Sprache und interkulturelle Kommunikation :
69 pages
German, Middle High (ca.1050-1500)

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Sprache und interkulturelle Kommunikation :

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Description

In der vorliegenden Publikation versucht der Autor, die Bedeutung des Fremdsprachenlernens (im Hinblick auf das Erlernen des Deutschen und Bamanan im Ausland) zu beschreiben, damit die interkulturelle
Kommunikation zwischen den jeweiligen Ländern im Norden und im Süden befördert wird. Denn wenn eine gute Kommunikation zwischen verschiedenen Menschen besteht, können dadurch gute ökonomische und kulturelle Beziehungen entstehen. Eine solche Sprachpolitik könnte mehrere kulturelle Missverständnisse in der Kommunikation vermeiden; damit werden auch Stereotype zwischen Kulturen abgebaut.

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Date de parution 18 novembre 2020
Nombre de lectures 0
EAN13 9782336914404
Langue German, Middle High (ca.1050-1500)
Poids de l'ouvrage 1 Mo

Informations légales : prix de location à la page €. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Exrait

Buchumschlag
vierte Abdeckung
Titel


Maméry M. TRAORE

„Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt.“ (Ludwig Wittgenstein)





Sprache und interkulturelle Kommunikation: Zur Rolle des Fremdsprachenlernens im kulturellen Austausch zwischen den Nord-Süd-Ländern – Am Beispiel des Deustschen und Bamanan
Urheberrechte



























© L’Harmattan, 2020 5-7 rue de l’École-Polytechnique; 75005 Paris
http://www.librairieharmattan.com
EAN Epub: 978-2-336-91440-4
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Geleitwort (von Prof. Dr. Schiewer)
Einführung
Was ist Interkulturelle Kommunikation?
Zum Begriff,, Interkulturalität“
Zum Begriff ,,Kultur“
Traditionelle bzw. Klassische Interpertation des Kulturbegriffs
Theoretische Ansätze und moderne Interpretation des Kulturbegriffs
Einige Charakteristika der Interkulturellen Kommunikation
Bedeutung der Sprache in der Interkulturellen Kommunikation
Kommunikationsunter schieder und interkulturelle Missverständnisse – Nord-Süd Perspektive
Was ist Fremdheit?
Soziale Stereotype, Klischees
Kulturschock
Bedeutung von Werten in der Interkulturellen
Ethische Werte in den Weltreligionen
Was ist Interkulturelle Kompetenz?
Zur Geographisierung des Denkens
Konfliktjournalismus vs. Friedensjournalismus – Unter Afrika Perspektive
Was ist kultureller Austausch?
Wichtige Bereiche des kulturellen Austausches
Fremdsprachendidaktik
Was ist Fremdsparchendidaktik?
Was ist eine Fremdsprache?
Deutsch als Fremdsprache in der Welt
Deutsch als Fremdsprache in der Wlt: Staärke und Zahlen46
Institutionen zur Förderung der deutschen Sprache
Bamanan als Fremdsprache in der Welt
Soziolinguistische Situation in Afrika
Die Stellung der Bamanan-Sprache in Westafrika
Die Stellung der Bamanan-Sprache im Ausland
Wichtige Bereiche zu dem kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Afrika
Kultureller Austausch durch Schulpartnerschaften
Die Rolle der Sprachlehrenden
Interkulturalität in den Deutschlehrbüchern
Rolle der international personalen Vermittler-Innen
Wichtige Bereiche der Bamanan-Sprache zum kulturellen Austausch – zwischen Westarika und Deutscheland
Kultureller Zustausch durch Zustauschlehrer/Innen
Einfluss der Sprachreise auf die kulturelle Begegnung
Interkulturalität in den Bamanan-Lehrbüchern
Fragebogen I – Gründe der Motivation für die deutsche Sprache
Fragebogen II – Gründe der Motivation für die Bamanan-Sprache
Schlussbemerkung
Literaturverzeichnis
Vorwort
D ie vorliegende Arbeit wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Gesine Schiewer bearbeitet. Trotz ihrer vielfältigen Beschäftigungen hatte sie immer Zeit, mich in ihrem Büro zu beraten. Nicht nur fachlich, sondern auch sozial war Frau Prof. Schiewer für mich eine offene Ansprechpartnerin.
An dieser Stelle möchte ich mich auch herzlich beim „Institut für Afrikastudien“ (IAS)“ für die großartige finanzielle Unterstützung bedanken, ohne die, die Durchführung meines Projekts nicht möglich gewesen wäre. Auch dem Leiter des Instituts, Dr. Franz Kogelmann und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bin ich sehr dankbar.
Mein herzlicher Dank gilt ebenfalls Frau Dr. Klaudia Dombrowsky-Hahn für ihre Unterstützung und deren zuverlässige, sachorientierte Zusammenarbeit von Anfang bis Ende des Projekts und während meines Aufenthalts in Bayreuth.
Großer Dank gebührt auch allen Professoren und Professorinnen der Fakultät für Sprachund Literaturwissenschaften an der Universität Bayreuth für ihre Ratschläge und Kritiken, so zum Beispiel Dr. Regina Richter, Dr. Gabriele Sommer, Dr. Dymitr Ibriszimow und anderen.
Mein herzlicher Dank geht an alle Freunde in Deutschland und in Österreich, meine Kolleginnen und Kollegen an den Heimatshochschulen in Mali. Meinen Studentinnen und Studenten an den beiden Deutschabteilungen in Bamako, denen ich für ihre Beiträge zu der Arbeit sehr dankbar bin.
Meiner Familie in Mali danke ich für ihre moralische Unterstützung.
Schließlich möchte ich mich sehr herzlich bedanken bei der DAAD-Lektorin in Bamako, Dr. Victoria van der Land, für das Korrekturlesen und bei den Studentinnen und Studenten des Bambara-Kurses am Institut für Afrikanistik in Bayreuth für ihre Beiträge zu meinem Projekt.
Bayreuth, im November 2017 Maméry M.TRAORE
Geleitwort (von Prof. Dr. Schiewer)
U nabhängig von den jeweils verwendeten Begrifflichkeiten wie „Nord-Süd-Konflikt“, „Nord-Süd-Dialog“, „Globaler Norden, Globaler Süden“ oder Ähnlichem, unabhängig von den jeweils involvierten Einrichtungen und Akteuren wie z. B. der „Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung“, unabhängig von Initiativen wie dem aktuellen „Marshallplan mit Afrika“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – so viel Nützliches und weniger Nützliches damit in der Vergangenheit verbunden sein mochte und in der Gegenwart und Zukunft sein mag – die Rolle der Sprachen wird in der Regel allenfalls am Rande einbezogen.
Und wenn Sprachen doch in den Blick kommen, dann wiederum meist im Spektrum von sogenannten „großen Sprachen“ des europäisch-nordameri-kanischen Raums; der erwähnte „Marshallplan mit Afrika“ beispielsweise ist auf der Website des BMZ auf deutsch, englisch und französisch abrufbar. „Groß“ bezieht in linguistischer Terminologie hierbei auf die Größe der Sprecherzahlen einer Sprache. Außer acht bleiben üblicherweise sogenannt „kleine Sprachen“.
Hier setzt die vorliegende Arbeit verdienstvollerweise an, die im Übrigen ein ausgezeichnetes Beispiel für die starke Impulskraft eines engen Zusammenwirkens von Afrikaforschung und Interkultureller Germanistik ist: Sie rückt eine afrikanische Sprache, Bamanan, Bambara oder Bamanankan, exemplarisch in das Zentrum gelingender interkultureller Kommunikation im Nord-Süd-Zusammenhang.
Viel zu wenig findet in Kontexten von Theorie und Praxis interkultureller Kommunikation respektive des „Dialogs der Kulturen“ überhaupt die Frage angemessene Berücksichtigung, in welcher Sprache oder welchen Sprachen überhaupt kommuniziert wird, ob es sich z. B. um die Muttersprache eines oder mehrerer der betreffenden Kommunikationspartner handelt oder ob in einer Sprache kommuniziert wird, die für alle Seiten Fremdsprache ist. Üblicherweise wird ebenso wenig in Betracht gezogen, dass asymmetrische Größenverhältnisse zwischen den relevanten Sprachen bestehen können und was mögliche Folgen sein können. Die Idee, eine „kleine Sprache“ zu vermitteln und zu lernen, wird gleichfalls – im besten Fall – meist als fernliegend erachtet. Solche vermeintlichen Selbstverständlichkeiten werden in der hier vorgelegten Darstellung schlicht übersprungen; Ignoranz wird, so könnte man sagen, klug ignoriert.
Die Selbstverständlichkeit, mit der hier von der Bedeutung des Bamanan für interkulturelle Kommunikationsprozesse ausgegangen wird, in die diese Region involviert ist, sollte aufmerksam registriert werden. Denn dies impliziert die Chance, historisch gewordenen Asymmetrien zu begegnen, wenn man sich in Erinnerung ruft, dass noch vor ein, zwei Dekaden und womöglich auch noch in jüngster Zeit konkrete Erfahrungen mit Direktkontakten in Nord-Süd-Beziehungen gezeigt haben, dass solche Kontakte im Kontext des Nord-Süd-Konfliktes stattfinden, dass die an den Kontakten Beteiligten in Macht-bedingungen verstrickt und oftmals mit dem Erbe der kolonialen Vergangenheit belastet sein können (Treber, Burggraf & Neider 1997: 20; vgl. auch Schiewer 2009). Monika Treber betonte daher:
Aus der unausweichlichen Verstrickung von Direktkontakten in den Nord-Süd-Konflikt folgt, dass […] die unterschiedlichen Bedingungen der Machtausübung und der Beeinflussung von globalen Prozessen thematisiert, widersprüchliche Interessen aufgedeckt und Optionen anfragbar werden müssen. Aber die Thematisierung von global-ökologischen Missständen und sozialer Ungleichheit und das Einklagen von Mitverantwortung muß damit rechnen, auf Widerstände zu treffen.
Lernprozesse, die die Kompetenz zur interkulturellen Kommunikation fördern wollen, müssen Bedingungen herstellen, die die Selbstreflexion auf das eigene Verhalten in Situationen des Kulturkontaktes möglich machen. Die Verunsicherung des eigenen Identitätskonzepts in der Begegnung mit Angehörigen einer anderen Kultur […] verbunden mit der Begrenzung des sprachlichen Ausdrucksvermögens durch die fremdsprachliche Situation schaffen einen hohen Bedarf an Klärung des Gemeinten und Verstandenen in der interpersonalen Kommunikation (Treber et al. 1997: 21).
Hier wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass vor allem Machtstrukturen in der interkulturellen Kommunikationssituation nicht einfach abzustreifen sind. Selbst solche Themenbereiche, die mit besten Absichten aufgenommen werden, können Empfindlichkeiten berühren und Probleme mit sich bringen. Nichts ist so geeignet, wie der Erwerb und die Verwendung von Sprachen wie Bamanan sowie entsprechender interkultureller Kommunikationssensibilisierung, um in solchen Hinsichten maßgeblich weiter zu kommen.
Ich wünsche dem Band von Dr. Maméry Traoré größte Aufmerksamkeit und unterstütze sein Anliegen sehr gern.
Literatur
Schiewer, Gesine Lenore (2009): Der „Dialog der Kulturen“ als Problem einer interkulturellen Kommunikationskultur. Anmerkungen zur Initiative der Vereinten Nationen, in: Kommunikation und Konflikt: Kulturkonzepte der interkulturellen Germanistik, hg. von Ernest W.B. Hess-Lüttich gemeinsam m. Ulrich Müller, Siegrid Schmidt und Klaus Zelewitz (eds.) 2009: [VI. Intern. Kongreß der GiG Wien 2006] (= Cross Cultural Communication 16 = Publikationen der GiG 11), Frankfurt/Main: Peter Lang, 19-48, (Nachdruck von 2006b).
Treber, Monika et al. (eds.) 1997: Dialog lernen. Konzepte und Reflexionen aus der Praxis von Nord-Süd-Beziehungen , Frankfurt am Main: IKO – Verlag für Interkulturelle Kommunikation.
Prof. Dr. Gesine Lenore Schiewer
Lehrstuhl für Interkulturelle Germanistik
Universität Bayreuth
gesine.schiewer@uni-bayreuth.de
Einführung
V iele von uns sprechen eine Muttersprache und eine andere sogar mehrere Fremdsprachen. Mehrere Sprachen zu sprechen ist kein neues Phänomen in der Menschheitsgeschichte. Aber mit der heutigen Globalisierung ist es unentbehrlich geworden, mehrsprachig zu sein. Die Diplomaten, die Geschäftsleute, die Journalisten, die internationalen Beschäftigten und einfache berufstätige Individuen können nicht die zahlreichen Vorteile der Mehrsprachigkeit bestreiten. Die internationale Mobilität verlangt heute, mehr als eine Sprache zu können.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle des Fremdsprachenlernens im kulturellen Austausch zwischen den Ländern des Nordens und Südens am Beispiel des Deutschen und Bamanan als Fremdsprachen. Sie möchte im Allgemeinen einen kleinen Beitrag zur Förderung des Fremdsprachenlernens leisten und auch die interkulturelle Kommunikation zwischen den beiden Kontinenten erleichtern. Der kulturelle Austausch zwischen Ländern ist neben der wirtschaftlichen Zusammenarbeit eine sehr wichtige Basis zur Versöhnung der Menschen unterschiedlicher Nationalitäten. Die Kultur ist das Fundament aller sozialen Entwicklung, nicht die Wirtschaft, wie manche Leute denken, weil die Werte einer Kultur die Bürger/Innen eines Landes für immer miteinander verknüpfen. Anders gesagt, die Kultur ist wie das Erbe einer Nation. Sie ist ewig, alle anderen sind vergänglich. Wenn sich Menschen kulturell verstehen, können daraus gute soziale, ökonomische und diplomatische Beziehungen entstehen. Die meisten Konflikte zwischen den verschiedenen Sprachgemeinschaften haben ihre Ursachen in Stereotypen oder in religiösen Missverständnissen. In diesem Sinne kann das Fremdsprachenlernen die Verständigung und einen vorurteilfreien Dialog zwischen den Ländern des Nordens und des Südens ermöglichen.
Mit der heutigen Internationalisierung ist die interkulturelle Kommunikation ein wichtiger Forschungsbereich geworden. Es gibt fast keine Grenzen mehr zwischen den Ländern. Dank der neuen Technologien sind nunmehr alle Nationalitäten verpflichtet, miteinander zusam-menzuarbeiten.
Bei der Darstellung des Themas werden die folgenden beiden Sprachen aus dem Norden und aus dem Süden gewählt: Deutsch und Bamanan 1 . Es geht darum zu wissen, wie die beiden Sprachen die interkulturelle Zusammenarbeit bzw. den kulturellen Austausch zwischen den Menschen in den beiden Hemisphären fördern können. Deutsch ist eine wichtige Weltsprache und steht unter den Sprachen auf dem ersten Rang für Forschungen im Internet. Das Bamanan seinerseits ist eine bedeutende Verkehrssprache in Westafrika und wird als Fremdsprache an einigen Universitäten in Europa angeboten.
Bergründung und Anliegen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, durch Lernen der Fremdsprachen Menschen im Norden und im Süden miteinander zu versöhnen, damit gute Beziehungen zwischen Kulturen entstehen können. Viele ökonomische Projekte zwischen den Industrieländern und den Entwicklungsländern können oft nicht die geplanten Ziele erreichen, weil sich die Menschen auf den beiden Seiten kulturell nicht verstehen. Dies kann man z. B. aus der folgenden Äußerung erfahren:
„ Globale Partnerschaften bieten vielfältige Möglichkeiten für Globales und interkulturelles Lernen. Sie ermöglichen den Perspektivwechsel, das Kennenlernen unterschiedlicher Lebensrealitäten und tragen dazu bei, das Bild der „Entwicklungsländer“ in unseren Köpfen zu differenzieren: “ 2
Bei der Durchführung der Arbeit werden hauptsächlich folgende Bereiche der Interkulturalität besprochen: die Rolle der Fremdsprachenlehrenden in der interkulturellen Kommunikation, das Bild der Länder des Nordens und des Südens in den Lehrbüchern sowie die Schulpartnerschaften (vor allem zwischen Deutschland und Afrika). Die genannten Bereiche haben einen entscheidenden Einfluss auf einen interkulturellen Dialog zwischen den Menschen beider Kontinente. Die Rolle der zurückkehrenden Immigranten, Austausche zwischen Akademikern sollten auch nicht vergessen werden. Die genannten Menschen sind „kleine Botschafter“ zwischen den jeweiligen Ländern. Außerdem wird versucht, das Interesse der westlichen Länder an den afrikanischen Sprachen zu erläutern, hier am Fall der Bamanan-Sprache.
Als Anwendungsfeldr bzw. Zielgrupppen richtet sich das vorliegende Werk in erster Linie an die Fremdsprachenlehrer/Innen im Norden sowie im Süden, an die Sozio- und Psycholinguisten, an die Sozialarbeiter/Innen und an die internationalen Entwicklungshelfer. Dabei denken wir besonders an die Germanisten (d. h. die Deutschlehrenden und – lernenden) aus Mali, meinem Heimatland. Das Werk kann auch den Bildungsinstitutionen wie Sprachinstituten in allen Ländern dienen. Dazu könnte unsere Arbeit die Erarbeitung von Bildungsprogrammen für eine interkulturelle Pädagogik bzw. die Bildung in multikulturellen Kreisen unterstützen. Sie könnte auch interessant sein für Veranstalter für Jugendaustausche, für Tourismus und sogar für bi-kulturelle Ehepaare.
Methodisch werden wir uns grundsätzlich auf eine bedeutende Teildisziplin der Interkultura-lität stützen, um die Arbeit zu verfassen: Die Interkulturelle Kommunikation ist gemeint, dabei ist die Rede von der europäischen Sichtweise des Begriffs. Die Kommunikation wird zumeist verstanden als Informationsvermittlung zwischen Menschen oder zwischen Menschen und Maschinen, aber auch zwischen Maschinen und Maschinen usw. Der Begriff „interkulturell“ bezieht sich allgemein auf die wechselseitigen Beziehungen zwischen Kulturen. Die Interkulturelle Kommunikation als Teildisziplin bzw. wissenschaftliches Fach beschäftigt sich im weitesten Sinne mit den interkulturellen Beziehungen zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und mit allen Problembzw. Konfliktbereichen. Das Ziel der Interkulturen Kommunikation ist die Fähigkeit, sich eine interkulturelle Kompetenz im Kontext des Fremdsprachenlehrens und Lernens und des fremden Kulturwissens anzueignen. Es wird bewiesen, dass es unmöglich ist, eine interkulturelle Sprachkompetenz zu haben, ohne die fremde Sprache und deren Kultur mitzulernen.
Weitere Theorien aus dem Fachgebiet der Linguistik werden auch gesprochen. Theoretische Ansätze wie und empirische Kenntnisse über die Thematiken werden uns helfen, die Zielsetzung der Arbeit zu erreichen.
Inhaltlich besteht die Arbeit aus zwölf Einheiten: Im Vordergrund werden die Grundbegriffe Interkulturelle Kommunikation bzw. Interkulturelle Kompetenz sowie Kultur und Fremdspra-che u.a. ausführlich erfasst. Es gilt gleicherweise, den Beitrag der beiden Sprachen (Deutsch und Bamanan) im Rahmen der interkulturellen Kommunikation zwischen den deutschsprachigen Ländern und Westafrika darzustellen. Andere Teile des Werkes behandeln Aspekte wie die pädagogische Bildung der Sprachlehrenden, die Interkulturalität in den Lehrbüchern, die Schulpartnerschaften. Im letzten Teil werden Fragebögen mit bestimmten Fragen an Fremdsprachenlernende und –lehrende vorgelegt, damit diese ihre empirische Motivation für Deutsch oder Bamanan als Fremdsprachen ausdrücken.
Die folgenden Fragen werden ihre Antworten in der Durchführung der Arbeit finden: Welchen Beitrag kann das Fremdsprachenlernen wirklich zum kulturellen Austausch zwischen den Nationen leisten? Welche Rolle spielt heute die interkulturelle Kommunikation in der sozio-ökonomischen Entwicklung auf internationaler Ebene?


1 Bamanan“ ist die einheimische Bezeichnung der Sprache, während die Bezeichnung „Bambara“ für dieselbe Sprache aus der Kolonialsprache stammt.

2 Engagement Global: Nord-Süd-Partnerschaften . URL: http://www.globaleslernen.de/de/schulentwicklung/nord-sued-partnerschaften[14.11.2017]
Was ist Interkulturelle Kommunikation?
B evor wir uns mit „Interkulturelle Kommunikation“ befassen, wird zuerst versucht, den Begriff „Kommunikation“ zu definieren. Im Allgemeinen, wenn ein Sprecher oder ein Schreiber eine Information mit einem Individuum oder mit einer Gruppe von Individuen vermittelt, spricht man von Kommunikation. In den heutigen Tagen gibt es mehrere Formen der Kommunikation wie vorher oben gesagt, sie kann verbal oder nonverbal sein. Wenn Kommunikation hauptsächlich eine menschliche Tätigkeit ist, findet man doch andere Lebewesen in der Natur, die auch die Fähigkeit besitzen, untereinander zu kommunizieren. Dort denken wir z. B. an die Ameisen, die Bienen, die Vögel, die Affen, die Elefanten usw. Bei den nichtmenschlichen Lebewesen ist die Kommunikation von der Natur vorher festgelegt und hat nichts zu tun mit der menschlichen Intelligenz.
Wenn wir von der „interkulturellen Kommunikation“ sprechen, denken wir an die Kommuni-kation zwischen Angehörigen unterschiedlicher Kulturen. Wie der Kulturwissenschaftler Hans Jürgen-Lüsebrink 3 erwähnt hat, begann die Entwicklung der Interkulturellen Kommunikation in Nordamerika, dann hat sich das Fach in Westeuropa in den achtziger Jahren verbreitet. Zur Definition der Interkulturellen Kommunikation gibt es verschiedene Interpretationen nach Kulturräumen oder nach Fachdisziplinen. In Nordamerika z. B. hat die Interkulturelle Kommunikation eine andere Bedeutung. Das kann man verstehen, denn diese Staaten sind Multigesellschaften und haben nicht die gleichen Alltagsrealitäten wie in Europa oder in Afrika. Die bekannte Kulturwissenschaftlerin, Edith Broszinsky-Schwabe (2017), definiert den Begriff in folgender Weise:
„Interkulturelle Kommunikation bezeichnet die Verständigung zwischen zwei oder mehreren Personen, die unterschiedlichen Kulturen angehören, woraus sich eine Reihe von Schwierigkeiten und Problemen ergeben. Der Inhalt und Verlauf menschlicher Kommunikation gilt für Interkulturelle Kommunikation auf gleiche Weise,… “ 4
Die obige Definition entspricht z. B. genau der europäischen Interpretation zur Interkulturellen Kommunikation. In diesem Sinne, wenn man von Interkultureller Kommunikation in Europa spricht, sollte man an Bereiche denken wie interkulturelle Wirtschaftskommunikation , Werbung und Marketing , interkulturelle Pädagogik, Migrationsforschung usw . 5
Seitdem ist die Interkulturelle Kommunikation eine sehr wichtige Teildisziplin bzw. ein wissenschaftliches Forschungsfach in Westeuropa geworden. Daneben finden wir weitere Teildisziplinen wie beispielsweise Interkulturelle Germanistik, Interkulturelle Fremdsprachendidaktik, Interkulturelle Romanistik .
Wenn man von Interkultureller Kommunikation spricht, denkt man auch an die interkulturellen Verständigungskonflikte. Das wäre einer der wichtigsten Forschungsgegenstände des Faches. Wenn Angehörige aus unterschiedlichen Kulturen miteinander kommunizieren, könnten Missverständnisse vorkommen. Um also eine interkulturelle Sprachkompetenz zu entwickeln, sollte man wissen, wie man interkulturelle Konflikte vermeiden kann. (Weiteres dazu siehe bitte Einheit 1. 3.)
Zum Begriff,, Interkulturalität“
Wen man von der interkulturellen Kommunikation spricht, erscheinen die Begriffe „interkulturell“ dann „Interkulturalität“. Unter „interkulturell“ werden alle Beziehungen zwischen den Angehörigen aus verschiedenen Kulturen verstanden, wie bereits oben erwähnt wurde. In der Geschichte hat es immer Beziehungen zwischen Menschen gegeben. Vor dem Zeitalter der modernen Transportmittel konnten die Bewohner aus Nachbarländern bzw. aus Nachbargemeinschaften unteraneinander Waren wie Textilien, Gold, Tabak usw. austauschen; es wurden sogar Ehen zwischen unterschiedlichen Kulturen geschlossen. Am Ende des Mittelalters begannen die Entdeckungen. Neue Kontinente wurden entdeckt wie Afrika, Amerika, Australien. Seit dem entscheidenden Fortschritt der Technik im 18. und 19. Jahrhundert sind weltweit die Kulturen näher zueinander gekommen. Und heute gibt es fast keine Grenzen mehr zwischen Ländern und Kulturen, dank der neuen Technologien wie Internet, Telefon oder Telefax.