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34. Liebes gluck in Schottland - Die zeitlose Romansammlung von Barbara Cartland

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Description

Nach dem Tod ihrer Eltern hat Candida nur noch ihr geliebtes Pferd Pegasus – aber auch finanzielle Verpflichtungen, die seinen Verkauf erfordern. Als Candida auf dem Pferdemarkt in Potters Bar in Major Hooper einen Käufer gefunden zu haben glaubt, bietet dieser ihr an, Pegasus zu begleiten und ihn in seinem Mietstall zu unterstützen. Doch was Candida nicht weiß, ist dass sich hinter dem Mietstall noch einen Nebengeschäft verbirgt, das der ‚schönen Zureiterinnen‘ – und Hooper hat schon den perfekten Kunden für Pegasus und seinen schöne Reiterin gefunden. Barbara Cartland wurde 1901 geboren und stammt mütterlicherseits aus einem alten englischen Adelsgeschlecht. Nach dem Tod des Vaters und Großvaters ernährte ihre Mutter die Familie allein. Sie war zweimal verheiratet und hatte drei Kinder. Ihre Tochter Raine war die Stiefmutter von Prinzessin Diana von Wales. Sie schrieb über 700 Romane, die ein Millionenpublikum ansprechen. Barbara Cartland starb im Jahr 2000.

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Informations

Publié par
Date de parution 12 décembre 2016
Nombre de lectures 2
EAN13 9781782138303
Langue Deutsch

Informations légales : prix de location à la page 0,0222€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

Exrait

LIEBESGLÜCK IN SCHOTTLAND
Barbara Cartland
Barbara Cartland E-Books Ltd.
Vorliegende Ausgabe ©2016
Copyright Cartland Promotions 1985
Gestaltung M-Y Books
www.m-ybooks.co.uk
Liebesglück in Schottland
Die Damen mit den glitzernden Tiaras im Haar versanken in einem tiefen Hofknicks, als die königliche Gesellschaft unter Trompetengeschmet ter den Ballsaal betrat. Ihre gebauschten Röcke ließen sie wie Blumen erscheinen, die sich im Winde blähten. Ein Trommelwirbel erklang, und die Kapelle intonierte „God Save the Queen”. Ein Hofball stellte naturgemäß alle anderen Bälle in den Schatten, an denen Tamara während ihrer Londoner Saison Nacht für Nacht teilg enommen hatte. Nicht nur die Damen im Schmuck ihrer funkelnden Juwelen, sondern auch die eleganten Herren verliehen der Veranstaltung ihren besonderen Glanz. Nichts wirkte attraktiver als die ordensgeschmückte Brust eines Offiziers, der bestic kte Ausgehanzug eines Botschafters oder Kniehosen, die mit dem Hosenbandorden getragen wurden. Wie gewöhnlich übertraf die Prinzessin von Wales al le anwesenden Damen an Schönheit. In ihrem silberweißen Brokatkleid ließ s ie die anderen Frauen zur Bedeutungslosigkeit verblassen. Das königliche Gefolge, das von Lord Chamberlain, d em Lordkanzler, angeführt wurde, zerstreute sich. Die Damen und Herren des Ho fes folgten dem Prinzen und der Prinzessin von Wales, die den Ball eröffneten, auf das Tanzparkett und bewegten sich elegant und graziös durch die Figuren einer Quadrille. Tamara stand neben ihrer Stiefmutter, die ihren Pla tz auf der den Botschaftern reservierten roten Samtbank eingenommen hatte. Sie war bisher noch nicht zum Tanz aufgefordert worden, doch sie wußte, daß es ihr nic ht an Partnern fehlen würde, sobald das Eröffnungszeremoniell vorüber war. „Der Marquis von Lome ist ein sehr gut aussehender Mann”, hörte sie die neben ihrer Stiefmutter sitzende Botschafterin sagen. „Das ist er”, stimmte Lady Vernon zu. „Noch mehr be wundere ich aber den Earl of Fyfe. Bei solchen Gelegenheiten zeichnen sich doch immer wieder die Schotten aus.” Die Botschafterin lachte. „Die Engländer sollten aufhören, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen, wenn auch die Konkurrenz nicht mehr so groß ist, seit der Herzog von Strathcraig unseren Ballsälen fernbleibt.” „Ich vermisse ihn”, stellte Lady Vernon fest. „Mein er Meinung nach war er der bestaussehende Mann bei Hofe.” „Der Meinung waren wir alle”, sagte die Botschafter in lächelnd. „Es ist jammerschade, daß er sich jetzt ständig auf seinen Gütern im Norden vergräbt.” „Wollen Sie damit andeuten, daß er seit... seit der Tragödie die Gesellschaft meidet?” „Angeblich nimmt er nicht einmal Einladungen nach Schloß Balmoral an.” Sie sprach mit gedämpfter Stimme weiter, so daß Tam ara nichts mehr verstehen konnte. Sie war dem Gespräch nur mit halber Aufmerksamkeit gefolgt, fragte sich aber doch etwas verwundert, welcher Mann in solchem Maße die Begeisterung ihrer Stiefmutter erregen konnte. Lady Vernon war als überaus kritisch bekannt, und wußte fast über jeden etwas Herabsetzendes zu berichten. Ein junger Gardeoffizier in prächtiger Uniform verb eugte sich vor Tamara. Er verehrte sie schon seit einiger Zeit, und sie hatte gehofft, ihm am heutigen Abend aus dem Weg gehen zu können. Da sie aber sonst niemand auf die Tanzfläche gebeten hatte, konnte sie ihn nicht abweisen, ohne zu unhöflich zu erscheinen. „Ich muß Sie sehen”, sagte er eindringlich, sobald sie außer Hörweite ihrer Anstandsdamen waren. „Sie haben mich gestern und vorgestern gesehen”, erwiderte das Mädchen. „Ich meine allein.” „Sie wissen, daß das unmöglich ist.”
„Das stimmt nicht. Sie könnten Ihrer Stiefmutter gegenüber die Ausrede gebrauchen, Sie wollten die Bibliothek oder das Britische Museum aufsuchen.” „Warum sollte ich das wohl tun?” Tamaras Stimme klang so kühl, daß der junge Mann sie besorgt anblickte, bevor er antwortete: „Sie kennen den Grund. Ich habe Ihnen schon tausendmal versichert, daß ich Sie liebe.” „Und ich habe Sie nicht weniger oft darauf aufmerks am gemacht, daß ich nichts davon hören will.” „Was ist, wenn ich mich an Ihren Vater wende?” „Er dürfte Ihnen mit Sicherheit eine Abfuhr erteilen. Lassen Sie mich ein für allemal klarstellen, daß ich weder Sie noch sonst jemand zu heiraten gedenke.” „Was spricht denn in solchem Maße gegen mich, daß S ie mich nicht lieben können? Bin ich Ihnen so zuwider?” „Es tut mir leid, Captain Witheringham, aber ich ha lte eine weitere Diskussion über dieses Thema für fruchtlos.” Der Tanz ging zu Ende, und Captain Witheringham beg leitete Tamara zu ihrer Stiefmutter zurück, wo er höflich Konversation machte, bis die Musik von neuem begann. Der nächste Partner forderte Tamara zum Tanzen auf und machte ihr die gleichen Avancen, die sie nicht weniger kühl und überlegen z urückwies als die des jungen Gardeoffiziers. Als sie nach dem fünften Tanz wieder bei ihrer Stie fmutter erschien, sagte Lady Vernon: „Dein Vater und ich müssen uns jetzt der kö niglichen Gesellschaft zum Abendessen anschließen. Lady Carthew wird sich währ end unserer Abwesenheit um dich und ein paar andere Mädchen kümmern.” In dem allgemeinen Durcheinander, das dadurch entstand, daß sich die vornehmeren der Gäste aufstellten um dem Prinzen und der Prinzessin von Wales in den Bankettsaal zu folgen, gelang es Tamara, sich unbemerkt davonzumachen. Sie konnte sich des Gefühls nicht erwehren, daß jed en Augenblick Captain Witheringham wieder auftauchen könnte, um sie zum T anzen aufzufordern, und das wollte sie vermeiden. Als sie früher am Abend in Be gleitung Lady Vernons einen Salon aufgesucht hatte, um dort ein kürzlich gemaltes Bild der Königin mit ihren Enkelkindern zu bewundern, hatte sie bemerkt, daß dort ein französisches Fenster zum Balkon hin offen stand. Plötzlich überfiel sie das unwiderstehliche Verlangen nach frischer Luft, und sie trat hinaus in die warme Julinacht. Der königliche Garten war wunderschön, wie sie nicht anders erwartet hatte. Kleine Lampions hingen in den Bäumen, und ein blasser Mond tauchte den Rasen und einen plätschernden Springbrunnen in sein sanftes Licht. Tamara atmete in tiefen Zügen die Nachtluft ein. Üb er der Schönheit der Natur vergaß sie fast die Menschen, die ihr plötzlich une rträglich erschienen. Ihre Gedanken trugen sie in ihre eigene Traumwelt, aus der sie mi t einem Ruck in die Wirklichkeit zurückkehrte, als in ihrem Rücken eine Stimme ertönte. „Woran denkt eine hübsche junge Dame ganz allein hier draußen?” Als sie sich umdrehte, entdeckte sie einen hochgewa chsenen Mann, der ihr schon früher am Abend aufgefallen war, weil er sie ständig durchdringend musterte, wenn sie vorüber tanzte. Sie war sich nicht sicher gewesen, ob sie ihn kannte, hatte sich nach kurzem Nachdenken aber dagegen entschieden. Er rauchte eine Zigarre, was ihr zutiefst mißfiel, weil der Geruch des Tabaks den süßen Duft der Blumen überdeckte. Tamara antwortete nicht, doch ohne sich um ihr Schw eigen zu kümmern, fuhr der Fremde fort: „Sie sind Tamara Vernon. Ich bin nicht nur ein Freund Ihres Vaters, ich kannte auch Ihre Mutter.” „Sie kannten meine Mutter?” fragte Tamara eifrig. „Allerdings, aber vielleicht sollte ich mich zuerst vorstellen. Mein Name ist Crowley,
Lord Crowley.” „Ich habe schon von Ihnen gehört”, erwiderte Tamara . „Papa hat ab und zu Ihre Aufsehen erregenden Erfolge auf dem Rennplatz erwähnt.” „Ich besitze ein paar ganz gute Pferde”, sagte er g leichgültig. „Ich wollte Sie gern kennenlernen, Tamara.” Es überraschte sie, daß er sie so vertraulich beim Vornamen nannte. „Warum?” fragte sie kühl. „Nur weil Sie meine Mutter gekannt haben?” „Sie war sehr schön”, erklärte er, „und Sie gleichen ihr.” „Genau das habe ich mir immer gewünscht”, erwiderte sie. „In meiner Erinnerung lebt sie als die bezauberndste Frau, die ich mir vo rstellen kann. Leider starb sie, als ich erst zehn Jahre alt war.” Ihre großen traurigen Augen schienen viel zu groß für das ovale Gesicht. Lord Crowley trat näher und lehnte sich lässig gegen die Balustrade des Balkons. „Ich habe auch Ihren Großvater gekannt”, erzählte e r weiter. „Bei meinem letzten Besuch in Rußland habe ich bei ihm gewohnt. Damals habe ich ihm gegenüber auch einmal den Namen Ihrer Mutter erwähnt.” Tamara sah ihn fragend an und wartete. „Ich dachte, daß ihr Tod den alten, selbstherrlichen Mann weicher gestimmt hätte”, fuhr er fort. „Doch Prinz Kaupenski äußerte nur lapidar: ,Sie müssen sich irren. Ich habe nie eine Tochter gehabt’.” Tamara tat einen tiefen Atemzug.  „Seit meiner Kinderzeit habe ich gehofft, eines Ta ges meine russischen Verwandten kennenzulernen.” „Der Prinz ist inzwischen gestorben”, sagte Lord Cr owley. „Aber es dürfte eine ganze Anzahl von Tanten und Onkeln, Kusinen und Vettern geben, die Sie sicherlich willkommen heißen würden.” „Das bezweifle ich sehr”, meinte Tamara. „Außerdem könnte ich ihnen nie verzeihen, wie sie Mama behandelt haben.” „Aber liebes Kind, schließlich ist sie mit Ihrem Vater durchgebrannt.” „War das wirklich ein solches Verbrechen?” warf Tam ara erregt ein. „Sie liebten sich. Ausgerechnet die Russen sollten doch Verständnis für starke Gefühle aufbringen.” „Und Sie? Wie steht es in dieser Beziehung mit Ihnen?” In Lord Crowleys Stimme hatte sich ein Unterton eingeschlichen, der ihm von Tamara einen strengen Blick eintrug. Er war über vierzig und mochte in seiner Jugend nic ht schlecht ausgesehen haben. Jetzt aber wirkte er verlebt, wozu auch noch sein b eträchtliches Übergewicht beitrug. Tamara wandte den Kopf ab und sah in den Garten hinaus. „Erzählen Sie mir noch mehr von meiner Mutter”, bat sie ruhig. „Ich würde viel lieber über Sie sprechen. Wie alt sind Sie, Tamara?” „Über achtzehn”, erwiderte sie. „Ich hätte schon letztes Jahr debütieren sollen, aber der Tod meiner Großmutter väterlicherseits hat dies verhindert.” „Sie mögen zwar eine verspätete Debütantin sein, sind aber die bezauberndste, die sich ein Mann nur vorstellen kann.” „Vielen Dank”, sagte sie höflich. „Doch jetzt muß ich wirklich wieder in den Ballsaal zurück. Ich hätte ihn gar nicht verlassen dürfen, aber es war unerträglich heiß.” Er hielt sie zurück.  „Kein Grund zur Eile. Ihr Vater und Ihre Stiefmutt er haben sich der königlichen Gesellschaft angeschlossen; ich sah sie zum Bankett gehen.” „Wo Sie, Mylord, vermutlich jetzt sein sollten.” „Ich zog es vor, mich mit Ihnen zu unterhalten.” „Dann sind Sie mir also gefolgt?” „So ist es. Als ich Zeuge Ihrer Flucht wurde, behau ptete ich von einem plötzlichen Unwohlsein befallen zu sein und ließ meine Tischdame allein und untröstlich zurück.”
„Das war unnötig und nicht sehr liebenswürdig. Vielleicht wird sie jetzt nichts zu essen bekommen.” „Irgendein aufmerksamer und tüchtiger Stallmeister dürfte inzwischen meinen Platz eingenommen haben”, bemerkte Lord Crowley. „Da ich aber Ihretwegen auf mein Abendessen verzichtet habe, müssen Sie mich zuminde st entschädigen, daß Sie mir Gesellschaft leisten.” Tamara mochte den großen, dominierenden Mann nicht, und ihr Gefühl trog sie selten. Meist wußte sie sofort, ob sie einem Menschen trauen konnte oder ob es besser war, ihm aus dem Weg zu gehen. Das Wanderleben mit ihrem Vater von einem diplomatischen Posten zum anderen hatte sie Menschenkenntnis gelehrt. Ihre Erziehung mochte auf die eine oder andere Art vernachlässigt worden sein, je doch mit Sicherheit nicht, soweit es Menschen und vor allem Männer betraf. „Sie sind sehr schön”, stellte Lord Crowley fest, w obei er Tamara wie ein preisgekröntes Pferd musterte. „Sind Sie verliebt?” Die Frage kam so unerwartet, daß sie ihn überrascht anblickte. „Nein, natürlich nicht”, gab sie empört zurück. „Und doch sprechen Sie, als ob Ihnen dieses aufrege nde und unbegreifliche Gefühl nicht fremd wäre.” „Ich war noch nie verliebt.” „Aber Sie sehnen sich danach”, sagte Lord Crowley. „Welche Frau möchte nicht dem Märchenprinzen ihrer Träume begegnen und glücklich bis ans Ende ihrer Tage mit ihm leben?” In seiner Stimme lag ein solcher Sarkasmus, daß Tam ara unwillkürlich fragte: „Sie sind verheiratet, Mylord?” „Ich war es”, verbesserte er. „Seit ungefähr fünf Jahren bin ich Witwer.” „Das tut mir leid.” „Kein Grund, mir Ihr Mitgefühl anzubieten”, sagte e r. „Ich vermisse meine Frau nicht. Wir hatten nur sehr wenig miteinander gemein.” Tamara blickte ihn erstaunt an. „Warum haben Sie dann geheiratet?” Während sie sprach, wurde ihr klar, daß die Frage n icht nur reichlich impertinent, sondern auch sehr vertraulich war.  „Ich habe mich zu entschuldigen”, rief sie schnell, bevor er antworten konnte. „Das hätte ich natürlich nicht sagen dürfen. Und jetzt, Mylord, muß ich wirklich in den Ballsaal zurückkehren.” Als sie einen Schritt auf die offene Fenstertür zutat, faßte er nach ihrer Hand.  „Bleiben Sie”, sagte er, „ich möchte mit Ihnen spr echen, aber mehr als alles andere möchte ich Sie küssen.” Sie versuchte ihm ihre Hand zu entziehen, doch er g ab sie nicht frei. Als er den Arm um sie legen wollte, wich sie einen Schritt zurück. „Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mich jetzt gehen lassen würden”, rief sie zornig. Ihre Stimme klang beherrscht und kühl, und ihr Ton hätte einen jüngeren Mann unweigerlich auf seinen Platz verwiesen, falls er e s überhaupt gewagt hätte, sie anzurühren. Lord Crowley lachte nur. „Jetzt spricht das königlich russische Blut aus Ihnen”, sagte er. „Ich sehe Sie im Geist förmlich vor mir, wie Sie die Peitsche über Ihre Le ibeigenen schwingen oder mit Ihrem Schlitten in schneller Fahrt über die schneebedeckten Felder jagen.”  Mit tieferer Stimme fuhr er fort: „Sie sprühen vor Leben, Tamara. Das ist auch der Grund, warum ich Sie küssen und das Feuer spüren möchte, das in Ihren Adern brennt.” „Wie können Sie es wagen, so mit mir zu sprechen.” „Wie wollen Sie mich daran hindern?” Seine herausfordernden Worte jagten ihr ein wenig A ngst ein, und sie mußte sich