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37. die schmuggler braut - Love and the loathsome leopard - Die zeitlose Romansammlung von Barbara Cartland

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Description

Als Lord Cheriton unerwartet in das verhasste Haus seiner Kindheit zurückkehrt, findet er es völlig verändert wieder. Sonnendurchflutete Räume, eine anheimelnde Atmosphäre – aber vor allem Wiwina, die dort mit anderen Unterschlupf gefunden hat. Lord Cheriton, der sich als Soldat unter falschem Namen dort einquartiert, hat den Auftrag, einer lokalen Schmugglerbande das Handwerk zu legen. Doch das stellt sich als schwieriger heraus als gedacht, denn einer der Anführer hat ein Auge auf Wiwina. Barbara Cartland wurde 1901 geboren und stammt mütterlicherseits aus einem alten englischen Adelsgeschlecht. Nach dem Tod des Vaters und Großvaters ernährte ihre Mutter die Familie allein. Sie war zweimal verheiratet und hatte drei Kinder. Ihre Tochter Raine war die Stiefmutter von Prinzessin Diana von Wales. Sie schrieb über 700 Romane, die ein Millionenpublikum ansprechen. Barbara Cartland starb im Jahr 2000.

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Date de parution 14 février 2016
Nombre de lectures 0
EAN13 9781782138419
Langue Deutsch

Informations légales : prix de location à la page 0,0222€. Cette information est donnée uniquement à titre indicatif conformément à la législation en vigueur.

DIE SCHMUGGLERBRAUT
Barbara Cartland
Barbara Cartland E-Books Ltd.
Vorliegende Ausgabe ©2016
Copyright Cartland Promotions 1985
Gestaltung M-Y Books
www.m-ybooks.co.uk
Zur Autorin
Barbara Cartland wurde 1901 geboren und stammt mütt erlicherseits aus einem alten englischen Adelsgeschlecht. Nach dem Tod des Vaters und Großvaters ernährte ihre Mutter die Familie allein. Sie war zweimal verheiratet und hatte drei Kinder. Ihre Tochter Raine war die Stiefmutter von Prinzessin Diana von Wales. Sie schrieb über 700 Romane, die ein Millionenpublikum ansprechen. Barbara Cartland starb im Jahr 2000.
1814
„Noch einen Wunsch, Mylord?“ „Nein. Gegebenenfalls werde ich läuten.“ „Sehr wohl, Mylord.“ Gefolgt von drei Dienern verließ der Buttler den Ra um. Lord Cheriton lehnte sich im Stuhl zurück und betrachtete seine Gäste, sechs junge Männer, denen man die Kühnheit und Intelligenz ansah. Das Essen war köstlich gewesen, der Wein erlesen. I m Gegensatz zu den meisten Herrendiners jedoch war alles maßvoll. Man hielt sich zurück, jeder hatte ein zweites Glas Portwein dankend abgelehnt. „Gentlemen“, sagte Lord Cheriton schließlich, „ich nehme an, Sie wissen, daß ich Sie aus einem bestimmten Grund zu mir gebeten habe.“ Er bekam keine Antwort, wußte aber, daß die Männer gespannt darauf warteten, was er zu sagen hatte. Lord Cheriton war ein selten gutaussehender Mann. S einem Spitznamen „Leopard“ machte er auf fast unheimliche Weise Ehre. Daß Lord Cheriton so genannt wurde, hatte einen besonderen Grund. Napoleon hatte den Befehl gegeben, Wellingtons Heer in Spanien ins Meer hinauszutreiben. Er hatte sich einen besonders beleidigenden Namen für seinen Gegner ausgedacht: er nannte ihn den Leoparden. Der Vergleich mit diesem abscheulichen, räuberischen Tier sollte den Befehlshaber des britischen Heeres ins Lächerliche ziehen. Doch jeder Soldat, der unter Arthur Wellesley, wie er damals noch hieß, in Indien gekäm pft hatte, wußte, wie passend dieser Spitzname war. Sie hatten die Jagdleoparden Tippoo Sahibs wie die Pest gefürchtet, doch sie hatten sie vernichtet, ebenso wie ihren Besitzer, und sie hielten sich die Bäuche vor Lachen, als sie von Napoleons Befehl hörten. „Der abscheuliche Leopard verseucht allein schon du rch seine Anwesenheit die Spanische Halbinsel“, hatte der Kaiser erklärt. „Also laßt uns unsere siegreichen Adler zu den Säulen des Herkules tragen.“ Und wie Wellington der „Abscheuliche Leopard“ genannt wurde, so trugen alle, die ihm folgten, diesen Beinamen, und ihr Heerführer teilte sie in Gruppen ein. Da gab es die „Wilden Leoparden“, die „Listigen Leoparden“, die „ Tückischen Leoparden“ und die „Verhaßten Leoparden“. „Sie sollen uns hassen lernen“, hatte Lord Cheriton vor der Schlacht von Victoria gesagt, und die Franzosen waren zuhauf vor den „Verhaßten Leoparden“ geflohen. Seine Untergebenen kannten Lord Cheriton als hart und skrupellos. Er verlangte das Äußerste von ihnen und ging selbst mit fabelhaftem Beispiel voran. Außerdem war er absolut gerecht. Seine Männer liebten ihn nicht, doch sie respektierten ihn. Die Tatsache, daß sein Äußeres tatsächlich an einen Leoparden erinnerte, wob im Laufe der Kriegsjahre unzählige Legenden um ihn. Wie Wellington wußte, besaß Cheriton nicht nur alle wichtigen Charakterzüge eines Anführers, sondern auch jenen berühmten sechsten Si nn, der im letzten Moment eine Niederlage in einen Sieg verwandeln konnte. „Nur der Verhaßte Leopard hat das fertigbringen können“, wurde zur stehenden Rede bei den anderen Heerführern. Lord Cheriton schaute nun auf seine Tischrunde. Er wußte, daß sich jeder einzelne Mann in der Schlacht bewährt hatte und so kampfbere it war, wie es nur ein Soldat sein konnte, der jahrelang stets unter beschwerlichsten Bedingungen im Feld gewesen war. Der Sommer dieses Jahres, man schrieb 1814, hatte E ngland den Frieden gebracht,
während Europa seine Wunden heilte. Tausende von Soldaten, die den Sieg feierten, dachten über die eigene Zukunft nach und überlegten, wie sie die Zeit der Ruhe verbringe n sollten. Jung, wie sie alle waren, hatten sie kaum etwas Anderes gekannt als Krieg. Lord Cheriton setzte sein Glas ab. „Hat jemand von Ihnen schon etwas von der Hawkhurst Bande gehört?“ fragte er. Im ersten Moment zeigte sich Erstaunen auf allen Gesichtern. „Sind das nicht Schmuggler?“ fragte schließlich Captain Charles Hobden. „Genau“, antwortete Lord Cheriton. „Vor fünfzig Jahren hat die Hawkhurst Bande die ganze Südküste Englands terrorisiert. Diese Männer waren nicht nur berühmt und berüchtigt, sondern auch sehr mächtig.“ „Vor fünfzig Jahren?“ fragte jemand. Lord Cheriton nickte. „Es wurde behauptet“, fuhr er fort, „daß die Bande innerhalb einer Stunde fünfhundert Mann bewaffnet natürlich in Hawkhurst zusammenziehen kann. Dazu gehört nicht nur ein bemerkenswertes Organisationstalent, sondern das zeigt auch, wie hoffnungslos die Position der kümmerlich wenigen Zö llner war, die für die Gegend zuständig waren.“ „Unfaßlich!“ sagte jemand. „Allerdings“, pflichtete Lord Cheriton bei, „aber d amit ist ein Vorbild gegeben worden, das seitdem nachgeahmt wird.“ Der Lord sah die ungläubigen Gesichter der Männer. „Wissen Sie eigentlich“, fragte er daraufhin, „wie viel Gold während des Krieges nach Frankreich geschmuggelt worden ist?“ „Genug habe ich mir sagen lassen um Kriegsmaterial von neutralen Ländern kaufen zu können.“ Captain Hobden schüttelte verständnislos den Kopf. „Napoleon wird sich ins Fäustchen gelacht haben.“  „Mehr als das“, sagte Lord Cheriton. „Die sogenann ten Pfundboote haben schätzungsweise zehn bis zwölftausend Pfund pro Woche über den Kanal geschafft.“ „Das ist völlig unmöglich!“ rief jemand. „Ich habe die Information vom Premierminister persö nlich“, entgegnete Lord Cheriton kühl. „Dem Premierminister?“ Ein Raunen ging um den Tisch. „Jawohl, dem Premierminister“, sagte Lord Cheriton. „Und wegen der Aufgabe, mit der er mich betraut hat, habe ich Sie zu mir gebeten.“ „Aber der Krieg ist doch vorbei“, bemerkte ein junger Major. „Das hoffen wir“, erwiderte Lord Cheriton, „aber die Schmuggelei geht weiter. Nach Meinung des Premiers wird sie sogar noch zunehmen.“ „Aus welchem Grund?“ „Weil nach der Entlassung der Marinetruppen eine en orme Anzahl von Seeleuten solchen Elementen zur Verfügung steht, die wenig Kapital haben und sich mit Schmuggeln bereichern wollen.“ „Ich verstehe“, sagte der junge Major. „Die Abmachungen mit Frankreich aus den siebziger J ahren stellen uns vor die größten Schwierigkeiten.“ Lord Cheriton überlegte, denn er wollte kein falsches Wort sagen. „Riesige Lagerhäuser in Roscoff, Dünkirchen, Fécamp und Calais“, so fuhr er schließlich fort, „erleichtern den Ankauf von Schmu ggelgut, und Napoleon hat den Bau von Schmugglerbooten unterstützt.“ „Das ist doch nicht die Möglichkeit!“ rief Captain Hobden. „Zum Teil wurden bis zu achtzehn von diesen Booten im Hafen von Calais gleichzeitig gebaut“, ergänzte Lord Cheriton.
Die Fassungslosigkeit auf den Gesichtern der Männer war so deutlich und damit fast komisch, wäre die Situation nicht so ernst gewesen. „Laut Napoleons persönlicher Auskunft“, fuhr Cherit on fort, „gibt es allein in Dünkirchen über fünfhundert englische Schmuggler.“ „Aber unsere berittenen Offiziere, unsere Küstenwache, unternehmen die gar nichts?“ fragte einer der Gäste. „Die berittenen Offiziere sind praktisch machtlos“, antwortete der Gastgeber. „Wenn sie etwas zu unternehmen versuchen, ist das Resulta t meist wenig erfreulich. Blut wird vergossen, Menschen werden verletzt und getötet, ab er es kommt nichts dabei heraus. Dazu kommt, daß den Gerichten seit Jahren mit Verge ltungsmaßnahmen gedroht wird, falls die Geschworenen einen Angeklagten schuldig sprechen. Aus diesem Grunde ist es annähernd unmöglich, Zeugen zu finden, die gegen einen Schmuggler aussagen.“ „Das klingt alles ziemlich hoffnungslos“, bemerkte Captain Hobden. Lord Cheriton ignorierte die Bemerkung. „Im letzten Kriegsjahr“, fuhr er fort, „haben sich zwei neue Banden gebildet: die eine sitzt zwischen Alford und Hythe und nennt sich ,Die Blauen‘. Und die ‚Lerchen‘, die die zweite Bande bilden, arbeiten zwischen Havant und Worthing.“ Er ließ den Blick durch die Runde schweifen. „Sie verfügen über eine große Anzahl von Helfershelfern, die bereit sind, jedes Risiko einzugehen.“ „Aber machen sich diese Risiken denn bezahlt?“ fragte jemand. „Bisher war die Gefahr gering“, antwortete Lord Che riton. „Und Tee, Alkohol und Tabak bringen eine Menge ein, wenn die Güter zollfrei ins Land geschmuggelt werden.“ Jeder wußte, wie die Preise gerade dieser drei Genu ßmittel im Verlauf des Kriegs gestiegen waren. „Und wir sollen nun diesen Machenschaften entgegenw irken?“ fragte Captain Hobden. „Das ist das Endziel“, entgegnete Lord Cheriton. „A n erster Stelle müssen jedoch gründliche Beobachtungen angestellt werden, die notwendig sind, um der Schmuggelei erfolgreich ein Ende zu bereiten. Die Küstenblockade, wie das Unternehmen heißen soll, muß natürlich streng geheim gehalten werden. Die Re gierung glaubt, daß mit ihr zwei Probleme gleichzeitig gelöst werden: entlassene Mat rosen können wiedereingestellt werden, und den Schmugglern wird das Handwerk gelegt.“ „Nach allem, was Sie gesagt haben, Sir, ist das woh l keine leichte Aufgabe“, erklärte Captain Hobden. „Es werden Kriegsschiffe zur Verfügung stehen“, ent gegnete Lord Cheriton. „Die Mannschaften werden in den vielen Martellotürmen untergebracht, die zur Verteidigung der Küste gebaut wurden. Jede Station wird eine Rud erwache aufstellen und den jeweiligen Küstenstrich kontrollieren.“ „Und wir?“ fragte ein junger Offizier gespannt. „Sie“, antwortete Lord Cheriton, „sollen in den Dör fern und Kleinstädten von Kent und Sussex versuchen, Informationen über die ,Blauen‘und die ,Lerchen‘ zu sammeln.“ Sein Blick wurde streng. „Ganz gleich, was Sie erfahren, Sie unternehmen nic hts - ist das klar? Sie erstatten mir Bericht, und ich mache zum gegebenen Zeitpunkt dem Premierminister Vorschläge.“ „Klingt interessant“, bemerkte ein Major. „Die Sache ist nicht nur interessant, sondern auch äußerst gefährlich“, sagte Lord Cheriton. Alle sahen ihn an. „Jeder, der die Gewohnheiten der Schmuggler kennt“, erklärte Lord Cheriton, „weiß auch, daß ein Informant nicht nur getötet, sondern zuvor auch auf die sadistischste und gemeinste Weise gefoltert wird, wenn er sich erwisc hen läßt. Die Leichen, die bisher gefunden wurden, waren gräßlich verstümmelt. Ich erspare Ihnen weitere Details, sondern möchte lediglich betonen, daß der Tod für die Opfer, die Tage, wenn nicht Wochen gequält
worden waren, eine Erlösung gewesen sein muß.“ Lord Cheriton sprach in sehr ernstem Tonfall. „Die landläufige Vorstellung vom pfiffigen Schmuggl er, der im Grunde ein herzensguter Kerl ist“, fuhr er fort, „ist eine Erfindung von Romanschreibern. Das krasse Gegenteil ist der Fall. Die Schmuggler terrorisieren die Bauern, plündern Haus und Hof, vergewaltigen die Frauen und vernichten rücksichtsl os jeden, der sich ihnen entgegenstellt.“ Lord Cheriton wartete die Wirkung seiner Worte ab. „Irgendwelche Fragen?“ fragte er schließlich. Er bekam keine Antwort. Der Gastgeber schob die Kar affe und Gläser zurück und breitete eine Landkarte auf dem Tisch aus. „Dann machen wir jetzt Nägel mit Köpfen“, sagte er.