretat über fünfzig Bilder.
Im Jahre 1884 reist Monet, nachdem er in Bordighera und Menton war, wieder nach Étretat. Im nächsten Sommer verbringt er dort von neuem einige Monate.
Das Jahr 1886 ist mit einer Reise nach Holland und in die Bretagne verbunden. Von Januar bis April des Jahres 1888 hält er sich an der Mittelmeerküste in Antibes auf, begibt sich darauf nach London und lässt sich dann wieder in Étretat nieder.
In diesen Reisen kann man das Bemühen erkennen, neue Schaffensquellen und neue anregende Motive zu finden. Bei all diesem Hin und Her bleibt Monet aber dem wichtigsten Prinzip seines Schaffens treu – die Natur genau betrachten, sie fühlen und durch eine lebendige und unmittelbare Wahrnehmung wiedergeben.
Die Bucht von Antibes während des Mistral, 1888.
Öl auf Leinwand, 65 x 81 cm. Museum of Fine Arts, Boston.
Antibes vom Notre-Dame-Plateau aus gesehen, 1888. Öl auf Leinwand,
65,7 x 81,3 cm. Sammlung Julia Cheney Edwards, Museum of Fine Arts, Boston.
Die Alpen von der Bucht von Antibes aus gesehen, 1888.
Öl auf Leinwand, 65 x 81 cm. Privatsammlung.
Antibes am Nachmittag , 1888. Öl auf Leinwand, 66 x 82,5 cm.
Schenkung von Samuel Dacre Bush, Museum of Fine Arts Boston, Boston.


Als er nach Bordighera kam und die exotische Natur des Südens sah, schrieb er an Alice Hoschedé: „Bei mir geht alles voran, ich verspüre aber doch einige Schwierigkeiten, diese Palmenbäume quälen mich, außerdem ist es nicht so einfach, das Motiv zu erfassen und es in einem Gemälde festzuhalten, ringsherum ist solch ein dichtes Gestrüpp.“
Monets Faszination für die Landschaften des Mittelmeerraumes befand sich während der 1880er Jahre auf ihrem Höhepunkt. Zu dieser Zeit verließ er immer wieder seine angestammten Aufenthaltsorte, an denen er den Großteil seiner bisherigen Werke gemalt hatte, und suchte nach neuen Inspirationsquellen in der Ferne.
Nachdem er bereits an der Côte d’Azur gearbeitet hatte, verließ Monet auf seiner zweiten Reise in den Süden im Jahre 1884 Frankreich, um sich der Schönheit der italienischen Riviera zu widmen, wo auch das Gemälde Die Burg von Dolceacqua entstand.
Es zeigt den kleinen Ort Dolceacqua in Ligurien an der italienischen Riviera mit den Ruinen der Doria-Burg und einer aus dem 14. Jahrhundert stammenden Brücke über dem Flussbett der Nervia, die hier mehr einem kleinen Bach ähnelt. Dolceacqua war der Sitz der mächtigen Doria-Familie, aus der auch der Renaissance-Admiral Andrea Doria hervorging. Der Doria-Klan hatte es als Lehnsgut von der Republik Genua zu deren Hochzeit im 16. und 17. Jahrhundet erhalten.
Die Werke Dolceacqua, die alte Brücke über der Nervia (Bd. 1, S. 222) und Die Burg von Dolceacqua , die Monet innerhalb nur weniger Stunden schuf, gehören zu einer bemerkenswerten Reihe von Gemälden, auf denen Monet dieses Kleinod der italienischen Provinz festhielt. Auf den beiden genannten Bildern hat Monet Dolceacqua mit der Bogenbrücke in der Bildmitte von beiden Ufern der Nervia aus gemalt.
Das Gemälde Dolceacqua, die alte Brücke über der Nervia , auf dessen rechter Seite sich die Burg zusammen mit der kleinen Stadt erhebt, scheint von einem höher gelegenen Standpunkt aus gemalt worden zu sein, während Monet für das Bild Die Burg von Dolceacqua direkt im Flussbett der Nervia gestanden haben könnte. Am äußersten rechten Bildrand lässt sich eine Hauswand erkennen, am gegenüberliegenden Ende der Brücke ragt ein Turm über die übrigen Gebäude. Die Werke unterscheiden sich neben der Motivik und der Perspektive auch leicht in der Farbgebung: hellere Braun- und Grüntöne im letzteren gegenüber dunkleren Nuancen im ersteren.
Das Bild Dolceacqua (Bd. 1, S. 221) zeigt erneut die alte Burg, die von Franzosen und Spaniern im 18. Jahrhundert zerstört wurde und heute maßgeblich zum Charme des kleinen Ortes beiträgt, und die mittelalterliche Brücke.
Der Maler bezeichnete das nahe Ventimiglia gelegene Städtchen einmal als „Juwel der Leichtigkeit“. Monet begeisterte sich an der rauen Schönheit des italienischen Hinterlandes, der leuchtenden Kraft der Sonne und der wilden Natur.
Das Haus des Gärtners in Antibes, 1888.
Öl auf Leinwand, 66,3 x 93 cm. Cleveland Museum of Art, Cleveland.
Das Esterel-Gebirge , 1888. Öl auf Leinwand,
65 x 92 cm. The Samuel Courtauld Trust, London.


Seine faszinierende Ursprünglichkeit, die Monet zu dieser großartigen Gemäldeserie inspirierte, hat das Dorf bis heute nicht eingebüßt. Das Auge des Betrachters erkennt die ganz eigene Stimmung dieses Ortes und ist eingenommen von dem Können und der Kreativität Monets, dem es gelingt, diese ganz besondere, dem Motiv innewohnende Form der Helligkeit und der Wärme zu vermitteln.
Doch Monet arbeitete auf seiner Italienreise nicht nur in diesem kleinen Ort, sondern auch in der weiteren Umgebung, die er in beeindruckenden Seelandschaften mit weitem Himmel und Blick auf die Alpen festhielt. Außerdem malte er Ansichten der Stadt Ventimiglia und das Nervia-Tal, dessen atmosphärische Schönheit sich auf den Werken Monets offenbart.
Die unvergleichliche Vegetation, das einzigartige Licht, das die intensivsten Farben bereithält, und das nicht allzu weit entfernte Mittelmeer lieferten eine Umgebung, in der der Maler unzählige Quellen der Inspiration fand.
Das Gemälde Nervia-Tal (Bd. 1, S. 223) zeigt eine karge Landschaft, über der sich die imposanten Gipfel der Alpen erheben. Im Bildmittelgrund erstreckt sich ein dünn bewachsener Streifen, der in eine steil ansteigende Hügellandschaft übergeht. Die Nervia ist im linken unteren Bildteil nur leicht angedeutet und fügt sich farblich in das von Blautönen bestimmte Bild ein.
Monet malte seine Werke hierbei im typisch impressionistischen Stil, aber unter dem Einfluss seiner eigenen Feinfühligkeit und mithilfe einer brillanten Farbpalette, die die Gegend an der italienischen Riviera auf eine besondere Weise wiedergibt.
Im Anschluss an seine Zeit in Italien kehrte Monet wieder an die Orte seiner früheren Schaffensjahre zurück, fand allerdings auch stets neue Plätze, wie London oder Rouen, wo er zwei seiner berühmtesten Serien fertigstellte, und ging daraufhin im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts erneut nach Italien. Ziel der Reise war die Lagunenstadt Venedig, in der Monet eine weitere, überaus kraftvolle Bilderreihe schaffen sollte.
Später reiste Monet auf Anraten seines Kunsthändlers Durand-Ruel in die kleine Festungsstadt Antibes. In Antibes, wo Monet im Winter 1888 drei Monate verbrachte und insgesamt vierzig Gemälde schuf, malten neben ihm später auch andere Künstler wie Picasso und Chagall. Fasziniert von den Farbspielen des Lichts, der Vegetation der mediterranen Landschaften und den beeindruckenden Küstenabschnitten schufen sie allesamt Meisterwerke der Malerei. Der heute dort anzufindende Künstler-Pfad, der den verschiedenen Stationen folgt, an denen diese großen Meister arbeiteten, ermöglicht einen freien Blick auf die Landschaften, die von ihnen auf so unterschiedliche Art und Weise auf die Leinwand gebannt wurden.
Das Gemälde Am Kap von Antibes bei Mistral zeigt die Umgebung von Antibes von Weitem, im Vordergrund stehen vereinzelt einige Bäume, im Hintergrund erkennt der Betrachter das tiefe Blau des Mittelmeeres und die Weite des klaren Himmels, umrahmt von der erhabenen Größe der maritimen Alpen. Die Schönheit, die in der Natur selbst liegt, wird von Monet nicht nur aufgegriffen, sondern intensiviert.
Die Villen von Bordighera, 1884.
Öl auf Leinwand, 116,5 x 136,5 cm. Musée d’Orsay, Paris.
Das Haus des Fischers in Varengeville, 1882.
Öl auf Leinwand, 60 x 78 cm. Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam.
Das Mittelmeer am Cap d ’ Antibes oder Felsen am Mittelmeerufer, 1888.
Öl auf Leinwand, 65 x 81 cm. Nachlass von Frederick W. Schumacher,
Columbus Museum of Art, Columbus.
Der alte Baum im Flussbett, 1889. Öl auf Leinwand,
65,9 x 93,1 cm. Art Institute of Chicago, Chicago.


Die anderen von Monet in Antibes angefertigten Gemälde zeigen eine Reihe von Motiven, die immer wieder zu verschiedenen Tageszeiten und in den damit verbundenen unterschiedlichen Lichtverhältnissen gemalt wurden. Darunter das alte Fort, wiederum umgeben vom Blau des Meeres und vor dem Hintergrund der Alpen, oder auch nur einzelne Bäume an der Küste, wie beispielsweise am Strand von Juan-les-Pins. Auch das Spiel von Licht und Schatten stand hierbei immer wieder im Fokus seiner Arbeiten. Monet malte dabei meistens zu exakt den Tageszeiten, an denen die Lichtverhältnisse zugleich am intensivsten und gegensätzlichsten sind: Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und die Mittagssonne bestimmen seine Werke.
Monet wollte auf diese Weise neue Wege für den Impressionismus beschreiten. Die Bilder, die die verschiedenen Facetten des Lichts einzufangen scheinen, verdeutlichen Monets Ziel, das Licht zu malen und sind damit ein Vorgriff auf seine späteren großen Serien der Heuschober, der Seerosen und der Kathedrale von Rouen.
Monet malte zudem das zwischen Menton und Monaco gelegene Cap Martin. Auf seinem Gemälde Das Cap Martin (1884; Abb. S. 358) zeigt er die Brandung des Mittelmeeres: die grün-blauen Wellen brechen sich an der steinigen, mit Bäumen bewachsenen Küste – ein beliebtes Motiv Monets. Daneben malte er das tiefblaue Meer an der Küste wie in Die „Grande Bleue“ bei Antibes (1888; Abb. S. 364) oder Ansichten der Stadt Monaco wie in Die Bucht von Monaco (Abb. S. 360). Monaco war im Jahre 1883 der erste Halt, den Monet und Renoir an der französischen Mittlemeerküste einlegten. Monet bezeichnete die Stadt einmal als den schönsten Ort der gesamten Riviera.
An der Riviera intensivierte Monet seine Vorgehensweise, immer wieder das gleiche Motiv zu verschiedenen Tageszeiten und unterschiedlichen Wetterbedingungen zu malen, und nimmt man die Werke, die Monet an der französischen und der italienischen Riviera gemalt hat, zusammen, ergibt sich die beachtliche Gesamtzahl von über einhundertfünfundzwanzig Gemälden. Trotz Monets anhaltender Zweifel, er sei nicht fähig, das mediterrane Licht auf der Leinwand festzuhalten, stellte sein Freund Theo van Gogh im Juni 1888 zehn der in Antibes entstandenen Gemälde aus.
Das Licht des Südens zog im Folgenden eine Vielzahl unterschiedlichster Künstler verschiedenster Prägung an. Den Impressionisten folgten Pointillisten wie Paul Signac und Henri Edmond Cross, anschließend Fauvisten wie André Derain und Maurice de Vlaminck, und später Henri Matisse.
Die Bilder, die Monet in Antibes und den anderen am Mittelmeer liegenden Städten malte, spiegeln gegenüber seinen hauptsächlich im Norden Frankreichs entstandenen Werken eine ganz neue Facette im Œuvre des Künstlers wider. Man merkt, wie sehr sich Monet an den Farben und am Licht berauschte und es lässt sich bereits erahnen, wie stark sich die Aufenthalte im Süden auf seine spätere Schaffenszeit auswirken sollten. Monets unbändiges Interesse an der Darstellung des Lichts in seiner ganzen Bandbreite konnte sich hier weiterentwickeln. Die Zeit, die Monet im Süden Frankreichs und im Norden Italiens verbrachte ist daher nicht nur aufgrund der großen Anzahl der Leinwände, auf denen er sich diesem Thema widmet, ein wichtiger Bestandteil seines Gesamtwerkes.
Morgen an der Seine , 1898. Öl auf Leinwand, 73 x 91,5 cm.
Nationalmusem für westliche Kunst, Toko.
Arm der Seine bei Giverny, 1897.
Öl auf Leinwand, 73,2 x 93 cm. Musée d’Orsay, Paris.


Monet verweilte in den 70er und 80er Jahren häufig in der Bretagne. Ansonsten wurden die bretonischen Inseln von den Malern des 19. Jahrhunderts weniger frequentiert. Besonders die Insel Belle-Île, die größte der bretonischen Inseln, wo sich Monet auf der Suche nach neuen Landschaften mit jeweils neuen Atmosphären eingefunden hatte, hattexx es ihm angetan.
Neben den schnell wechselnden Wetterbedingungen, die ihm seine für ihn typische Arbeit zu präzisen Tageszeiten erschwerten, machte ihm auch zu schaffen, dass die Orte, an denen er malte, oft nur schwer zugänglich waren.
Dennoch ließ er sich dadurch nicht davon abhalten, ein Motiv, das ihn interessierte, zu malen. Oftmals stellte er seine Leinwand an den Rand eines steilen Abhangs und verbrachte dort die von ihm benötigte Zeit, um das gewünschte Motiv auf die Leinwand zu bringen. An der bretonischen Küste lernte Monet zudem seinen späteren Biografen Gustave Geffroy kennen.
Die Landschaft der Insel zeichnet sich durch steile Klippen und felsige Küsten aus, darunter die Felspyramiden von Port-Domois und Port Coton, deren Name Coton („Baumwolle“) von der weißen Farbe der Gischt der sich an den hochragenden Felsen brechenden Wellen herrührt. Von den Port-Domois-Inseln entstanden in dieser Zeit fünf Gemälde.
Monet malte neben den gefährlich scharfen Kanten der in die Höhe strebenden, in der See stehenden und den Gezeiten standhaltenden Felsformationen die imposanten Küsten, kleinen Häfen und Strände der Insel und fügte seinem Werk eine weitere kraftvolle Bilderreihe hinzu, die schließlich im Jahre 1887 zum ersten Mal ausgestellt wurde. Die außergewöhnliche Wiedergabe nicht nur der bemerkenswerten Geologie, sondern auch der Stürme des Atlantischen Ozeans machen sie einzigartig.
Es fällt auf, dass auf allen Belle-Île-Bildern ein hoch angesetzter Horizont nur wenig Platz für den Himmel lässt, und sich der Maler stattdessen ganz auf den Kampf zwischen den Wassermassen und den Felsen konzentrierte.
Hierdurch fällt es oft schwer, die Wetterbedingungen, zu denen ein Bild entstanden ist und die im Werk Monets eine so zentrale Rolle spielen, zu erkennen. Farblich sind die Bilder – sowohl die Felsen als auch das Meer – vor allem in Blau-, Grün- und Violetttönen gehalten.
Die vergleichsweise dunklen Farben erzeugen eine bedrohliche Stimmung, die den Charakter der Insel korrekt wiederzugeben scheint.
Mont Kolsaas , 1895. Öl auf Leinwand, 65 x 92 cm. Privatsammlung, USA.
Das Tal der Creuse (Trüber Tag), 1889.
Öl auf Leinwand, 65,5 x 81,2 cm. Museum of Fine Arts, Boston.
Stürmische See bei Pourville, 1897. Öl auf Leinwand,
73,5 x 101 cm. Nationalmuseum für westliche Kunst, Tokio.


Im Vergleich zu den Bildern Felsen bei Belle-Île ; Felspyramide von Port-Coton bei rauer See und Felsen bei Port-Coton, der Löwe (Bd. 1, S. 230) zeigt das Gemälde Port-Domois (Bd. 1, S. 232) das Meer in einem ruhigen Zustand.
Er malte während seines ganzen Lebens Seebilder; zu den besten gehören die Meeresbilder der 80er Jahre, die in Belle-Île und Étretat geschaffen wurden. Monet arbeitete im September und Oktober des Jahres 1886 auf der malerischen Insel Belle-Île.
Von einer finsteren Stimmung wird das Gemälde Felsen in Belle-Île geprägt. Kontrastreich und scharf klingen die Farbflecken im Bild – weiße, blaue, grüne und lila-braunfarbige.
Das Gemälde ist mit energischen, verschiedenartig aufgetragenen pastosen Farbstrichen gemalt, seine malerische farbige Faktur ist ungewöhnlich dynamisch, was den Eindruck einer unendlichen Bewegung, der ewigen Veränderlichkeit des Meereselements hervorruft.
Das ist auch das Wichtigste in diesem Gemälde; das feine Spiel der Lichtreflexe und die Wechselwirkung von Sonnenlicht und Farbe treten an die zweite Stelle zurück. Claude Monet zeigt sich von der rauhen Romantik des Meeres und der Felsen gefangen.
Monet malte diese Gegend mehrere Male. Varianten zu diesem Motiv sieht man jetzt in den verschiedensten Sammlungen der Welt. Noch im selben Jahr, 1886, stellte Claude Monet das Meer von Belle-Île in zwei Gemälden, die jetzt im Musée d’Orsay, Paris, aufbewahrt werden, und im Gemälde einer Kopenhagener Privatsammlung dar.
Außer dem Bild in Kopenhagen stehen dem Moskauer Seestück besonders die Gemälde mit der Darstellung der Felsen in Belle-Île nahe.
Die Landschaftsbilder mit der Darstellung des Meeres nehmen einen wichtigen Platz im Schaffen von Claude Monet ein. Es ist möglich, dass sich an der Küste von Le Havre, wo der Künstler seine ersten Fertigkeiten in der Malerei unter der Anleitung von Boudin erwarb, seine Liebe zum Meer herausbildete.
In der Bretagne erregt ihn das Ungewohnte und Raue der Gegend. „Ich arbeite viel“, schreibt er an Durand-Ruel, „der Ort ist sehr schön, aber wild; das Meer ist unvergleichlich schön und umgeben von fantastischen Klippen.“
Im alltäglichen Verkehr mit der Natur, ihre Besonderheiten immer besser verstehend, schafft Monet Landschaftsbilder, in denen sich konkrete, unwiederholbare Eigenschaften mit der Suche nach Verallgemeinerung vereinen.
Zu solchen Arbeiten gehört das Landschaftsbild Felsen bei Belle-Île .
Val-Saint-Nicolas nahe Dieppe (Am Morgen), 1897.
Öl auf Leinwand, 64,8 x 100 cm. The Phillips Collection, Washington, D.C.
Steilklippen bei Dieppe , 1897. Öl auf Leinwand,
65 x 100,5 cm. Eremitage, Sankt Petersburg.


Monet stellt vom Wind geschliffene, steile Felsen des Bretagne-Ufers dar. Um sie herum schäumt mit weißen Kämmen das Wasser, und weit hinter ihnen dehnt sich das uferlose Meer aus, das am Horizont fast mit dem Himmel verschmilzt.
Das ist die Bretagne, und nicht nur sie allein, sondern das Meer überhaupt, seine Unendlichkeit, sein ewiger Kampf mit dem Festland. Das Bild ist mit verschiedenartigen dynamischen Strichen gemalt worden, die sich streng der Form der Gegenstände (in diesem Falle der Felsen) unterordnen. Eine andere Aufgabe stellte sich Monet in dem im selben Jahr gemalten Landschaftsbild Felsen in Étretat .
Vor dem Betrachter erstreckt sich wiederum ein gewaltiges Meer, das auf der linken Seite von der Uferlinie, die in blaue Felsen übergeht, eingesäumt wird. Wie verschieden ist aber die Deutung dieser Felsen! Die vom Vordergrund entfernten Berge, ja auch das Ufer vorne entbehren jeglicher Materialität, die Empfindung der Dichte der Gesteinsschichten ist verlorengegangen.
Das Wasser büßte das Bewegliche und die Gewichtigkeit ein, die so meisterhaft im vorhergenannten Gemälde herausgearbeitet wurden. Die ganze Aufmerksamkeit des Künstlers konzentriert sich auf die Wiedergabe der Atmosphäre, der Schwingungen der Luft, die gesättigt ist vom Schillern des goldgelben Lichtes. Die Malerei ist matt und weißlich, die Pinselstriche spielen keine formgebende, sondern eher eine destruktive Rolle.
Die zweite Reise in den Süden, die Monet allein unternahm, führte ihn 1888 nach Antibes, wo ihn ein winterlicher Dauerregen empfing. Aber die Wolken verzogen sich bald, und das südliche Licht schlug ihn von neuem in seinen Bann. Blau und Rosa gaben auf seiner Palette abermals den Ton an, Pastelltöne dominierten.
„Ich male in Antibes, einem von der Sonne vergoldeten Festungsstädtchen, das sich von blauen und rosa Bergen und schneebedeckten Alpengipfeln abhebt“, schrieb er an Alice. Wo immer er arbeitete, dachte er an seine Familie.
Auch schrieb er an Alice folgendes: „Bei jedem Motiv, das ich male, das ich auswähle, sage ich mir, dass ich es gut machen muss, damit Sie sehen, wo ich gewesen bin und wie das alles hier ist.“
Die Hochzeit wurde erst 1892, nach dem Tod Ernest Hoschedés, begangen. Schon ein Jahrzehnt zuvor hatte Monet ein Haus in dem nahe dem Städtchen Vernon gelegenen Dorf Giverny gekauft.
Giverny liegt auf dem rechten Seineufer an der Mündung der Epte, gerade an der Grenze zwischen der Île-de-France und der Normandie. Die Reize der Seinelandschaft waren für Monet unerschöpflich. Es war daher auch selbstverständlich, dass seine Suche nach einer neuen Bleibe zu ihr zurückführte. Alices jüngster Sohn erzählt: „Monet begeisterte der herrliche Rundblick, der sich von Giverny aus eröffnet.“
Die Seine bei Giverny , 1897. Öl auf Leinwand, 81,5 x 100,5 cm.
Sammlung Chester Dale, National Gallery of Art, Washington, D.C.
Heuschober am Morgen im Spätsommer, 1891.
Öl auf Leinwand, 60,5 x 100,8 cm. Musée d’Orsay, Paris.
Heuschober (Tauwetter, Sonnenuntergang), 1890-1891.
Öl auf Leinwand, 64,4 x 92,5 cm. Art Institute of Chicago, Chicago.


Er sah die Welt durch die Augen eines Malers, und für den gab es hier unendlich viele Motive: „Zwischen all den Wasserläufen erstrecken sich weit und breit natürliche, blumenbedeckte Wiesen, von Pappeln umrahmt“, schrieb Jean-Pierre Hoschedé. „An Hügel gelehnt und nach Süden gewandt, zieht sich das ein wenig höher liegende Dorf über mehrere Kilometer hin.“
Monet hatte Glück: In diesem ganz gewöhnlichen Ort fand er sofort ein großes Bauernhaus, in dem ein Atelier unterzubringen war. Die große Wiese, die dazu gehörte, konnte in einen Garten verwandelt werden. Monet mietete das Haus und kaufte es später auf, um es bis zum Ende seiner Tage nicht mehr aufzugeben.
Von den Bauern wurden die seltsamen Städter nicht gleich akzeptiert. Als sie jedoch bemerkten, mit welchem Eifer Monet Tag für Tag arbeitete, wandelte sich ihre Einstellung. Tatsächlich machte Monet sich bei jedem Wetter auf freiem Feld zu schaffen.
Hier fühlte er sich von Beginn an zu Hause. „Ich lebe in ständiger Entzückung“, schrieb er an den Kritiker Duret. „Giverny ist ein prachtvolles Gelände für mich.“
Das in Argenteuil gebaute „Atelierboot“ zog mit ihnen um. „Es diente vor allem dazu, vom Dach der Kabine aus ins Wasser zu springen“, erinnerte sich Jean-Pierre Hoschedé, „allen voran Monet. Er war ein ebenso guter Taucher wie Schwimmer und überwachte unsere gemeinsamen Badeunternehmungen.“ Monet genoss das Familienleben.
Bald fuhr man mit dem Boot nach Rouen, bald ging man im Wald Pilze suchen. Jean-Pierre Hoschedé erinnert sich besonders an eine idyllische Szene am Flussufer, bei der Monet malte, Alice nähte und die Kinder sich mit Angeln vergnügten.
Blanche, Alices älteste Tochter, heiratete Jean, Monets ersten Sohn, und betreute Monet nach dem Tod ihrer Mutter. „Monet hatte einen heftigen, lebhaften Charakter“, erinnert sie sich, „aber er war die Güte selbst. Er liebte Kinder […] Aber wenn er arbeitete, durfte er um keinen Preis gestört werden.“
Monet führte auch früher schon in die Landschaftsbilder Elemente ein, die diesen Organisiertheit und Geordnetheit vermittelten. Diese Funktion erfüllte zum Beispiel im Gemälde Mohnblumen (Bd. 1, S. 154) die zum unteren Leinwandrand parallele Reihe dunkelgrüner Bäume mit den zwischen ihnen sichtbaren Häusern.
Von nun an wird Monet von der Ausdrucksstärke und den Rhythmen der Linien fasziniert, und die Deutung der Formen wird immer flächenhafter. Die Landschaftsbilder Monets der 80er Jahre zeugen somit nicht nur von neuem Suchen, sondern auch von widersprüchlichen stilistischen Tendenzen. Einige von ihnen waren mit dem Wunsch des Künstlers verbunden, einen Kompromiss zu erreichen.
Heuschober an einem verschneiten Morgen, 1891.
Öl auf Leinwand, 65,4 x 92,4 cm. Museum of Fine Arts, Boston.
Heuschober bei Reif , 1891. Öl auf Leinwand,
65 x 92 cm. National Galleries of Scotland, Edinburgh.


Im März des Jahres 1880 schreibt er an Théodore Duret, dass er seine Malerei leicht „frisiert“, um im Salon ausstellen zu können. Er äußert sich auch über seine Entschlossenheit, Gemälde auf internationalen Ausstellungen beim Bilderhändler Georges Petit zu exponieren.
„Ich mache das“, bemerkte Monet, „nicht aus persönlichem Interesse und bedauere sehr, dass die Presse und das Publikum unsere eigenen kleinen Ausstellungen zu wenig ernst genommen haben, die doch bei weitem diesem offiziellen Basar vorzuziehen waren. Nun, was soll’s, wenn man da hindurch muss, dann gehen wir auch hindurch.“
Aber weniger die Suche nach Kompromissen, sondern mehr die noch nicht bewusst gewordene Empfindung der Krise des Impressionismus trieb Monet zu Veränderungen.
Diesem Gefühl unterlagen in den 80er Jahren mehr oder weniger alle Schöpfer der impressionistischen Methode. Pissarro, zum Beispiel, näherte sich Georges Seurat und Paul Signac an und wandte sich dem Divisionismus zu. Renoir begeisterte sich für Jean-Auguste-Dominique Ingres und die Meister der Renaissance. Im Unterschied zu ihnen verspürte Monet keinerlei äußere Einflüsse, keine fremden Impulse.
Er folgte der Logik seiner eigenen künstlerischen Entwicklung. Und diese Logik trieb ihn zum weiteren Ausbau der experimentellen Grundlage. Diese Eigenschaft zeigte Monet eigentlich auch früher schon, er nahm die Natur jedoch stets in ihrer Ganzheit wahr und bewahrte dabei das harmonische Gleichgewicht bei der Wiedergabe ihrer Eigenschaften.

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