Bikini Story
272 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

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Description

Im Jahre 1946 entdeckt die Welt auf den Marshallinseln ein Atoll namens Bikini, auf dem die Amerikaner
verheerende Atomtests durchführen. Nur wenige Tage später bedient sich der französische Modemacher Louis Réart
des skandalträchtigen Namens für ein neuentworfenes Badekostüm, das den weiblichen Körper wie nie zuvor
entkleidet, um ihn — mit einem winzigen Stück Stoff — besser zur Geltung zu bringen. Zuerst aus Wolle — der soeben
zu Ende gegangene Zweite Weltkrieg ist wirtschaftlich spürbar —, später, nach Dupont de Nemours Erfindung der
Nylonfaser, aus eben diesem Material, wird der Bikini in den 1950er-Jahren zum Symbol einer neuen Generation von
Frauen. Als immer mehr verbreitetes Bekleidungsstück am Strand führt der Bikini zu einem ganz neuen Blick auf
den weiblichen Körper. Seit den 1960er-Jahren helfen sportliche Tätigkeiten, Diäten und später auch die ästhetische
Chirurgie der Natur nach. So entwickelt sich ein neues Schönheitsideal, das wesentlich vom Kino und seinen Stars
geprägt ist: Marylin Monroe, Brigitte Bardot und Ursula Andress bedienen sich des Bikinis, um ihre runden Formen
besser in Szene zu setzen. Weit mehr als nur ein einfaches Badeutensil trägt der Bikini in den 1970er-Jahren
wesentlich zur sexuellen Befreiung und den Veränderungen der Beziehung zwischen den Geschlechtern bei.

Sujets

Informations

Publié par
Date de parution 15 septembre 2015
Nombre de lectures 5
EAN13 9781783106226
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 2 Mo

Informations légales : prix de location à la page 0,0598€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Extrait

Autor: Patrik Alac
Redaktion der deutschen Ausgabe: Klaus H. Carl

Layout:
Baseline Co. Ltd
61A-63A Vo Van Tan Street
4. Etage
Distrikt 3, Ho Chi Minh City
Vietnam

© Confidential Concepts, worldwide, USA
© Parkstone Press International, New York, USA
Image-Bar www.image-bar.com

Weltweit alle Rechte vorbehalten.
Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen, den betreffenden Künstlern selbst oder ihren Rechtsnachfolgern. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.

ISBN: 978-1-78310-622-6
Patrik Alac



BIKINI STORY
Danksagung:

Dank an die Marken diNeila, Lenny Swimwear, RiodeSol und Pain de sucre.

Besonderer Dank an Neila Granzoti Rudden für ihr Nachwort und die vielen hilfreichen Hinweise bei der Auswahl der Fotos.
Inhaltsverzeichnis


Einleitung
Die Geburt des Bikinis
Von Skandal zu Skandal
Die Grenzen der Fantasie
Der Bikini im Film
Die Konditionierung des Körpers
Die neue Freiheit
Der Strand als gesellschaftlicher Freiraum
Nachwort
Ein Blick in die Zukunft des Bikini
Eine Retrospektive
Bestandsaufnahme
Zukunftsvision
Den Bikini nach Hause bringen – oder an den Pool, oder auf die Jacht, oder an den Strand…
Bibliografie
Bildnachweis
Eine provisorische Umkleidekabine. Bearbeitete Photographie Ende des 19. Jahrhunderts. Die mittlere Dame, bereits umgezogen, wartet im Schutz E iner muschelartigen Konstruktion auf ihre Freundin, die hinter einem aufgespannten Tuch mit dem Umziehen beschäftigt ist. Die dritte Frau, vielleicht die Mutter, steht in voller Montur mit Hut und Kopftuch rechts im Bild, mit einem Schirm auf einen Stuhl gestützt. Im Hintergrund sind zwei weitere Frauen zu sehen, die in schwarzen Badeanzügen und mit Hüten am Strand spazieren gehen. Die gestellte Szene, die einen ungewöhnlich freizügigen Einblick in den Ausschnitt der sich umziehenden jungen Dame gewährt, könnte auch ein erotisches Genrebild sein.
Einleitung



Eine Fotografie von Coney Island zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Der Badeort, der als „Sodom am Meer“ galt, scheint seinem Ruf in der Abbildung dieser fünf Damen, die eine Tanzfigur in Can-Can-Manier vollführen, gerecht zu werden. Die fünf Schönen tragen Badekostüme, die den ganzen Körper außer den Armen bedecken. Interessant ist die mehrfache Schichtung der Stoffe: über einer dicken Wollstrumpfhose eine kurze Unterhose, die mit Bändern an den Oberschenkeln festgehalten wird, dann erst folgt das eigentliche Badekleid darüber. Die „Rubensfiguren“ der humoristisch aufgelegten Tänzerinnen sind typisch für die Epoche.


Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends erwachte auch das Bedürfnis, einen Überblick über das vergangene Jahrhundert zu gewinnen. In den verschiedenen Versuchen, eine Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts zu schreiben, bürgerte sich schnell die Formel vom „Jahrhundert der Kriege und Grausamkeiten“, vom „Jahrhundert der Barbarei“ ein, während die Betrachtung vieler durchaus positiver Ereignisse und Errungenschaften außer Acht gelassen wurde. Diese konnten natürlich, neben dem Gewicht der unheilvollen Ereignisse, nur nebensächlich und frivol erscheinen, doch ist nicht auszuschließen, dass eine künftige Geschichtsschreibung zu einer umfassenderen Sicht der vergangenen hundert Jahre finden wird, in der das „Historische“ nicht allein durch die Häufung der verursachten Leiden, das Ausmaß der Katastrophen und Kriege, die Zahl der Getöteten und die Liste der zerstörten Städte bestimmt wird. Zu den positiven Ereignissen dieser Art gehört zweifellos die durch den Niedergang des Christentums ermöglichte Rückbesinnung auf den Körper, die nach dem Zweiten Weltkrieg eine die ganze westliche Welt umfassende Bewegung zur Befreiung des Körpers hervorrief. An diesem Prozess, der längst überholte, aber noch nicht abgeschaffte Moralvorstellungen und -gebote endgültig zur Seite brachte, war der Bikini in entscheidender Weise beteiligt.
Die Mode, als Ausdruck dieser neuen Körperkultur, bot dabei von Beginn an auch eine Projektionsfläche für politische Ideen: Oft erteilt die „Kleiderordnung“ am genauesten Auskunft über den augenblicklichen Freiheitszustand einer Gesellschaft. Andererseits stellt sie das ursprünglichste und einfachste Kommunikationsmittel dar: Während sie früher Stand, Rang und Bedeutung zum Ausdruck brachte, signalisierte sie spätestens seit den sechziger Jahren die ideologische Anhängerschaft. Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass auch die unreglementierte, „lockere“ Kleidung plötzlich zu einer Uniform wird, die die Gruppenzugehörigkeit andeutet. Am Anfang dieser revolutionären Kleidermoden, die alle aus Skandalen hervorgingen, findet sich der Bikini und die durch ihn verursachte moralische Entrüstung. Ein anderer Aspekt der Umwälzungen nach 1945 lässt sich am besten mit dem Wortpaar „Konsumation und Kommunikation“ fassen, das beinahe die Gesamtheit der gesellschaftlichen Aktivitäten bezeichnet. Die Bedeutung von Ware und Werbemittel nach dem Zweiten Weltkrieg lässt sich deutlich an der Geschichte des Bikinis ablesen. So ist beispielsweise die gegenseitige Förderung von Bikini und Film zu erwähnen: In den frühen fünfziger Jahren bedienen sich die Filmemacher der „entblößenden Eigenschaften“ des kleinen Badekostüms, um mehr Zuschauer in die Kinosäle zu locken; die von diesen Filmen ausgehende Mode wird von den Bikiniherstellern wiederum zur Steigerung ihrer Verkaufszahlen gebraucht. Man ahnt hier schon die kommende Verschränkung von Ware und Kommunikation zum perfekten Werbeclip, der Konsumanreiz und Kunstwerk zugleich sein will. Doch die Verbreitung des „kleinsten Badekostüms der Welt“ ist nicht nur die Folge einer neu erwachten Körperkultur, sondern selbst wiederum in der Form der Mode Ursache eines verstärkten Körperbewusstseins: Man muss über einen perfekten Körper verfügen, um ihn in einem Bikini präsentieren zu können. Schlankheitszwang und -wahn, Sportfanatismus und Bodybuilding sind nur die letzten Ausläufer einer in den fünfziger Jahren einsetzenden Befreiung des Körpers, die sich manchmal eher als Normierung und Disziplinierung denn als Freiheit ausnimmt. Dieses Buch erzählt die Geschichte des Bikinis: seine Geburt in einem Pariser Schwimmbad während eines glühend heißen Julinachmittages 1946, den darauf folgenden Skandal (der ihn für zehn Jahre in die Herrenmagazine verbannt), seinen überraschenden Durchbruch im Kino, das plötzlich erwachende Interesse der Modeschöpfer und schließlich seine triumphale Präsenz an den Stränden der ganzen Welt. Denn von den Küsten Brasiliens über die Seebäder am Mittelmeer bis zu den langgezogenen Stränden Kaliforniens gehört der Bikini heute zu den unumgänglichen Erscheinungen unserer Badelandschaft. Ob in knalligen Farben, buntscheckig oder dezent eintönig, aus Kunststoff, Wolle oder Lycra, weit über die Hüften ausgeschnitten oder diese fast ganz bedeckend, unten als Tanga oder String, oben nur aus kleinen Dreiecken bestehend, die wie Blätter an der Haut kleben, oder aus einer komplizierten, mehrschichtigen Konstruktion, die wie eine Festung über die Brust ragt, begegnen wir ihm auf Schritt und Tritt. Aus zwei kleinen Stoffteilen zusammengesetzt, meistens in Dreiecksform geschnitten, sieht er nicht gerade nach Viel aus, wenn er am Bügel hängt. Doch am Körper getragen, geht eine unglaubliche Verwandlung vor sich: Die zwei unbedeutenden Stoffteile, die nur durch Zufall in die Badekostüm-Abteilung geraten zu sein scheinen, bekommen unerwartet Kurven und Formen, als hauchte man ihnen Leben ein.
Jenna Pietersen am Strand mit Canail -Bikini von Pain de sucre .
Foto: Èric Deniset, 2009.
Orange-goldener Bikini von
Pain de Sucre , 1990. Model: Sonia,
Modelagentur Farn, Paris. Foto: Delavigne
Ein weiteres Bild von Coney Island mit einer vergnügten Badegesellschaft aus denselben Jahren. Die Frauen tragen Badekleider, die an Schlafhemden erinnern. Wahrscheinlich marineblau mit weißen Streifen (das Marinemotiv wurde häufig verwendet, besonders bei Strandbekleidung für Knaben), Schleifchen, Kragen und Gürtel, reichen diese Badekleider bis zur Mitte der Waden.
Ein Strand in Italien, zwischen Genua und Santa Marguerita, um 1900. Im Vordergrund waten zwei Paare durch das Wasser. Die Männer tragen dunkle Badeanzüge, die an Sportkleidung erinnern, die Frauen Badekleider, die in der Hüfte talliert sind und bis unter die Knie reichen. Im Hintergrund die über den Halbkreis der Bucht sich drängende Masse, die sich noch heute an den italienischen Stränden tummelt. Rechts die auf den Wellen treibenden Köpfe einiger Schwimmer und im linken Hintergrund ein Komplex von Strandkabinen und Vergnügungszelten.
Eine provisorische Umkleidekabine. Bearbeitete Photographie Ende des 19. Jahrhunderts. Die mittlere Dame, bereits umgezogen, wartet im Schutz

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