Bruegel

Bruegel

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German, Middle High (ca.1050-1500)
309 pages

Description

Die Bruegels – allen voran Pieter der Ältere, zusammen mit seinen Söhnen Pieter („Höllenbruegel“) und Jan („Samt- oder Blumenbruegel“) – sind die bedeutendste flämische Malerfamilie. Ihre Werke sind Zeugnisse des unschätzbaren Beitrags, den diese Familie in der Entwicklung der Malerei des nördlichen Europa geleistet hat. Sie entzogen sich bewusst dem Einfluss des italienischen Manierismus und schufen damit einen ganz eigenen, unabhängigen und tief im originellen Charakter der Flamen verwurzelten Stil. In teils volkstümlichen, teils allegorischen Szenen schildern Pieter Bruegel und seine Nachfolger auf unnachahmliche Weise den Alltag der bäuerlichen und der städtischen Bevölkerung zur Zeit der spanischen Herrschaft über die Niederlande. In diesem opulent bebilderten Werk zeichnen die Autoren, Emile Michel und Victoria Charles, ein lebendiges Bild, anhand dessen wir die Entwicklung der niederländischen und flämischen Kunst in der Zeit zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert nachvollziehen können.

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Date de parution 07 janvier 2014
Nombre de lectures 25
EAN13 9781781605677
Licence : Tous droits réservés
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 3 Mo

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BruegelMS Brueghel_GER_P-OK_10 Nov 2011_update map.qxp 07-Jan-12 9:18 AM Page 2
Autoren: Émile Michel und Victoria Charles
Redaktion der deutschen Ausgabe: Klaus H. Carl
Seite 4:
Joannes und Lucas van Doetecum (nach Pieter Bruegel d. Ä)
Magdalena Pœnitens, um 1553-1556.
Radierung für die Reihe Große Landschaften, 32,3 x 43 cm.
British Museum, London.
Layout:
Baseline Co. Ltd.
61A-63A Vo Van Tan Street
4. Etage
Distrikt 3, Ho Chi Minh City
Vietnam
© Confidential Concepts, worldwide, USA
© Parkstone Press International, New York, USA
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den jeweiligen Fotografen, den betreffenden Künstlern selbst
oder ihren Rechtsnachfolgern. Trotz intensiver Nachforschungen
war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte
festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.
ISBN: 978-1-78042-705-8MS Brueghel_FRE_A-ok_25 Oct 2011.qxp 15/11/2011 3:08 PM Page 3
„Wer ist dieser neue Hieronymus Bosch der Welt, der es so kunstfertig
versteht, die lebhaften Träume des Meisters mit großem Geschick,
mit Pinsel und Stift, nachzuzeichnen und ihn bisweilen sogar übertrifft?
Pieter, du bist im Geiste gesegnet, in gleichem Maße wie du mit
Kunstfertigkeit gesegnet bist, denn mit deinem und deines Meisters gewitztem
und geistreichem Malstil verdienst du glorreiches Lob und Anerkennung,
überall und von jedermann, vor allem von jedem anderen Künstler.“
– Dominicus Lampsonius
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Biografie
1525 Das genaue Geburtsjahr Pieter Bruegels ist nicht bekannt, wobei man annimmt, dass er
zwischen 1525 und 1530 geboren wurde. Der Geburtsort ist gleichermaßen unbekannt,
wahrscheinlich war es Breda im nördlichen Teil von Brabant.
1525-1550 Bis 1550 geht Bruegel vermutlich bei dem Antwerpener Maler Pieter Coecke van Aelst in die Lehre.
1550 Bruegel arbeitet an einem (heute verschollenen) Triptychon für die Gilde der Handschuhmacher
in Mechelen mit.
1551 Er wird unter dem Namen „Peeter Bruegels“ als Meister in die Gilde der Maler, die Lukasgilde
von Antwerpen, aufgenommen.
1552 Bruegel reist über Lyon nach Italien, wo er mit dem Miniaturmaler Ginlio Clovio
zusammenarbeitet. Sein Rückweg führt ihn durch die Schweizer Alpen.
1556 Zurück in Antwerpen, gestaltet er Bildtafeln für das Atelier des Kupferstechers Hieronymus
Cock. In diesem Jahr gestaltet er auch die beiden Druckgrafiken Der Esel in der Schule und
Die großen Fische fressen die kleinen.
1557 Bruegel erstellt eine Serie von sieben Stichen, die er Die Sieben Todsünden nennt.
1559 Erscheinen einer Stichfolge von sieben Grafiken über die Sieben Werke der Barmherzigkeit.
Darüberhinaus malt er auch das Ölgemälde Kampf zwischen Fasching und Fasten.
1562 Bruegel malt unter anderem Sturz der gefallenen Engel und Der Selbstmord Sauls.
Wahrscheinlich unternimmt er in diesem Jahr auch eine Reise nach Amsterdam, bevor er sich
in Brüssel niederlässt.
1563 Er heiratet Mayken Coecke, die Tochter seines alten Meisters Pieter Coecke.
1564 Geburt seines ersten Sohnes, Pieter, der später unter dem Namen „Höllenbruegel“ bekannt
werden soll.
1565 Bruegel stellt seine Gemäldeserie der einzelnen Monate fertig.
1568 Geburt des zweiten Sohnes, Jan (der spätere „Samtbruegel“ bzw. „Blumenbruegel“). Er stellt
unter anderem Die Elster auf dem Galgen, Bettler und den Seesturm fertig.
1569 Pieter Bruegel der Ältere stirbt vermutlich am 5. September und wird in der Kerk
Onze-LieveVrouw-ter-Kapelle in Brüssel beigesetzt.
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Pieter Bruegel d.Ä.
(Bauernbruegel)
1525/1530-1569
verheiratet mit
Mayken Coecke
1545(?)-1578
Pieter Bruegel d.J.II weitere Kinder:Jan Bruegel d.Ä.
(Höllenbruegel) Maria, Pieter, Elisabeth(Blumenbruegel bzw. Samtbruegel)
1564/1565-1637/1638 1568-1625
verheiratet mit Verheiratet mit 2. Heirat mit Katharina
Elisabeth Goddelet Isabelle de Jode von Marienburg
(gest. 1603) (gest. 1627)
Pieter Bruegel III Kinder: Jan Bruegel d.J. Paschasia Katharina und Anna Ambrosius
1589-? Maria, Jacob, 1601-1678 um 1602-? Clara-Eugenia ?-1656 1617-1675
Daniel, Laureis, und 4 weitere Kinder
Philips, Geerard
verheiratet mit verheiratet mit
Hieronymus van David Teniers d.J.
Kessel 1610-1690
Jan van Kessel
d.Ä. David Teniers III
1626-1679 1630-1685
Jan Peeter Abraham Philips Jan Baptist Ambrosius
1628-? 1631-1680 1635-? 1647-1710 Ferdinand
Frans und 4 andere Kinder
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Einleitung
ieter Bruegel war der Erste und Bedeutendste
in einer Dynastie von Malern, der StammvaterPeiner jener zahlreichen niederländischen
Familien, in denen sich die künstlerische Ader
offenbar vererbt, so wie etwa auch bei den Brüdern
van Eyck, den Metsys, den van Orleys, den Pourbus,
den van Cleves, den Coxies, den Keys, den de Vos
und später auch bei den Teniers.
Landschaft mit dem Sturz des Ikarus
um 1555-1560
Öl auf Leinwand, 73,5 x 112 cm
Koninklijke Musea voor Schone Kunsten van België, Brüssel
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Als ein Spross der flämischen Erde und auch
deswegen „Bauernbruegel“ genannt, bezog Pieter
Bruegel der Ältere seine gesamte Energie aus diesem
urwüchsigen Boden, dem ein in viele Richtungen
ausschlagender, kräftiger Stamm entsprang. Sein
direkter Nachfolger war sein Sohn Jan (1568-1625),
der den Beinamen „Blumenbruegel“ trug und
Die großen Fische fressen die kleinen
1556
Feder mit grauer und schwarzer Tinte, 21,6 x 30,7 cm
Grafische Sammlung Albertina, Wien
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dessen Begabung durchaus mit der seines Vaters
vergleichbar ist, obwohl zwischen Vater und Sohn
ein frappierender Unterschied besteht. Anhand der
Werke dieser beiden sehr unterschiedlichen Meister
soll im Folgenden die Entwicklung der Malkunst in
den Niederlanden während eines durch gewaltige
historische und politische Umwälzungen
erschütterten Jahrhunderts aufgezeigt werden.
Der Esel in der Schule
1556
Feder und schwarze Tinte, 23,2 x 30,2 cm
Staatliche Museen, Kupferstichkabinett, Berlin
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Das Jahrhundert Pieter Bruegels d. Ä.
atürlich könnte man zum Verständnis
Pieter Bruegels d. Ä. historischeN Abhandlungen der damaligen Zeit
heranziehen, doch können diese offiziellen Darstellungen
nicht mit der spontanen Beobachtungsgabe Bruegels
mithalten, der es wie kein anderer verstand, die
Seele seines Volkes anhand eines Bauerntanzes oder
einer um einen gedeckten Tisch versammelten
Gesellschaft einzufangen.
Hochmut aus der Reihe Die Sieben Todsünden
1557
Feder und braune Tinte, 22,9 x 30 cm
Institut Néerlandais, Fondation Custodia
Sammlung Frits Lugt, Paris
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Die Bilder der alten Meister, sogar die intimen
Interieurs, enthielten stets ein Fenster, das den Blick in
die Landschaft und auf das zeitgenössische Leben
freigab. Pieter Bruegel stellte diese winzigen,
realistischen Kompositionen, die dazu angetan
waren, das Herz des Beschauers zu wärmen, in den
Vordergrund. Dies waren folglich die Motive, die
Bruegel in seiner lebensfrohen und satirischen Art
schildert und in burlesken oder auch tragischen
Elck oder Jedermann
1558
Feder und braune Tinte, 21 x 29,3 cm
British Museum, London
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Inszenierungen mit unbestechlicher Wahrheitstreue
immer wieder abbildete.
Von einem etwas anderen Gesichtswinkel aus
gesehen, könnte man Bruegel ohne weiteres als
einen Maler der Bauern bezeichnen, wie Carel van
Mander (1548-1606), sein erster Biograf, dies getan
hat, denn in der Tat sind zahlreiche pastorale Szenen
überliefert. Er studierte die Sitten der bäuerlichen
Gesellschaft sehr genau, und es scheint fast, als hätte
Der Alchemist
1558
Feder und braune Tinte, 30,8 x 45,3 cm
Staatliche Museen, Kupferstichkabinett, Berlin
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ihn eine ganz besondere Sympathie mit seinen
Modellen verbunden, eine gewisse Affinität mit ihrem
Denken und ihren Gefühlen. Mag sein, dass diese
Verbundenheit auf seine eigenen Ursprünge
zurückgeht, deren Spuren selbst seine Aufenthalte in
den großen Städten, sein Umgang mit Künstlern
und Gelehrten, seine Kenntnis der italienischen
Landschaften und Meisterwerke niemals auszulöschen
vermochten. Nichts von alledem konnte Bruegels
Das Jüngste Gericht
1558
Feder und braune Tinte, 23 x 30 cm
Grafische Sammlung Albertina, Wien
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