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Badische Zeitung Online - "Bonjour, comment ça va?"  http://badische-zeitung.de/popup/lokales/lokalausgaben/freiburg/umki...zurück Druckansicht versenden vorlesen Badische Zeitung vom Samstag, 16. Juni 2007 "Bonjour, comment ça va?" Besuch in der Grundschule in Merdingen, in der die Sprache Französisch schon länger unterrichtet wird alsanderswoVon unserer Mitarbeiterin Barbara Schmidt MERDINGEN. Der Schultag beginnt mit Französisch. "Bonjour, comment ça va?"begrüßen sich die Viertklässler, für die seit ihrem ersten Schultag dieFremdsprache dazugehört. Französisch ist seit vier Jahren Pflicht fürGrundschüler am Oberrhein. Wie sie die Sprache lernen, zeigt ein Besuch an derSchule in Merdingen. Die Grund- und Hauptschule macht den Französisch-Unterricht schon zwei Jahre längerDer Französisch-Lehrer als andere Schulen. "Wir waren Pilotschule" , erklärt die Leiterin Johanna Mitternacht.Bernd Becker an der Die Merdinger Schüler gehören deshalb zu den ersten im Land, die mit vier JahrenGrund- und Hauptschule Französisch auf die weiterführenden Schulen wechseln.Merdinge ...mehrBernd Becker ist der Frankreich-Experte an der Grundschule. Er organisiert auch den Austausch mit Schulen in Grenoble und dem elsässischen Soultz. Dass die Kinder jetzt schon ab der ersten KlasseFranzösisch lernen, sieht er als große Chance. Sie gewöhnten sich dadurch früh an den Klang der Sprache, sagt er,und schufen eine gute Basis für andere Sprachen, die sie später ...
Publié le : samedi 24 septembre 2011
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17.06.2007 23:23
Der Französisch-Lehrer
Bernd Becker an der
Grund- und Hauptschule
Merdinge
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Bernd Becker an der
Grund- und Hauptschule
Merdinge
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Badische Zeitung vom Samstag, 16. Juni 2007
"Bonjour, comment ça va?"
Besuch in der Grundschule in Merdingen, in der die Sprache Französisch schon länger unterrichtet wird als
anderswo
Von unserer Mitarbeiterin Barbara Schmidt
MERDINGEN. Der Schultag beginnt mit Französisch. "Bonjour, comment ça va?"
begrüßen sich die Viertklässler, für die seit ihrem ersten Schultag die
Fremdsprache dazugehört. Französisch ist seit vier Jahren Pflicht für
Grundschüler am Oberrhein. Wie sie die Sprache lernen, zeigt ein Besuch an der
Schule in Merdingen.
Die Grund- und Hauptschule macht den Französisch-Unterricht schon zwei Jahre länger
als andere Schulen. "Wir waren Pilotschule" , erklärt die Leiterin Johanna Mitternacht.
Die Merdinger Schüler gehören deshalb zu den ersten im Land, die mit vier Jahren
Französisch auf die weiterführenden Schulen wechseln.
Bernd Becker ist der Frankreich-Experte an der Grundschule. Er organisiert auch den
Austausch mit Schulen in Grenoble und dem elsässischen Soultz. Dass die Kinder jetzt schon ab der ersten Klasse
Französisch lernen, sieht er als große Chance. Sie gewöhnten sich dadurch früh an den Klang der Sprache, sagt er,
und schufen eine gute Basis für andere Sprachen, die sie später lernten. "Das Ziel ist die Mehrsprachigkeit" , betont
Becker.
Das Lernen beginnt für die Grundschüler im so genannten "Sprachbad" . In den ersten
beiden Schuljahren sollen sie Französisch hören und manches auch nachsprechen,
obwohl sie nicht jedes Wort verstehen. Sie lernen die Sprache so kennen, wie sie ihre
Muttersprache gelernt haben. Das Spielerische steht dabei noch im Vordergrund.
"Das macht einfach einen Riesenspaß" , sagt Alexandra Mangold. Die Klassenlehrerin hat
eine Französisch-Fortbildung gemacht und unterrichtet die Sprache integrativ, das heißt,
sie lässt französische Elemente in den Unterricht einfließen. Ihre Klasse löst Aufgaben
auf Deutsch und singt dann ein französisches Lied. "Wenn man merkt, dass die Kinder
eine Pause brauchen, macht man eben ein französisches Bewegungsspiel" , erklärt
Mangold den Ablauf. Ihre Erst- und Zweitklässler begrüßen sich auch jeden Morgen auf
Französisch.
Andere Lehrer können die Sprache nicht. In ihren Klassen übernimmt dann Bernd Becker
als Fachlehrer den Unterricht. Er gibt außerdem noch Musik, damit die Schüler das Französische zumindest in einem
anderen Fach "in Aktion" erleben können. Becker gibt ihnen auch Aufträge auf Französisch, wie "Hole bitte einen
Stuhl!" . Er begleitet seine Bitte dann mit einer passenden Geste, sodass "die Kinder es verstehen, obwohl sie das
Wort noch nie gehört haben" . Auf diese Weise lernten sie die Sprache quasi "nebenbei" , so der Pädagoge.
Ab der dritten Klasse kommt dann das Lesen und Schreiben hinzu. Die Schüler bekommen nun auch Noten, die aber
nicht über ihre Versetzung entscheiden. Auch für die Empfehlung, auf welche Schule das Kind nach der vierten
Klasse geht, spielen die Französisch-Noten laut Schulleiterin Mitternacht keine Rolle.
Die 4 b, in der Becker Klassenlehrer ist, liest eine Papa-Moll-Geschichte auf Französisch. Becker hat Französisch
studiert und war danach vier Jahre im französischen Schuldienst. Er liest die Geschichte laut vor. Die Kinder tun es
ihm nach und ordnen jeden Text einem Bild zu. "Es geht nicht darum, dass sie jedes einzelne Wort verstehen" ,
betont der Klassenlehrer, aber den Schülern reichten oft Schlüsselwörter, um den Inhalt zu begreifen.
Der Unterricht ist manchmal auch spielerisch und erinnert dann an das Programm "Lerne die Sprache des Nachbarn"
, mit dem viele Grundschüler in den 80ern und 90ern freiwillig ein bisschen Französisch gelernt haben. "Die
Elemente, die daran gut waren, hat man übernommen" , berichtet Becker. Denn das Lernen solle den Kindern vor
allem auch Spaß an der Sprache bringen. Das könnte sich auszahlen, wenn sie später andere Sprachen lernen sollen.
Dann sollen sie auch auf Lernmuster zurückgreifen können, die sie aus der Grundschule kennen. Ein Ziel des
Französisch-Unterrichts sei der Erwerb von Sprachlernkompetenzen, bestätigt Andrea Wiedemann, Bereichsleiterin
für Fremdsprachen am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in Lörrach. Die Kinder sollen also lernen,
wie man Sprache lernt. Daneben sollen sie auch die französische Lebensart kennen lernen, denn der
Sprachunterricht am Oberrhein wurde von der Landesregierung immer auch mit der deutsch-französischen
Freundschaft begründet. Wiedemann nennt ihn "zukunftsweisend" . Wenn Europa zusammenwachsen solle, dann
müsse das doch an den Grenzen geschehen, sagt sie. Inzwischen sei auch erwiesen, dass Kinder, die in der ersten
Klasse mit Englisch angefangen haben, nach dreizehn Schuljahren nicht mehr Englisch könnten als Kinder, die in der
Grundschule Französisch hatten. Für die Pädagogin stellt sich daher die Frage, ob das Land nicht überall Französisch
einführen sollte. Damit hätten dann alle Kinder die Chance auf Mehrsprachigkeit.
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17.06.2007 23:23
Von den weiterführenden Schulen habe es bislang nur positive Rückmeldungen gegeben, berichtet Becker. Er hat mit
fünf anderen Kollegen ein Konzept für Französisch an Hauptschulen entwickelt. "Dafür gibt es ja keine Bücher" ,
begründet er. Das Konzept soll bald flächendeckend umgesetzt werden, in Merdingen läuft es bereits. Hier können
die Fünft- und Sechstklässler, die durch die Pilotphase ja schon Französisch ab der ersten Klasse hatten, die Sprache
freiwillig weitermachen, zusätzlich zu den Pflichtstunden in Englisch. Das Angebot werde von 80 Prozent aller
Hauptschüler genutzt, sagt Becker.
Sie haben pro Woche drei Stunden Französisch. Am Ende steht eine Prüfung, die ihnen eine Zusatzqualifikation
einbringen kann. Sie soll die Berufschancen in der Grenzregion verbessern. Auf lange Sicht wird laut Wiedemann
zudem angestrebt, dass die Achtklässler auch ihr Praktikum im Elsass machen können.
Durch die neue Rolle des Französischen haben sich nicht zuletzt auch die Berufsaussichten für Referendare geändert:
Die Lehreranwärter "können ihre Chancen durch Französisch verbessern" , sagt Becker. Seine Kollegin Mangold
drückt es anders aus: Referendare ohne Französisch hätten schlechte Karten für eine Stelle am Oberrhein, sagt sie,
"auch wenn die anderen Noten noch so gut sind" .
Darüber muss sich Sandra Obergfell keine Sorgen machen. Die angehende Europa-Lehrerin, die seit Februar in
Merdingen ist, spricht fließend französisch und unterrichtet bilingual. Das heißt sie wechselt im Gespräch zwischen
Deutsch und Französisch hin und her.
Mit der Klasse 1/2 b macht sie an diesem Tag Experimente zum Magnetismus. Was Magnetismus ist und dass Eisen
magnetisch ist, erklärt sie den Kindern erst auf Französisch und dann noch auf Deutsch. "Die Sachfachinhalte werden
auf Französisch vermittelt" , erläutert Wiedemann die neue Unterrichtsform, eine Weiterentwicklung der integrativen
Form.
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