Innovation und Reform

De
Europäische W^ Stiftung für ί Nr. 11 Mai - August 1997/11 Berufsbildung IhJI ISSN 0378-5106 Innovation und Reform: Berufsbildung in den mittel- und osteuropäischen Ländern * * +*BERUFSBILDUNG NR.1 EURDPHISCHE ZEITSCHRIFT • * CEDEFOP Chefredakteur: Steve Bainbridge Europäisches Zentrum für die Förderung Redaktioneller Beirat: der Berufsbildung Vorsitzender: Marinou Antipa 12 Jean François Germe Conservatoire National des Arts et Métiers (CNAM), GR ­ 57001 Thessaloniki Frankreich (Thermi) Matéo Alaluf Université Libre de Bruxelles (ULB), Belgien Tel: 30­31+490 111 Tina Hertzoictou CEDEFOP Fax: 102 Keith Drake Manchester University, Vereinigtes Königreich E­maih Gunnar Eliassen The Royal Institute of Technology (KTH), Schweden info ©cedefop.gr Alain d'Iribarne Laboratoire d'Economie et de Sociologie du Travail Internet: (LEST­CNRS), Frankreich http:/'/www. cedefop.gr Arndt Sorge Humboldt­Universität Berlin, Deutschland Reinhard Zedier Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Deutschland Jordi Planas CEDEFOP Manfred Tessaring P Sergio Bruno Università di Roma, Italia Beobachter Ulrich Hillenkamp European Training Foundation (ETF), Turin, Italy Tadeusz Kozek University of Warszaw, Poland Verantwortlich: Redaktionsschluß: Johan van Rens, Direktor 31.07.
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Europäische W^
Stiftung für ί Nr. 11 Mai - August 1997/11
Berufsbildung IhJI ISSN 0378-5106
Innovation und Reform:
Berufsbildung
in den mittel- und
osteuropäischen Ländern * *
+*BERUFSBILDUNG NR.1 EURDPHISCHE ZEITSCHRIFT • *
CEDEFOP
Chefredakteur: Steve Bainbridge
Europäisches Zentrum
für die Förderung
Redaktioneller Beirat: der Berufsbildung
Vorsitzender:
Marinou Antipa 12
Jean François Germe Conservatoire National des Arts et Métiers (CNAM),
GR ­ 57001 Thessaloniki
Frankreich (Thermi)
Matéo Alaluf Université Libre de Bruxelles (ULB), Belgien
Tel: 30­31+490 111
Tina Hertzoictou CEDEFOP Fax: 102
Keith Drake Manchester University, Vereinigtes Königreich
E­maih
Gunnar Eliassen The Royal Institute of Technology (KTH), Schweden info ©cedefop.gr
Alain d'Iribarne Laboratoire d'Economie et de Sociologie du Travail Internet:
(LEST­CNRS), Frankreich
http:/'/www. cedefop.gr
Arndt Sorge Humboldt­Universität Berlin, Deutschland
Reinhard Zedier Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Deutschland
Jordi Planas CEDEFOP
Manfred Tessaring P
Sergio Bruno Università di Roma, Italia
Beobachter
Ulrich Hillenkamp European Training Foundation (ETF), Turin, Italy
Tadeusz Kozek University of Warszaw, Poland
Verantwortlich: Redaktionsschluß:
Johan van Rens, Direktor 31.07.1997
Stavros Stavrou, stellvertretender Direktor
Nachdruck ­ ausgenommen zu kommerziellen
Das CEDEFOP unterstützt die Eu­ Technische Redaktion und Koordination: Zwecken ­ mit Quellenangabe gestattet
ropäische Kommission dabei, Bernd Möhlmann
durch den Informationsaustausch Katalognummer:
und Erfahrungsvergleich zu The­ Übersetzung: Corinna Frey HX­AA­97­OO2­DE­C
men von gemeinsamem Interesse
für die Mitgliedstaaten die Berufs­ Layout: Zühlke Scholz & Partner Printed in
bildung und die ständige Weiterbil­ Werbeagentur GmbH, Berlin the Federal Republic of Germany, 199K
dung auf Gemeinschaftsebene zu
fördern und weiterzuentwickeln. Technische Produktion mit DTP: Diese Zeitschrift erscheint dreimal jahrlich in
Axel Hunstock, Berlin Deutsch. Englisch, Französisch und Spanisch.
Es stellt Verbindungen zwischen
der Berufsbildungsforschung,
­politik und ­praxis her. Es verhilft Diese Ausgabe entstand in Zusammenarbeit mit der
den politischen Entscheidungsträ­
Europäischen Stiftung für Berufsbildung gern und praktisch Tätigen auf al­
len Ebenen der EU zu einem bes­ Villa Gualino, viale Settimio Severo 65; 1­10133 Turin
seren Verständnis der Entwicklung
Tel.: +39­11­630.22.22; Fax: +39­11­630.22.00
im Bereich der Berufsbildung, um
Internet: http://www.etf.it; e­mail: info@etf.it ihnen Schlußfolgerungen für U
künftige Tätigkeiten zu erleich­
tern. Es bemüht sich ferner dar­
Die Europäische Stiftung für Berufsbildung ist eine Einrichtung der Europäischen
um, Wissenschaftler und Forscher
Union. Sie arbeitet im Bereich der Berufsbildung in den Ländern Mittel­ und zur Ermittlung von Entwicklungs­
tendenzen und Zukunftsfragen Osteuropas, den Neuen Unabhängigen Staaten und der Mongolei. Außerdem
anzuregen.
unterstützt die Stiftung die Europäische Kommission bei der Durchführung des
Tempus­Programms. Der Verwaltungsrat des CEDEFOP
hat sich für den Zeitraum 1997 bis
Ausführlichere Angaben zur Arbeit der Europäischen Stiftung für Berufsbildung 2000 auf eine Reihe mittelfristiger
Prioritäten verständigt. In ihrem und ihren jüngsten Veröffentlichungen finden sich auf Seite 126/127.
Rahmen konzentrieren sich die
Tätigkeiten des CEDEFOP auf drei
Die von den Autoren geäußerten Ansichten decken sich nicht notwendigerweise mit der Positi­Hauptthemenbereiche:
on des CEDEFOP. In der Europäischen Zeitschrift für Berufsbildung haben die Autoren das Wort,
um ihre Analysen und unterschiedlichen, teilweise sogar gegensätzlichen Standpunkte darzule­
Q die Förderung der Kompeten­
gen. Auf diese Weise will die Zeitschrift einen Beitrag zur kritischen Diskussion, die für die Zu­
zen und des lebenslangen Lernens;
kunft der beruflichen Bildung auf europäischer Ebene unerläßlich ist, leisten.
□ die Beobachtung der Entwick­
lung der Berufsbildung in den
Mitgliedstaaten; Haben Sie Interesse daran, einen Beitrag zu verfassen?
□ die Unterstützung der Mobilität
Dann lesen Sie bitte Seite 132. und des Austausche in Europa.
CEDEFOP * • BERUF5BILDUNGNH.il EUR0PHI5CHE ZEITSCHRIFT
Editorial
Kurzes Glossar Albanien befindet sich in einer anderen Westliche Sichtweisen
Situation. Eine Reihe von EU-Programmen der Akronyme:
steht diesen Ländern im Prinzip bereits
offen. Aus diesem Grund hat der redak­ Das PHARE-Programm der Zusammenarbeit mit Mittel- und Ost­
europa ist das zentrale Thema dieser Aus­ tionelle Beirat der Zeitschrift beschlossen, Europäischen Union
gabe der Europäischen Zeitschrift „Berufs­ die vorliegende Sonderausgabe diesen PHARE ist das wirtschaftliche
Ländern zu widmen, die für viele Men­ Hilfsprogramm der Europäi­bildung". Obwohl diese Länder Teil des
schen auch heute noch unbekanntes Ter­europäischen Kontinents, seiner Ge­ schen Union zur Förderung
schichte und seiner Kultur sind, waren sie ritorium im Hinblick auf den aktuellen der wirtschaftlichen Umgestal­
vom übrigen Europa über einen langen Stand, die zugrundeliegenden Prinzipien, tung und demokratischen Re­
Trends, Perspektiven, Probleme und An­ form in Mittel- und Osteuropa. Zeitraum weitgehend abgeschnitten.
forderungen der Berufsbildung darstellen. Die Mittel werden verwendet,
um fachlichen, wirtschaftli­Seit den dramatischen politischen Verän­
chen und infrastrukturellen derungen in diesem Bereich Ende der 80er Eine weitere Besonderheit dieser Ausga­
Sachverstand und Unterstüt­und Anfang der 90er Jahre wachsen bei­ be besteht darin, daß sie zwei EU-Einrich­
zung in die Empfängerländer tungen zusammenführt, die für die Berufs­de Seiten des sogenannten „Eisernen Vor­
zu lenken. Ziel ist die Unter­hangs" allmählich wieder zusammen, bildung in Europa von großer Bedeutung
stützung von Wirtschaftssyste­wenn auch nicht immer in einer Weise, sind: das Europäische Zentrum für die
men, die sich im Wandel be­die die Gepflogenheiten und Traditionen Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP),
finden, bei der Errichtung von das die Aufgabe hat, die Europäische der verschiedenen davon betroffenen Län­
Marktwirtschaften auf der der berücksichtigt. Berufsbildung ist ein Kommission zu unterstützen, um die Be­
Grundlage von freiem Wettbe­wichtiges Element in diesem Prozeß und rufsbildung und die ständige Weiterbil­
werb und Privatinitiative. eng mit der Geschichte, der Kultur, den dung auf Gemeinschaftsebene zu fördern,
und die Europäische Stiftung für Berufs­menschlichen und sozialen Werten sowie
wirtschaftlichen Faktoren verbunden. bildung, die für die Zusammenarbeit mit MOEL - mittel- und osteuro­
Wird dieser Umstand während des Mittel- und Osteuropa, den Nachfolgestaa­ päische Länder. In dieser
Reformprozesses nicht hinreichend be­ ten der Sowjetunion und der Mongolei in Ausgabe sind damit folgende
den Bereichen der beruflichen Erstaus­rücksichtigt, scheitert die Reform - zahl­ Länder gemeint: Bulgarien,
reiche Beispiele belegen das. bildung und Weiterbildung, der Umschu­ Tschechische Republik, Est­
lung von Erwachsenen und der Ausbil­ land, Ungarn, Litauen, Polen,
dung von Führungskräften zuständig ist. Rumänien, Slowenien, Litauen Welche Länder sind nun gemeint, wenn
Eine enge Zusammenarbeit zwischen die­ und Slowakische Republik. wir von dem mittel- und osteuropäischen
sen beiden Einrichtungen ist ein Zeichen Ländern reden? In gewisser Hinsicht han­
für die Veränderungen in Europa und für delt es sich um einen künstlichen Begriff, COMECON, Council for Mu­
die Förderung ihrer gegenseitigen Ent­der als Umschreibung für diejenigen Län­ tual Economic Assistance,
wicklung notwendig. der erfunden wurde, die für die Teilnah­ (Rat für gegenseitige Wirt­
me am PHARE-Programm der Europäi­ schaftshilfe, RGW). 1949 als
schen Union (EU) für Zusammenarbeit Wir erheben nicht den Anspruch, dem Reaktion auf den Marshall-Plan
und Unterstützung in Frage kommen. gegründete Freihandelsorgani­Leser einen vollständigen Überblick über
Gegenwärtig zählen dazu Albanien, Bul­ die Ereignisse in diesem Teil Europas zu sation der sozialistischen Län­
garien, Rumänien, die Tschechische Re­ bieten, und sind bemüht, den von zahl­ der, deren Auflösung im Juni
publik, die Slowakische Republik, reichen westlichen „Experten" insbeson­ 1991 beschlossen wurde.
Slowenien und die drei NUS-Staaten Lett­ Ehem. Mitglieder: Deutsche dere Anfang der 90er Jahre begangenen
land, Litauen und Estland. Die Länder aus Fehler zu vermeiden, diese Länder als Demokratische Republik, Bul­
dem ehemaligen Jugoslawien - mit Aus­ homogene Einheit zu behandeln, die ein garien, Ungarn, Polen, Rumä­
nahme von Slowenien - sind aufgrund der einheitliches, bewährtes Marktwirtschafts­ nien, Tschechoslowakei,
besonderen Nachkriegsbedingungen bis­ UdSSR, Mogolei, Kuba, Viet­modell mit vergleichsweise einfachen
lang noch nicht vollständig einbezogen, Qualifikationsanforderungen benötigen. nam.
obwohl sie geographisch ebenfalls zu die­ Obschon häufig betont wurde, daß es kein
ser Region zählen. Zehn dieser Länder „europäisches Modell" für ein Berufsbil- Leonardo da Vinci ist ein Ak­
haben inzwischen eine konkrete politi­ dungssystem gibt, wurde dieser Tatsache tionsprogramm für die Durch­
sche Aussicht auf Mitgliedschaft in der vielfach nicht Rechnung getragen und es führung einer Berufsbildungs­
Europäischen Union und haben Assoziie­ wurden Empfehlungen auf allzu verein­ politik der Europäischen Ge-
rungsabkommen abgeschlossen. Lediglich fachende Weise unterbreitet. Gelegentlich
CEDEFOP * *
* * BEBUFSBILDUNGNR.il EUROPÄISCHE ZEITSCHRIFT * *
***
meinschaft. Es fördert die Ent­ wurden Empfehlungen auch von einigen Hanclwerksberufe mit einer ausgespro­
wicklung von innovativen Partnerländern heraufbeschworen, die chen praxisorientierten Ausbildung neu
Maßnahmen im Bereich der sich beispielsweise vom Reiz eines Sy­ belebten. Andere versuchten, bestimmte
Berufsbildung durch Pilot­ stems mit hohem privatwirtschaftlichem Aspekte ihrer bestehenden Systeme bei­
projekte, Austauschprogram­ Engagement blenden ließen - das die zubehalten, wie etwa die Möglichkeit,
me, Erhebungen und Analysen Staatshaushalte entlastet - ohne jedoch in anhand von Berufsqualifikationen Zugang
transnationaler Partnerschaf­ angemessener Weise zu berücksichtigen, zur Hochschulbildung zu erlangen, was
ten. daß die Wurzeln dieser Systeme in lan­ auch für die EU-Mitgliedstaaten von In­
gen Traditionen, dem ausgeprägten Be­ teresse ist. Viele Länder folgen dem Mo­
wußtsein für die Bedeutung von Investi­ dell schulischer Berufsausbildung und TEMPUS
tionen in die Ausbildung und nicht zu­ entwickeln gleichzeitig unterschiedliche Tempus ist Teil des PHARE-
letzt den finanziellen Mitteln, die diese Verfahren, um die Vermittlung von Programms und zielt darauf
Form des privaten Engagements erst zu­ Arbeitspraxis - sei es durch Simulation ab, durch die Förderung eines
lassen, zu finden sind. oder reelle Erfahrungen - zu erhöhen. konstruktiven Zusammenwir­
kens mit Partnern in der Eu­
ropäischen Gemeinschaft die Die schwierige Frage des Transfers von Insgesamt ist in diesem Teil Europas ein
Qualität im Hochschulwesen systembezogenen Verfahren, Know-how beeindruckendes Maß an Bereitschaft und
anzuheben und dessen Ent­ und Erfahrung führt diejenigen, die mit Motivation zu Innovationen festzustellen,
wicklung zu unterstützen. den Problemen von Reform- und Um­ das in Zukunft durchaus die Förderung
strukturierungsprozessen vertraut sind, zu der Reform in den Mitgliedstaaten der
der Erkenntnis, daß jedes Land seinen Europäischen LInion anschieben könnte.
eigenen Weg selbst finden und bestim­
men muß, wobei der Erfahrungsaustausch Trotzdem sollte man sich im klaren dar­
zwar als Werkzeug zur Klärung der Kon­ über sein, daß umfassende Veränderungen
turen und Richtungsverläufe des eigenen nicht in wenigen Jahren erzielt werden,
Reformprozesses verwendet werden kann, sondern sich über eine ganze Generation
eine willkürliche Übertragung der eige­ erstrecken. Die notwendige Entwicklung
nen Erfahrungen auf andere Länder bzw. von Schlüsselkompetenzen, wie z.B. das
fremdern auf das eigene Land Erlernen von Teamfähigkeit, Kreativität,
jedoch nicht möglich ist. Verantwortungsbewußtsein, die Entwick­
lung unternehmerischer Fähigkeiten (ins­
besondere im Zusammenhang mit kleinen Die kommunistischen Systeme in diesen
Ländern wiesen allerdings auch einige und mittleren Unternehmen) und die
gemeinsame Merkmale auf, die vielfach Qualifikationsanfordemngen für den wach­
senden Dienstleistungssektor, braucht Zeit. im Zusammenhang mit dem Wirtschafts­
system standen (Planwirtschaften). Staats­
ministerien arbeiteten eng mit Großbetrie­ Ungeachtet der Art des Ausbildungs­
ben an der Konzeption und Durchführung systems wird den Sozialpartnern in Zu­
von Berufsbildungsmaßnahmen in Berufs­ kunft eine aktivere und wichtigere Rolle
schulen, die diesen Betrieben oft ange­ zufallen. Dazu zählt der Aufbau von In­
gliedert waren, zusammen. Es herrschte stitutionen, die Entwicklung einer Kultur
ein extremer Grad an Spezialisierung mit des sozialen Dialogs und die Verbesse­
eng gefaßten Berufsprofilen und entspre­ rung von Qualifikationen und Kompeten­
chend langen Berufsverzeichnissen. Die zen. Darüber hinaus ist eine besondere
Bewertung der Arbeitsmarktanforde­ Unterstützung und Förderung aller be­
rungen war in einem System, in dem die nachteiligten Gruppen erforderlich. In
Nachfrage vom Staat festgelegt wurde, Westeuropa bricht heutzutage nahezu je­
kleine und mittlere Unternehmen nicht der fünfte Jugendliche seine Erstaus-
zugelassen und Sozialpartner nicht erfor­ bildung vorzeitig ab.
derlich waren, stark vereinfacht (oder
sogar überflüssig). Da die Mobilität und Innovation und Reform erfordern eine
Flexibilität der Arbeitskräfte keine wirt­ sorgfältige Informations- und Datenana­
schaftliche Voraussetzung darstellte, be­ lyse und eine fundierte Infrastruktur im
saß lebenslanges Lernen eine vollkommen Forschungsbereich. Die Forschungs-
andere Bedeutung. einrichtungen in Mittel- und Osteuropa
haben gelitten und sich bislang noch nicht
Am Ende der kommunistischen Ära konn­ hinreichend erholen können. Es bleibt zu
ten einige Länder an vorsozialistische hoffen, daß diese Ausgabe der Zeitschrift
Zeiten wiederanknüpfen, z.B. indem sie zu einer Annäherung östlicher und west-
CEDEFOP *
* * BERUFSBILDUNG NB. EUROPÄISCHE ZEITSCHRIFT *
*
licher Forschungsinstitute beiträgt, ob­ Zeugnissen ermöglicht, sondern auch
wohl gleichzeitig zu berücksichtigen ist, mehr strukturelle und inhaltliche Maßnah­
daß der Erfahrungsaustausch zwischen men zur Förderung der Wettbewerbsfä­
diese Ländern selbst ebenfalls sehr wert­ higkeit innerhalb eines gemeinsamen
voll für den Reformprozeß ist. Marktes, die Verbesserung des Zugangs
zu Ausbildung und eine stärkere Berück­
Wie oben bereits erwähnt wurde, treffen sichtigung von benachteiligten Gruppen
zuläßt. Seit dem Beginn der Reformen war mindestens zehn Länder Vorbereitungen
klar, daß die Entwicklung der Human­für eine spätere Mitgliedschaft in der Eu­
ressourcen ein entscheidender Aspekt bei ropäischen Union. Neben bilateraler Zu­
sammenarbeit bestehen auf europäischer der Förderung der Demokratie und der
Reform des Wirtschaftssystems ist. Dies Ebene zwei Programme, die diesen Pro­
gilt auch für den Prozeß der Vorbereitung zeß im Bereich der Berufsbildung unter­
auf die Mitgliedschaft in einem vereinten stützen. Zum einen das Leonardo-Pro­
gramm der Europäischen Union, das als Europa, in dem die Institutionen und
Netzwerke, die funktionsfähige Aus­Laboratorium für innovative Maßnahmen
bildungssystemen unterstützen, ein we­beschrieben werden kann und Organisa­
sentlicher Bestandteil der Gesellschaft und tionen und Einzelpersonen die Möglich­
keit bietet, zu experimentieren und neue des „gemeinschaftlichen Besitzstandes" in
Ideen in einem Bottom-up- und partner­ unserem Teil der Welt sind.
schaftlichen Ansatz zu entwickeln. Zum
anderen das Phare-Programm, das seit Die Beiträge in dieser Ausgabe der Euro­
1989 Hilfe bereitstellt und seinen Rahmen päischen Zeitschrift behandeln wichtige
von zunächst zwei Ländern schrittweise Themenbereiche wie etwa die Bewertung
auf mittlerweile insgesamt 13 Länder er­ von Arbeitsmarktanforderungen, Normen
weitert hat. Das Programm wird diesen und Curriculumreform, Dezentralisierung
Ländern in Zukunft als wichtigstes Zu­ und die Rolle der Sozialpartner - um nur
gangsinstrument dienen, wobei die Beto­ einige zu nennen. Es bleibt zu hoffen, daß
nung auf Partnerschaft und weniger auf sie das Interesse an der Situation, der
Hilfe liegt. Mit Blick auf Phare-Unterstüt- Entwicklung, den Problemen und Aussich­
zung lautet das Schlüsselwort jetzt 'ge­ ten in unseren Nachbarländern anregen.
meinschaftlicher Besitzstand', mit ande­ Die Perspektive hat sich verbessert, und
ren Worten; die Anpassung an formale Innovationen haben beträchtliche Impul­
Verordnungen, insbesondere solche, die se erhalten. Ein größeres Europa kann nur
den Binnenmarkt regeln. Im Bereich der auf der Grundlage von echter Partner­
Berufsbildung ist dieser Begriff in einem schaft und nicht anhand eines eingleisi­
umfassenderen Sinne zu verwenden, der gen Prozesses errichtet werden.
nicht allein die Anpassung von Verord­
nungen wie z.B. die Anerkennung von Ulrich Hillenkamp
CEDEFOP
3 * *
•BERUFSBILDUNG NR. EUROPÄISCHE ZEITSCHRIFT
***
die MOEL. Portugal etwa hatte in der Über­Östliche Sichtweisen
gangsperiode nach 1974 innerhalb von 10
Lassen Sie mich auch einige Worte aus Jahren 12 verschiedene Bildungsminister.
der Sicht der mittel- und osteuropäischen Jeder neue Minister kritisierte zunächst
Länder (MOEL) hinzufügen, die sich ge­ seine Vorgänger, anschließend hob er ei­
genwärtig „im Übergangsstadium" befin­ nige bestehende Verfahren auf und be­
den. Wie Ulrich Hillenkamp hervorgeho­ schrieb sodann seine Vision einer Reform.
ben hat, ist ein Berufs- und Ausbildungs­ Zu diesem Zeitpunkt wurde er allerdings
system eng mit dem sozio-politischen Kli­ schon durch seinen Nachfolger ersetzt, und
ma einer Gesellschaft verbunden. der Kreislauf begann von neuem. Häufi­
ger Wechsel ist ein mehr oder weniger ge­
meinsames Merkmal aller MOEL. Häufige In einem totalitären Regime fragen die
Regierungswechsel schaffen keine förder­Herrscher die Öffentlichkeit nicht, ob eine
lichen Bedingungen für die erfolgreiche Reform durchgeführt werden soll oder
Durchführung einer Reform. nicht. Sie setzen ihre Macht ein, um die
Reformen durchzusetzen, ohne Rückmel­
dungen, ohne Diskussionen, ohne große Die grundlegenden Vorstellungen über die
Verantwortung und ohne die Auswirkun­ zukünftigen Entwicklung und Rolle von
gen der Reform zu verfolgen. In einer sta­ Bildung in den MOEL waren bereits seit
bilen Demokratie ist die Durchführung Beginn des Umwandlungsprozesses klar.
einer Reform komplizierter, weil die Öf­ Die globale Umgestaltung der MOEL wird
fentlichkeit das Recht hat, Vorschläge zu von den durch Bildung erworbenen neu­
unterbreiten und Einwände zu erheben. en Qualifikationen und Einstellungen ab­
Bei der Vorbereitung einer Reform müs­ hängen. Neue Qualifikationen können
sen bestimmte Kriterien im Hinblick auf nicht erworben werden, wenn Bildung
die zukünftige Stabilität und Effizienz weiterhin wie zu Zeiten der Planwirtschaft
berücksichtigt werden. Die Ansichten der strukturiert und organisiert wird.
Öffentlichkeit sollten respektiert und die
beteiligten Akteure überzeugt werden. Allerdings ist die Festlegung von Zielen
Reformen in Gesellschaften, die sich im einfacher als ihre Verwirklichung. Es ist
Übergang zu einem demokratischen Sy­ nicht möglich, allein aus eigener Kraft die
stem befinden, treffen auf zahlreiche Rückständigkeit zu überwinden und den
Schwierigkeiten. Jeder erwartet voller Anschluß an die moderne Welt zu knüp­
Ungeduld eine baldige Reform. In einer fen. Das können wir am Beispiel erfolg­
postrevolutionären Phase fragen die Men­ reicher Länder wie etwa Korea, Taiwan
schen nicht etwa „Warum ist eine Reform oder Singapur lernen. Keines dieser Län­
notwendig?", vielmehr lauten die am häu­ der hat sich isoliert entwickelt. Das Pro­
figsten gestellten Fragen: „Warum verlau­ blem unzureichend entwickelter Länder
fen die Reformen so schleppend?" oder ist ihr Mangel an inneren Anreizen für den
„Warum wurden die Reformen bislang Fortschritt. Nur eine vollständige Öffnung
noch nicht durchgeführt?". gegenüber der Welt und intensive Bemü­
hungen um die Eingliederung in Struktu­
ren der Industrienationen sind eine Vor­In der Anfangsphase nimmt Freiheit ge­
bedingung für mögliches Wachstum. Mit legentlich jedoch die Form von Chaos an.
der Investition von ausländischem Kapi­Die Menschen konzentrieren sich auf so­
tal gelangen neue Management- und ziale Interaktionen, Beziehungen, Macht­
Arbeitsorganisationsmodelle und damit verteilung. Die unmittelbaren Probleme
auch auch externe Entwicklungsanreize sind so gewaltig, daß viele Menschen die
in ein Land. langfristigen strukturellen Probleme
schlichtweg vergessen. Sie wollen han­
deln: die Lösung akuter Probleme ist „in"; Über viele Jahrzehnte hinweg waren die
Nachdenken über langfristige Probleme Bildungssysteme der Länder hinter dem
ist „out". Für die Gestaltung von Konzep­ 'eisernen Vorhang' vom restlichen Euro­
ten sind kaum ausreichend Zeit noch Fä­ pa isoliert. Ebensowenig wie eine zugrun­
higkeiten vorhanden. de gerichtete Wirtschaft können sich auch
die Bildungssysteme nicht ohne auslän­
disches Kapital erholen. Unmittelbar nach Das typische Kennzeichen einer post­
1989 wurden die MOEL von ausländischen revolutionären Phase ist eine instabile Re­
Beratern, Sachverständigenteams ver-gierung. Diese Tatsache gilt nicht allein für
CEDEFOP **•
*
* * BERUFSBILDUNG NR. EUROPÄISCHE ZEITSCHRIFT *
schiedener internationaler Organisatio­ Ländern ebenfalls beobachten, aber die mit
nen, Vertretern von Stiftungen, zahlrei­ der Systemreform verbundenen Probleme
chen westlichen Universitäten usw. gera­ sind ein besonderer Umstand, der im Zu­
dezu überlaufen. Viele kamen auf Einla­ sammenhang mit der Umgestaltung der
dung nationaler Behörden und Institutio­ MOEL zu betrachten ist. Der erfolgreiche
nen, viele auch spontan und auf Initiati­ Übergang in die Marktwirtschaft verlangt
ve verschiedener westlicher Stellen. Es „systembezogene" Veränderungen, weil die
besteht kein Zweifel darüber, daß diese Institutionen und Akteure neue Rollen
Ratschläge und auswärtigen Modelle - sei übernehmen, neue Formen der Beziehung
es direkt oder indirekt, implizit oder ex­ aufnehmen müssen, die andere Einstellun­
plizit - allgemein eine wichtige Rolle bei gen und andere Verhaltensweisen mit sich
der Einführung von Bildungsreformen in bringen. Derartige Veränderungen lassen
den MOEL gespielt haben. sich nicht von oben verordnen, sondern
müssen von allen Akteuren erlernt wer­
den. Sie sollten als Ergebnis eines kom­Das bedeutet nicht etwa, daß nicht auch
plexen und schwierigen Lernprozesses und viele der externen Empfehlungen beisei­
nicht als Folge eines Gesetzesbeschlusses te gelegt wurden und daß sich in einigen
betrachtet werden. Fällen, insbesondere in einer späteren
Phase, ein gewisser Widerstand oder so­
gar eine Ablehnung von ausländischen Es gibt die berühmte Vorhersage der Dauer
Modellen und Beratern einstellte. Insge­ der Übergangsperiode der MOEL von Ralf
samt jedoch spiegelte die Maxime „Rück­ Dahrendorf (1991): die Errichtung eines
kehr nach Europa" oder „Anschluß fin­ neuen politischen Systems kann innerhalb
den" sicherlich eine treibende Kraft wi­ von sechs Monaten durchgeführt werden.
der, die den Reformprozeß beeinflußte, Die wirtschaftliche Umgestaltung kann in­
und die durch mehrere großangelegte nerhalb von sechs Jahren erreicht werden.
Hilfsprogramme und insbesondere durch Die Änderung der Einstellungen und An­
das Phare-Programm der Europäischen sichten dauert sechzig Jahre. Seine Hypo­
Union wesentlich unterstützt wurde. thesen scheinen sich zu bewahrheiten, sie
werden durch das Alltagsleben bestätigt,
sogar die letztgenannte. Sie wird durch Die Rolle ausländischer Modelle und Be­
zahlreiche Rückschläge und Spannungen rater durchläuft eine Entwicklung, die et­
bestätigt, da wir menschliche Verhaltens­was vereinfacht als Wandel „von Hilfe zu
und Denkweisen nicht über Nacht verän­Partnerschaft" beschrieben werden könn­
dern können. Wir können lediglich versu­te. Die Reformländer können mit den
chen, diesen langen Zeitraum zu verkür­Entwicklungspolen auf zweierlei Weise
zen; eine schnelle Veränderung wird es kommunizieren: als Klienten und Bittstel­
jedoch nicht geben. ler oder als Partner. Der erste Weg kann
einige rasche konkrete Hilfsleistungen mit
sich bringen, was jedoch nicht notwendi­ Die Artikel in dieser Ausgabe vermitteln
gerweise auch eine wesentliche Änderung dem Leser, der sich für die Zusammenar­
der Verhaltensweise bedeutet. Das ange­ beit mit Mittel- unchOsteuropa interessiert,
strebte Ziel - die Anerkennung als voll­ dank einer ausgewogenen Kombination
wertiges Mitglied der Gemeinschaft - von Fallstudien und multinationalen Er­
rückt in weite Ferne. Der zweite Ansatz - hebungen ein genaues Bild von der The­
Partnerschaft - verlangt enorme Anstren­ matik. Die vergleichenden Erhebungen
gungen. Er verlangt harte Arbeit und das liefern den globalen Überblick: Jacques
Bemühen, die Normen und Standards der Nagels beschreibt die wirtschaftliche
Industrienationen zu erreichen. Aber nur Umgebung als Schlüsselfaktor für die Ent­
diese Anstrengung kann in den MOEL den wicklung von Berufsbildungssystemen,
Wandel herbeiführen, der eine Vorausset­ Alena Nesporova analysiert regionale
zung für ihre tatsächliche europäische Unterschiede in bezug auf Beschäftigung,
Integration ist. Arbeitslosigkeit und aktive Programme zur
Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Inge
Weilnböck-Buck, Bernd Baumgartl und Die Politik in den MOEL steht vor der
Ton Farla von der Europäischen Stiftung Herausforderung, Modernisierung, Struk­
für Berufsbildung bieten eine umfassen­turwandel und systembezogene Reform zu
de Übersicht auf der Grundlage von In­kombinieren. Modernisierung und Struk­
formationen der nationalen Beobach-turwandel lassen sich in westeuropäischen
CEDEFOP BERUFSBILDUNGNR.il EUROPÄISCHE ZEITSCHRIFT
tungsstellen, die mit Hilfe der Stiftung in Um nicht allein von Unterschieden zu
den MOEL errichtet wurden. Fallstudien reden, möchte ich zum Schluß auf unse­
(Laszlo Alex, Tadeusz Kocek, Martin Dodd re Gemeinsamkeiten eingehen. Ganz
und die Interviews mit Fachministern aus gleich aus welchem Teil Europas wir kom­
Ungarn, Slowenien, der Tschechischen men, wir sind alle Europäer. Die Chan­
Republik und Rumänien) gewähren einen cen für die Wettbewerbsfähigkeit unseres
tieferen Einblick in die Realität west-öst- Kontinents mit den USA und Japan lie­
licher Zusammenarbeit. Dank dieser Bei­ gen in der Schaffung und der Förderung
träge erhält der Leser ein Gesamtbild über eines vereinigten Europas. Wenn wir Eu­
die Situation in den meisten MOEL. Der ropa aus dieser Perspektive betrachten,
Artikel über die Sozialpartner von Jean- bedeutet das die Überwindung einer Viel­
Marie Luttringer trifft den Kern „system­ zahl von traditionellen Reibungspunkten
bezogener Reformen" in den MOEL. Tim und Konflikten zwischen den europäi­
Mawson untersucht in seinem Beitrag die schen Nationen, die Schaffung einer ein­
zukünftigen Formen der Zusammenarbeit heitlichen globalen Politik und von Stra­
im Rahmen der EU-Programme Leonardo tegien für die Zusammenarbeit. Die eu­
da Vinci, Sokrates und Jugend für Euro­ ropäischen Pädagogen haben die Pflicht
pa, die jetzt auch für MOEL zugänglich und die Gelegenheit, Europa in diese
sind. Richtung zu lenken.
Jaroslav Kalous
CEDEFOP
6 * • BERUFSBILDUNG NR. EMOPfilSHE ZEITSCHRIFT
Innovation und Reform:
Berufsbildung
in den mittel-und ost­
europäischen Ländern
Wirtschaftliche Analyse und Hintergrund
Die erste Phase des Übergangs ist abgeschlossen -
Polen, Ungarn, Tschechische Republik und Slowakei -
J. Nagels; D. Simonis
In den vier betrachteten Ländern wird die Phase des Übergangs zum
ungezügelten Kapitalismus derzeit gerade abgeschlossen.
Arbeitsmärkte und Ausbildung in Mittel- und Osteuropa 21
Alena Nesporova
Die Reaktionen des Arbeitsmarktes auf den Konjunkturrückgang, der für alle
mittel- und osteuropäischen Länder in der ersten Phase ihres Übergangs
charakteristisch war, unterschieden sich von Land zu Land erheblich.
Beobachtungen zu den Herausforderungen und Prioritäten
bei der Berufsbildung in den mittel- und osteuropäischen Ländern 32
Inge Weilnböck-Buck; Bernd Baumgartl; Ton Farla
"(...) die MOEL (setzten) eine Reform ihrer Systeme der beruflichen Bildung und
Ausbildung in Gang. Der erste Reformschritt war die Einführung neuer
institutioneller Vereinbarungen; viele neue Herausforderungen stehen jedoch
noch bevor.
I
Politische Fragen
Minister aus Ungarn, Lettland, Slowenien und Rumänien «
antworten auf Fragen zum Verlauf der Reform
der allgemeinen und beruflichen Bildung in ihren Ländern 49
Peter Kiss; Juris Celmin; Slavko Gaber; Virgil Petrescu
Das Verständnis für die Vorgehensweise der zentralen staatlichen Stellen, die
sich bemühen, die Herausforderungen des Übergangs zu einem demokratischen
System und zur Marktwirtschaft zu bewältigen, ist von wesentlicher Bedeutung
für die Einschätzung des Wandlungsprozesses.
Die Rolle der Sozialpartner bei der Entwicklung
der Berufsbildung in den Übergangsländern 55
Jean-Marie Luttringer
Welche Auffassung haben die repräsentativen Sozialpartner auf der Ebene der
Europäischen Union von ihrer Rolle und wie gestaltet sich die Situation in den
Übergangslä ndernP
CEDEFOP
7 *
* * BERUFSBILDUNGNR.il EUROPÄISCHE ZEITSCHRIFT * *
Internationale Zusammenarbeit e Kooperation bei der Curriculumentwicklung
im Bereich der beruflichen Bildung - Erfahrungen in Polen 61
Tadeusz Kozek
Die Reform des Bildungsivesens in Polen ist das Ergebnis widersprüchlicher
Tendenzen. Revolutionäre Ideen haben sich mit evolutionären gepaart; die
Trägheit der bestehenden Strukturen hat den Wandel allerdings erschwert. Die
ausländische Unterstützung konnte zwar nicht alle Erwartungen erfüllen,
ermöglichte jedoch einige wichtige innovationen. Der künftige Erfolg wird
davon abhängen, wie die bisherigen Ergebnisse weiterverwendet werden.
Deutsch-ungarische Zusammenarbeit zur Unterstützung
der ungarischen Reformen in der Berufsbildung 72
Laszlo Alex
Viele gesellschaftliche Bereiche Ungarns haben nach 1990 eine beeindruckende
Dynamik entfaltet. Dies trifft auch auf die Berufsbildung zu. Viele Reformen
sind bis heute realisiert oder auf dem Wege dorthin, manche davon allerdings
mehr dem Anschein nach.
Modernisierung und Reform der Berufsbildung in Estland
- eine Fallstudie 80
Martin Dodd
Internationale Unterstützung kann als Katalysator für Reformen wirken, doch
hängt ihr Erfolg von der Kompetenz, dem Engagement, der Klarsicht und der
Begeisterungsfähigkeit aller Beteiligten auf jeder Ebene ah.
Die Öffnung des Leonardo da Vinci-Programms für die Länder
Mittel- und Osteuropas5
Tim Mawson
Die Teilnahme an EU-Programmen im Bereich der allgemeinen und beruflichen
Bildung soll nicht nur zur Entwicklung der Kompetenzen und Ressourcen
beitragen, die für die Modernisierung der Volkswirtschaften der mittel- und
osteuropäischen Lander erforderlich sind, sondern ist auch Teil einer Gesamt­
beitrittsstrategie für diese Länder.
Schlüsseldaten
Berufsbildung in Bulgarien 90 g in der Tschechischen Republik 92 g in Estland4
Berufsbildung in Ungarn6 g in Lettland8 g in Litauen 10
Berufsbildung in Poleng in Rumänieng in Slowenien
Schlüsselindikatoren für die mittel- und osteuropäischen Länder 10
Bruttosozialprodukt pro Kopf als % vom EU Durchschnitt (Karte) 110
Lektüre zum Thema
Literaturhinweise 111
CEDEFOP
8

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