Die Kunst der Renaissance

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German, Middle High (ca.1050-1500)
200 pages
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Die Renaissance begann gegen Ende des 14. Jahrhunderts in Italien und breitete sich bis zur zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts über ganz Europa aus. Die Wiederentdeckung der Pracht des griechischen und römischen Altertums markierte den Beginn der Wiedergeburt der Künste nach dem Zusammenbruch der dogmatischen Gewissheiten des Mittelalters. Eine ganze Reihe von Künstlern entwickelte in Malerei, Bildhauerei und Architektur Innovationen. Mit der Darstellung von Idealen und der Wirklichkeit, des Heiligen und des Profanen, etablierte die Bewegung einen Rahmen, der die europäische Kunst und Kultur der folgenden vier Jahrhunderte prägte.
Leonardo da Vinci, Michelangelo, Botticelli, Fra Angelico, Giorgione, Mantegna, Raffael, Dürer und Bruegel sind Künstler, die einen wesentlichen Beitrag zur Kunst der Renaissance leisteten.

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Date de parution 05 janvier 2012
Nombre de lectures 0
EAN13 9781780423395
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 58 Mo

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DieKunstderRenaissance
Victoria Charles
Autor: Victoria Charles Direktor der deutschen Veröffentlichung: Klaus Carl Übersetzer: Dr. Martin Goch
Layout: Baseline Co Ltd 127-129A Nguyen Hue rd Fiditourist 3 Floor District 1, Ho Chi Minh City Vietnam
© Sirrocco, London, UK © Confidential Concepts, Worldwide, USA
Weltweit alle Rechte vorbehalten. Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.
ISBN: 9781780423395
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Die Kunst der Renaissance
Inhalt
Einleitung 7
I. Die Kunst in Italien 9
II. Die Kunst in Deutschland und Nordeuropa 69
III. Die Kunst dieser Zeit in den Niederlanden, Frankreich, England und Spanien 83
Wichtige Künstler 103
Bibliographie 194
Index 196
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Einleitung
on Italien aus entwickelte sich in der Mitte des 14. Jahrhunderts eine dort beglVdie klassischen Künsteeitet wurde. Diese Entwicklung war eine Rückbesinnung auf Rinascimento, im Französischen dannRenaissancegenannte Kulturwende, die das Mittelalter von der Neuzeit trennte und vom Humanismus und der Reformation des griechischen und römischen Altertums. Sie führte zum intensiven Studium der lange vergessenen Dichter, zu einer Begeisterung für die Bildhauerei und für die zahlreichen, allerdings meist nur als Ruinen vorhandenen Reste der Baukunst. Genauso wichtig für diese Entwicklung war aber die im heutigen Skandinavien, aber auch in den Niederlanden und später auch in Deutschland ihren Anfang nehmende Entwicklung der Technik und der Naturwissenschaften. In Italien war es zunächst die Architektur, die auf die klassischen Vorbilder zurückgriff und, etwas später, die Bildhauerei, die eine engere Bindung an die Natur suchte. Als der Architekt und Bildhauer Filippo Brunelleschi nach Rom ging, um dort die Reste der antiken Bauwerke auszugraben, zu studieren und zu vermessen, begleitete ihn der Goldschmied und Bildhauer Donatello. Erst die dabei und auch später bei weiteren Ausgrabungen gefundenen Skulpturen ließ die Begeisterung auch bei den Bildhauern wachsen, die am Ende des 15. Jahrhunderts sogar so weit ging, dass Michelangelo eine seiner Arbeiten in der Erde vergrub, damit sie kurz darauf als „echt antik“ ausgegraben werden konnte. Die italienische Renaissance dauerte etwa zweihundert Jahre. Die Frührenaissance wird den Jahren 1420 bis 1500 (demQuattrocento) zugerechnet, die Blütezeit der Renaissance endete etwa 1520 und die in den Manierismus übergehende Spätrenaissance fand etwa 1600 (demCinquecento) ihren Abschluss. Aus der Spätrenaissance ist als weitere Entwicklung in Italien und einigen anderen Ländern in einem unmerklichen Übergang die Barockkunst (übersetzt etwa „verschroben, exzentrisch“) entstanden, die gelegentlich als Abart und Verwilderung, dann und wann aber auch als eine höhere Entwicklungsform angesehen wurde und bis an das Ende des 17. Jahrhunderts beherrschend blieb. Nachdem die Renaissance erst einmal über die Alpen nach Deutschland, Frankreich und in die Niederlanden gelangt war, nahm sie hier einen ähnlichen Verlauf und wird auch so eingeteilt wie in Italien.
Michelangelo(Michelangelo Buonarroti), David, 1501-1504. Marmor, H: 410 cm. Galleria dell’Accademia, Florenz.
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I.
Die Kunst in Italien
Die italienische Frührenaissance
Die ältesten Spuren der Renaissance finden sich in Florenz. Im 14. Jahrhundert hatte die Stadt bereits 120.000 Einwohner und war die führende Macht Mittelitaliens. Hier lebten, zumindest zeitweise, die berühmtesten Künstler ihrer Zeit - Giotto (vermutlich 1266 bis 1336), Donatello (1386 bis 1466), Masaccio (1401 bis 1429), Michelangelo (1475 bis 1564) und Lorenzo Ghiberti (1378 bis 1455). Brunelleschi gewann 1420 eine Ausschreibung für den Umbau des Florentiner Doms, der als stolzes Wahrzeichen eine Kuppel erhalten sollte. Grundlage seines Entwurfs war die Kuppel des aus der römischen Kaiserzeit stammenden Pantheons. Er wich jedoch insoweit von der Vorlage ab, als er eine auf einem achteckigen Unterbau (dem Tambour) ruhende ellipsenförmige Kuppel entwarf. In seinen anderen Bauwerken lehnte er sich an die Formen der Säulen, Gebälke und Kapitelle der griechisch-römischen Baumeister an. Beim Neubau von Kirchen wurde allerdings mangels neuer Ideen im Zentralbau in der Form des griechischen Kreuzes oder in der Basilika in der Form des lateinischen Kreuzes nur das krönende Kuppelmotiv übernommen. Stattdessen wurden die von den römischen Ruinen übernommenen Verzierungen nach klassischem Muster weiter entwickelt. Die Baumeister der Renaissance zeigten dabei viel Verständnis für das Reiche und Zierliche sowie das Massige und Wuchtige der römischen Bauwerke und ergänzten es mit leichter Pracht. Insbesondere Brunelleschi bewies dies in der im Klosterhof vonSanta Croceerrichteten Kapelle der Familie Pazzi mit ihrer von korinthischen Säulen getragenen Vorhalle im Inneren der Medici-KircheSan Lorenzound deren zugehöriger Sakristei. Diese Bauwerke sind in der Harmonie ihrer einzelnen Teile im Verhältnis zum Gesamtbauwerk von keinen späteren, gleichartigen Bauten übertroffen worden. Dieses Streben nach Harmonie hat vermutlich als Erster Leon Battista Alberti beschrieben, der wie Brunelleschi nicht nur Baumeister, sondern mit seinen SchriftenÜber die Malerei(1435) undÜber die Baukunst(1451) zugleich auch ein bedeutender Kunsttheoretiker war. Er verglich die Baukunst mit der Musik. Ihm war die Harmonie zugleich das Ideal der Schönheit, denn für ihn war die Schönheit „… nichts anderes als die Harmonie der einzelnen Glieder und Teile, so dass ohne Schaden nichts hinzugefügt, nichts hinweg genommen werden kann.” Dieser Grundsatz der Schönheitslehre gilt seitdem unverändert. Alberti entwickelte beimPalazzo Rucellaieinen zweiten Typ der Florentiner Palastbauten, bei dem die Fassade durch über alle Stockwerke hinweg zwischen den Fenstern angeordnete flache Pilaster gegliedert wurde.
Lorenzo Ghiberti, Türen des Garten Eden, 1425-1452. Vergoldete Bronze, 506 x 287 cm. Baptisterium, Florenz.
Donatello, David, um 1440-1443. Bronze, H: 153 cm. Museo Nazionale del Bargello, Florenz.
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