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ISSN 1026­8324 Basierend auf Informationen von CORDIS News, abrufbar im Internet unter: http://www.cordis.lu/news/de IN DIESER AUSGABE Brauchen wir einen Europäischen Forschungsrat? Hochrangige Gruppe zur Wasserstofftechnologie wird mehr sein als ein Diskussionsforum EU­Forschungskommissar Philippe Busquin gab neue Details bekannt, wie er die Zukunft des Euro­Die am 10. Oktober gegründete päischen Forschungsraums (EFR) sieht, und sprach darüber, wie ein Europäischer Forschungsrat hochrangige Gruppe zu Wasserstoff­diese Initiative ergänzen könnte. und Brennstoffzellentechnologien "wird nicht nur ein Diskussionsforum" sein, wie Bei einer Veranstaltung der dänischen anstrengungen ausmachen", kombinieren, so der I. Stephenson, ein Mitglied der Gruppe, Ratspräsidentschaft mit dem Titel "Towards a Kommissar. gegenüber CORDIS­Nachrichten European Research Area. Do we need a European erklärte S. 2 Busquin meinte, die Diskussionen über die Ein­Research Council?" (Hin zu einem Europäischen Europäisches "Labor für richtung eines Europäischen Forschungsrats sei­Forschungsraum. Brauchen Wasserstoffprojekte": EineVision en ein Beweis für die Aus­wir einen Europäischen fürIsland wirkungen, die der EFR be­VertreterIslands haben ihrVorhaben Forschungsrat?) am 7.

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ISSN 1026­8324
Basierend auf Informationen von CORDIS News, abrufbar im Internet unter: http://www.cordis.lu/news/de
IN DIESER AUSGABE Brauchen wir einen Europäischen
Forschungsrat? Hochrangige Gruppe zur
Wasserstofftechnologie wird mehr
sein als ein Diskussionsforum
EU­Forschungskommissar Philippe Busquin gab neue Details bekannt, wie er die Zukunft des Euro­
Die am 10. Oktober gegründete
päischen Forschungsraums (EFR) sieht, und sprach darüber, wie ein Europäischer Forschungsrat
hochrangige Gruppe zu Wasserstoff­
diese Initiative ergänzen könnte. und Brennstoffzellentechnologien "wird
nicht nur ein Diskussionsforum" sein, wie
Bei einer Veranstaltung der dänischen anstrengungen ausmachen", kombinieren, so der
I. Stephenson, ein Mitglied der Gruppe,
Ratspräsidentschaft mit dem Titel "Towards a Kommissar. gegenüber CORDIS­Nachrichten
European Research Area. Do we need a European erklärte S. 2
Busquin meinte, die Diskussionen über die Ein­
Research Council?" (Hin zu einem Europäischen
Europäisches "Labor für richtung eines Europäischen Forschungsrats sei­
Forschungsraum. Brauchen Wasserstoffprojekte": EineVision en ein Beweis für die Aus­
wir einen Europäischen fürIsland wirkungen, die der EFR be­
VertreterIslands haben ihrVorhaben Forschungsrat?) am 7. Ok­
reits auf Einstellungen hat­
einer"Wasserstoffgesellschaft" tober beschrieb Busquin
te, insbesondere unter den vorgestellt und dargelegt, welche Rolle den EFR als ein sich entwik­
nationalen Forschungs­ihr Land für die Entwicklung und
kelndes Konzept, das be­
umfassende Akzeptanz der organisationen. Diese Ver­
reits ein Katalysator für eine Bren nstoffzellentechnologien änderung der Einstellung
Veränderung der Einstellun­spielen wird S. 3
zeige sich auch in der Er­
gen war. Er nutzte die Gele­
kenntnis, dass es notwendig MdEPforderneinefaire Behandlung
genheit auch, um die Ziele
derBeitrittsländerunter dem RP6 ist, die bereits unternomme­
des EFR erneut zu betonen. Das deutscheMdEPJürgen Zimmerling nen Anstrengungen zu er­
hat einen Initiativbericht verfasst, in dem
"Das Projekt 'Europäischer gänzen, um nationalen Ak­
die Kommission aufgefordert wird
Forschungsraum' beruht tivitäten mehr Kohärenz zu sicherzustellen, dass Forscher in den Philippe Busquin
auf einer simplen Feststel­ verleihen. Beitrittsländern im Vergleich zu ihren ©Audiovisuelle Bibliothek, Europäische
Kollegen aus den Mitgliedstaaten unter lung: wenn Europa mehr als Gemeinschaften
"Von der Definition her ist
dem Sechsten Rahmenprogramm (RP6) nur die zweite weltweite
der Europäische Forschungsraum noch nicht fair behandelt werden S. 5 Wissenschaftsmacht werden soll [...], sind Ko­
Wirklichkeit. Er ist jedoch bereits viel mehr als
operation und Zusammenarbeit über die Gren­Liikanen: Beseitigungdes
nur eine Idee", so der Kommissar. Um ihn Reali­
"unternehmerischen Defizits" in zen hinweg notwendig, aber nicht ausreichend",
tät werden zu lassen "ist es notwendig, macht­Europa so Busquin.
vollere Instrumente institutioneller Art zur Koor­Das Kommissionsmitglied für
Unternehmen und die Der Kommissar räumte ein, dass das Konzept des dination nationaler Forschungspolitiken einzu­
Informationsgesellschaft Erkki Liikanen EFR nicht neu sei, "da es seit fast dreißig Jahren führen", fügte er hinzu. Die Kommission werde
hat seine Strategie zur Förderung
während des ganzen Prozesses des Aufbaus Eu­ Vorschläge zu dieser Frage vorlegen.
des Unternehmertums in Europa
ropas im Hintergrund stand". Seit dem Rat in Lis­
vorgestellt S. 7 Vielleicht hätte hier der Europäische Forschungs­
sabon 2000 hat die Idee jedoch einen politischen
rat seinen Platz. Busquin unterstrich eine Reihe KommissionfördertGrid­Technik Arbeitsstatus erreicht.
von Vorteilen, die eine solche Struktur der euro­zurBekämpfungvon Brustkrebs
Krebsspezialistenwerden schon bald Busquin sagte auch, dass der EFR selbst nicht päischen Forschung bringen könnte. "Ein Euro­
Mammogramme mit computergestützten das Endziel des Projekts sei. Er sei lediglich ein r Rat der geplanten Art mit dem Ziel, die
Brustkrebs­Röntgenbildern in ganz erster Schritt "zu einer wirklich europäischen Grundlagenforschung in Europa auf der Basis
Europa vergleichen und so Krebs besser
Forschungspolitik, fie mehr ¡st als die Summe der beachtlicher Autonomie zu unterstützen, würde
diagnostizieren und behandeln
Forschungspolitiken der EU, der zwischensvaat­ einen Bedarf erfüllen, dem man heutzutage nicht können S. 10
lichen Kooperationsorganisationen und der ver­ gerecht wird", so der Kommissar. Er fügte hinzu,
schiedenen europäischen Länder". dass solch ein Rat dazu beitragen würde, den Highlights2
EFR in die Realität umzusetzen. Innovation: Politik und Praxis7
Busquin erläuterte, er wolle, dass der Begriff "Eu­
Programmdurchführung 10
ropäische Forschung" mehr bedeute als "in Eu­ Der Kommissar hat auch einige Ideen zur Struk­
Ergebnis 12
ropa hergestellt" oder "durch die EU gefördert" tur, auf die ein solcher Rat aufbauen sollte. Es
Veröffentlichung12und genauso benutzt werde wie der Begriff "Ame­ dürfe keine Verdopplung bereits existierender
Ausschreibungen13
rikanische Forschung". Strukturen erfolgen und diese Strukturen müssten
Strategieund Politik 14berücksichtigt werden, wenn die Aufgaben der
Das Projekt sollte einen wirklichen "Binnenmarkt Sonstiges19neuen Institution definiert würden, betonte er.
der Forschung" mit einer "echten Koordination
Veranstaltungen21
nationaler Forschungsaktivitäten und ­politiken,
Andere Neuigkeiten Online 23Fortsetzung auf Seite 6
die 80% der gesamten europäischen Forschungs­
CORDIS imWeb 23
/H*Q**fa»i Λ VERÖFFENTLICHT VOM PROGRAMM INN0VATI0N/KMU DER EUROPÄISCHEN KOMMISSION Hochrangige Gruppe zur Wasserstofftechnologie
wird mehr sein als ein Diskussionsforum
Die am 10. Oktober gegründete hochrangige Gruppe zu Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien "wird nicht nur ein Diskussions­
forum" sein, wie I. Stephenson, ein Mitglied der Gruppe, gegenüber CORDIS-Nachrichten erklärte.
die Grenzen für die Verwirklichung einer Die hochrangige Gruppe wurde in Brüssel
Situation, in der sowohl die Wirtschaft als von der für Energie und Verkehr zuständi­
auch die europäischen Bürger im Bemü­gen Vizepräsidentin der EU-Kommission
hen um nachhaltige Energie profitieren? Loyola de Palacio und EU-Forschungs­
kommissar Philippe Busquin eingerichtet. Welche Technologien sind erforderlich,
Die Gruppe, die sich aus Vertretern von und wie lange dauert ihre Entwicklung?
Wirtschaft, Forschung und nationalen Re­ Wie lassen sich die entsprechenden Rah­
gierungen zusammensetzt, hat die Aufga­ menbedingungen für die Vermarktung
be, die möglichen Vorteile der Verwendung schaffen? Wo lassen sich EU-Mittel am sinn­
von Wasserstoff und Brennstoffzellen in vollsten einsetzen? Wie kann der
der EU im Verkehr, zur Stromerzeugung Innovationspool der kleinen und mittle­
Loyola de Palacio
und zu anderen Zwecken zu bewerten und ren Unternehmen am besten eingesetzt ©Audiovisuelle Bibliothek, Europäische
Gemeinschaften die Vorbereitungen für eine genauer aus­ werden?
gerichtete Maßnahme der EU auf diesem
"Wir hoffen, dass die Vision, die Sie ausar­
Gebiet zu treffen.
beiten sollen, zur Referenzunterlage wird,
"ich werde den Stephenson bezeichnete die Gründung der um Politikern aller Ebenen, der Wirtschaft
Gruppe als "rechtzeitig" und als eine In­ und der Forschung mitzuteilen, dass struk­
Ergebnissen dieser Gruppe itiative, die "über Ländergrenzen hinweg" turierte Maßnahmen in der FTE [Forschung
tätig ist. Er ist darüber hinaus zuversicht­ und technologische Entwicklung], zielge­
große Aufmerksamkeit lich, dass die Gruppe einflussreich sein richtete und konzentrierte Aktionen sowie
wird, da Politiker tatsächlich die Absicht politischer Wille notwendig sind, wenn Eu­
beimessen, denn sie sind hätten, eine zukünftige Energiepolitik auf- ropa bei der nachhaltigen Energie wegwei­
send sein soll."
das Herzstück unserer
Der weltweite Strombedarf soll sich Erwar­
tungen zufolge bis 2015 verdoppeln. Ein
zukünftigen Politik"
weiterer Grund für die Konzentration von
Maßnahmen auf die Entwicklung alterna­veröffentlicht von: - Loyola de Palacio
tiver Energiequellen ist die Gefahr von
Schwankungen des Rohölpreises. "Die Ge­
EUROPÄISCHE KOMMISSION
fahr von Marktschwankungen sollte nicht
zustellen. "Sie scheinen uns wirklich ernst
als unausweichlich hingenommen wer­
Generaldirektion für Unternehmen zu nehmen, also wird es sich nicht nur um
den", sagte Kommissionsmitglied de
ein Diskussionsforum handeln", so
Palacio. Direktion Innovation
Stephenson.
Kommunikation und Aufklärung
In Europa werden die öffentlichen Mittel
Kommissionsmitglied Busquin habe ihn in
für die Brennstoffzellenforschung auf ins­
dieser Ansicht bestärkt, denn er versprach
L-2920 Luxemburg gesamt €50 Mio. bis €60 Mio. pro Jahr
der Gruppe, ihr "Ratschlag [werde] mit Si­
geschätzt - ein Drittel bzw. ein Viertel der
cherheit in unsere Rahmenprogramme und
Mittel, die in den USA und in Japan bereit­Fax: +352 4301 32084
andere politische Initiativen einfließen.
gestellt werden. "In den Vereinigten Staa­E-mail: Innovation^ )cec.eu.int
Wir erwarten von dieser hochrangigen
ten und Japan lässt sich eine deutliche Ent­
Gruppe, dass sie sagt, was notwendig ¡st,
wicklung hin zu Programmen und strate­
CORDIS focus ist auch erhältlich unter:
um diese Erfolg versprechenden Techno­
gischen Allianzen bei Wasserstoff­
http://www.cordis.lu/focus/de/ logien zu entwickeln und zu nutzen".
technologien und Brennstoffzellen ausma­
Basierend auf Informationen von CORDIS News,
chen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Auch Loyola de Palacio unterstützte die
abrufbar im Internet unten
Wasserstoff auf den Markt zu bringen und Gruppe mit den Worten: "Ich werde den http://www.cordis.lu/news/de
zu kommerzialisieren. Meines Erachtens Ergebnissen dieser Gruppe große Aufmerk­
sollten wir unsere innovationsmaßnahmen samkeit beimessen, denn sie sind das Herz­
ebenfalls auf diesen Bereich konzentrie­stück unserer zukünftigen Politik."
ren", so de Palacio. H*0**fi«<£\
Wie Busquin gegenüber CORDIS-Nach­ƒ«
Weitere Informationen über die EU-Politik im
richten sagte, sei das "Ziel solcher Initiati­
Bereich der Wasserstofftechnologien sind auf
ven letztendlich immer das gleiche, näm­
folgenden Websites abrufbar:
lich die FuE in Europa besser zu organisie­
http://europa.eu.int/comm/research
CORDIS focus wird M-tägig vom ren".
Teilnahme von CORDIS-Nachrichten an einer
Programm Innovation/KMU veröffentlicht
Busquin zufolge muss sich die Gruppe mit Veranstaltung der Kommission
und enthält die neuesten Informationen
mehreren Fragen beschäftigen: Wo liegen
RCN 19072
über die EU-Forschungs- und
Innovationspolitik und deren Programme.
CORDIS FOCUS - NR. 207 21. OKTOBER 2002 Europäisches „Labor für Wasserstoffprojekte
Eine Vision für Island
Vertreter Islands haben ihr Vorhaben einer "Wasserstoffgesellschaft" vorgestellt und dargelegt, welche Rolle ihr Land für die Entwick­
lung und umfassende Akzeptanz der Brennstoffzellentechnologien spielen wird.
Anlässlich des "Energietags" der isländi­ internationaler Ebene. Die INE ist zusam­
schen Vertretung bei der EU am 14. Okto­ men mit ihren Industriepartnern Shell und
ber in Brüssel beschrieben Politiker, Wis­ Norse Hydro dabei, die Durchführbarkeit
senschaftler und Wirtschaftsvertreter aus und die Folgen der Einführung einer um­
Island die Rolle des Landes als Schlüssel­ fassenden Wasserstoff-Infrastruktur in Is­
partner bei Wasserstofftechnologie­ land abzuschätzen. Außerdem läuft zurzeit
projekten. Island ist derzeit an mehreren ein von der EU gefördertes Projekt namens
von der EU finanzierten Maßnahmen auf "Fuel Cell Ship", bei dem es sich um eine
diesem Gebiet beteiligt und sieht vor, die theoretische Studie des Einsatzes von
Brennstoffzellen in großen Schiffen han­Zusammenarbeit noch zu verstärken, wenn
delt. Ebenfalls in diesem Bereich will das demnächst die Aufrufe zur Vorschlags-
ehrgeizige Projekt NAVIGEN ein Fischerboot einreichung für das Sechste Rahmenpro­
Ión Skülason mit Brennstoffzellenantrieb entwickeln. gramm erfolgen.
©Ágúst H. Ingthórsson Das Ziel ¡st letztendlich, die weltweit erste
Jon Skülason ist Geschäftsführer der
emissionsfreie Fischereiflotte auf die Beine Außerdem ist diese Technologie durchaus
Icelandic New Energy Ltd. (INE), die als
zu stellen. populär, denn wie eine vor kurzem durch­
Partner am ECTOS-Projekt der EU mitwirkt.
geführte Umfrage zeigt, sehen 93% der Be­
Das Projekt will den Einsatz von Brennstoff­ Weitere Projekte sind in Planung. Island
völkerung im Wasserstoff den Treibstoff der
zellen in drei Wasserstoffbussen in scheint damit auf einem guten Weg zu sein,
Zukunft. Da ein Großteil der Bevölkerung
Reykjavik demonstrieren. Auf der Veranstal­ um sein Ziel, ein Labor der Wasserstoff­
in und um Reykjavik lebt, müssen Berech­
tung erklärte Skülason: "Island kann zu­ technologie zu werden, zu verwirklichen.
nungen zufolge nur drei bis sechs Tank­
künftig zum Labor für Wasserstoffprojekte Die Produktion von Wasserstoff besitzt eine
stellen auf Wasserstoff umgestellt werden,
werden. Durch die Zusammenarbeit mit der solch hohe Priorität, dass bereits Studien
um den überwiegenden Teil der Verbrau­
EU und der Wirtschaft kann die erste echte über die mögliche Ausfuhr von überschüs­
cher zu versorgen.
'Wasserstoffgesellschaft' Realität werden." sigem Brennstoff laufen. Angesichts der
Auch die Regierung unterstützt nachdrück­ hohen Nachfrage nach "ökologischer" En­
Island spielt jedoch eine weit größere Rol­
lich die führende Rolle Islands in der ergie in der EU ¡st die Vorstellung, dass ei­
le, als diese Darstellung vermuten lässt. Das
Wasserstofftechnologie. Energie- und Han­ nes Tages Brennstoff vom kalten Außenpo­
Land wurde von der EU als idealer Stand­
delsministerin Valgerdur Sverrisdóttir, die sten Europas im Nordatlantik zur Energie­
ort für eine umfassende Bewertung der wirt­
eine der Hauptreden auf der Veranstaltung versorgung ganz Europas beiträgt, keines­
schaftlichen und gesellschaftlichen Auswir­
hielt, erklärte, sie halte eine umfassende falls abwegig.
kungen von Brennstoffzellenbussen aus­
Einführung von Brennstoffzellen­ Weitere Informationen sind auf folgender
gewählt. Diese Maßnahme wird die zukünf­
fahrzeugen für den privaten Gebrauch in Website abrufbar:
tige EU-Politik auf diesem Gebiet prägen.
den nächsten 10 bis 20 Jahren für wün­ http://www.newenergy.is
Die drei Busse, die in der zweiten Jahres­
schenswert.
Teilnahme von CORDIS-Nachrichten am hälfte 2003 den Fahrdienst aufnehmen sol­
Energietag der isländischen Vertretung bei der
len, entsprechen 4% der gesamten isländi­ Die Bedeutung, die Wasserstoff als Treib­
EU
schen Busflotte - ein Anteil, der andernorts stoff beigemessen wird, führte zu zahlrei­
RCN 19085 in Europa kaum realisierbar wäre. chen anderen Initiativen auf nationaler und
Ehrgeizige Pläne für Islands überschüssige Energie
Forscher in Island beschäftigen sich mit innovativen Verfahren, mit deren Hilfe das Land die Fülle der erneuerbaren Energiequellen der
Insel nutzen kann. Ein möglicher Plan ist die Direktausfuhr von Strom auf den europäischen Kontinent mittels des längsten Untersee­
kabels der Welt.
Island hat nur 300.000 Einwohner, aber al­ Bisher hat das Land überschüssige Energie
lein seine geothermischen und für stromintensive Industrien (power Inten­
hydroelektrischen Ressourcen würden aus­ sive industries, PII), insbesondere die
reichen, den jährlichen Strombedarf von 6 Aluminiumherstellung, eingesetzt. Die PN
Millionen Menschen - mehr als die Gesamt­ erwirtschaften Exporteinnahmen in Höhe
bevölkerung Dänemarks - zu decken. Da­ von ungefähr €500 Mio. pro Jahr für Is­
her hat sich die Energieforschung des Lan­ land. Das entspricht etwa der Hälfte der
des, der zweitgrößte Forschungsbereich Einnahmen seiner Hauptexportquellen, der
nach der Meeresforschung, stets vorrangig Fischerei und Fischverarbeitung. Dank der
auf neue Arten der Nutzung dieser Ressour­ geplanten, umfangreichen Neuinvestitio­
cen konzentriert. nen in Aluminiumhütten dürfte der Betrag © Nationale Energiebehörde Island
Fortsetzung auf Seite 4
21. OKTOBER 2002 CORDIS FOCUS - NR. 207 Streit über finanzielle Beteiligung an
Galileo steht vor der Lösung
Wie ein Sprecher der ESA gegenüber CORDIS-Nachrichten ankündigte, dürfte es auf dem Treffen des ESA-Rats am 8. und 9. Oktober zu
ie Aufteilung der finanziellen Beteiligung am einer Lösung des Streits innerhalb der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) über d
Galileo-Projekt kommen.
Diese Zwistigkeiten und die Schwierigkei­ geführt würde. Galileo ist jedoch ein fakul­
ten, im Gastgeberland Belgien die erforder­ tatives Programm, und Italien befürwortet
liche Steuerbefreiung zu erhalten, blockie­ eine Knüpfung der Beteiligung an die mög­
lichen Vorteile für die Industrie, was bei ren zurzeit den Aufbau des gemeinsamen
fakultativen Programmen der ESA im Allge­Unternehmens "Galileo".
meinen der Fall ist.
"Das Problem lag nicht darin, dass zu we­
nig, sondern dass mehr Geld als erwartet Galileo soll ab 2008 Satellitennavigations­
bereit stand", sagte Franco Bonacina. So­ dienste anbieten. Das Programm ist in vier
wohl Deutschland als auch Italien seien verschiedene Phasen unterteilt: Konzepti­
überaus stark an diesem Projekt interessiert, on, Entwicklung, Errichtung und Betrieb.
und jedes dieser Länder wollte daher den Die Konzeptionsphase wurde im Jahr 2000
größten Teil der Investitionen übernehmen, abgeschlossen. Die Gründung eines ge­
©PhotoDisc da dies viele Galileo-Aufträge bedeuten meinsamen Unternehmens ist Teil der Ent­
würde, erklärte Bonacina. Das von der ESA wicklungsphase.
praktizierte Prinzip des "juste retour" be­ Weitere Angaben zu Galileo sind auf folgender "Das Problem lag nicht
deutet, dass alle Geldgeber eine garantier­ Website abrufbar:
te Rendite entsprechend ihrer Investition http://europa.eu.int/comm/energy_transport/en/ darin, dass zu wenig, son­
erhalten. gal_en.html
dern dass mehr Geld als
Interview von CORDIS-Nachrichten mit einem
Deutschland würde es begrüßen, wenn
Sprecher der ESA und Angaben der dänischen
nach dem Vorbild der obligatorischen Pro­ erwartet bereit stand" Präsidentschaft
gramme der ESA auch für die finanzielle
RCN 19037 Beteiligung ein Verteilungsschlüssel nach - Franco Bonacina
dem Bruttoinlandsprodukt der Länder ein-
Fortsetzung von Seite 3
der genutzten Energie zwar steigen; den­ Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz der duktion sauberer, erneuerbarer Energien,
noch bleibt ein gewaltiger potenzieller Energie zur Herstellung sauberer Brennstof­ wobei PII die praktischsten kurzfristigen
Überschuss zur weiteren Nutzung übrig. fe, die ihrerseits nach Europa und in die Nutzungsmöglichkeiten hierfür bieten. Die
übrige Welt exportiert werden können. Ein isländische Energie- und Handelsministe­
Ein äußerst ehrgeiziger Plan, der zur De­
solches Verfahren ist die Erzeugung von rin Valgerdur Sverrisdöttir erklärte am 14.
batte steht, ist die Erzeugung und Direkt­
Wasserstoff durch Elektrolyse, und in Island Oktober auf dem Energietag in Brüssel, dass
ausfuhr von elektrischem Strom auf das
ist man stark an der Erprobung der Mög­ "Island mit seinem Überfluss an erneuer­
europäische Festland mittels eines Unter­
lichkeiten der Wasserstofftechnologie im baren Energiequellen und entsprechenden
seekabels. In Europa besteht ein hoher Be­
Hinblick auf die Schaffung eines funktions­ Erfahrungen auf diesem Gebiet eine Vor­
darf an sauberen, erneuerbaren Energiequel­
fähigen Massenmarktes interessiert. In Is­ reiterrolle im Hinblick auf die Umsetzung
len, da die im Protokoll von Kyoto festge­
land werden Forschungsprojekte, zum Teil der beim Weltgipfel für nachhaltige Ent­
legten Zielvorgaben für den Schadstoffaus­
in Zusammenarbeit mit von der EU geför­ wicklung in Johannesburg zur Sprache ge­
stoß und weitere, auf dem Weltgipfel in
derten Initiativen, durchgeführt, und die kommenen Ziele spielen" werde.
Johannesburg genannte Ziele erfüllt wer­
überwiegende Mehrheit der Isländer be­ Weitere Informationen sind auf folgender
den sollen. In Island ¡st man teilweise ge­
trachtet Wasserstoff als den Treibstoff der Website abrufbar:
gen die Ausfuhr eines derartigen Rohstoffs
Zukunft. Bis zur Verwirklichung eines welt­ http://www.os.is/english/
und befürwortet stattdessen den Einsatz
weiten Wasserstoffmarktes dürften jedoch
Teilnahme von CORDIS-Nachrichten am dieser Energie zur Herstellung von Export­
noch Jahrzehnte vergehen, und außerdem Energietag der isländischen Vertretung bei der
gütern. Auch gibt es praktische Probleme:
gibt es weitere praktische Probleme wie bei­ EU
Man rechnet damit, dass bei der derzeiti­
spielsweise die Lagerung, die noch gelöst
RCN 19086 gen weltweiten Kapazität der Kabelhers­
werden müssen.
teller 6 Jahre benötigt werden, um die er­
forderlichen 1170 Kilometer Kabel bis nach Island bemüht sich jedoch weiterhin mit
Schottland herzustellen. allen Kräften um eine Steigerung der Pro­
21. OKTOBER 2002 CORDIS FOCUS - NR. 207 MdEP fordern eine faire Behandlung
der Beitrittsländer unter dem RP6
Das deutsche MdEP Jürgen Zimmerling hat einen Initiativbericht verfasst, in dem die Kommission aufgefordert wird sicherzustellen, dass Forscher
in den Beitrittsländern im Vergleich zu ihren Kollegen aus den Mitgliedstaaten unter dem Sechsten Rahmenprogramm (RP6) fair behandelt werden.
Bei seiner Abstimmung über den Bericht for­ Der Ausschuss forderte außerdem die Beitritts­
derte der parlamentarische Ausschuss für In­ länder auf, eine eigene Forschungsstrategie zu
dustrie, Außenhandel, Forschung und Energie entwickeln. Dies könnte in Form von Unter­
die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, stützungszahlungen oder Anreizen erfolgen,
Verbindungen zwischen Forschung und Indu­ so der Ausschuss.
strie durch Kofinanzierung, flexible Planung des
Zimmerling wies in seinem Bericht darauf hin,
beruflichen Werdegangs, private Forschungs­
dass eine geringe öffentliche Forschungs­
einheiten und die Finanzierung von Forschung
finanzierung und unzureichende Mechanis­
durch Industrieverbände in den Beitrittsländern
men zur Anziehung privater Finanzierung zur
zu fördern.
Verkümmerung des menschlichen
KMU (kleine und mittlere Unternehmen) in den Forschungspotenzials in den Beitrittsländer
Beitrittsländern sollten dem Bericht zufolge führten, wobei veraltende Forschungs­
ebenfalls besondere Aufmerksamkeit erhalten. infrastrukturen und niedrige Gehälter der For­
Die Kommission sollte zur Schaffung eines fi- ©Audiovisuelle Bibliothek, Europäische scher dieses Problem noch verstärken.
Gemeinschaften
Informationen des Europäischen Parlaments nanziellen Umfelds beitragen, sodass die Teil­
nahme der KMU am RP6 nicht durch das Erfor- durch die Übernahme eines beträchtlichen
RCN 19066
demis von Bankgarantien oder die Belastung Anteils der Kofinanzierung verhindert wird.
Dänischer Minister für Wissenschaft hält weitere
Diskussionen vor einer Entscheidung über den
Europäischen Forschungsrat für notwendig
Anlässlich einer Konferenz, die sich mit dem Konzept eines Europäischen Forschungsrats beschäftigte, verlangte Helge Sander, der
dänische Minister für Wissenschaft, weitere Diskussionen im Vorfeld einer Entscheidung über den Vorschlag.
In einer Fragerunde beschrieb Sander die werden. "Die Frage ¡st jedoch, wie dies ver­ senschaftlichen Gehalt beurteilt werden,
möglichen Vorteile, die ein Europäischer wirklicht werden soll", so Sander. wobei die Förderung direkt dem Rat und
Forschungsrat bringen würde, wie etwa eine nicht einzelnen Projekten bereitzustellen
Gleichzeitig hat Euroscience, eine unabhän­
bessere Koordination und mehr Wettbewerb wäre. Damit würde die autonome Entschei­
gige europäische Vereinigung von Naturwis­
um Forschungsförderung, forderte die For­ dungsbefugnis des Europäischen
senschaftlern, ihre Vorstellungen eines Eu­
schung aber auf, nichts zu überstürzen, be­ Forschungsrats gewahrt werden.
ropäischen Forschungsrats dargelegt.
vor nicht ausführlichere Gespräche stattge­
Laut Euroscience sollte eine Hälfte der Fi­
funden hätten. Für Euroscience stellt ein zukünftiger Euro­
nanzmittel des Rates aus den Haushalten
päischer Forschungsrat "ein dringend not­
"Die Gründung eines Europäischen der einzelstaatlichen Forschungsräte stam­
wendiges Instrument zur Unterstützung der
Forschungsrats ¡st nach wie vor bloß eine men, und die andere von der EU,
Forschung aus Erkenntnisinteresse dar, de­
Idee, deren Umsetzbarkeit genauer geprüft Wohltätigkeitsverbänden und der Wirtschaft
ren Förderung unter dem derzeitigen Rah­
werden muss. Vor einer Entscheidung müs­ bereitgestellt werden. Des Weiteren sollte
menprogramm nicht möglich ¡st. Sie müsse
sen wir uns ein genaueres Bild über die Stim­ nach den Vorstellungen des Verbandes ein
daher die Aufgabe haben, die Grundlagen­
mung in anderen Mitgliedstaaten machen", Anteil von 5% bis 10% der Budgets der einzel­
forschung und insbesondere die neuartigen
sagte Sander. staatlichen Forschungsräte an den Europäi­
wissenschaftlichen Bereiche, die angesichts
schen Forschungsrat gehen.
Der Minister betonte, dass ein Europäischer der mangelnden Reaktionsfähigkeit der
Weitere Informationen zu Helge Sanders Rede
Forschungsrat "sicherlich nicht alle Aufga­ Finanzierungsinstrumente oft unter­
sind auf folgender Website abrufbar:
ben übernehmen könnte, die die nationa­ finanziert sind, in flexibler Art und Weise zu
http://www.eu2002.dk/news/
len Forschungsräte zurzeit haben", bezeich­ fördern."
ne ws_read. asp ?¡ Information ID=23 200
nete das Konzept aber als nach wie vor wich­
Euroscience schlägt daher vor, dass der zu­ Weitere Informationen zur Stellungnahme von
tig, und dies insbesondere im Zusammen­
künftige Europäische Forschungsrat aus Euroscience sind auf folgender Website abrufbar:
hang mit dem Europäischen Forschungs­
Gründen der Nachprüfbarkeit Verbindungen http://www.euroscience.org/MBSHIP/Bulletin/
raum (EFR). Im Rahmen des EFR sollten die
Euro20.pdf zur Europäischen Wissenschaftsstiftung
Forschungspolitik und die Forschung selbst
und zurn Kommission unter­ Angaben der dänischen Präsidentschaft und
auf regionaler, einzelstaatllcher und euro­
halten sollte. Dem Europäischen Euroscience
päischer Ebene koordiniert werden. Zudem
Forschungsrat vorgelegte Projekte sollten im
RCN 19050 sollte auch die Vergabe von Forschungs­
offenen Wettbewerb durch ein System der
mitteln in den Aufgabenbereich des Euro­
Siehe auch "Brauchen wir einen Euro­
gegenseitigen Bewertung nach ihrem wis­
päischen Forschungsraums aufgenommen päischen Forschungsrat?", S. 1
21. OKTOBER 2002 CORDIS FOCUS - NR. 207 Liikanen ruft zu kohärentem Ansatz ber
F&E in Luft- und Raumfahrt auf
Der EU-Kommissar für Unternehmen und die Informationsgesellschaft Erkki Liikanen erklärte am 4. Oktober, für die europäische Luft-
und Raumfahrtindustrie sei es notwendig, dass die europäischen Regierungen einen kohärenten Ansatz bezüglich ihrer Luft- und
Raumfahrtanforderungen, einschließlich Forschung und Entwicklung, verfolgen.
In seiner Rede bei der Jahresversammlung Der Kommissar rief dazu auf, die Mitglied­
des Europäischen Verbands der Luft- und staaten in die STAR 21-Diskussion mit eln-
Raumfahrtindustrie zum Thema "Luft- und zubezlehen. "Mit Ihren jeweiligen
Raumfahrt und die Entwicklung Europas" Beschaffungsmaßnahmen und Forschungs­
konzentrierte sich Liikanen auf die STAR 21- haushalten halten sie wichtige Schlüssel
Initiative. Unter dieser Initiative hat eine zum Erfolg in der Hand", erklärte er. Er
Beratungsgruppe für die Luft- und Raum­ drängte auch die Industrie, die Kontakte
fahrt versucht, einen kohärenten Rahmen mit den Entscheidungsträgern in den
für die Luft- und Raumfahrt in Europa zu Mitgliedstaaten aufrecht zu erhalten, "um
entwickeln, um langfristig eine wettbe­ den Impuls von STAR 21 zu erhalten".
werbsfähige Basis für den Industriezweig
Der Kommissar brachte seine Unzufrieden­
zu garantieren. Die Gruppe bestand aus sie­
heit mit der Lage der europäischen Wirt­
ben Vorstandsvorsitzenden aus der Indu­
schaft zum Ausdruck und sagte, dass sie
strie, fünf EU-Kommissaren, dem Hohen
"teilweise auf die langsamere Anpassung
Vertreter der EU Javier Solana und zwei
an IKT [Informations- und Kommunikati­
bekannten Mitgliedern des Europäischen
onstechnologien] in Europa zurückzufüh­
Parlaments.
ren ist sowie auf ihre enttäuschenden
Liikanen meinte, die "dramatische Erhö­ Innovationsergebnisse. Europa gibt zu we­
hung" des US-Verteidigungshaushalts wer­ nig für F&E [Forschung und Entwicklung]
de bedeutende Auswirkungen auf die eu­ aus, und die Rendite aus den europäischen
ropäische Luft- und Raumfahrtindustrie, Forschungsinvestitionen ¡st niedriger als die
"auch im so wesentlichen Bereich der For­ der wichtigsten Mitbewerber".
schung" haben. Er fügte hinzu: "... die durch » Peter Gutierrez
Schließlich erklärte er, um die Wettbewerbs­
Fragmentierung der Märkte und ungenü­
fähigkeit der europäischen Luft- und Raum­
gende Koordination der Verteidigungsan­ kein, in Anbetracht der strategischen Be­
fahrtindustrie zu garantieren, müssten kon­
forderungen hervorgerufene Ineffizienz ¡st deutung der Raumfahrtmöglichkeiten und
krete politische Antworten gefunden wer­
ein Luxus, den Europa sich nicht länger lei­ der zunehmenden Abhängigkeit von auf
den, die die Produktion mit hohem Mehr­
sten kann". Dies war auch eine der der Raumfahrt basierenden Anwendungen,
wert in einer äußerst produktiven, von Wis­
Schlussfolgerungen des STAR 21-Berichts. um einzelne europäische politische Maß­
senschaft und Technologie abhängigen
nahmen umzusetzen", so Liikanen. "Einige
Liikanen unterstützte auch die Schaffung Wirtschaft erhalten.
sagen vielleicht, die Fortschritte sollten
einer Europäischen Raumfahrtstrategie,
Weitere Informationen zum STAR 21-Bericht
schneller erzielt werden. Aber wenn es um
eine Ansicht, die bereits von Forschungs­ sind auf folgender Website abrufbar:
wichtige institutionelle Veränderungen
kommissar Philippe Busquin vertreten wird. http://europa.eu.int/comm/enterprise/
geht, ¡st der Prozess immer komplex und
aerospace/report_star21_screen.pdf
"Ich glaube es ist entscheidend, neue Raum­ daher zwangsläufig zeitaufwändig. Das
SPEECH/02/456 fahrtprogramme unter dem 'politischen Wichtigste ist, dass wir greifbare Ergebnis­
Dach' der Europäischen Union zu entwik- se erzielen", fügte er hinzu. RCN 19044
Fortsetzung von Seite 1
Brauchen wir einen Europäischen Forschungsrat?
Er forderte, dass bei allen Überlegungen zur Weitere Informationen zum EFR sind auf wesentlich und diese könnten und sollten
folgender Website abrufbar: http:// Einrichtung eines Europäischen Forschungs­ in bedeutendem Maße von Unternehmen,
www.cordis.lu/rtd2002/era-debate/era.htm rats die Frage gestellt werden sollte, ob da­ z.B. durch Stiftungen, bereit gestellt wer­
durch ein echter Mehrwert entsteht. Der den. Rede von Philippe Busquin
Mehrwert sollte sich in der Fähigkeit zei­
RCN 19065 Busquin rief auch dazu auf, neue Institutio­
gen, Spitzenforschung zu unterstützen und
nen Schritt für Schritt einzuführen. Es solle
Siehe auch "Dänischer Minister für
zu stärken, sowohl was die Ressourcen als
eine Pilotphase und Tests in kleinerem Um­ Wissenschaft hält weitere Diskussio­
auch die finanzielle Koordination betrifft.
fang geben. "Dies ¡st zweifellos der vernünf­ nen vor einer Entscheidung über den
"Wenn nicht eine gewisse Menge nationa­
Europäischen Forschungsrat für not­tigste und realistischste Weg zu verfahren.
ler Ressourcen gebündelt wird, ist die Idee
wendig", S. 5 Dadurch können schnell Ergebnisse erzielt
weniger interessant, wenn es darum geht
werden, in Anbetracht dessen, dass jede ra­
den Europäischen Forschungsraum Reali­
dikale, schwerwiegende Entscheidung eine
tät werden zu lassen", so Busquin. Daher
gewisse Zeit dauert", so schloss er.
sei eine gewisse Menge neuer Fördermittel
21. OKTOBER 2002 CORDIS FOCUS - NR. 207 Innovation: Politik und Praxis
Liikanen: Beseitigung des
ΛΛ
unternehmerischen Defizits" in Europa
Das Kommissionsmitglied für Unternehmen und die Informationsgesellschaft Erkki Liikanen hat seine Strategie zur Förderung des
Unternehmertums in Europa vorgestellt.
In einer Rede an der Vlerick Leuven Gent ■ Schaffung eines freundlicheren
Management School sagte Liikanen, Unter­ Umfeldes für die Gründung und
suchungen hätten ergeben, dass Europa In Entwicklung von Unternehmen
Bezug auf das Unternehmertum hinter den ■ Verbesserung der Verbindungen
USA zurückbleibe. Hierzu trage die Abnei­ zwischen Universitäten,
gung der Europäer hinsichtlich der Über­ Forschungsinstituten und privaten
nahme von Geschäftsrisiken bei. Unternehmen
Der Schlüssel zur Überbrückung der Kluft ■ Förderung der Vorteile eines
zwischen Europa und den USA liegt Europäischen Forschungsraums zur
Liikanen zufolge bei der nächsten Genera­ Schaffung eines "Innovationssystems"
tion von Unternehmenseigentümern. "Un­ für Europa.
ternehmerische Gesinnung und Qualifika­
Liikanen ist der Meinung, dass durch die
tionen können bei jungen Menschen in
Anregung durch derartige Maßnahmen eine
Schule und Universität gefördert werden.
neue Kultur des Unternehmertums geschaf­
Unternehmertum sollte als Haltung geför­
fen werden kann und somit die von den
dert werden [...] durch die Entwicklung
europäischen Staatschefs im Jahr 2000 in
persönlicher Qualitäten wie Kreativität, das
Lissabon definierten Ziele für den Fort­
Eingehen von Risiken und Verantwortung."
schritt erreicht werden können.
Das Kommissionsmitglied hob neben einer Erkki Liikanen Der vollständige Text dieser Rede ist abrufbar
Änderung der Einstellung auch eine Reihe ©Audiovisuelle Bibliothek, Europäische unter:
Gemeinschaften praktischer Schritte hervor, die durchge­
http://europa.eu.int/rapid/start
führt werden, um das Unternehmertum in
■ Sicherstellung von mehr privater Informationen der Europäischen Kommission Europa zu fördern. Hierzu gehören:
Finanzierung der
RCN 19032 ■ Erlernen der besten Praktiken von Unternehmerausbildung auf
anderen Mitgliedstaaten durch Universitätsebene
Vergleich von Initiativen
Rat "Wettbewerbsfähigkeit" befasst sich vorrangig
mit FuE, Innovation und Unternehmertum
In einem ersten informellen Treffen am 11. und 12. Oktober vereinbarte der Rat "Wettbewerbsfähigkeit" der EU, dass er sich auf die
Bereiche konzentrieren sollte, in denen die EU hinter anderen Ländern zurückliegt. Dazu gehören insbesondere Forschung und
Entwicklung, Innovation, Unternehmertum, Zugriff auf Kapital und Fertigstellung des Binnenmarktes.
Der Rat ¡st der Ansicht, dass er mit einer hoher Ebene innerhalb einer Ratsgruppe, men unter Berücksichtigung der kleinsten
Konzentration auf diese Bereiche einen um einen Beitrag zur Diskussion über hori­ Unternehmen entwickelt werden. Die Kom­
Beitrag zur Umsetzung des Ziels von Lissa­ zontale Themen sowie zu einem eher mit­ mission wurde vom Rat aufgefordert, ihre
bon ­ die EU bis 2010 zur dynamischsten tel­ bis langfristigen strategischen Ansatz Ansichten zu diesem Thema in ihrem
und wettbewerbsfähigsten wissensbasier­ zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit Vereinfachungsprogramm zu präsentieren.
ten Wirtschaft weltweit zu machen ­ lei­ und des Wachstums zu schaffen. Weitere Auskünfte über die Aktivitäten der
sten kann. dänischen Ratspräsidentschaft auf diesem Gebiet
Der Rat stimmte überein, dass das Wachs­
sind unter der folgenden Website abrufbar:
Zur Entwicklung einer koordinierten und tum in Europa ¡n zunehmendem Maße von
http://www.cordis.lu/dk
kohärenten Strategie zur Förderung der Strukturreformen und der Verbesserung der
Informationen der dänischen Präsidentschaft Wettbewerbsfähigkeit und des Wachstums Rahmenbedingungen für europäische Bür­
werden die Tagesordnungen des Rats "Wett­ ger und Unternehmen abhängt. RCN 19079
bewerbsfähigkeit" ¡n zwei Abschnitte un­
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Siehe auch "Liikanen betont Bedeu­
terteilt: horizontale Themen und einzelne
tung der Genossenschaften für die seien unverhältnismäßig von Verwaltungs­
politische Schwerpunkte. Der Rat unter­
Wettbewerbsfähigkeit Europas", S. 14 lasten betroffen, stellte der Rat fest. Aus
stützt auch die Idee der Organisation re­
diesem Grund müssen politische Maßnah­
gelmäßiger integrierter Diskussionen auf
21. OKTOBER 2002 CORDIS FOCUS ­ NR. 207 Innovation: Politik und Praxis
Kommission schlägt Ziele für Unternehmertum,
Innovation und Forschung vor
Beim Treffen des Rates "Wettbewerbsfähigkeit" im November wird die Kommission ein Papier vorlegen, wie messbare Ziele in den
Bereichen Unternehmertum, Innovation, Forschung, Informationszugang und Kommunikationstechnologien (IKT) erreicht werden kön­
nen, kündigte das für Unternehmen und die Informationsgesellschaft zuständige Kommissionsmitglied Erkki Liikanen an.
Liikanen sprach bei einem informellen neren Ebene auf. Die Rahmenbedingun­
Treffen des Rats "Wettbewerbsfähigkeit" gen, die das Wirtschaftsumfeld in Euro­
und sagte, dass ein paar Mitgliedstaaten pa ausmachen, sollten verbessert wer­
noch ihre Ziele festlegen müssten, ande­ den, indem Hindernisse für Unterneh­
re jedoch bereits ein oder zwei Vorschlä­ mertum und Innovation abgebaut wer­
ge vorgelegt hätten. "Das ¡st ein guter den und die Regulierungslast und die
Anfang", meinte er. noch verbleibenden Hindernisse für den
Binnenmarkt reduziert werden, so
"Zweieinhalb Jahre nach Lissabon haben
Liikanen.
wir verstanden, dass Europa selbst den
Schlüssel In der Hand hält, dass die Be­ Der Kommissar schloss mit der Ankündi­
©NRC sten oft unter uns sind und wir von ein­ gung der unmittelbar bevorstehenden
ander lernen können", so der Kommis­ Veröffentlichung von Mitteilungen zu
sar. Industriepolitik und Innovation sowie ei­
"Zweieinhalb Jahre nach Lissa­
nes Grünbuchs über Unternehmertum.
Er fügte hinzu, dass die Schaffung eines
bon haben wir verstanden, dass SPEECH/02/476 Rates 'Wettbewerbsfähigkeit' "eine stär­
kere Stimme verspricht, die für die Wett­
RCN 19087
Europa selbst den Schlüssel in
bewerbsfähigkeit der europäischen Un­
Siehe auch "Liikanen betont Bedeu­
ternehmen eintritt. Das ¡st gut für die
der Hand hält, dass die Besten tung der Genossenschaften für die
Moral und in Zeiten wie diesen zählt
Wettbewerbsfähigkeit Europas",
das". S. 14 oft unter uns sind und wir von
Liikanen rief zur Entwicklung einer
einander lernen können"
Wettbewerbsstrategie auf einer allgemei-
- Erkki Liikanen
Kommission fordert Innovationen bei
marktreifen Sprachtechnologien
Zur Unterstützung des Wachstums der Sprachtechnologiebranche, die Fachleuten zufolge in Europa ihre Marktreife erreicht hat,
verlangt die Europäische Kommission Innovationen.
In einer Rede auf der Konferenz LangTech Kommunikationssystemen halten es viele Allgemeinen an die Anforderungen der
2002 in Berlin beschrieb Giovanni Varile vom Beobachter für unausweichlich, dass Nutzer angepasst werden müssen. Mehre­
Referat "Intelligente Schnittstellen und Sprach verarbeitungstech nologien sich re Gruppen verlangten außerdem eine stär­
Oberflächen" des IST-Programms (Technlo- durchsetzen werden. Gerade für Europa, kere Förderung von Maßnahmen im Bereich
gien der Informationsgesellschaft) der Kom­ das sich durch seine Sprachvielfalt aus­ der Übersetzungstechnologie durch die EU.
mission die Pläne für eine auf anwender- zeichnet, könnte diese Entwicklung von
Zum Abschluss der Konferenz teilte Joseph
fokussierten Schnittstellen basierende besonderer Bedeutung sein.
Mariani, Direktor des IKT-Referats im fran­
Wissensgesellschaft.
zösischen Ministerium für Forschung und Die nächsten Stufen der Entwicklung ver­
neue Technologien, mit, dass die LangTech "Die Entwicklung von semantikgestützten langen jedoch eine andere Herangehens­
2003 im nächsten Herbst in Paris stattfin­und kontextbewussten Wissenssystemen weise. Die derzeitigen Schnittstellen sind
den wird. sowie natürlichen, anpassungsfähigen und zu schwerfällig. Zudem sollten Computer
mit vielfachen Sensoren ausgestatteten sich endlich an den Nutzer anpassen und Weitere Informationen sind auf folgender
Schnittstellen sind wesentliche Ziele der nicht umgekehrt, was bei solchen Techno­
Website abrufbar:
Kommission. Unsere Forschungsarbeit geht logien zurzeit noch die Norm 1st.
http://www.lang-tech.org
über den konventionellen PC mit Bildschirm
Vertreter der Branche verwiesen auf dem Angaben des VDI/VDE
und Tastatur hinaus", erklärte Varile.
Forum darauf, dass es in der Sprach­ RCN 19067
Angesichts der Globalisierung, Digitali­ technologie an erfolgreichen eigenen Lö­
sierung und der Verbreitung von mobilen sungen mangele, sodass die Produkte im
21. OKTOBER 2002 CORDIS FOCUS - NR. 207 Innovation: Politik und Praxis
Britisches Spinout­Unternehmen mit
lichtaktivierten Krebstherapien bei
Jungunternehmen­Wettbewerb erfolgreich
Ein Spinout­Unternehmen des Londoner Imperial College hat mit seinen lichtaktivierten Therapien gegen Krebs und mikrobische Infektionen
die europäische "HP New Ventures Competition" gewonnen.
Die Firma PhotoBiotics Ltd ließ dabei 20 Kon­ der kombiniert. Daraus ist eine Art licht­
kurrenten von elf der berühmtesten europäi­ aktivierte Lenkwaffe entstanden", so Dr.
schen technischen Hochschulen hinter sich Mahendra Deonarain, der technische Direk­
und gewann Computerausrüstung der Marke tor für Biochemie bei PhotoBiotics. "Ein Anti­
Hewlett Packard Ihrer Wahl Im Wert von körper überträgt die Aktivatoren zum Ziel, z.B.
€30.000. Lionel Mllgrom, Chemiker und Ge­ eine Krebszelle oder Mikrobe, wo sie anschlie­
schäftsführer von PhotoBiotics verwies dar­ ßend durch den Laserstrahl aktiviert werden.
auf, dass Unternehmen wie PhotoBiotics stark Die zielgerichtete PDT besitzt eine weitaus
von Zuschüssen abhängen. höhere Spezifität für Zielgewebe, höhere Licht­
Eindringtiefe, höhere Potenz und sehr geringe
"Vor über einem Jahr erhielten wir £ 500.000
Photosensibilität und erfordert insgesamt
5www.Freelmages.co.uk (€794.000) Startkapital aus dem "University
weniger Behandlungen. Somit handelt es sich
Challenge Fund" und von den Business An­
um eine Technik, die alle Vorteile der bisheri­
gels der Firma Helms­Brown. [...]. Jetzt müs­ Medikament verbreitet sich im ganzen Körper
gen PDT, aber keinen ihrer Nachteile aufweist",
sen wir uns erneut um Mittel bemühen, damit und sammelt sich in den Tumoren an. An­
so Dr. Deonarain welter.
wir weitere wichtige Ziele erreichen und die schließend wird ein nichtheizender Laserstrahl
erste und zweite Versuchsphase unseres er­ auf den Tumor gerichtet. Das Licht aktiviert Ziel des Wettbewerbs war, Jungunternehmen
sten Medikaments starten können. Was Zu­ das Medikament, das dann eine potente, to­ zwischen sechs und 30 Monaten zu bewerten
schüsse anbelangt, sieht es zurzeit aber dü­ xische Sauerstoffform erzeugt, die den Tumor und zu belohnen, die im naturwissenschaftli­
ster aus. Die Finanzmärkte sind im Moment abtötet. Dabei entstehen kaum Narben, kaum chen Sektor oder im Technologiebereich be­
am Boden, aber ein kleines Biotechnologie­ Nebenwirkungen und keine Arzneimittel­Re­ reits aktiv sind. Der zweite Preis ging an
Unternehmen wie wir braucht jegliche Unter­ sistenz. Infinitesima Ltd, ein Spinout­Unternehmen der
stützung, um zu überleben und weiterzuma­ Universität Bristol (Großbritannien), während
Das Verfahren hat jedoch auch seine Mängel,
chen", sagte Dr. Milgrom. die Firma SCYTL Online World Security der
wie etwa seine geringe Spezifität, geringe Ein­
Universität Politècnica de Catalunya (Spani­
PhotoBiotics entwickelt die photodynamische dringtiefe in das Gewebe, geringe Potenz, akute
en) den dritten Preis erhielt.
Therapie (PDT), ein Verfahren, das erkrankte und schmerzhafte Haut­Photosensibilität und
Weitere Auskünfte erteilt: Zellen durch Licht und photosensibilisierende lange Behandlungsdauer. Das PhotoBiotics­
Lionel Milgrom Medikamente abtötet. Verfahren verwendet spezielle Träger und neu­
Tel.: +44 7764 586925 artige photosensibilisierende Medikamente,
Bei PDT handelt es sich zurzeit noch um eine E­mail: l.milgrom@imperial.ac.uk die so abgestimmt sind, dass sie auf das In das
Nischentherapie für Hautkrebs und die alters­
http://www.photobiotics.com Gewebe eindringende Rotlicht reagieren.
bedingte makulöse Degeneration. Bei dem Ver­
Angaben des Imperial College (Großbritannien)
fahren wird dem Patienten ein photo­ "Wir haben zielgerichtete und neuartige
sensibilislerendes Medikament gespritzt. Das photosensibilisierende Arzneimittel miteinan­ RCN 19033
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Wir sind an jeder Information über Aktivitäten, die direkt oder indirekt mit den Forschungs­und Technologieentwicklungs­
aktivitäten der Europäischen Union zu tun haben, interessiert.
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21. OKTOBER 2002 CORDIS FOCUS - NR. 207 Programmdurchführunq
Kommission fördert Grid-Technik zur Bekämpfung von Brustkrebs
Krebsspezialisten werden schon bald Mammogramme mit computergestützten Brustkrebs-Röntgenbildern in ganz Europa vergleichen
und so Krebs besser diagnostizieren und behandeln können.
Dies ¡st das Ziel des neuen Forschungs­ Darüber hinaus muss das Projekt so ausge­
projekts "MammoGrid", an dem sieben Part­ legt werden, dass es zukünftige Ansprüche
ner beteiligt sind und das im Rahmen des erfüllt. Die Forscher sind bemüht, das Sy­
Abschnitts "Technologien der Informations­ stem so zukunftssicher zu machen, dass es
gesellschaft" (IST) des Fünften Rahmenpro­ an zukünftige Entwicklungen in Informa­
gramms der Europäischen Kommission fi­ tik, Medizin und Politik angepasst und noch
nanziert wird. Zu den Projektpartnern ge­ viele Jahre genutzt werden kann.
hören Fachleute aus den Bereichen rech­
Trotz der großen Herausforderungen ver­
nergestützte Bilddarstellung ¡n der Medi­
bindet Professor McCIatchy große Hoff­
zin, Krebsspezialisten, Radiologen und Epi­
nungen mit MammoGrid. "Die bereitgestell­
demiologen aus Frankreich, Italien und
ten Mittel für dieses Projekt [€1,9 Mio.] rei­
Großbritannien.
muster und eine wertvolle Unterstützung
chen für drei Jahre, aber wir hoffen, dass
bei der Ausbildung von Fachärzten. Was
"Für dieses Projekt wird die neueste Grid- seine Ergebnisse auch noch in zwanzig Jah­
diese Aspekte betrifft, besitzt die Grid-Tech-
Technik eingesetzt", erklärte Professor Ri­ ren von Nutzen sein werden, [...] und zwar
nologie den großen Vorteil, dass die Nut­
chard McCIatchey von der University of the zum langfristigen Studium dieser schreck­
zer auf Daten in einem Standardformat
West of England, einem der Projektpartner. lichen Krankheit."
zugreifen können.
"[Die Grid-Technik] gestattet, Millionen Weitere Auskünfte erteilt:
Röntgenbilder und Patientendaten, die auf Julia Weston Zudem umfasst das Projekt mehrere wich­
Computern mehrerer Krankenhäuser, Re­ UWE tige Forschungsaufgaben. Das Projektteam
gionen und sogar Länder verteilt sind, zu
E-mail: julia.weston@uwe.ac.uk muss darauf achten, dass Sicherheit, Zu­
betrachten und zu vergleichen."
verlässigkeit und Anonymität der Daten Angaben der University of the West of England
gewahrt werden, und auf internationaler Von der Nutzung einer solchen Datenmen­
RCN 19057
Ebene müssen die Staaten sich darauf eini­ge erhofft man sich genauere Diagnosen
gen, in welchem Ausmaß Daten ausge­und geeignetere Behandlungsmethoden,
tauscht werden dürfen. ein besseres Verständnis der Krankheits­
extremen Umgebungen in China haben. Kommission fördert
Das Projekt wird ein wichtiger Ausgangs­einzigartige europäisch­
punkt für die Zusammenarbeit in der mi­chinesische
krobischen Biotechnologie zwischen der Forschungsexpedition
EU und China sein.
Dank einer von der Kommission geför­
Weitere Auskünfte erteilt:
derten Zusammenarbeit mit der Chinesi­
Barbara Whiteman
schen Akademie der Wissenschaften (Pe­
Universität Leicester
king) werden Wissenschaftler aus Groß­
E-mail: lara@le.ac.uk
britannien und Spanien unter den ersten
Informationen der Universität Leicester und
europäischen Forschern sein, die die ent­
chet Kommentare von Professor Bill Grant
legensten Gebiete Chinas besuchen.
RCN 19074 chen In China für Januar geplant sei und
Das Forschungsteam, darunter Mitarbei­
dass „das gesamte Team sich sehr darauf
ter der Universitäten Leicester und Se­ IST: Ein neuer
freut". Ein wirklich innovativer Aspekt
villa, wird Expeditionen zu einzigartigen Ansatz für bessere
des Projekts ¡st, dass es direkt auf nützli­
Sodaseen, Salzseen und heißen Quellen Telekommunikationssysteme che Gene durch DNS-Extraktion zugreift,
in entlegenen Regionen der Mongolei
ohne dass Mikroben durch Kulturen wie­
Ein mit EU-Mitteln finanziertes Projekt und Tibets unternehmen.
dergewonnen werden müssen.
will durch die Gestaltung und Anwen­
„Ziel ist es, die mikrobische Biodiversltät
dung einer neuartigen Software­Das Projekt erhält Mittel von der Euro­
an diesen außergewöhnlichen Orten zu
entwicklungstechnik die Grundlagen für päischen Kommission unter dem Pro­
erkunden und Zugang zu ihr zu bekom­
bessere Telekommunikationssysteme gramm „Lebensqualität und Management
men, und zwar im Hinblick auf die Ent­
schaffen.
lebender Ressourcen" des Fünften Rah­
deckung einer neuen Generation von in­
menprogramms. Der Markt für industri­
Das Projekt MODA-TEL will auf Grundla­dustriellen Katalysatoren, die zur Nut­
elle Katalysatoren erwirtschaftet derzeit
ge der Model Driven Architecture (MDA), zung in der Textil- und der Reinigungs­
mehr als eine Milliarde Dollar pro Jahr
mittelindustrie getestet und entwickelt die von der Object Management Group
und hat bedeutende Auswirkungen auf
werden", erklärte Professor Bill Grant von Inc. entwickelt wurde, Modelle für
weltweite Energieeinsparungen.
der Universität Leicester. Telekommunikationssoftware schaffen,
die effektiver, zuverlässiger und billiger Dies wird das erste Mal sein, dass euro­
Professor Grant teilte CORDIS-Nachrich­
sind. Das Projekt wird von Eurescom ge-päische Wissenschaftler Zugang zu solch
ten mit, dass der erste von drei Besu­
21. OKTOBER 2002 CORDIS FOCUS - NR. 207